Die Frauen von Stepford von Ira Levin

Buchvorstellungund Rezension

Die Frauen von Stepford von Ira Levin

Originalausgabe erschienen 1972unter dem Titel „The Stepford Wives“,deutsche Ausgabe erstmals 1977, 155 Seiten.ISBN 3-442-45747-5.Übersetzung ins Deutsche von Keto von Waberer.

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In Kürze:

Sie sind schön, sie lächeln immerzu und liegen ihren Männern zu Füßen: Die Frauen des idyllischen Vororts Stepford scheinen vollkommen zu sein. Die gerade erst zugezogene Joanna ist anfangs tief beeindruckt von ihren neuen Nachbarinnen, doch dann wächst ein Verdacht in ihr heran, der sie an die Grenze des Wahnsinns treibt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Der Traum von der perfekten Frau“;75

Horror-Rezension von Jörg Kijanski

„;Hier wird’s Ihnen gefallen!
Eine reizende Stadt mit reizenden Menschen!
Sie hätten nicht besser wählen können.“;

So die Worte der Dame vom Empfangskomitee als Joanna Eberhard mit ihrem Mann Walter in Stepford in ihr neues Haus einziehen, gemeinsam mit den Kindern Kim und Peter. Doch recht bald erscheinen Joanna einige Dinge äußerst seltsam, denn ihre Nachbarinnen sind zwar einerseits „;perfekte“; (Haus-)Frauen, andererseits aber eben auch nur das.

„;Ich fange an zu glauben, dass es da einen – amerikanischen – Hausfrauen-wettbewerb gibt, von dem nur ich noch nichts vernommen habe. Eine Million Dollar und Paul Newman für den, der bis Weihnachten das sauberste Häuschen im Lande hat.“;

Dies will Joanna umgehend ändern und macht sich sogleich auf die Suche nach Gleichgesinnten. Da ihre Nachbarinnen vor aller Hausarbeit – außerdem wollen die eigenen Männer versorgt werden – nun partout keine Zeit für andere Aktivitäten haben, findet sie lediglich in Bobbie Markowe und Charmaine Wimperis zwei Verbündete. Die beiden Frauen zogen ebenfalls erst vor kurzer Zeit nach Stepford. Als aber selbst die emanzipierte Charmaine wenig später ihre Tennisleidenschaft aufgibt und stattdessen ebenfalls zur Hausfrau mutiert

„;Ich hör’ mit Tennisspielen auf. Von jetzt an will ich’s Ed und Nerill recht machen. Ich bin so glücklich, einen fabelhaften Gatten zu haben.“;

keimt in Bobbie und Joanna der Verdacht, dass sich in dem sog. „;Männerverein“; irgendwelche geheimnisvollen Dinge ereignen mit dem Ziel, sich perfekte Frauen zu erschaffen: Frauen ohne eigenen Willen, aber mit super Figur. Der (Alp-)Traum eines jeden Mannes.

„;Lauter Leichen in verblüffend lebensechter Haltung.“; – „;Zombieville.“;

Ira Levin, bekannt geworden mit „;Rosemaries Baby“;, schaffte mit „;Die Frauen von Stepford“; neben „;Sliver“; seinen dritten sehr erfolgreich verfilmten Horrorroman, den man gleichwohl auch als Gesellschaftssatire lesen kann. Der vermeintliche Traum vieler Männer von der perfekten, hörigen Frau und der Alptraum von ungleich mehr Frauen, sich nicht selber entfalten zu können, muss hier als Grundthematik herhalten.

Mit Entsetzen muss Joanna feststellen, dass sich ihre Freundinnen Charmaine und Bobbie schlagartig von einem Tag auf den anderen (genauer gesagt vier Monate, nachdem sie nach Stepford gezogen sind) verändern und als sie daraufhin ihrem Mann anfleht die Stadt zu verlassen, spielt dieser zunächst auf Zeit. Auch er hat sich verändert, was Joanna aber nur nach und nach realisiert.

Ist die Lösung an der Route Nine mit ihren zahlreichen Chemiefabriken zu finden, in denen viele Mitglieder des „;Männervereins“; arbeiten? Oder bildet sich Joanna diese Dinge letzten Endes doch nur ein?

Ira Levin spielt mit den Gedankengängen seiner Leser und so lässt er bekanntlich in diesem Klassiker das Ende offen und damit den Leser mit seinen eigenen Schlussfolgerungen zurück. Mögen diesen seine Gedanken noch eine Weile mit der Story befassen. Einige Leser werden die Story als „;Unfug“; abtun, als reines machohaftes „;Wunschdenken“; mit Zielrichtung auf eine bevorzugt männliche Leserschaft. Andererseits zeichnen sich Horrorromane bekanntlich  dadurch aus, dass sie mit irrationalen Inhalten aufwarten, wie in Ira Levins wichtigstem Buch „;Rosemaries Baby“;. Eigentlich ist es nicht möglich, aber was, wenn nun doch??

Dieses ebenso kurzweilige und kurze Lesevergnügen sollte man sich meines Erachtens nicht entgehen lassen, und sei es letztlich nur, um danach einmal mehr beurteilen zu können, was Hollywood aus solchen Büchern machen, besser gesagt, nicht machen kann.

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