Best of Asimov von Isaac Asimov

Buchvorstellungund Rezension

Best of Asimov von Isaac Asimov

Originalausgabe erschienen 1973unter dem Titel „The Best of Isaac Asimov“,deutsche Ausgabe erstmals 1983ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Eines Tages, erinnerte sich der Herausgeber W. Campbell kurz vor seinem Tod, kam ein achtzehnjähriger namens Isaac Asimov mit einer Geschichte in mein Büro. Ich las sie – sie war grauenhaft, aber ich spürte, dass er das Zeug zu einem ganz großen Schriftsteller hatte, wenn er nur genügend Energie drarauf verwendet. Und das hat er getan. Best of Asimov enthält die besten SF-Geschihten des Autors – und das heisst: mit das Beste, was die Science Fiction zu bieten hat.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Reifeprozess eines großartigen Schriftstellers“80

Science-Fiction-Rezension von S.B. Tenz

Das Buch beinhaltet in chronologischer Reihenfolge zwölf Kurzgeschichten des Meisters. Den Anfang macht Asimovs allererste Geschichte, die 1939 zur Veröffentlichung kam. Isaac Assimov war damals gerade einmal 18 Jahre alt.

  • Havarie vor Festa (Marooned of Vesta, 1939) – Ein Raumschiff kollidiert mit einem Asteroiden. Dabei findet der größte Teil der Besatzung den Tod. Nur drei Crewmitgliedern gelingt es, sich in einen intakten Teil des Raumschiffes zu retten. Der Sauerstoff reicht jedoch nur für drei Tage und das Schiff treibt manövrierunfähig im All. Die Lage scheint völlig hoffnungslos. Doch dann fasst einer der Astronauten einen mutigen Plan.

  • Und Finsternis wird kommen (Nightfall, 1941) – In einem Observatorium warten Wissenschaftler, Astronomen, ein Journalist und ein religiöser Fanatiker gemeinsam auf das Ende der Menschheit. Vier Stunden noch, bis die Sonne zum Erlöschen kommt und der Planet in absolute Finsternis versinkt. Je näher die Stunde Null rückt, um so größer werden die Spannungen unter den Anwesenden. Jeder von ihnen ist sich der Tatsache bewußt, dass in wenigen Stunden das Sterben jeder Zivilisation seinen Anfang nimmt. Eine sehr düstere und beklemmende Story.

  • Geschichte eines Helden (C-Chote, 1951) – Asimov selbst bezeichnet die Story als Anfang seiner „reifen Periode“. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine ersten drei Bücher veröffentlicht. Die Geschichte handelt von einem interstellaren Krieg zwischen den Menschen und dem insektenähnlichen Volk, den „Kloro“. Als die Kloro ein Raumschiff der Menschen kapern und die Passagiere zu Kriegsgefangenen erklären, wächst ein scheinbar völlig unbedeutender Mensch über sich selbst hinaus und wagt ein riskantes Manöver. Ein eindrucksvolles Beispiel für den Überlebens- und Freiheitswillen des Menschen.

  • Die Verschwender vom Mars (The Martian Way, 1952) – Generationen schon wurde der Mars von den Menschen kolonisiert. Die „Marsmenschen“ lieben ihren roten Planeten und ihr Patriotismus treibt sie unermüdlich an, den Mars von der Erde immer unabhängiger zu machen. Dies gelingt ihnen auch recht gut bis auf eine Ausnahme: Die Wasserversorgung! Ohne die Wasserlieferungen von der Erde können die Marsbewohner nicht überleben. Eines Tages nun beginnt ein Politiker der Erde Front gegen die Marsbewohner zu machen. Er bezeichnet sie als Verschwender und schlägt mit seinen Hetzparolen eine tiefe Kluft zwischen die beiden Welten. Die Marsmenschen sehen sich plötzlich einem Ultimatum ausgesetzt. Entweder, sie erschließen sich irgendwo im Raum alternative Wasserquellen, oder sie geben ihren Planeten und somit ihre Heimat auf. Eine Gruppe junger von Pioniergeist beseelter Männer macht sich auf in die unbekannten Weiten des Alls. Spannend, intelligent und mahnend.

  • Die in der Tiefe (The Deep, 1952) -  …handelt von intelligenten Lebewesen, die tief unter der Erdoberfläche in Höhlensystemen leben. Eines Tages beschließen sie, einen der ihren nach oben zu schicken, um mit den Menschen einen ersten Kontakt aufzunehmen. Durch geistige Verschmelzung sammelt der Höhlenbewohner erste Eindrücke von den Menschen. Was er dabei allerdings erfährt, gefällt ihm ganz und gar nicht. Die Story ist reichlich konfus und ohne wirkliche Tiefe.

  • Den Spass den sie hatten (The Fun they had, 1954) – Mit gerade mal fünf Seiten die kürzeste Geschichte der vorliegenden Auswahl. Ursprünglich als SF-Story für Kinder und Jugendliche gedacht wurde sie ein so großer Erfolg, daß man sie über dreißig Mal nachgedruckt hat. Die Kritiker überschlugen sich vor Lob. Assimov selbst war dieser Erfolg allerdings ein Rätsel.

  • Wenn die Sterne verlöschen (The last Question, 1956) – Assimovs eigener Aussage seine ihm liebste Geschichte. Der Menschheit ist es endlich gelungen, Sonnenenergie zu speichern, umzuwandeln und dem ganzen Planeten zur Verfügung zu stellen. Die Erde „;läuft“; nun unabhängig von allen anderen Energiequellen, mit reiner Sonnenenergie. Nun aber schüren neue Ängste die Menschheit. Wann wird die Sonne erlöschen? Verzweifelt versuchen die Menschen, mit Hilfe einer Maschine auf diese Frage eine Antwort zu bekommen.

  • Das Chronoskop (The dead past, 1956) – Die meiner Meinung nach beste und spannendste Geschichte, die das Buch enthält. Mit 76 Seiten ist sie auch zugleich die längste. Seit vielen Jahren schon hält die Regierung eine revolutionäre Erfindung unter Verschluß. Das Chronoskop! Eine Zeitmaschine, mit der man indirekte Zeitreisen unternehmen kann. Das Chronoskop ermöglicht Rückblicke in die Vergangenheit, läßt vergangene Geschichte in Bild und Ton vorbeiziehen. Der Traum eines jeden Historikers scheint in Erfüllung zu gehen. Da die Regierung dem Historiker Potterley jedoch den Zugang zum Chronoskop verweigert, schließt dieser mit einem jungen und neugierigen Wissenschaftler eine Allianz, um selbst ein Chronoskop zu entwickeln. Das hat fatale Folgen.

  • Die schwindende Nacht (The dying night, 1956) – Nach zehn Jahren treffen sich vier ehemalige Kommilitonen auf der Erde wieder. Für drei von ihnen hat sich ein Traum erfüllt. Sie waren zu Forschungszwecken auf dem Mond, dem Merkur und dem Planeten Ceres. Dem vierten war dies nicht vergönnt. Er blieb aufgrund einer plötzlichen Krankheit die ganzen Jahre über ein „Gefangener“ der Erde. Plötzlich wird er tot aufgefunden und seine Aufzeichnungen über ein geheimes Projekt sind verschwunden. Nun beginnt die Suche nach dem vermeintlichen Mörder. Es war das erste Mal das sich Assimov an eine Kriminalgeschichte wagte. Herausgekommen ist ein spannender SF-Krimi.

  • Jahresfeier (Anniversary, 1959) – ...knüpft an seine erste Story „Havarie vor Vesta“ an. Zwanzig Jahre nach dem tragischen Raumschiffunglück, treffen sich die drei Überlebenden, um zum zwanzigsten Mal ihre Jahresfeier zu zelebrieren. Diesmal machen sie allerdings eine Entdeckung, die für die Wissenschaft von ungeheurer Bedeutung ist. In der Geschichte vor zwanzig Jahren, war etwas an Bord ihres Raumschiffes gewesen, wonach eine Versicherungsgesellschaft noch immer sucht. Zwanzig Jahre lang hat einer von ihnen, ohne es zu wissen, ein großes Geheimnis gehütet.

  • Das Nullfeld (The Billard Ball, 1967) – Ein Beispiel für Asimovs „Spätstil“. Ein Grund für diese lange Pause in der SF seitens Assimov lag darin, dass er 1958 sein akademisches Leben aufgab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er schrieb alles Mögliche. Rein wissenschaftliches, reine Kriminalgeschichten, Kinderbücher und vieles mehr. Nur eben keine SF. Erst 1967 erscheint mit „Das Nullfeld“, wieder eine seiner SF-Storys. Ein renommierter Wissenschaftler und ein Industrieller streiten sich über die Theorie zur Aufhebung der Schwerkraft. Während der Wissenschaftler berechtigte Zweifel anmeldet, ist der Industrielle fest davon überzeugt, mit einem Experiment seine Theorie zu untermauern. Bei der Vorführung kommt es jedoch zu einem folgenschweren Unfall. Nur ein Journalist ahnt, dass hinter dem angeblichen Unfall in Wahrheit ein raffiniertes Verbrechen steckt. Der perfekte Mord. Trotz teils schwer verständlichem wissenschaftlichem Kauderwelsch eine tolle Story mit einem verblüffenden Ende.

  • Spiegelbild (Mirror-Image, 1972) – …ist genau genommen eine Fortsetzung der beiden Romane, „The Caves of Steel“ und „The Naked Sun“, in der die Figuren des Detektivs Elijah Baley und seines Roboter-Assistenten die Hauptrolle spielen. Die Fangemeinde war nicht besonders erfreut über diese Kurzgeschichte, da die Leser einen weiteren Roman erwartet hatten. Assimov fehlte angeblich die Zeit und somit war die Enttäuschung auf Seiten der Fans enorm groß. Es ist eine verzwickte Geschichte um Lüge und Wahrheit die der Detektiv, mit beeindruckender Logik zu lösen weiß.

Fazit

Eine gelungene Sammlung wirklich guter Shortstorys des Meisters. Wer Kurzgeschichten mag, vor allen Dingen solche mit einem gewissen Anspruch und darüber hinaus einen Einblick in das Schaffen eines Isaac Asimovs bekommen will, der kommt mit diesem Taschenbuch voll auf seine Kosten. Auf über 500 Seiten erlebt der Leser eindrucksvoll den „Reifeprozess“ eines großartigen Schriftstellers. Aus den anfänglich noch leicht naiven Storys entwickeln sich die Geschichten des Autors immer mehr zu fesselnden, spannenden Abenteuern, die im Laufe seiner schriftstellerischen Entwicklung, immer mehr an Tiefe gewinnen. Das Assimov seiner Zeit um einiges voraus gewesen war, kann wohl niemand bestreiten!?

Ob es sich bei vorliegender Auswahl tatsächlich um die besten Geschichten Isaac Asimovs handelt, muß wohl jeder Leser für sich selbst entscheiden und bleibt letztendlich wie so oft reine Geschmackssache.

Ihre Meinung zu »Isaac Asimov: Best of Asimov«

Meckerkopf zu »Isaac Asimov: Best of Asimov«06.07.2012
50´ger Einheitsbrei und ein Lichtblick

Die Zusammenstellung wurde im Jahr 1973 aufgelegt und 1983 ins deutsche übersetzt. Sie enthält somit lediglich Kurzgeschichten, die bis zu diesem Zeitpunkt verfasst wurden. Die Wendungen und Theorien der Erzählungen haben mich als SciFI – Fan wenig überrascht. Zum Zeitpunkt ihrer Entstehung werden die meisten Denkanstöße jedoch neu und originell gewesen sein.

Was mich am meisten beim lesen störte ist die Tatsache, dass die 50'er Jahre, aus denen die meisten der Erzählungen stammen, sowie die Moralvorstellungen des Autors zu sehr auf die Geschichten durch schlagen. Auch oder gerade unter Berücksichtigung des Zeitpunktes der Entstehung mangelt es an Fantasie.

Der Autor glaubt, dass auch in 100 oder 1.000 Jahren noch dieselben Verhaltensregeln und Moralvorstellungen gelten wie zu seiner Zeit. Änderungen der gesellschaftlichen Gepflogenheiten werden nicht berücksichtigt.

Frauen tauchen lediglich als Hausfrauen auf, die im besten Fall für ihren Mann Repräsentationspflichten wahrnehmen dürfen. Es geht in sämtlichen Geschichten um Männer und in beinahe allen Geschichten um Wissenschaftler, die gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Ruhm ernten wollen oder um ihren Ruf besorgt sind. Ziel der Protagonisten ist es dabei sich durch ihre Forschung von der meist direkten Konkurrenz abzusetzen. Teamarbeit oder Kollegialität oder höhere Ziele spielen hier keine Rolle.

Auch die Kleidung scheint sich kaum zu ändern (Anzug, Hut, Mantel). Ob man zu diesem Zeitpunkt schon eine Ahnung von modernen Computern oder Kommunikation haben konnte ist fraglich. Der Autor scheint jedoch solche Entwicklung nicht geahnt zu haben es wird jedenfalls immer noch telefoniert und riesige Computer über Lochstreifen befragt.

Eine Geschichte hat mir doch recht gut gefallen – „ Die in der Tiefe“ (The Deep).

Die Geschichte wird aus Sicht eines Außerirdischen bei einem Besuch der Erde in der Gegenwart erzählt. Hier werden ausnahmsweise auch andere Moralvorstellungen und Lebenskonzepte vorgestellt. Schön finde ich auch das der Held nicht als humanoid beschrieben wird (für mich eher ein großer Silberfisch). Der Ausflug in die Gegenwart der 50’er Jahre ist hier nicht störend, weil folgerichtig.
Bibliophilos zu »Isaac Asimov: Best of Asimov«24.09.2007
Sämtliche in diesem Band versammelten Stories bewegen sich außerhalb von Asimovs berühmten Roboter- und Foundation-Erzählungen, Fans könnten den Titel des Bandes deshalb wohl als kleinen Etikettenschwindel betrachten. Auch Einsteiger werden kaum einen repräsentativen Eindruck von Asimovs Schaffen erhalten. Habe ich hier tatsächlich das Beste von Asimov vor mir liegen? Ich wage es nicht zu beurteilen, denn bin kein Fan von harter SF. So hat auch diese Anthologie meine Aufmerksamkeit nicht fesseln können. Die Geschichten verraten eine gewisse Freude an aufopferungsbereitem Heldentum und spielerisch-naiven Annahmen über die menschliche Zukunft. Soviel jedenfalls kann ich als ein recht distanzierter Leser von "Best of Asimov" sagen.
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