Foundation von Isaac Asimov

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 1977unter dem Titel „The Foundation Trilogy“,deutsche Ausgabe erstmals 1983, 904 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Barbara Heidkamp.

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In Kürze:

Wie einst das Römische Reich steht das Galaktische Imperium kurz vor dem Zerfall. Doch der Psychohistoriker Hari Seldon ersinnt einen atemberaubenden Plan, um die Menschheit durch das kommende „dunkle Zeitalter“ zu leiten. Isaac Asimovs bedeutendstes Werk, mit einem umfangreichen Essay über die Psychohistorik.

Ihre Meinung zu »Isaac Asimov: Foundation«

Michael Zöllner zu »Isaac Asimov: Foundation«30.11.2014
Ist es eine Space Opera? Irgendwie ja und nein. Die Frage die sich durch die Trilogie zieht ist hoch interessant.

Kann Geschichte gesteuert werden und wenn ja, in welchem Rahmen?

Asimov geht konsequent und mit Sinn für das große und das Kleine ans Werk. Macht sich Gedanken über die Überlebensfähigkeit von Politischen Systemen und den Wert von Kultur.

Wie wirkt sich das Handel des Einzelnen in di Zukunft aus? Wenn es so geplant wird wie das von Hari Sheldon , dann hat es eine Menge folgen.
Beverly zu »Isaac Asimov: Foundation«14.01.2013
"Ich bin Hari Seldon."

So fängt eine in der Science Fiction einzigartige Szene an. Denn Hari Seldon ist nicht nur nicht anwesend, als er so spricht, er ist schon lange Zeit tot. Er weiß nicht einmal, ob ihn jemand zuhört, wenn er spricht und so kommt es zu einer Form der zwischenmenschlichen Begegnung, bei der mich die Art, wie Hari spricht, mehr beeindruckt hat, als der Inhalt.

Die Auftritte des längst verstorbenen Hari Seldons in einem Glaskasten vor einem mehr oder weniger großen oder gar nicht vorhandenem Publikum sind typisch für ein Werk, das selbst in einen Tiefpunkten, Schwächen und Ambivalenzen beweist, dass es mit Recht zu den Klassikern der Science Fiction gehört.
Als absoluter Tiefpunkt ist mir die Unsitte aufgefallen, erwachsene (junge) Frauen als "Mädchen" zu bezeichnen. Das ist um so ärgerlicher, als die ab der Mitte der Trilogie in Haupt- und Neben auftretenden Frauen recht erfrischend sind.
Dass es in Jahrzehntausenden noch Energiegewinnung aus Kernspaltung geben soll, habe ich schlicht nicht ernst genommen bzw. überlesen. Abgesehen von einem Dialog, wo es um die Verwendung von Plutonium geht, drückt sich Asimov selbst diesbezüglich sehr vage aus. Im Großen und Ganzen hatte ich die Vorstellung, dass Atome irgendwie in Energie umgewandelt wurden und dass dieser Prozess bei unsachgemäßer Handhabung zu Katastrophen führen kann.
Zudem beweist Asimov Inspiration, als er schreibt, dass auf Trantor statt Atomkraft die Wärme aus dem Inneren des Planeten genutzt wird, weil das einfacher ist. Dass geothermische Energie nicht auch auf anderen Planeten genutzt wird, passt gut zum Szenario des in seiner Spätzeit geistig trägen und innovationsfeindlichen Galaktischen Imperiums.
Geothermische Energie als Alternative zur Atomkraft zu nennen ist typisch für ein Werk, das immer dann stark ist, wenn Asimov in ihm zuvor aufgebaute Konstrukte hinterfragt, erweitert oder gar einreißt.

So fängt die Trilogie nach dem Schema "Nur Männer machen Geschichte" an und es wird richtig spannend, als Frauen auftreten.
Hari Seldon wird zunächst zum unfehlbaren Genie verklärt, das mit seinem Tausendjahresplan noch über den Tod hinaus die Geschicke der Menschheit bestimmt. Doch bei seinem letzten Auftritt im Glaskasten referiert er über Konflikte zwischen der zu autoritären Führung der Foundation und der zu freiheitsliebenden Opposition. Das interessiert seine Zuhörer nur am Rande, denn die Foundation wird soeben von einem Eroberer, der "das Maultier" heißt, erobert. Zum Maultier sagt Hari kein einziges Wort, weil er ihn nicht vorhersehen konnte und so endet sein Auftritt in einem Desaster.

Ach ja, für unvorhergesehene Probleme wie das Maultier mit seinen übermenschlichen Kräften hat Hari Seldon neben der in aller Offenheit agierenden Ersten Foundation die Zweite Foundation gegründet. Außer ihren Mitgliedern weiß niemand, wo sie liegt und sie pflegt aus dem Verborgenen zu handeln. Nur erwiesen sie sich dem Maultier gegenüber zunächst als fast so hilflos wie die Erste Foundation. Nur eine Reihe von Aktionen, die eher von Verzweiflung als einem langfristigen Plan zeugen, ermöglicht es der Zweiten Foundation, der Entdeckung und Vernichtung durch das Maultier zu entgehen und es zumindest bis zu einem gewissen Grad zu manipulieren.

Die Trilogie endet damit, dass der Erste Sprecher der Zweiten Foundation voller Zufriedenheit ist, alle, die nach ihr suchten, über ihre Position genarrt zu haben und alle Gefahren vom Seldon-Plan abgewendet zu haben.
Doch das Agieren als Geheimbund aus dem Verborgenen, das bedenkenlose Opfern Unbeteiligter und auch von eigenen Leuten und die Manipulation mittels psychischer Fähigkeiten, über die außerhalb der Zweiten Foundation niemand verfügt, machen sie selbst zu einer Gefahr. Aus ihr könnte sich eine Herrscherkaste entwickeln, denen einfache Menschen hilflos ausgeliefert sind. So gesehen hatte das Misstrauen der Menschen in der Ersten Foundation gegen die Zweite Foundation einen realen Kern.

Es bleibt ungewiss, ob sich der Tausendjahresplan so verwirklichen ließe, wie es Hari Seldon angekündigt hatte. Vielleicht wäre ihm selbst klar gewesen, dass das nicht möglich ist resp. nur in neue Tyrannei führen würde. Bei seinem ersten Auftritt im Glaskasten fünfzig Jahre nach Gründung der Ersten Foundation hatte er gesagt, dass die Enzyklopädie, an der die Gelehrten auf Terminus da arbeiteten, nur ein Vorwand für andere Zwecke sei. Könnte es nicht mit dem Seldon-Plan ebenso sein? Isaac Asimov deutet in der Foundation-Trilogie zumindest an, dass der Seldon-Plan nicht der Weisheit letzter Schluss sein muss. Dr. Darrels Haushälterin Poli sagt, dass ein Plan, bei dem es immer wieder zu Kriegen gekommen ist, doch eigentlich schrecklich ist.
J.Behrens zu »Isaac Asimov: Foundation«28.08.2008
"Foundation" ist ein Sammelband, welcher die Werke "Der Tausendjahresplan", "Der galaktische General" und "Alle Wege führen nach Trantor" enthält.

Diese Bücher sind der frühe Kern des Foundation-Zyklus. Asimov hat sie in den 40ern und 50ern geschrieben und damit Millionen begeistert. Ich kann nur sagen, diese Bücher fesseln und beeindrucken noch heute und scheinen im Gegensatz zu vielem anderem alten Science Fiction, der heute eher belächelt werden kann, zeitlos. Ich habe mit diesen drei Büchern angefangen und verschlinge nun ein Werk von Asimov nach dem anderen. Glücklicherweise gibt es davon ausreichend.

Im Laufe der Zeit hat Asimov das Foundation-Universum in mehreren Romanen ausgebaut, mit seinen Robotergeschichten verbunden, eine Vorgeschichte für die Foundation geschrieben, sowie zwei Folgewerke.

Ein Meisterwerk, dessen Kern die drei in diesem Sammelband zusammengefassten Bücher bilden.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Elm.exX zu »Isaac Asimov: Foundation«07.09.2007
Einfach nur grandios! Wer dieses Buch noch nicht kennt, sollte sich schnell ein Exemplar besorgen und anfangen, es zu lesen. Es wird Sie so fesseln, dass Sie es gar nicht mehr aus der Hand legen wollen. Als nächstes empfehle ich den Tausendjahresplan.
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