Vampirsohn von J. R. Ward

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „The Story of Son“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 120 Seiten.ISBN 3-453-52789-5.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Seit Jahrzehnten wird der Vampir Michael im Keller eines uralten Hauses gefangen gehalten. Bis die toughe Anwältin Claire ihm gezwungenermaßen einige Tage Gesellschaft leistet und in ihm eine bis dahin unbekannte Leidenschaft entfacht.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Staranwältin und der dunkle Lover“30

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Claire ist eine Karrierefrau aus dem Bilderbuch. Aus eigener Kraft hat sie es bis in die Vorstandsetage einer der angesehensten Rechtsanwaltspraxen der Wertküste geschafft. Sie ist schlicht die Spezialistin für Übernahmen im nationalen wie internationalen Umfeld. Auf der Strecke blieb bei all dem Stress und dem rasanten Aufstieg die persönliche Lebensplanung. Eine feste Beziehung, eine Familie, das ist etwas, was sie sich aber auch nicht vorstellen kann. Statt ihrer noch nie erwachten Lust zu frönen widmet sie sich lieber ihren Fällen und Mandanten.

Von ihrem Vater hat sie dabei die Betreuung einer Klientin übernommen, deren Familie seit Generationen der Kanzlei verbunden ist. Dass die alte Damen in regelmäßigen Abständen ihr Testament ändert, ist bei einem Vermögen in Höhe von mehreren Millionen Dollar ein willkommenes Zubrot im Kampf um Gebühren und Verdienst. Dafür nimmt Claire sogar in Kauf, gut 150 Kilometer zu der bettlägerigen Dame zu fahren, zumal sie am Feiertag außer einem weiteren Aktenstudium sowieso nichts Besseres vor hat.

Kaum im abgelegenen, hochherrschaftlichen Anwesen der Klientin angekommen, erweist sich der Termin jedoch als anders als die früheren Sitzungen. Claire wird betäubt und kommt im Keller des Hauses wieder zu sich. Hier lernt sie den dort gefangen gesetzten, unehelichen Sohn der Matriarchin kennen – einen Mann, der ebenso geheimnisvoll wie schön ist, einen Mann, der eigentlich nur ihr Blut will, dem sie dann aber mit Haut und Haaren verfällt. Und Claire, die so beherrschte, kontrollierte Businesswoman, beschließt, den Vampir aus seinem Gefängnis zu befreien und ihr Glück an dessen Seite zu finden.

Hoher Erotikfaktor, dafür eher rudimentäre Charaktere

J. R. Ward ist ihren deutschen Fans in erster Linie durch ihre Vampirserie um die Black Dagger eine Begriff. Mit den Geschichten um die etwas anderen Blutsauger hat sie sich eine treue Fangemeinde aufgebaut, die ungeduldig auf neues Lesefutter warten. Daneben hat sie sich in ihrer Heimat mit erotischen Frauenromanen ein zweites Standbein zugelegt.

Um die Zeit bis zum nächsten Black-Dagger-Band zu überbrücken, hat ihr hiesiger Hausverlag eine Novelle, die außerhalb der Black-Dagger- und Fallen-Angels-Serien angesiedelt ist, als eigenständige Veröffentlichung auf den Markt geworfen. Ein dünnes Büchlein ist es geworden, dafür aber sehr ansehnlich mit einer englischen Broschur ausgestattet und zu einem sehr moderaten Obolus ausgepreist.

Inhaltlich erwartet die Leserin – der Plot richtet sich hauptsächlich an eine weibliche Klientel – eine Mischung, die man aus den Dagger-Romanen gut kennt. Man nehme eine Prise Romantik, das gefährlich-mysteriöse eines Vampirs und jede Menge offensiv beschriebenen Sex, fertig ist der Bestseller Marke Ward.

Im Gegensatz zu den Dagger-Titeln hat die Autorin vorliegend allerdings aufgrund der relativen Beschränktheit des Umfangs kaum Möglichkeiten, ihre Gestalten wirklich mit Background zu hinterfüttern. Insoweit bleibt Claire das Abziehbild einer Karrierefrau ohne Tiefgang, der Vampir, seine Herkunft und der wahre Grund seiner Einkerkerung diffus. Konzentriert wird die erotisch-romantische Seite der Beziehung beleuchtet, rasen wir mit der Protagonistin von einem sexuellen Höhepunkt zum nächsten. Das ist sehr vordergründig, ja fast plakativ ge- und beschrieben, unterhält leidlich, bietet aber letztlich zu wenig Überraschungsmomente, um den Leser wirklich mitzunehmen.

Ihre Meinung zu »J. R. Ward: Vampirsohn«

Springbaer zu »J. R. Ward: Vampirsohn«29.06.2011
Danke Carsten, dem ist fast nichts mehr hinzuzuügen.
Der Roman ist broschürenhaft dünn, bietet keine Überraschung und für B. D. Fans sehr vorhersehbar und schnell runtergeschrieben.
Boshaft formuliert: Volkshochschulniveau!
Man hat das Gefühl der Verlag preßt aus dem Vampirhype jeden Euro heraus.
J. R. Ward hat sich damit selbst keinen Gefallen getan.
Meine Wertung 10%, was noch nie vorgekommen ist.
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