Aufstand der KI von Jack Campbell

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Leviathan“,deutsche Ausgabe erstmals 2016, 432 Seiten.ISBN 3-404-20834-X.Übersetzung ins Deutsche von Ralph Sanders.

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In Kürze:

Admiral John »Black Jack« Geary befindet sich auf der Jagd nach den dunklen Schiffen, die bereits zwei Sternensysteme angegriffen haben und keinen Unterschied machen zwischen Raumschiffen der Allianz und der Syndikatwelten. Er muss sie unbedingt ausschalten, bevor bekannt wird, dass es sich nicht um einen mysteriösen Feind handelt, sondern um Schiffe der Allianz – gesteuert von einer außer Kontrolle geratenen künstlichen Intelligenz. Während die Regierung versucht, die Existenz der KI-gesteuerten Schiffe sowie ihre Rolle in deren Erschaffung zu vertuschen, nimmt Admiral Geary die Verfolgung auf …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Streng nach Schema F – oder doch mehr?“73

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

„Wenn das Töten zu einfach wird, dann wird es auch für die zu verlockend, die entsprechende Befehle erteilen. Zu oft war es einfacher zu töten als nachzudenken, einfacher als zu diskutieren einfacher zu als das Andere, das Fremde zu akzeptieren.“ (Seite 107)

Eigentlich sollte Frieden herrschen auf dem Gebiet der Allianz. Black Jack Geary, der Held, der von den Toten zurückkam, hat den Krieg gegen die Syndiks gewonnen und beendet, hat Aliens getroffen und befriedet und könnte nun getrost seinen Lebensabend friedlich mit seine Frau verbringen. Doch dann tauchen sie auf – die schwarzen Schiffe, gigantische Neuentwicklungen der Allianz, die ohne jegliche Mannschaft operieren.

Gesteuert allein von KIs, die mit den taktischen Raffinessen und Manövern Gearys gefüttert wurden, sollten diese eigentlich eine Meuterei der Flotte gegen die Politiker bekämpfen. Mittlerweile aber hat ein Virus, oder eine Fehlfunktion dafür gesorgt, dass die schwarzen Schiffe Allianz- wie Syndikwelten angegriffen und auch der erste Flotte unter dem Befehl von Admiral Geary nachstellen.

Es kommt zu ersten verlustreichen Gefechten Mensch gegen Maschine, die der Admiral nur mit Mühe für sich entscheiden kann. Diejenigen, die quasi als Staat im Staate für den Bau der schwarzen Flotte verantwortlich zeichnen, versuchen mit all ihrer politisch beträchtlichen Macht das Bekanntwerden ihrer Umtriebe zu verschleiern – auch wenn dies bedeutet, dass ganze Schiffsbesatzungen, ja Planetenbevölkerungen vernichtet werden.

Einmal mehr ist es an Geary, sich dem Unrecht entschieden in den Weg zu stellen. Er sucht und findet die Basis der schwarzen Schiffe und bricht, begleitet von Schiffend er außerirdischen Tänzer auf, die letzte Schlacht gegen die KIs zu führen …

Streng nach Schema F – oder doch mehr?

Jack Campbell hat seine Nische im Bereich der Science Fiction gefunden. Military SF ist das Label, das über all seinen Büchern prankt und Admiral Geary sein bevorzugter Protagonist. Der Ablauf der Romane ist relativ schematisch angelegt. Geary und seine Flotte haben es immer mit einem militärisch weit überlegenen Feind zu tun, müssen mit taktischer Finesse versuchen, ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Zumeist treffen sie dabei dann noch auf korrupte Politiker oder machtbesessene Militärs, die ihnen zusätzliche Steine in den Weg legen.

Vorliegendes Buch geht einen ganz ähnlichen Weg, nur dass dieses Mal der Gegner nicht lebendig sondern elektronisch denkt. Man könnte nun denken, dass sich die ständigen Wiederholungen abnutzen würden, dass der immer wieder leicht abgewandelte Plot seinen Reiz verlieren würde. Dies ist bei David Webers Honor Harrington (Bastei-Lübbe) der Fall, erstaunlicherweise aber gelingt es Campbell seine Leser bei der Stange zu halten.

Dies gelingt ihm auch dadurch, dass er vorliegend durchaus tiefsinnigere Gedanken in seine Handlung mit einfließen lässt. Neben all den selbstsüchtigen Leadern der Allianz wie der Syndikatwelten stellt er Militärs, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, die schwierige, verlustreiche Entscheidungen treffen müssen und an sich selbst zweifeln und Verantwortung übernehmen.

Dazu kommt das Pfund mit dem Campbell besonders wuchert. Der moralischen Integrität seines Protagonisten. Geary wird als Mensch beschrieben, der treu zu seinen Überzeugungen steht, der Mitgefühl aufbringt und sich um seine Untergebenen sorgt. Das ist ein Vorgesetzter, wie wir alle ihn oder sie gerne hätten. Menschlich, integer, verlässlich und einfühlsam dazu noch kompetent – und bei alle dem nicht übermenschlich gezeichnet. So bleibt die Serie spannend und wir warten auf die weiteren Bände.

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