Beutezeit von Jack Ketchum

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1999unter dem Titel „Off Season: The Unexpurgated Edition“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 300 Seiten.ISBN 3-453-67507-X.Übersetzung ins Deutsche von Friedrich Mader.

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In Kürze:

Drei junge Paare wollen eine Urlaubswoche in einem abgelegenen Ferienhaus an der amerikanischen Ostküste verbringen. Was sie nicht wissen: Die Gegend wird von einer Gruppe Verwahrloster heimgesucht, die unter primitivsten Bedingungen leben und Urlauber nur als Beute betrachten. Die Jagd beginnt …

Das meint phantastik-couch.de: „Touristen, Polizisten und Menschenfresser in Maine“90

Horror-Rezension von Michael Drewniok

Privat und beruflich arg gestresst, beschließt die Lektorin Carla eine Auszeit und mietet sich in Dead River, einem kleinen Ferienort an der Ostküste des US-Staates Maine, eine ruhig und abseits gelegene Holzhütte. Damit die Eingewöhnung nicht so schwer fällt, lädt sie ihre Schwester Marjie, ihren Freund Jim und ihren Ex-Freund Nick ein. Marjie bringt ihren momentanen Lebensgefährten Dan mit, während Nick mit Laura zusammen ist.

Des Nachts kommt sich Carla manchmal beobachtet vor, doch sie schiebt dies auf die Nervosität der ehemaligen Großstädterin. Das wird sich rächen, denn an anderer Stelle erkennt Sheriff Peters, dass Ungutes in Dead River umgeht. Eine Touristin wird halbtot aus dem Meer gezogen. Sie gibt zu Protokoll, von einer Gruppe verwilderter, in Tierfelle gehüllter Kinder und Jugendlicher überfallen worden zu sein, die sie buchstäblich gejagt und über eine Klippe getrieben haben.

Sollte etwas dran sein am Fluch von Catbird Island, einer vor der Küste gelegenen Insel, auf der im 19. Jahrhundert einige Menschen spurlos verschwunden sind? Haben diese etwa eine von Zeit, Zivilisation und Gesetz vergessene Kolonie gegründet, auf deren Speiseplan nicht nur die Wildtiere des Waldes, sondern auch die Touristen von Dead River stehen? Peters recherchiert und muss feststellen, dass in seinem Revier schon lange mehr Menschen verschwinden als die Statistik es gestattet. So beschließt er der Sache auf den Grund zu gehen.

Für Carla und ihre Gäste ist es da leider schon zu spät. Sie müssen feststellen, dass ihre Hütte inmitten des 'Jagdreviers’ der Wilden steht, die sich hocherfreut über die frische Beute hermachen …

Harter Stoff wird zum 'Wohl’ des Lesers verdünnt

Im Zeitalter brachialer Horrorfilme wie „Saw“, „Wrong Turn“ oder „Seed“ ist es kaum zu glauben aber dennoch wahr: Als Jack Ketchum 1980 seinen Roman „Off Season“ vorlegte, erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Viel zu explizit sei seine Geschichte vom Überlebenskampf einer in der Wildnis gefangenen Touristengruppe mit einer Rotte vertierter Menschenfresser, mahnte bereits der Verlag, der das Manuskript immerhin angekauft hatte. (Die Irrfahrt des Manuskripts beschreiben Horror-Experte Douglas E. Winter in einem Vorwort und Autor Ketchum in einem Nachwort zur Ausgabe von 1999.)

Diese Reaktion überrascht, markieren die Jahre um 1980 doch eine Ära, in der wahrlich schonungslose Filme wie „The Texas Chainsaw Massacre“ (1974; Regie: Tobe Hooper), „The Hills Have Eyes“ (1977; Regie: Wes Craven) oder „Mother’s Day“ (1980; Regie: Charles Kaufman) entstanden, die auf ähnlichen Plots basierten. Aber Ketchum beging eine Sünde, die ihm nicht verziehen wurde: Er lotete nicht nur allzu schonungslos die Abgründe aus, die sich in der menschlichen Seele auftun können, sondern verweigerte seinen Lesern ein Happy-End. Das ist nach Ansicht politisch korrekter Vordenker und selbst ernannter Tugendbolde freilich zu meiden; das reale Grauen muss nach ihrer Auffassung symbolhaft durch Umschreibungen getarnt werden, hinter denen sich empfindsame Leser verschanzen können, und im Finale hat 'das Gute’ zu siegen (wobei das Niedermetzeln der 'Bösen’ dazu keinesfalls im Widerspruch steht).

Vor einem Vierteljahrhundert war ein Verstoß gegen diesen Kodex dem Debütanten Ketchum unmöglich. Also erschien eine zusammengestrichene und entschärfte Fassung, die nichtsdestotrotz für Aufsehen sorgte, obwohl sie der Verlag rasch und unauffällig aus dem Verkehr zog. Die Story ließ sich zum Verdruss der „moral majority“ einfach nicht ihrer Widerhaken berauben, während liberal denkende Zeitgenossen auch im kastrierten Text noch die moralische Sprengkraft erkannten.

Manchmal kommen sie wieder …

„Off Season“ wurde zum Mythos, und 1999 war die Zeit endlich für eine „Unexpurgated Edition“ gekommen. Allerdings hatte der Verfasser das Original zwei Jahrzehnte zuvor frustriert in den Abfall geworfen. Jack Ketchum musste sein Buch quasi aus dem Gedächtnis rekonstruieren. „Off Season“ von 1999 ist deshalb nicht identisch mit dem ursprünglichen Text, zumal der Verfasser die Gelegenheit nutzte, die Geschichte zu überarbeiten.

Bissig ist sie nun wieder. Im 21. Jahrhundert kann „Off Season“ freilich keine Offenbarungen mehr bieten. Die Zeit hat diesen Roman eingeholt. Wer begreifen möchte, welchen Schock er den Lesern von 1980 zumuten sollte, muss entweder die Existenz von Filmen wie „Wrong Turn (1 u. 2)“, „The Hills Have Eyes“ (gemeint sind die Neuverfilmungen, Teil 1 u. 2) oder „Texas Chainsaw Massacre“ bzw. „TCM: The Beginning“ vergessen oder sich bewusst machen, dass „Beutezeit“ eine der Hauptquellen ist, aus denen die jungen Wilden des aktuellen Horrorfilms ihre Inspiration schöpfen.

Konfrontiert mit den dunklen Seiten der Seele

Dennoch geht es Knochen knackend hart und Blut spritzend eklig zu. Ketchum redet nie um die Dinge herum – er schildert sie detailgetreu und weigert sich abzublenden. Er lässt uns keine Möglichkeit zum Entkommen, wir müssen mit ihm und den gequälten Figuren den blutigen Weg bis zu seinem Ende gehen.

Dabei schwelgt Ketchum nicht in Metzeleien um der Metzeleien willen, sondern verfolgt einen Zweck mit der Darstellung expliziter Scheußlichkeiten. Das erkennt der Leser schon an einem Gefühl, das sich in den oben genannten Filmen nur selten oder gar nicht einstellt: Unbehagen. In „Beutezeit“ wird nicht zur gruselvergnüglichen Unterhaltung gemordet. Der Tod und vor allem das Sterben sind bei Ketchum schmutzig, ekelhaft, erschreckend. Nicht einmal die im Horrorfilm beliebte 'Erlösung’ – das Monster tötet, deshalb 'dürfen’ seine Opfer noch gewaltsamer zurückschlagen – gönnt er uns. Der Verweigerung des Happy-Ends geht das Rühren an grundsätzlichen Tabus voran: Nachdem sie ausgiebig von ihren Peinigern geschunden wurde, entdeckt Marjie die eigene, bisher tief in ihrer Seele begrabene Ader für Grausamkeiten. Sie wehrt sich nicht nur, sondern gibt diesem Drang nach, verwandelt sich letztlich selbst in eine Wilde.

Diese Volte, die Ketchum zudem meisterlich in knappe aber eindringliche Worte zu fassen vermag, ist harter Tobak. „Beutezeit“ endet nach dem obligatorischen Gemetzel an den Außenseitern wie gesagt nicht mit einem Happy-End. Der Schrecken lebt in den Überlebenden fort, und niemand weiß, ob oder in welcher Gestalt er erneut ausbrechen wird: ein starkes Ende.

Drei Gruppen fahren zur Hölle

In drei Gruppen gliedert Ketchum seine Figuren, und die ihnen innewohnende Dynamik stellt er trotz der Kürze des Romans sorgfältig dar. Der Blickwinkel wechselt, die Gruppen bleiben bis zum Finale getrennt. Bis dahin machen ihre Mitglieder Erfahrungen, die sie physisch und psychisch zeichnen werden.

Beides trifft natürlich in erster Linie auf die bedauernswerten sechs Urlauber zu, die sich genau dort einquartieren, wo sie fehl am Platze sind. Carla und Marjie, Jim und Nick, Laura und Nick repräsentieren durchschnittliche Männer und Frauen um die 30. Die ersten großen Stürme des Lebens liegen hinter ihnen, sie haben in der Gesellschaft ihre Plätze gefunden. Der Trip in den Wald bereitet ihnen nur insofern Sorgen, als sie die Fortsetzung alter Streitigkeiten fürchten.

Die Attacke der Kannibalen zerstört sämtliche Lebensregeln, die sie erlernt zu haben glauben. Sicherheit ist eine Fiktion, der Zufall dagegen ein mächtiger Faktor. Die starke Carla stirbt, ihre 'kleine', als 'schwach’ charakterisierte Schwester überlebt nicht nur, sondern entwickelt einen Selbsterhaltungstrieb, der nahtlos in Mordlust übergeht.

Die drei Männer dieser Gruppe 'versagen’ in ihrem 'Auftrag', die Frauen zu 'beschützen’ – ein weiterer Affront gegen Leser, die eine traditionelle Rollenverteilung schätzen. Nick kommt ihm zwar nach, doch die 'Belohnung’ bleibt aus – er findet ein absurd überflüssiges Ende (das Ketchum aus Romeros Filmklassiker „Night of the Living Dead“ 'übernommen’ hat, wie er offen zugibt).

Die Gruppe der Polizisten wird dominiert vom Veteranen Peters. Er kennt und liebt seinen Job, obwohl ihm bewusst ist, dass er ihm zumindest körperlich nicht mehr gewachsen ist. 'Seine’ jungen Beamten sind noch nicht soweit, sagt er sich, und ahnt dabei nicht, dass auch er überfordert ist, als er das wahre Grauen trifft. Am Ende haben Peters und seine Leute voller Wut und Angst und nackter Mordlust unter den Kannibalen gewütet wie 1968 US-Soldaten im südvietnamesischen My-Lai – eine Anspielung, die Ketchums Leser 1980 sehr wohl registriert haben dürften. Peters bleibt seelisch zerstört zurück und gibt seinen Job auf.

Kannibalen sind es, die „off season“, d. h. außerhalb der offiziellen Urlaubs- oder Jagdsaison, Angst und Schrecken verbreiten. Ketchum gelingt es, sie gleichzeitig abstoßend und – es mag absurd klingen – 'unschuldig’ zu zeichnen. In ihrer isolierten Welt haben die Kannibalen nicht nur ihre Nische gefunden, sondern sich dort gemäß ihren Vorstellungen recht behaglich eingerichtet. Sie waren niemals Teil der menschlichen Gemeinschaft und kennen deshalb deren Gesetze und Regeln nicht. Sie haben eigene entwickelt, die wie eine Mischung aus Steinzeit und Ghetto anmuten. Was ihre Opfer als grausam empfinden, ist für sie normal. Das Leben in der Wildnis ist hart und kurz, und es hat diese Gruppe geprägt. Touristen sind für sie nur eine weitere Jagdbeute, die in ihrem Gepäck zusätzlich willkommene Gaben tragen. 'Zeitvertreib’ bedeutet Folter und Mord, doch würde man einer Katze solche Motive unterstellen, weil sie mit einer Maus spielt?

Kompromisslos bis in den Tod wehren sich die Kannibalen gegen ihre Angreifer. Sie können gar nicht anders, haben es nie anders gelernt. Schon die Kinder haben den alltäglichen Kampf ums Überleben verinnerlicht. (Übrigens begegnete man „Off Season“ auch deshalb so feindselig, weil Ketchum Kinder als Killer darstellte und sie bestialische Tode sterben ließ.) Deshalb fliehen selbst im Angesicht der finalen Übermacht nicht, obwohl sie die Möglichkeit haben, sondern greifen an. (Gleichwohl ist Jack Ketchum auch nur ein Mensch: Gegen gute Bezahlung wrang er sich 1991 mit „Offspring“ eine Fortsetzung zu „Off Season“ aus dem Hirn: Einige gefräßige Kannibalen-Kinder haben überlebt und terrorisieren eine neue Generation von Touristen ...)

Keine Kompromisse!

Letztlich ist es die Normalität des monströsen Geschehens, die beeindruckt: Das Aufeinandertreffen der drei Gruppen fällt so aus, wie es außerhalb Hollywoods ausfallen musste. Tod und Verderben trifft sie alle, die Grenzen zwischen Tätern und Opfern verschwimmen. Das wollte Jack Ketchum seinen Lesern begreiflich machen, und das ist ihm – zuverlässig unterstützt von Übersetzer Friedrich Mader – wahrhaftig gelungen! Dass womöglich ein schaler Geschmack zurückbleibt, ist gewollt: Manche Medizin schmeckt bitter, aber sie wirkt.

Ihre Meinung zu »Jack Ketchum: Beutezeit«

Buboter zu »Jack Ketchum: Beutezeit«22.07.2011
Drei junge Paare bewohnen ein abgelegenes Häuschen an der amerikanischen Ostküste. Carla, die schon früher angekommen ist, hat beim aufräumen und reinigen des Hauses auf dem Dachboden seltsame Dinge, wie einen Knochenhaufen gefunden, macht sich aber keine weiteren Gedanken darüber. Was sie nicht weiß: Ein Gruppe verwahrloster Menschen hat in dem Haus gehaust. Sie wollen das Haus zurück und sie haben Hunger.

Die komplette Handlung spielt in einem Zeitraum von ca. 24 Stunden. Hat Ketchum einmal losgelegt, kommt man nicht mehr zum Luftholen. Auch wenn der Roman schon 30 Jahre auf dem Buckel hat, wirkt er nicht antiquiert.

Ketchums Gewaltdarstellungen sind zum Teil sehr detailliert. Fast hat man das Gefühl, den beschriebenen "Grillgeruch" in der Nase zu haben. Diese sehr plastischen Beschreibungen lassen einem die Geschichte unter die Haut gehen. 90°
Ho1224 zu »Jack Ketchum: Beutezeit«02.05.2011
Ich habe das Buch schon 2mal gelesen und fand es genial Ketchum gehört zu den ganz großen.Natürlich kommen schon sehr explizite gewalt darstellungen vor doch das finde ich gehört einfach zu Beutezeit dazu manchmal ist es schon sehr häftig und man bekommt ein mulmiges gefühl im Bauch doch jeder der gerne splatter romane liest sollte sich das Buch auf jeden fall zulegen. Verdiente 95°
Chrisu zu »Jack Ketchum: Beutezeit«03.02.2011
Eine Frau bleibt mit ihrem Auto stehen, weil vorne ein Kind auf der Straße liegt und Hilfe braucht. Als sie aussteigt um zu sehen was los ist, wird sie von Kindern umringt, die mit Gerten auf sie losgehen. Sie beginnt zu laufen und kann sich nur retten, indem sie von einer Klippe ins Meer springt. Carla hat ein Haus gemietet und ihren Freund, ihre Schwester mit Freund und noch ein Pärchen für eine Woche eingeladen, mit ihr hier den Urlaub zu verbringen. Sie bereitet alles vor, putzt die Zimmer, sorgt für genügend Holz und bereitet alles für den Braten am nächsten Tag vor, wenn die Besucher ankommen. Sie bemerkt in weiter Ferne einen Mann, der sie beobachtet und winkt ihm zu. Sie weiß nicht, dass dieser Mann am nächsten Tag kommen wird um sie zu holen. In der Zwischenzeit kann die schwer verletzte Frau aus dem Wasser befragt werden, die der Polizei mitteilt, dass sie von Kindern angegriffen wurde. Auch ein Obdachloser hat mal eine Aussage gemacht, dass verwahrloste Kinder auf einen Menschen losgegangen sind, aber keiner hat ihm geglaubt. Aufgrund dieser Aussagen wurde nachgeforscht, in welchem Gebiet solche Vorkommnisse stattfinden. Und dadurch wird das Augenmerk der Polizei auf ein Ferienhaus gelenkt, dass in diesem Bereich steht. Und dort herrscht das wahre Chaos. Eine wilde Herde von Kindern und Erwachsenen haben sich Zutritt zum Haus verschafft und die Bewohner für Beute angesehen, die gejagt und verspeist wird. Der Freund von Carla liegt tot im Wohnzimmer, Carla selber wird gefoltert und getötet. Die Polizei ist entsetzt was sie vorfindet, als sie zu dem Ferienhaus kommt. Ketchum hat wieder mal alle Register gezogen. Ein wahnsinnig gutes Buch. Horror pur. Eine Jagd auf Menschen und die Kinder sind genau so brutal wie die Erwachsenen. Wahnsinn.
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
MK3o0o zu »Jack Ketchum: Beutezeit«12.05.2010
Ich bin für gewöhnlich ein Freund von blutigen Horrorgeschichten wie z.B. Richard Laymons Werken, jedoch gab mir dieses Buch gar nichts. Die Story ist zu vorhersehbar und ausgelutscht. Plot: primitive Hinterwäldler metzeln ahnungslose Urlauber nieder. Hmmm. Weder spannend noch neu. Zudem: Es mag ja sein, dass es 1980 wirklich eine Besonderheit war, dass es kein Happy End gibt, heute reisst dieser Fakt an sich wohl niemanden mehr vom Hocker. Auch die Gewaltszenen gefielen mir nicht. Im Gegensatz zu Laymon hatte ich durchgehend das Gefühl, dass da jemand auf Biegen und Brechen unbedingt die ekligsten Gräueltaten zu Papier bringen wollte.
Vor diesem Buch habe ich nur "Red" von Ketchum gelesen, welches mir recht gut gefiel, aber nach "Beutezeit" ist mein Interesse stark verschwunden.
Brigitte zu »Jack Ketchum: Beutezeit«24.09.2009
Ich habe das Buch gestern gelesen, bzw. verschlungen. Es ist wirklich gut geschrieben, aber die Geschichte kam mir dann doch sehr bekannt vor. Jack Ketchum hat diese nicht erfunden, sondern sie basiert offensichtlich, bis in kleine Details auf eine wahre Begebenheit. Es handelt sich um die Bean Family, die im 15. Jahrhundert in Schottland ihr Unwesen trieb. Ja selbst den Namen von "Black Agnes" hat Jack übernommen. Auch sie lebten in Felshöhlen, räucherten und aßen Menschen. Ebenfalls lagerten sie alles was sie fanden, aber auch nicht weiter brauchten in Höhlen. Durch Inzest wuchs der Clan auf 48 Personen. Als sie durch Zufall entdeckt wurden, wurden sie zu wilden Tieren erklärt, so dass ein Prozess nicht stattfinden musste. Den Männern wurden Hände und Füße abgeschlagen, so dass sie verbluteten. Die Frauen und Kinder mussten sich das anschauen und wurden dann lebendig verbrannt. Also was sollte die Zensur liebe Verlage, die Wirklichkeit ist viel schauriger als das Buch von Jack. Aber geklaut hat er die Geschichte trotzdem. Ich finde, das hätte er ja auch gut im Vor- oder Nachwort zugeben können.
LadyGodywer zu »Jack Ketchum: Beutezeit«27.08.2009
Ganz nach meinem Geschmack :))))
Es beginnt ganz harmlos ( wie so oft auch bei Clive Barkers Büchern und Geschichten), man liest und denkt nichts böses und........booom, schon ist man mittendrin und gelangt nicht mehr heraus, wie in einem gaaanz schlechten Alptraum. Man will nicht mehr erwachen und man bekommt quasi keine Gelegenheit mehr durchzuatmen, man muss einfach weiterlesen bis es zu Ende ist.
Ich habe noch niemals ein Buch wirklich in einem Zug und in so schneller Zeit gelesen. Der eingängige Schreibstil, die detaillierten Beschreibungen der "Wilden Menschenfresser " und deren Gewalt- und Foltertaten, einfach ein brilliant durchdachtes Meisterwerk der Horrorliteratur. Unbedingt lesen,aber nicht gerade beim Frühstück :) Volle Punktzahl!!!!
Horrib96 zu »Jack Ketchum: Beutezeit«25.07.2009
Sehr spannender Splatterroman der grenzüberschreitender nicht sein könnte. Ketchum beschreibt die Grausamkeiten (im gegensatz zu EVIL) wirklich bis ins kleinste Detail.
Auch wenn der Roman eigentlich fast nur aus Gemetzel und Sex besteht ist er doch sehr spannend. Das liegt an der eigentlich auswegslosen Situation der Hauptfiguren und daran, dass Ketchum eindeutig klar macht das wirklich JEDER das nächste Opfer sein könnte. Das macht den Roman sehr real. Auch das Ende hat mich voll überzeugt.
Für mich Ketchums zweitbester nach "The Lost". Aber ich vergebe trotzdem noch 93°.
Alexi1000 zu »Jack Ketchum: Beutezeit«05.07.2009
Beutezeit gehört sicher mit zu den "Klassikern" der Horror - Literatur.
Es hat einen rauen, ungeschliffenen Touch.

Aber die Zeit hat Ketchum eingeholt, was 1980 sicher ein Tabu - Brecher gewesen wäre, wenn man es denn in seiner ursprünglichen Version veröffentlicht hätte, kann heute nur noch bedingt "schocken"...

liegt es daran, daß zu viele Filme heutzutage expliziter sind als Ketchum in seinen Beschreibungen? Hat man alles irgendwie schon mal gesehen...

Trotzdem hat mich das Buch beim Lesen gefesselt, da Ketchum es gut schafft den Spannungsbogen bis zuletzt aufrecht zu erhalten.

schade, daß die "Ur - Fassung" trotz bestmöglicher Wiederherstellung für immer verloren ist...

Fazit: empfehlenswert für Horror - Fans, die Filme in die Richtung Wrong Turn und Co. mögen...

ich vergebe 90°.
kollomat zu »Jack Ketchum: Beutezeit«01.03.2009
Sehr amüsantes, gut zu lesendes, unterhaltsames Buch. Amüsant beschriebene Metzelszenen, wer die unbeschreiblich unfassbar grausamen Tötungsbeschreibungen von "American Psycho" gelesen hat, kann diesem hier nur ein müdes Lächeln abgewinnen.
Jedoch ist "American Psycho" - auch wenn man diese Romane überhaupt nicht von der Intention her miteinander vergleichen kann - die pure Satire, hier wird traditioneller Horror serviert , der außer der Vorstellung, ob es solche Freaks wirklich gibt, relativ kalt lässt. Solider Stoff in der typ. 70er/80er-Tradition von Texas Chainsaw Massacre, Muttertag oder The hills have eyes. Gelesen, vergessen. Während Brent Easten Ellis seinen "Helden" urplötzlich wie aus dem Nichts zuschlagen lässt, weiß man von von der ersten Seite bei Beutezeit, worauf es ankommt, man wartet von Seite zu Seite nur auf die Brutaliät.
In seinem Roman "The girl next door" geht Ketchum da schon wesentlich subtiler ans Werk. Trotzdem sehr empfehlenswert.
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dajana1060 zu »Jack Ketchum: Beutezeit«06.12.2008
Ich habe schon viel grausames gelesen und geglaubt mich kann nichts so schnell schocken....und dann kam Beutezeit!
Zarte Gemüter sollten dieses Buch lieber im Regal stehen lassen. Obwohl selbst sie stärkeren von uns Probleme haben könnten.
Das schlimme daran ist egal wie brutal, eklig, abartig und böse es ist , du kannst einfach nicht aufhören zu lesen und du kannst nichts gegen die Bilder machen die in deinem kopf entstehen und es dir eiskalt den Rücken runter laufen lassen. Abartig....aber abartig gut.

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