James Blish

James Benjamin Blish wurde am 23. Mai 1921 in East Orange, US-Staat New Jersey, geboren. Er studierte Zoologie an der Rutgers University, wechselte aber zur Columbia und zur Literatur. Von 1942 bis 1944 leistete Blish Kriegsdienst als medizinischer Labortechniker. Nach dem II. Weltkrieg arbeitete er als Lehrer und Angestellter einer Werbeagentur.

Erste schriftstellerische Versuche fallen in die späten 1930er Jahre. In der März-Ausgabe des Magazins „Super Science Stories“ erschien 1940 Blish’ erste Kurzgeschichte „Emergency-Refuelling“. In den nächsten Jahren erschienen weitere Storys, die der reinen Unterhaltung zuzuordnen sind.

Ab 1950 begann Blish sich intensiv mit philosophischen Fragen im Umfeld von Wissenschaft/Technik und Religion zu beschäftigen, die er gleichermaßen tiefschürfend wie unterhaltsam und nicht selten mit beißendem Witz in SF- und später auch phantastischen Romanen und Kurzgeschichten zu beantworten versuchte.

Noch stark der klassischen „Space Opera“ verhaftet aber bereits unter Berücksichtigung der sozio-kulturellen Komponente startete Blish in der April-Ausgabe von „Astounding Science Fiction“ 1950 mit der Story „Okie“ eine Serie von Kurzgeschichten und Romanen, die später in vier Bänden zusammengefasst die „Cities in Flight“-Tetralogie bildeten, die für die Geschichte der SF dieselbe Bedeutung besitzt wie Isaac Asimovs „Foundation“-Zyklus.

Für den Roman „A Case of Conscience“ (dt. „Der Gewissensfall”) wurde Blish 1959 mit einem “Hugo Gernsback Award” ausgezeichnet. Die ihn stark beschäftigende Divergenz zwischen Ratio und Religion bzw. Okkultismus arbeitete Blish in drei weiteren Romanen aus, die gemeinsam die „After Such Knowledge“-Trilogie bilden.

In rascher Folge veröffentlichte Blish in den 1960er und 1970er Jahren weitere Werke, die allerdings diese Klasse nicht mehr erreichten. Einen Großteil seiner schriftstellerischen Energie widmete er ab 1967 der Lohnschreiberei: Nach den Drehbüchern schrieb er Storys zur TV-Serie „Star Trek“ (dt. „Raumschiff Enterprise“). Diese können und wollen keinerlei Anspruch auf literarischen Wert erheben, zeigen Blish jedoch als handwerklich außerordentlich versierten Autor. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang der Roman „Spock Must Die!“, der die erste Original-Geschichte zur Serie darstellt, der in den nächsten Jahrzehnten unzählige folgten.

Blish füllte elf Sammelbände mit „Star Trek“-Stories. Ein weiterer Band erschien postum unter der Herausgeberschaft seiner Witwe Judith Ann Lawrence, die später selbstständig weitere TV-Folgen umsetzte und neue „Star Trek“-Stories schrieb. Seit 1968 im englischen Oxford lebend, erkrankte der Kettenraucher Blish in den 1970er Jahren an Lungenkrebs, dem er am 30. Juli 1975 im Alter von nur 54 Jahren erlag. [Michael Drewniok]

mehr über James Blish:

Phantastisches von James Blish:

* Die deutschen Titel vor dem Schrägstrich verweisen auf die dt. Erstausgaben im Williams- („;Enterprise“; 1-12) bzw. Pabel-Verlag („;Die Enterprise im Orbit“;). Nach dem Schrägstrich werden die Titel der Neuausgaben im Wilhelm Goldmann Verlag gelistet („;Raumschiff Enterprise“; 1-13). Die fehlende Übereinstimmung zwischen den Originaltiteln sowie zwischen den dt. Titeln ist durch den nachträglichen und bei Williams bzw. Goldmann unterschiedlich platzierten Einschub des Originalromans „;Spock Must Die“; bedingt.

  • James Blish’s Star Trek Lives!
    • (1975) Star Trek Lives! 1
    • (1975) Star Trek Lives! 2
  • James Blish’s Star Trek Reader
    • (1976) The Star Trek Reader I [= Star Trek 2, 3, 8]
    • (1977) The Star Trek Reader II [= Star Trek 1, 4, 9]
    • (1977) The Star Trek Reader III [= Star Trek 5, 6, 7]
    • (1978) The Star Trek Reader IV [= Star Trek 10, 11, Spock Must Die!]
  • Storysammlungen
    • (1957) Auch sie sind Menschen ...
      The Seedling Stars
    • (1959) Eine Handvoll Sterne
      Galactic Cluster
    • (1973) Welten im All
      Best Science Fiction Stories of James Blish
    • (1977) The Testament of Andros
    • (1979) The Best of James Blish
    • (1993) A Work of Art
    • (1996) A Dusk of Idols
    • (2003) In This World, or Another
    • (2008) Works of Art
  • Gedichte
    • (1995) With All of Love: Selected Poems
  • Sachbücher
    • (1964) The Issue at Hand: Studies in Contemporary Magazine Science Fiction (als William Atheling, Jr.)
    • (1970) More Issues at Hand: Critical Studies in Contemporary Science Fiction (als William Atheling, Jr.)
    • (1987) Tale That Wags the God