Das Messias-Gen von James Rollins

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „The Last Oracle“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 576 Seiten.ISBN 3-442-37217-8.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Direktor Painter Crowe und Commander Grayson Pierce kommen einer Verschwörung ohne Gleichen auf die Spur. Die CIA finanziert ein Projekt, bei dem Wissenschaftler paranormal aktive Kinder erschaffen haben. Einige können sogar einen Blick in die Zukunft werfen. Um die Kontrolle über dieses Projekt nicht zu verlieren, ist die CIA bereit, auch einen eigentlich befreundeten Geheimdienst zu vernichten – die SIGMA-Force!
Doch während Painter Crowe verzweifelt den Angriff abwehrt, erkennt Grayson Pierce, dass die CIA längst die Kontrolle verloren hat. Denn ein junger Mann, selbst dem Labor der Wissenschaftler entstammend, will mithilfe der paranormal begabten Kinder die Weltherrschaft antreten. Als Messias will er die Menschheit aus der Asche der Zivilisation führen, nachdem er die Welt selbst in Brand gesetzt hat!
Nur Commander Grayson Pierce – und ein tot geglaubter Freund – können die mörderischen Pläne noch stoppen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Sigma Force und der neue Messias“75

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Seit Jahren hat sich Jim Czajkowski unter seinem Action- Thrillerpseudonym James Rollins in die erste Liga der Thriller-Autoren geschrieben. Was mit Sandstorm (dt. Sandsturm) begann, seine Saga um eine US-Spezialeinheit, deren Mitglieder nicht nur begnadete Kämpfer, sondern allesamt auch fähige Wissenschaftler mit einem Universitätsabschluss sind, erwies sich dabei als sein bislang größter Wurf. Bei Blanvalet zunächst im Trade Paperback gestartet, erhielten die neuen Titel mittlerweile die Weihen des Hardcovers. Ein Hinweis darauf, dass das Vertrauen des Verlages in seinen Autor von einem entsprechenden Zuspruch des Publikums mitgetragen wurde und wird.

Die Sigma Force kümmert sich dabei tatkräftig um archäologische und wissenschaftliche Rätsel der weltbedrohenden Art. Wie immer bei Rollins ist es schwierig den Plot in einigen wenigen Sätzen zusammenzufassen. Zu viele Hard Facts hat der Autor, sorgfältig recherchiert in sein Buch einfließen lassen, als dass man diese Masse an tempo- und actionreich verpacktem Wissen problemlos zusammenfassen könnte.

Der Prolog weist den Weg. In diesem wird von dem Fall des Orakels von Delphi berichtet. Legionäre stürmen im Auftrag des Imperators den Tempel und meucheln die Priesterinnen. 1959, Jahrhunderte später, infiltriert eine russische Spezialeinheit den Punjab. In einem abgelegenen Tal stoßen sie auf einen Roma-Stamm, bringen alle Mitglieder, Männer, Frauen und Kinder bis auf einige wenige sonderbegabte Kleinkinder um.

Die eigentliche Handlung beginnt damit, dass direkt vor dem geheimen Washingtoner Hauptquartier der Sigma Force ein Mann erschossen wird. Es handelt sich bei dem Toten um niemand anderen als den Mann, der die Sigma Force vor Jahren initiiert hat. Bei der Untersuchung der Leiche fällt auf, dass der Wissenschaftler, der sich eigentlich mit dem Genom der Sinti und Roma beschäftigt, radioaktiv verstrahlt ist.

Kurz darauf stoßen Agenten der Sigma Force auf ein russisches Mädchen. In ihr Gehirn wurde ein hochkompliziertes elektronisches Bauteil implantiert, mit dem eine bestimmte Gehirnregion aktiviert wird. An was nur haben die Russen jahrzehntelang und verborgen vor der Weltöffentlichkeit geforscht? Die Spur führt über den Unglücksreaktor von Tschernobyl bis hinter den Ural. Hier, in einer der verlassenen unterirdischen Städte am radioaktiv verstrahlten Karatschai-See haben die skrupellosen Forscher in der Nachfolge Dr. Mengeles ihre Versuchsstätte aufgebaut. Durch Kreuzung und Züchtung der Kinder und mithilfe einer ausgeklügelten Technologie soll versucht werden, die besonderen PSI-Begabungen der jugendlichen Testpersonen auf ein höheres Level zu heben. Es geht um nichts weniger, als mit Hilfe verlässlicher Zukunftsvoraussagen den nächsten Messias heranzuzüchten. Einmal mehr hängt die Zukunft der Welt von ein paar wenigen Menschen ab – die Sigma Force ist im Einsatz, auch wenn Störfeuer aus den eigenen Geheimdienstreihen kommt …

Tempo und gut recherchierte Fakten vereinen sich zu einem Joyride

Einmal mehr verbindet Rollins geschichtliche Ereignisse mit aktuellem Geschehen, fügt erschreckend reale Katastrophenszenarien hinzu und mixt aus diesen Bestandteilen seinen Cocktail aus Tempo, Spannung und Gewalt.

Was das letztere anbelangt, fliegen zwar auch in diesem Roman die Kugeln satt, wird gekämpft und gejagt, dennoch ist auffällig, dass die Gewaltdarstellungen mehr in den Hintergrund rücken. Im Zentrum hat Rollins erneut und diesmal noch deutlicher seine historischen Rätsel und seine fundierten Warnungen vor aktuellen Gefahren für unsere Welt gestellt. Auffällig hierbei, dass der gelernte Veterinärmediziner sich aktuellster Entwicklungen annimmt. Es geht um Genforschung, um Eingriff ins menschliche Erbgut und natürlich auch um die moralische Legitimität solcher Forschungen. Ohne hier den Zeigefinger zu deutlich zu erheben, schockt der Autor durch die Darstellung der Kinderschicksale seine Fans. Hier wird deutlich, das es immer Menschen sind, die unter übermäßigem Forscherdrang leiden, die ihre Moral dem Erreichen eines Zieles opfern. Rollins greift dabei medizinische Besonderheiten wie den Autismus als Hinweis auf, zeigt, welche Geistesgrößen in der Vergangenheit alle autistische Tendenzen aufwiesen und fügt dies stimmig in seine Handlung ein. Dabei knüpft er an offene Handlungsfäden der vergangenen Bände an, verbindet diese stimmig mit seiner aktuellen Handlung, ohne dass man die vorhergehenden Bände gelesen haben muss, um dem Geschehen folgen zu können. Das Buch als solches funktioniert als Stand Alone Novel ebenso gut, wie als Serienroman.

Anders als sein großes Vorbild und Konkurrent Matt Reilly verankert Rollins seine Sigma Force Bände immer mehr in der Realität. Einmal mehr gelingt es ihm auf aktuelle Gefahren hinzuweisen und diese in seinen Plot mit einfließen zu lassen. Die Gefahr, dass bei einer tektonischen Aufwerfung der hochgradig verstrahle Karatschai-See in das Arktische Meer abfließt und alles Leben dort, wie auch im angrenzenden Nordeuropa vernichtet ist realistisch und aktueller denn je.

Das ist bestes Action-Thriller Material voll unerwarteter Wendungen, Tempo und einem realistischen Gerüst – Rollins at his Best.

Ihre Meinung zu »James Rollins: Das Messias-Gen«

Hans Pelzer zu »James Rollins: Das Messias-Gen«20.11.2010
Dieser Roman gehört zu den lesenswerten aktuellen Thrillern. Im Gegensatz zu meinem Vorrezensienten habe ich alles verstanden.

Wenn Phantasie auf Wirklichkeit trifft - auch die Action kommt wahrhaftig nicht zu kurz.

Das Buch ist so spannend geschrieben, dass ich es immer wieder unterbrechen musste, weil meil Puls raste. Ein temporeiches Buch!
Kom_Ombo zu »James Rollins: Das Messias-Gen«03.04.2010
Von diesem Buch bin ich etwas enttäuscht und fand den Vorgänger eindeutig besser. Hier fehlte die Spannung, die Zeilen waren oftmals sehr stark abgehackt und vieles habe ich einfach nicht verstanden und stehe im Dunkeln. Kann natürlich auch an mir selbst liegen, dass ich es nicht begriffen habe.

Gut fand ich, dass alle Personen wieder da war, die einem sehr bekannt sind. Aber das soll ja nicht immer Zweck eines Buches sein.

Mein Fazit ist, dass man es lesen kann, aber sich nicht zu viel erhoffen sollte.
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