Die Welt in den Wolken von Jay Amory

Buchvorstellungund Rezension

Die Welt in den Wolken von Jay Amory

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „The Fledging of Az Gabrielson“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 448 Seiten.ISBN 3-442-24473-0.Übersetzung ins Deutsche von Joannis Stefanidis.

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In Kürze:

Az hat keine Flügel. Was ihn in der Welt über den Wolken, deren Bewohner auf den Winden reiten, zum Außenseiter macht. Doch als vom Erdboden Gefahr für die Himmelswelt droht, schlägt für Az die große Stunde: Er wird in die unbekannte Tiefe geschickt, wo nur ein flügelloser Junge nicht auffällt – in eine Welt, die ganz anders ist, als Az sie sich vorgestellt hat. Anders und viel gefährlicher …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein kurzweiliger Fantasyroman“74

Fantasy-Rezension von Holger Schmidt

„Die Welt in den Wolken“ ist ein Fantasy-Roman, der sich in erster Linie an ältere Kinder und Jugendliche richtet. In Großbritannien, dem Heimatland des hier unter einem Pseudonym arbeitenden Autoren, ist bereits ein zweiter Teil erschienen.

Az´ Mission

Seit vielen Generationen leben die Menschen in riesigen Wolkenstädten. Weit über dem verseuchten Erdboden, dort wo stets die Sonne scheint, hat sich die Zivilisation eine neue Zukunft aufgebaut. Wohlstand und Friede herrschen in den futuristischen Metropolen. Für den jungen Az ist dieses scheinbare Paradies jedoch kein Ort des ewigen Glücks, denn er unterscheidet sich von allen anderen. Az hat keine Flügel und sieht sich deswegen immerwährendem Spott und mitleidigen Blicken seiner geflügelten Mitmenschen ausgesetzt.

Az´ Leben bekommt eine unerwartete Wendung, als er eines Tages eine Einladung von Lady Serena Aanfielsdotter bekommt. Misstrauisch und mit einer gehörigen Portion Nervosität begibt sich Az zu dem Palast der Herrscherin. Zu seiner großen Überraschung erbittet Aanfielsdotter einen Gefallen von dem Jungen. Eine Mission, für die nur Az in Frage kommt. Denn dort, wo er hingehen soll, fällt nur ein Junge ohne Flügel nicht auf. Auf der Erdoberfläche planen die längst als ausgestorben geltenden Erdlinge eine Rebellion gegen ihre geflügelten Vettern in den Wolkenstädten.

Schwierige Aufgaben in einer einfachen Welt

„Die Welt über den Wolken“ lässt keine Zweifel über sein Zielpublikum aufkommen. Sprachlich einfach und mit meist kurzen Sätzen beschreibet der Autor seine Welt. Auch die Kapitel sind kurz gehalten. Die gesamte Handlung ist rasant und sehr actionorientiert. Erzählt wird größtenteils aus Sicht Az´ sowie eines Erdenmädchens. Der gesamte Weltentwurf und die weiteren Verstrickungen sind – vorsichtig ausgedrückt – sehr übersichtlich. Ihre Wirkung erzielt die rasante Geschichte jedoch damit mühelos.

Auch ohne Eloi/Morlock-Vergleiche zu bemühen, kann man die Welt Az´ nicht als herausragend originell bezeichnen. Dem Leser wird wieder einmal ein recht überstrapaziertes Klischee einer Zweiklassengesellschaft präsentiert, bei der sich Privilegierte durch die Ausnutzung einer Arbeiterklasse bereichern. Eine Priesterkaste, nebst dazugehöriger Pseudo-Religion, hält die Proleten mit dem Versprechen eines feudalen Lebens nach dem Tode bei der Stange – nichts Neues und leider auch nicht in allen Aspekten glaubhaft dargestellt. Gut gelungen sind dafür jedoch die Darstellung der „Kleinen Leute“ und ihr Dialekt.

Rasant aber ohne Tiefgang

Der anspruchsvolle Leser wird in diesem Buch sicherlich Tiefgang und facettenreichere Figuren vermissen. Vielleicht hat der Autor diesen Roman einfach zu stark auf ein spezielles Zielpublikum zugeschnitten. Im Vergleich ist Philip Pullmans „His Dark Materials“-Trilogie ein deutlich komplexerer Weltenwurf – Bücher, die immerhin schon ab zwölf Jahren empfohlen werden. Fazit: Ein unterhaltsames Abenteuer mit vielen eingängigen Bildern, die einem aber auch des Öfteren bekannt vorkommen. Unterm Strich etwas zu einfach geraten, aber durchweg kurzweilig.

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