Blutrotes Verlangen von Jeanne C. Stein

Buchvorstellungund Rezension

Blutrotes Verlangen von Jeanne C. Stein

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Retribution“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 400 Seiten.ISBN 3-426-50684-X.Übersetzung ins Deutsche von Katharina Volk.

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In Kürze:

Die übernatürlichen Bewohner von Detroit haben ihre Existenz lange erfolgreich vor den Menschen geheim gehalten. Nun aber beginnt ein geheimnisvoller Killer, Jagd auf Vampire zu machen. Anna Strong muss alles daransetzen, ihn auszuschalten und gleichzeitig die dunklen Pläne einer mächtigen Hexe durchkreuzen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die vampirische Kopfgeldjägerin und die Hexe“55

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Es ist noch gar nicht so lange her, da versuchte Anna Strong sich als Kopfgeldjägerin in San Diego, Kalifornien wirtschaftlich über Wasser zu halten. Zusammen mit ihrem Partner suchte – und fand – sie Kautionsflüchtlinge, konnte mit der Provision ihre Miete und das Auto bezahlen. Bis, ja bis sie eines Tages gewandelt wurde. Seitdem gehört sie als Vampir der übernatürlichen Gemeinde der Küstenstadt an der Grenze zu Mexiko an. Doch jetzt tauchen blutleere Leichen von Vampiren im Stadtgebiet auf. Noch hat die Öffentlichkeit keine Notiz von den seltsamen Verblichenen genommen, tappen die Presse und die Polizei im Dunkeln.

Williams, der frühere Polizeichef und Anführer der übernatürlichen Gemeinschaft der Stadt will, dass sich Anna der Sache annimmt. Diese aber hat ganz andere Sorgen. Ihr Freund, einer der wenigen, die sie hat, der Gestaltwandler und Wirt Culebra, liegt im Sterben. Eine alte, längst besiegt geglaubte Feindin ist zurückgekehrt und macht Jagd auf Annas Freunde. Um sie zu retten, muss sie die Hexe Burke erst einmal finden. Bei ihrer Suche kommt sie einer wundersamen Verjüngungscreme auf die Spur, bei deren Herstellung es den Blutsaugern an den Kragen geht – und sie stößt auf eine Spur, die zur Hexe führt …

Nach schwachem Beginn fängt sich der Plot im Finale

In den ersten Bänden der Urban-Fantasy-Reihe erwartete den Leser eine faszinierende Mischung aus spannender Handlung und einer einnehmenden Ich-Erzählerin. Mittlerweile hat sich die Grundanlage der bisherigen Romane ein wenig totgelaufen. Die Vampirin Anna hat ihre übernatürlichen Gegner ebenso besiegt, wie ihre menschlichen Gegnerinnen im andauernden Zickenkrieg abserviert, sie hat ihren Lover, ein Unterwäschemodell mit Adonis-Körper, gefunden und ihr Erbe angetreten.

Nun – so hatte ich bei der Lektüre den Eindruck – soll die Handlung auf eine neue, größere Ebene gehoben werden. Der Konflikt mit dem undurchsichtigen, seine eigenen Ziele verfolgenden Williams rückt mehr ins Zentrum des Geschehens, aber auch die Rolle Annas als Auserwählte, die den Frieden bringen sollte, aber Krieg und Unfrieden sät, wird angedeutet.

Bevor die Handlung aber in diesen weiter gespannten Kosmos eintauchen kann, gilt es zunächst noch einmal, eine besiegt geglaubte Hexe auszuschalten. Dabei fällt auf, dass der Roman im ersten Drittel des Buches unter einer gewissen Handlungsarmut leidet. Einige eher in der Luft hängenden erotischen Szenen, die mehr wie ein Fremdkörper wirken, als dass sie sich in den Plot einfügen würden, stören eher, als dass sie die Handlung voranbringen würden, zu viele Geheimnisse massieren sich in diesem Part. Später zieht das Tempo dann an, wobei man Anna immer noch ab und an gerne an die Hand nehmen würde, um sie auf die richtige, längst deutlich werdende Fährte zu führen. Insbesondere die ambivalente Verbindung Annas zu Williams hat mich während der Lektüre gestört. Hier deutet die Autorin immer wieder Mysterien an, lässt ihre Leser dann aber ohne Auflösung und Erklärung in der Luft hängen.

Der Abschluss des Bandes ist der mit Abstand gelungenste Teil des Buches. Nicht nur, dass die Verbrechen aufgeklärt und die Kämpfe beendet werden, auch das Tempo, die Info-Dumps und das Finale fügen sich nahtlos zusammen.

Ich bin gespannt, ob und wie es Stein letztlich in den nächsten Bänden der Reihe gelingt, die Welt der Anna Strong auf ein neues, glaubwürdiges Fundament zu stellen und ihre Rolle neu zu definieren.

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