Sektion 31 - Der Abgrund von Jeffrey Lang & David Weddle

Buchvorstellungund Rezension

Sektion 31 - Der Abgrund von Jeffrey Lang & David Weddle

Originalausgabe erschienen 2001unter dem Titel „Section 31: Abyss“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 304 Seiten.ISBN 3941248537.Übersetzung ins Deutsche von Christian Humberg.

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In Kürze:

Sie sind die selbsternannten Wächter der Föderation: Sektion 31. Im Verborgenen agierend und ohne jede Moral, sind sie niemandem Rechenschaft schuldig. Der rätselhafte Geheimbund der Sternenflotte ist dazu entschlossen, die Föderation um jeden Preis zu beschützen. Wenige Tage nach den erschreckenden Ereignissen von Offenbarung, steht Dr. Julian Bashir seinem schlimmsten Albtraum gegenüber: Sektion 31 wirbt ihn an, gegen einen der ihren vorzugehen. Doch der Abtrünnige ist kein gewöhnlicher Agent. Wie Bashir ist Dr. Ethan Locken ein genetisch aufgewerteter Mensch, körperlich und geistig überlegen. Und er träumt davon, die Galaxis nach seinen eigenen Vorstellungen umzugestalten. Dazu will er ein neues menschliches Imperium schaffen, ganz nach dem Vorbild des berüchtigten Khan Noonien Singh …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Unmenschliche Übermenschen & Dschungelkämpfe“70

Science-Fiction-Rezension von Michael Drewniok

Sektion 31, eine illegale Geheimorganisation innerhalb der Föderation, deren Mitglieder genetisch ´verbesserte´ Menschen sind, rekrutiert Dr. Julian Bashir, der ebenfalls ´aufgerüstet´ wurde, für einen Einsatz. Bashir, der auf der Raumstation „Deep Space Nine“ als Arzt dient, steht der Organisation ablehnend gegenüber. Dennoch stimmt er zu, als ihm Sektion-31-Agent Cole die Geschichte von Dr. Ethan Locken erzählt. Dieser war von der Organisation zum Planeten Sindorin geschickt worden. Tief in den Badlands existiert dort eine der Föderation unbekannte Brutstation für Jem’Hadar-Soldaten. Statt diese der Sektion 31 zugänglich zu machen, besetzte Locken die Anlage und programmierte die dort hergestellten Jem’Hadar so, dass sie ihm – und nur ihm – bedingungslos gehorchen. Seitdem baut Locken Sindorin zur Keimzelle einer „Neuen Föderation“ aus, über die er im Stil des Diktators Khan Noonien Singh herrschen will.

Bashir soll Locken ausschalten. Mit seiner Gattin Ezri Dax, der „Marquis“-Veteranin Ro Laren und dem Jem’Hadar Taran'atar fliegt der Doktor an Bord eines kleines Raumschiffs Sindorin an. Doch sie werden bereits erwartet. Locken lässt ihr Schiff abschießen und nimmt Bashir und Ezri gefangen, während Ro und Taran’atar unbemerkt abspringen und in den dichten Wäldern des Planeten untertauchen können.

Mit Bashir an seiner Seite will Locken seinen Traum einer durch Supermenschen geführten Galaxis verwirklichen. Zu Ezris Schrecken dringt er mit seinen Argumenten offenbar durch; Bashir droht Lockens Sirenengesängen zu erliegen. Währenddessen nehmen Ro Laren und Taran’atar Kontakt mit den Ingavi, den geheimen Bewohnern von Sindorin, auf. Gemeinsam will man Lockens Festung stürmen und die Brutstation zerstören …

Alte Helden in neuen Rollen

„Star Trek“ existiert seit mehreren Jahrzehnten und ist mit unzähligen Filmen, TV-Episoden, Romanen, Comics, Computerspielen u. a. Produkten nicht nur immens erfolgreich, sondern auch zu einem Synonym für „Wiederholung“ geworden: Wirklich Neues, Originelles hat sich in den Raumquadranten A bis D schon lange nicht mehr ereignet. Dies entspricht primär dem Willen des Franchises, das von der einstigen Erfolgsformel selbst dann nicht lassen wollte, als diese Anfang des 21. Jahrhunderts durch „Enterprise“ und „Star Trek: Nemesis“ eindrucksvoll ihre Wirksamkeit verloren hatte. Erst dann wurde die Konsequenz gezogen und mit dem elften Kinofilm 2009 eine alternative „Star Trek“-Zeitlinie etabliert.

Zumindest in den gedruckten „Star-Trek“-Abenteuern überstanden die bekannten Helden aus fünf Fernseh-Serien den großen Kataklysmus problemlos. Die neuen Romane schließen zum Teil sogar direkt an die Ereignisse der TV-Serien an. Auf diese Weise kam „Deep Space Nine“ 2001 zu einer achten Staffel, deren dritte ´Episode´ „Der Abgrund“ darstellt. Gleichzeitig gehört dieser Roman zu einer Mini-Serie, in der die Umtriebe der fragwürdigen Sektion 31 thematisiert werden, deren Tentakeln nicht bis zur DS9, sondern auch in die „Enterprises“ der Kapitäne Kirk und Picard sowie bis zur „Voyager“ von Captain Janeway reichten. (Da diese vierteilige Serie bereits vollständig in Deutschland erschienen ist, kam es 2010 zur kuriosen Neuauflage – samt neuer Übersetzung! – nur dieses dritten Bandes in einem anderen Verlag, der die Kontinuität der achten „DS9“-Staffel wahren möchte.)

Neue Rollen im bekannten Umfeld

Die Kenntnis der beiden „Deep-Space-Nine“-Vorgänger-Romane wird vorausgesetzt, denn die Ereignisse überlappen sich. Die Station wurde wieder einmal heftig gebeutelt, sodass der kurz vor TV-Toresschluss zum Föderations-Teufelspiloten und zur Hauptfigur aufgestiegene Ferengi Nog als Retter erscheinen und durch das Wurmloch über Bajor einen Energiekern aus dem Gamma-Quadranten heranschleppen muss. Für das eigentliche Geschehen sind die sich darum rankenden Ereignisse unwichtig, aber solches Beiwerk ist integrales Element des Serienvorbilds: Nebenhandlungen werden verknüpft, um auf diese Weise den roten Faden der „DS9“-Serie zu verstärken.

Auf diese Weise wird der Leser außerdem über Veränderungen auf dem Laufenden gehalten. Wenig blieb in der Station „Deep Space Nine“ so, wie es uns in sieben Fernseh-Staffeln vertraut geworden ist. Zentrale Figuren wie Benjamin Sisko, Odo oder Worf sind aus dem Geschehen verschwunden. Neue Charaktere wurden eingeführt.

Dieser Neubeginn bot eine Chance, die jedoch nicht wirklich genutzt wurde: Die Abenteuer der ´neuen´ „DS9“-Crew entsprechen ziemlich genau denen der alten Haudegen. So musste es wohl auch kommen, da die „achte Staffel“ im bekannten „Star-Trek“-Universum spielt und deshalb deren fiktive Historie berücksichtigen muss. Diese ist jedoch Segen und Fluch zugleich.

Alles bleibt, wie es war

Der Trekkie liebt Nachrichten aus der ihm oft bis in ihre Details bekannten „Star-Trek“-Welt. Freilich ist diese nach vier Jahrzehnten in ihren grundsätzlichen Strukturen stark verkrustet, was der Hauptgrund für den Relaunch mit „Star Trek XI“ war. „Der Abgrund“ könnte dagegen die Vorlage für eine TV-(Doppel-) Folge aus jeder der letzten zwei oder drei „DS9“-Staffeln sein. Der Plot ist die x-te Auflage einer vielfach durchgespielten Situation.

In einem Nachwort zur deutschen Ausgabe erläutert Julian Wrangler die Brisanz des Themas „Genetische Aufwertung“ für die „Star-Trek“-Historie, die von den „Eugenischen Kriegen“ und der Tyrannei des Khan Noonien Singh und seiner Spießgesellen geprägt wurde. „Star-Trek“-Übervater Gene Roddenberry, Zeitgenosse der realen Pervertierung des eugenischen Gedankens durch die Nazis sowie Zeuge einer Naturwissenschaft, die in den 1960er Jahren vor einer Zukunft zu stehen schien, in der auch die Manipulation des menschlichen Genoms möglich wirkte, hatte das allgemeine Unbehagen trivialisiert bzw. ihm mit der „Star-Trek“-Episode „Der schlafende Tiger“ („Space Seed“) eine allgemein verständliche Form verliehen. Die ´Aufrüstung´ des Menschen durch die Manipulation seines Genmaterials und vor allem die daraus resultierenden Risiken und Missbräuche wurden Teil des „Star-Trek“-Kanons und in den folgenden Jahrzehnten in allen Serien aufgegriffen.

„Star-Trek“-typisch führte dies zum endlosen Wiederkäuen längst bekannter Argumente vor höchstens variierten Hintergründen. „Der Abgrund“ bildet leider keine Ausnahme. Dass Julian Bashir genetisch getunt ist, wurde bereits in der TV-Ära von „DS9“ umfassend thematisiert. Nun setzt man ihn auf einen Mann an, der sich selbst „Khan“ nennt und bereits auf diese Weise signalisiert, dass mehrfach gedroschenes „Star-Trek“-Stroh noch einmal durchgewalkt wird. Könnte Dr. Bashir schwach werden, wenn Ethan Locken ihn umgarnt? Gattin Ezri Dax mag dies fürchten, der Leser lässt sich jedoch nicht aufs Glatteis führen, zumal Locken zwischendurch allzu leicht in einen TV-typischen, d. h. lächerlich übertriebenen Wahnsinn abgleitet. Die aus der Konfrontation zwischen Meister und Schüler resultierende Spannung wird nicht erzeugt, sondern vor allem behauptet.

Philosophie mit Action-Beiwerk

Im „Star-Trek“-Universum wird gern und viel geredet; „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ dürfte dort als Sprichwort in Vergessenheit geraten sein. Ein Problem taucht auf? Lasst uns darüber sprechen – ausgiebig, lange & am besten mit tragischer Musik im Hintergrund! Unaufhörlich kreist man um sich selbst, um gemäß der Roddenberryschen Zukunftsvision dabei zu reifen und die Schwächen der Vergangenheit zu überwinden.

Diese Haltung ist naiv, überholt und wurde sogar in der „Star-Trek“-Historie vorsichtig außer Kraft gesetzt. Diskutiert oder besser: debattiert wird dennoch mit ungebrochener Energie. Weil dies irgendwann selbst den langmütigsten Trekkie langweilt, wird die Weisheit des Wortes regelmäßig durch Action-Einlagen aufgelockert. Deshalb fliegen die eher handfest als geistreich gepolten Ro Laren und Taran’atar mit nach Sindorin, wo sie sich im Untergrund (aber zunächst ebenfalls ausgiebig redend) mit geknechteten Planetenbewohnern verbünden und eine SF-Standard-Revolte anzetteln, in der die Ingavi die Rolle der Ewoks übernehmen.

Das Geschehen endet in einer Mischung aus Gewalt und Tragik; auch dies ist „Star Trek“: Wenn geschossen und gestorben wird, so soll der Zuschauer/Leser wenigstens dadurch lernen. Die Naivität der auf diese Weise verbreiteten Botschaften hat nicht grundlos den Spott der Nicht-Trekkies beflügelt.

Trekkies in guten Händen

Obwohl „Der Abgrund“ alles andere als gute, d. h. originelle Science Fiction darstellt, gehört der Roman nach „Star-Trek“-Maßstäben zu den gelungenen Serien-Beiträgen. Das Autoren-Duo Lang und Weddle kennt sich perfekt im „Star-Trek“-Kosmos aus, den vor allem Weddle als Autor zahlreicher Drehbuch-Vorlagen für die TV-Serie „Deep Space Nine“ aktiv mitgestaltet hat. Der schematischen Handlung zum Trotz liest sich „Der Abgrund angenehm vertraut, weil der Grundton stimmt: Die bekannten Figuren handeln und denken serienkonform, die “Star-Trek„-Atmosphäre ist spürbar.

Diese Stimmung lässt sich schwer beschwören. Wie der regelmäßig lesende Trekkie aus leidvoller Erfahrung bestätigen kann, begnügen sich die meisten Autoren von “Star-Trek„-Romanen mit dem Versuch der möglichst deckungsgleichen Kopie – und scheitern. In diesem Punkt haben Lang & Weddle gute Arbeit geleistet. Wer also ´nur´ einen “Star-Trek„-Roman lesen möchte, der die TV-Ära wieder aufleben lässt, ist mit “Der Abgrund„ gut bedient. Da diese Zufriedenheit in einer Flut drittklassiger “Star-Trek"-Abenteuer keineswegs selbstverständlich ist, wird an dieser Stelle eigens darauf hingewiesen …

Ihre Meinung zu »Jeffrey Lang & David Weddle: Sektion 31 - Der Abgrund«

Hagane-Kotetsu zu »Jeffrey Lang & David Weddle: Sektion 31 - Der Abgrund«31.07.2012
Tief in den dunklen Dschungelwäldern eines kleinen Planeten innerhalb der Badlands hat sich ein durchgedrehter Augment verschanzt, um eine Armee von Jem'Hadar zu züchten, mit denen er die bekannte politische Ordnung in der Milchstraße gehörig auf den Kopf stellen will. Ein neuer Khan droht aus der eben erst erkalteten Asche der Dominionkriege zu steigen.
Aus diesem Grund setzt sich die berühmt berüchtigte Sektion 31 wieder einmal mit ihrem Ansprechpartner Nummer Eins zusammen: Dr. Julian Bashir.

Der dritte Band der Buch gewordenen achten Staffel Deep Space Nine muss sich vor seinen Vorgängern „Offenbarung, Buch Eins“ und „Offenbarung, Buch Zwei“ nicht verstecken. Ganz im Gegenteil!
Es ist das dritte Buch der vierteiligen und serienübergreifenden Romanreihe um die Geheimorganisation „Sektion 31“.

Ich bin ein großer Fan dieser Star Trek Serie und ihre Buchfortsetzung sucht bislang auf weiter Flur nach ihresgleichen.
In diesem spannende Werk rückt Dr. Bashir in den Mittelpunkt und auch wenn diese Figur innerhalb der Serie nur allzu oft dadurch abschreckte, dass sie als zu hitzköpfig, überengagiert und juvenil dargestellt wurde, zeichnet sich innerhalb jener 270 Seiten ein völlig anderes Bild ab. Bashir wirkt nicht nur vom Rang, sondern auch charakterlich gereift. Ungleich erwachsener und mit einer spannenden dunklen Seite versehen nimmt man ihm als Leser diesen Reifeprozess nicht nur dankbar ab, sondern kann seine Motive und Zweifel wirklich gut nachvollziehen. Vielleicht füllt Bashir diese kantige, fast schon traditionelle Männerrolle nur in Abwesenheit Siskos, O'Briens und Garaks aus, doch so weit die Beschreibungen es ermöglichten, erscheint er weniger als Platzhalter, denn als am Leben gewachsene Persönlichkeit, die man bis hier her in guten wie in schlechten Zeiten begleitet hat.
Doch auch die anderen Figuren glänzen in der Feder Langs. Angefangen bei etablierten Charakteren wie Kira Nerys, bis hin zu neu eingeführten Personen wie Commander Vaughn. Ganz besonders viel Feingefühl lässt sich bei den Konflikten feststellen, die zwischen den einzelnen Figuren aufgebaut, verstärkt oder weitergeführt werden: Vaughns Vaterschaftsprobleme mit Prynn Tenmei oder Kiras durch ihre gesellschaftliche Ausgrenzung entstandenen Komplikationen sind nur zwei Beispiele für die gelungene Fortführung bereits eingeführter Reibungspunkte.
Besonders bemerkenswert ist jedoch vor allem anderen die Abkehr vom klassischen Feindbild in diesem Roman. Während die TNG-Fortsetzung etwa in „Widerstand“ noch mit den Borg einen hinlänglich bekannten Feind aus der Mottenkiste kramt, um mit Altgewohntem Schrecken bei der Leserschaft zu punkten, gehen Lang und Weddle ungleich behutsamer vor: Auch wenn die Jem'Hadar nicht aus dem Roman wegzudenken sind, nimmt Sektion 31 hier den Part des Hauptwidersachers ein. Dabei schaffen die Autoren das Kunststück, die größtenteils im Verborgenen arbeitende Geheimorganisation als reelle Bedrohung für die Föderation aufzubauen. Ein spannendes und zugleich subtiles Feindbild, das außerdem nicht nur die dunklen Seiten Bashirs, sondern auch die der Föderation ans Tageslicht befördert.
Der Hauptbösewicht, Dr. Ethan Locken ist vielleicht kein Khan im klassischen dramaturgischen Sinne, doch als Kontrahent irgendwo zwischen fehlgeleitetem Prometheus und Rassenwahnfanatiker eine willkommene Abwechslung in der Riege der Erzschufte, wobei besonders die Ambivalenz zwischen seinem sympathischem Auftreten und seinen abscheulichen Taten einen ganz besonderen Reiz hat.
Obwohl es in den neuen Romanserien längst zum üblichen Standard gehört, sei auch die Einbettung des Geschehens in den größeren Star-Trek-Kontext lobend erwähnt. Egal, ob es um Khan und die Auswirkungen seiner Epoche geht, Bashirs Abstürze aufgezählt werden oder Vilix'pran nebenbei erwähnt wird: Die Vielzahl an Querbezügen auf die Serie ist enorm. Eindrucksvoll zeigen die Autoren dabei, dass der Wust an Informationen, die mittlerweile elf Kinofilme, sechs Serien und unzählige Bücher umfassen, nicht unbedingt ein Fluch, sondern eine Bereicherung sein kann. Ganz besonders dann, wenn sie Informationen aus der Serie in einen neuen Kontext setzen. Das Handeln Admiral Doughertys in Star Trek IX mit Sektion 31 zu verbinden ist jedenfalls ebenso clever, wie die Evolution der Gründer durch gezielte genetische Manipulation zu erklären.
Außerordentlich gelungen fand ich schließlich den Essay Julian Wanglers zum eigentlichen Widerspruch zwischen Fortschritt und gentechnischen Eingriffen zur Verbesserung der Menschheit, selbst wenn mir nicht ganz klar ist, warum man einen so guten deutschsprachigen Beitrag unbedingt mit einem englischsprachigen Titel versehen muss.

Der Cross Cult Verlag präsentiert im Rahmen seiner DS9-Buchreihe eine Neuauflage des Romans inklusive Neuübersetzung und eigens angefertigten Cover von Martin Frei.
Leider sind die Übersetzer von Cross Cult auch nur Menschen, den ihnen unterläuft im ganzen Roman ein Fehler bei dem Standort von Lockens ehemaliger Praxis. Es fehlt schlicht ein (i), sodass das originale New Beijing zu New Bejing wurde. In der Heyne-Ausgabe wurde New Beijing noch komplett übersetzt mit Neu Peking. Das Runabout Euphrates erhielt bei Heyne ebenfalls eine Übersetzung und wurde zu Euphrat. Das gelang Cross Cult besser, die es wie schon in den vorangegangenen Romanen, bei Euphrates belassen haben.

Für mich denkwürdige Zitate sind:

„Schrecken besitzt immer strategischen Wert. Merken Sie sich das.“
Cole, Seite 27

„Er war so ziemlich alles, was man sich von seinem Captain erhofft. Hart, aber fair. Hohen Idealen verpflichtet. Intelligent, nahezu mentorhaft, jedoch ohne belehrend zu sein. Oh, und was Wein angeht, ist er ein richtiger Snob.“
Ro Laren über Captain Picard, Seite 66

„Etwas derart Lächerliches habe ich nie zuvor gehört. Nichts als leeres Geschwätz. Sie klingen wie der Bösewicht in der schlechtesten Schundliteratur, die je geschrieben wurde. “
Bashir, Seite 160

Auf dem Buchrücken preisen Andrej und Florian Schwabe von startrek-index.de das Werk als einen „[...] der besten STAR TREK-Romane überhaupt.“. So Unrecht haben die beiden damit nicht. Im Großen und Ganzen ist dem Autorenpaar David Weddle und Jeffrey Lang hier ein ganz großer Wurf gelungen: Eine spannende, gut recherchierte und glänzend aufgebaute Geschichte, die Standards setzt und in eine neue Richtung weist. Der dritte Band der achten Staffel DS9 greift auf, was „Offenbarung“ ausmachte und setzt die Messlatte für folgende Romane hoch an.

Mein Fazit: 98 Grad und große Klasse!
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