Spinnenkuss von Jennifer Estep

Buchvorstellungund Rezension

Spinnenkuss von Jennifer Estep

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Spider's Bite“,deutsche Ausgabe erstmals 2014, 448 Seiten.ISBN 3-492-26940-0.Übersetzung ins Deutsche von Vanessa Lamatsch.

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In Kürze:

Gin Blanco ist eine Auftragsmörderin, bekannt unter dem Namen »Die Spinne«. Geduldig liegt sie auf der Lauer, nähert sich ihren ahnungslosen Opfern und schlägt im richtigen Augenblick zu. Gnadenlos. Doch als sich ihr neuester Auftrag als Falle entpuppt, stürzt Gins Welt ins Chaos. Welcher ihrer unzähligen Feinde kennt ihre wahre Identität? Um ihren Gegner zu enttarnen, muss die Spinne ihr Netz verlassen und die Seite wechseln. Doch das Letzte, was man im Kampf gegen übermächtige Elementarmagie braucht, ist Ablenkung – besonders in Form des sexy Detectivs Donovan Caine …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Auftakt einer hard-boiled Urban Fantasy nach bekanntem Muster“80

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Die Südstaaten der USA sind ein Paradies. Ein günstiges Klima sorgt für grüne Hänge und fruchtbare Täler, die Menschen sind entspannt, selbst die Übernatürlichen Wesen lassen es ein wenig geruhsamer angehen. Doch auch in der Metropole Ashland gibt es Verbrechen, frönen Menschen, Riesen und Zwerge ihrer Laster und gibt es Attentäter.

Gin, genannt die Spinne ist eine von ihnen, nein, sie ist die Beste der Auftragsmörder. Ihre Opfer sind immer Wesen, die ihr Schicksal verdient haben, die selbst zu den Bösen gehören und sie erledigt ihre Arbeit kalt und ruhig mit möglichst wenig Schmerzen für die Opfer.

Als sie angeheuert wird, in der Oper einen Buchhalter zu killen, wird sie hereingelegt. Ihr Auftraggeber möchte keine losen Enden zurücklassen und hat einen anderen Attentäter auf sie selbst angesetzt. Damit nicht genug, wird ihr Mittelsmann von einem Windelementar grausam gefoltert und ermordet. Die Angelegenheit wird damit persönlich, ein großer Fehler des Auftraggebers, wie sich im Verlauf der Handlung herausstellen wird. Gin gelingt es Finn, den Sohn ihres Mittelmannes zu retten, selbst der Cop Caine verdankt es ihr, vom Windelementar nicht bei lebendigem Leib gehäutet zu werden. Doch dann wird Finn gefangen genommen und Gin hat nur eine Möglichkeit gegen den Windelementar zu bestehen – sie muss ihre eigene Gabe, ihren Steinelementar nutzen, auch wenn sie geschworen hat, diesen nie wieder einzusetzen …

Jennifer Estep ist dem Leser durch und mit ihrer Bestseller-Serie um die Mythos Academy ein Begriff. Vorliegend betritt sie Neuland. In einer Urban Fantasy Umgebung, in der neben Zwergen, Riesen und Vampire insbesondere die mit Elementaren begabten Menschen ein interessanter Bestandteil sind, schildert sie uns die Abenteuer einer Attentäterin. Nun sind Auftragskiller nicht eben sympathische Figuren, in deren Haut man als Leser gerne schlüpft. Natürlich lockt das Spiel, der Reiz des Verbotenen, doch eigentlich ist man als Leser doch lieber auf der Seite der Guten. Und genau an dieser Stelle hat die Autoren sehr geschickt eingegriffen. Unauffällig lässt sie im Verlauf der Ereignisse immer wieder einmal Geschehnisse aus Gins Vergangenheit einfließen, deutet hier eine mehr als problematische, ja traumatisierte Kindheit an, und nimmt uns darüber für ihre Hauptperson ein. Zudem wendet sich die Spinne im Roman gegen die gnadenlos Bösen, so dass der moralische Kompass wieder stimmt.

Der Plot selbst erinnert neben ein paar ganz wenigen erotisch angehauchten Szenen an einen hard boiled Krimi-Thriller. Es geht um das organisierte Verbrechen, um Zuhälterei, Drogenkriminalität, um korrupte Polizisten und Diebe. Das liest sich temporeich und packend, wartet mit jeder Menge Action und Gewaltschilderungen auf und unterhält kurzweilig.

Auch wenn mir so manches Motiv und Thema bekannt vorkam, gerade zu Beginn doch viele Wiederholungen auf den Leser warten, reicherte die Autorin ihren Plot mit genügend Eigenständigem an, um die Faszination hoch zu halten, auch wenn den oft stereotyp agierenden Figuren ein wenig die Tiefe fehlt. Natürlich wildert Estep mit dem Auftaktband ihrer projektierten 12-bändigen Erwachsenenreihe im Revier einer Kim Harrison (Rachel Morgan) oder Ilona Andrews (Stadt der Finsternis), macht dies aber ganz geschickt ohne ihre Leser dabei zu überfordern. Wer also an vorgenannten Serien Gefallen fand, der wird auch hier fündig werden, Neuleser sollten allerdings lieber bei einer der genannten Kolleginnen zugreifen, die noch einen Tick überzeugender und innovativer erzählen.

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