Der Prinz von Sparta von Jerry Pournelle & S. M. Stirling

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Der Prinz von Sparta von Jerry Pournelle & S. M. Stirling

Originalausgabe erschienen 1993unter dem Titel „Prince of Sparta“,deutsche Ausgabe erstmals 1994, 413 Seiten.ISBN 3-404-23159-7.Übersetzung ins Deutsche von Thomas Schichtel.

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Ihre Meinung zu »Jerry Pournelle & S. M. Stirling: Der Prinz von Sparta«

Michael Zöllner zu »Jerry Pournelle & S. M. Stirling: Der Prinz von Sparta«23.08.2015
Der Roman beschäftigt sich, so wie der ganze Falckenberg Zyklus mit dem Kampf verschiedener Einwanderungswellen in den Kolonien der Menschheit. Das historische Vorbild ist der Kampf der Einwanderungswellen in den USA. Dieses historische Vorbild liegt im 19. Jahrhundert im Wandel der Pioniergesellschaft hin zur Industriegesellschaft.

Die Pioniergesellschaften in den Kolonien der Menschheit sind privilegiert. Sie leben nun in dritter oder vierter Generation in den Kolonien. Dort sind sie nun konfrontiert mit Zwangsauswanderern von der Erde. Diese sind in dritter oder vierter Generation Sozialhilfeempfänger oder arbeitende Arme. Mit ihnen kommen die Phänomene der Armutgesellschaft und des sozialen Konfliktes zwischen den Klassen. So wie in den USA des 19. Jahrhunderts, entsteht ein Konflikt zwischen diesen Gruppen. Die einen haben Land genommen die anderen sind zur Land Landnahme bereit. Doch es ist kein Land mehr.

Der Autor stellt die Pioniere der ersten Welle sympathisch kreativ und gerecht dar, während die Vertreter der Armuts und Zwangsmigration und unsympathisch, gefährlich und verbrecherisch dargestellt werden. So ist auch ihr Kampf! Sie sind Terroristen Bürgerkrieger und verdienen eine brutale Behandlung! Sie sind zwar zu militärischen Handeln in der Lage, tun dies aber ohne Begeisterung. Sie handeln lediglich aus notgrausamkeit und Unterdrückung gepaart mit Gewinnstreben Falschheit und kriminellen Energien. Die Söldner Falckenbergs hingegen, sind untypisch für Söldner, Vertreter der Ordnung. Sie trainieren Bürgerwehren und Milizen sie halten sich an Konventionen und sie geben sogar überwundenen Feinden die Chance in ihren Reihen zu einer reifen Persönlichkeit heranzuuwachsen. Sie erlangen Einsicht und Anteil an der Pioniergesellschaft.

Das ist so wie heute. In der amerikanischen Armee dienen Menschen, um Staatsbürgerrechte zu erlangen sowie das Deutsche und Irren während des Bürgerkrieges taten. Oder des amerikanisch mexikanischen Krieges. Die eingesessenen Pioniere der USA fürchteten die Armut Einwanderer vom Balkan und Russland aus China und auch aus dem Süden ihres eigenen Kontinentes.

In Filmen wie "Havens Gate" und "Gangs of New York" zeigt sich dieser Konflikt. Jerry P. Konzentriert sich auf die Rolle des Militärs. Er ist Ex Offizier, und das erklärt auch warum dieses Militär so positiv ist. Zumindest soweit die Militärs den Pionieren dienen. Er glaubt daran das die armen, aus eigener Verantwortung arm sind und sie in der Gesellschaft nur in geringen Anteil mitbestimmen sollen. Denn der Erfolg schafft Recht. Eine Gesellschaft in der die Armen nicht leiten oder untergehen Gerät in die Hand der Armen. Das scheint die Schreckensvision für Jerry P. zu sein!

Interessant wäred eine Welt zu schildern in der diese schrecklichen Armen tatsächlich ihre Gesellschaft errichtet haben. Aber hierzu kommt es nicht.

Der Wunsch den ich beim Lesen dieser Bücher empfand war, mit dem Autor über alternative Gesellschaftsprozesse zu sprechen. Ihm mit der Idee vertraut zu machen, dass die Gesellschaft kein Kriegsschauplatz der Klassen ist, und Fortschritt mehr ist als ein gegenseitiges gewalttätiges verdrängen. Die Schilderung dieses gewalttätigen Drängens nimmt weite Teile des Buches ein. Es kam mir am Ende so vor als ob ich Kriegserinnerungen aus der Zukunft lese. Biografische Texte die mit dem gleichen Talent geschrieben worden, wie so viele Bücher von Teilnehmern des Zweiten Weltkriegs.

Warum habe ich den Zyklus gelesen? Es gab für mich neue Informationen über die amerikanische Haltung zum Sozialstaat. Bzw. eine der vorherrschenden Haltungen zum Sozialstaat in Amerika. Ich war neugierig ob der Autor es einer seiner Figuren, oder der Handlung des Romanes selber gönnen würde sich aus dem Kreislauf von vernichtender Gewalt zu erheben. Diese Hoffnung wurde enttäuscht!

Was bleibt ist die Erinnerung an ein"lautes Buch"! Selbst während ich diesen Text hier schreibe, scheint Schlachtenlärm aus meinen vergangenen Leseerlebnis herüberzu dringen. Es bleibt eine interessante Frage: was geschieht mit Gesellschaften, in denen Arbeit, Bildung und Reichtum asymmetrisch verteilt wird, wenn diesen Prozess kein Einhalt geboten?
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