Bluthunger von Jim Butcher

Buchvorstellungund Rezension

Bluthunger von Jim Butcher

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Blood Rites“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 448 Seiten.ISBN 3-426-50360-3.Übersetzung ins Deutsche von .

»Bluthunger« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Ein Fluch tötet eine Schauspielerin nach der anderen. Während Harry alles daransetzt, ihn zu brechen, muss er sich gegen eine Gruppe wütender Vampire verteidigen, die ihm an die Halsschlagader wollen, und erfährt ein Familiengeheimnis, das auch den Lesern das Blut in den Adern gefrieren lassen wird …

Das meint Phantastik-Couch.de: „So macht Urban Fantasy Spaß“80

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Wenn die Sterne im Universum kalt werden, und wenn sich das große Schweigen über die Welt senkt, dann werden drei Dinge bleiben: Glaube, Hoffnung und die Liebe (Seite 197)

Eigentlich hatte Harry Dresden, seines Zeichens Magier aus Chicago, vor, es zukünftig ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Nachdem er den Anschlägen des Roten wie auch des Weißen Hofes der Vampire entkommen ist, die Apokalypse gerade noch einmal verhindert hat und sein Herz von seiner Ex-Freundin gebrochen wurde, stand Konsolidierung der Kräfte wie auch der Finanzen an.

Sein neuer Auftrag, das Auffinden gestohlener Hundewelpen, schien da genau das richtige zu sein. Dass ihn dabei geflügelte Schimpansendämonen erwarten würden, die mit ihren brennbaren Fäkalien nach ihm werfen, hatte er eigentlich nicht einkalkuliert. Damit nicht genug, wird er auf seiner Flucht auch noch von Mitgliedern des Schwarzen Hofes angefallen. Eine alte Bekannte, die Vampirin Mavra hat noch eine Rechnung mit unserem Magier offen, und will nun Tabula rasa machen. Als er dann an den Filmset eines Pornostreifens gerufen wird, um die Darstellerinnen vor einem Entropiefluch zu schützen, weiß er, dass sein Leben einmal mehr eine unerwünscht interessante Wendung zu nehmen im Begriff ist. Da kommt es gut, dass er auf einen verschollenen Bruder trifft, auch wenn dessen Erzeuger alles tut, um Harrys Leben abzukürzen – aber das ist er ja schon gewohnt. Bitte in die Reihe anstellen, schließlich warten eine ganze Anzahl finsterer und überaus mächtiger Figuren darauf, unseren Harry ins Jenseits zu befördern – nur hat dies bis jetzt noch keiner geschafft …

Spritzig, lustig und voller überraschender Wendungen

Jim Butchers Reihe um den chaotischen Magier Harry Dresden in einem Chicago unserer Zeit erweist sich einmal mehr als ein schenkelklopfendes Lesevergnügen. Voller Esprit und Tempo rast die Handlung von einem Cliffhanger zum nächsten, verwöhnt uns der Autor einmal mehr mit einem Unikat von Helden, wie es in der phantastischen Literatur wohl einzigartig ist. Geschickt baut er den Hintergrund unseres Harry immer weiter aus. Wir erfahren erstmals ein wenig mehr von seiner bei der Geburt gestorbenen Mutter, die selbst eine mächtige Hexe war – und ein Familienangehöriger taucht plötzlich und unerwartet auf.

Dass unseren Einzelgänger, den chaotisch-introvertierten und dabei gleichzeitig einsamen Harry, zunächst zwiespältige Gefühle plagen, ist verständlich. Als Waisenkind ist er Kummer gewöhnt, hat er mehr als genug Enttäuschungen erleben und verarbeiten müssen. Nun also soll er plötzlich einen Halbbruder haben, noch dazu ein Angehöriger des Weißen Hofes – einen Vampir soll er in sein Herz schließen? So unnahbar und ruppig er sich nach außen auch immer gibt, wünscht Harry sich doch innerlich nichts mehr als Menschen, die sein Leben teilen, eine Familie, auf die er bauen kann. Doch kann er diesem Wesen, das kein Mensch ist, trauen – eine Frage, die ihn innerlich beschäftigt. Daneben muss er sich dann mit alten und neuen natürlich tödlichen Feinden herumschlagen, errötet bis unter die Haarwurzeln, als er am Pornoset für Sicherheit sorgen soll, und findet sich nur zu oft am falschen Ende des Revolvers wieder. Statt die Situation souverän zu beherrschen, fühlt er die kalte Mündung der Knarre an seinem Genick, zieht aber mit Fortune und Geschick seinen Hals ein ums andere Mal aus der Schlinge. Immer differenzierter wird dabei das Bild, das der Autor uns von seinem Helden und dessen Helfern und Feinden offeriert.

Auch wenn man das Buch ohne Vorkenntnisse der bislang erschienen Titel gut lesen kann, sind es doch die Feinheiten und Anspielungen auf bisherige Ereignisse, die dem Plot zusätzlichen Reiz vermitteln. Natürlich wuchert Butcher auch dieses Mal wieder mit dem trotteligen Charme, den der Looser mit dem Herz auf dem rechten Fleck auf seine Rezipienten ausübt, pflegt seine Running Gags – etwa den in einem Totenkopf eingeschlossenen sexhungrigen Geist – schafft es dabei aber erstaunlicherweise, sich nicht selbst zu plagiieren und dem Leser immer wieder neue und unerwartete Wendungen und Entwicklungen zu präsentieren. Die Zeit bis zum nächsten Band, der wohl erst im Herbst 2010 bei Knaur in Vorbereitung ist, wird lang werden wird.

Ihre Meinung zu »Jim Butcher: Bluthunger«

tassieteufel zu »Jim Butcher: Bluthunger«15.12.2014
Wie immer herrscht bei Harry Dresden Ebbe was die Finanzen angeht, da kommt ihm der Auftrag, am Set eines Erotikfilms zu ermitteln gerade recht. Doch bei der Filmproduktion liegt einiges im Argen, ein Entropiefluch tötet nach und nach die Schauspielerinnen. Harry kann zwar zunächst weitere Todesfälle verhindern, aber die Ursache des Fluches bleibt zunächst unklar. Außerdem hat Vampirin Marva noch eine Rechnung mit Harry offen und hetzt ihre Handlanger auf den Magier und sein Vampirfreund Thomas scheint auch sein eigenes Süppchen zu kochen, was Harry zunehmend frustriert.

Gleich zu Anfang kann der Leser auf sehr unterhaltesame Weise mitverfolgen, wie Harry für einen Kunden entführte Hundewelpen zurückholt und sofort ist man wieder mittendrin im magischen Chicago und in Harrys Welt, in der meist nichts so ist, wie es zunächst scheint. Wie immer kämpft Harry an mehreren Fronten und auch in seinem Privatleben gibt es eine dramatische und unerwartete Wendung, die nicht nur Harry, sondern auch den Leser aus den Socken haut.
Von Anfang an legt Jim Butcher ein hohes Tempo vor und läßt seinen Hauptakteur durch immer neue und undurchschaubarere Ereignisse schlittern. Der Autor beweist hier erneut seinen Ideenreichtum und bringt reichlich Action und Witz in die Story, so dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt.
Ein weiterer Reiz der Bücher um den einzigen magischen Detektiv Chicagos, sind Harrys trockner Humor und seine teils schrägen Kommentare. Hier kann man des öfteren breit grinsen uns sich amüsieren.
Gefreut hat mich, dass diesmal Bob und Karrin Murphy wieder eine größere Rolle spielen und wie es mit dem kleinen Hundewelpen weiter geht, darauf darf man dann in den nächsten Bänden gespannt sein. Ebenso wie mit einigen offenen Fragen die hier nicht alle aufgelöst wurden. Insgesamt ein kurzweiliges Lesevergnügen, das flott und eingängig geschrieben wurde und launige Unterhaltung bietet.

Fazit: auch der 6. Band der Reihe kann auf ganzer Linie überzeugen! Witzig, spritzig, unterhaltsam, voller launiger Dialoge und ungewöhnlicher Ideen macht es einfach Spaß das Buch zu lesen!
L. Manuela zu »Jim Butcher: Bluthunger«08.04.2011
Ich bin auch ein sehr großer Harry Dresden-Fan und wünsche mir von ganzem Herzen, dass die Bücher von einem anderen Verlag weiterhin übersetzt werden. Ich habe damals mit Knaur telefoniert, weil ich nicht verstanden habe warum Harry nicht weiter übersetzt wird. Es ist wohl nicht so gut angekommen.
Aber ich bin der Meinung es lag an der Wahl des Genres, man hätte es eher unter Phantasie und nicht unter Vampiere verkaufen sollen. Actionphantasie, Phantasiethriller, Phantasieroman.
Ich würde es aufgrund des Sarkasmusreichen und humorgeladenen Spannung irgendwie anders verkaufen. Eine Mischung aus Terry Pratchett's Scheibenwelt (Humor Sarkasmus) und Vampir/Hexen-Roman. (Romantik-Action-Erotik)
Dieter Bünger zu »Jim Butcher: Bluthunger«18.08.2009
Achtung, Spoiler ahead!

Nun ist er also da, der sechste und unter Umständen auch der letzte in Deutschland veröffentlichte Harry Dresden-Roman von Jim Butcher. Es sieht ganz so aus, als würde sich der originelle Held Jim Butchers - zumindest bei uns - nicht gegen verkitschte oder erotische Vampir-geschichten durchsetzen können, aber vielleicht besteht ja doch eine Chance, da mittlerweile auch Butchers "Codex Alera"-Serie bei uns herauskommt und im September auch die als Comic geschriebene Vorgeschichte
"Willkommen im Dschungel" erhältlich sein wird. Ich hoffe das Beste für Harry und das die restlichen Bände auch noch ihren Weg in heimische Buchhandlungen finden.

Zur Story: Auch bei Harry geht es diesmal um Vampire. In seiner Eigenschaft als Magier ermittelt er, wer auf einem Porno-Filmset Personen mit Hilfe eines Entropie-Fluchs dahinmeuchelt. Natürlich stecken Vampire dahinter und im Verlaufe des Romans muss sich Harry sowohl mit Mavra, der Obervampirin des schwarzen Hofs und Lord Raith, Vater seines guten Freundes Thomas und Oberhaupt des weißen Hofs auseinandersetzten. Dass das nicht unbedingt auf friedvolle Weise geschieht, versteht sich fast von selbst...

Meinung: Butcher erfreut wie auch sonst immer mit seiner üblichen Mischung von Vertrautem und Neuem. In diesem Buch erfahren wie endlich, endlich etwas mehr von Harrys Mutter und Harrys Familienumständen, die bisher nur vage angedeutet wurden (hier fühlt man sich leicht an "Harry Potter" erinnert - jedes Mal wird ein bisschen mehr enthüllt), Harry erfährt, dass er nicht ganz so allein ist, wie er bisher dachte und Butcher gibt uns mehr Einblick in die Handlungsweisen schwarzer und weißer Vampire, die bisher in den Dresden-Büchern eher Nebenfiguren darstellten, waren Harrys Händel - wenn es sich um Vampire drehte - doch in erster Linie auf den roten Hof beschränkt. Butcher erfreut und erstaunt mich immer wieder mit welcher Leichtigkeit er große Gegner für Harry aus dem Hut zieht: Hier nun die Vampirin mit magischen Fähigkeiten Mavra, die schon in "Grabesruhe" kurz vorgestellt wurde und Lord Raith. Auf Seiten der Guten kämpfen diesmal die martial-Arts-erprobte Polizistin Murphy, die diesmal wieder einen größen Auftritt hat, sein Mentor Ebenezar und der in "Silberlinge" vorgestellte Profikiller Kincaid, der wohl mehr ist, als er vorgibt zu sein. Der Fall selbst erinnert ein bisschen an den ersten Roman "Sturmnacht", und wem es mit der ganzen Weltretterei in den letzten Romanen vielleicht schon etwas zu viel wurde, kann hier aufatmen: Harry backt hier ausnahmsweise vergleichsweise "kleine" Brötchen. Wie er selbst am Anfang sagt: "Du hast mich an 2 Tagen im Jahr die Welt retten sehen, aber die restlichen 363 muss ich mich damit auseinandersetzen, vor brennender Affenkacke zu fliehen. Fürs zweite werde ich besser bezahlt." Und auch das nimmt für Butchers Dresden-Romane immer so ein: Sein unnachahmlicher Humor! Als netter "running gag" fungiert hier ein kleiner Tempelwächterhund, den Harry am Ende "Mouse" tauft. Wie üblich ist auch dieser Roman mit zahlreichen Referenzen an die Populärkultur und frühere Romane gefüllt. Das reicht von "Buffy" bis "Macbeth", von "Xena" bis zu einer subtilen Referenz an einen an Star Trek angelehnten Satz ("Ich bin ein Geist, der in einem Totenschädel lebt, kein Veterinär, Harry" = "Ich bin Arzt, kein..., Jim!), alte schon eingeführte Figuren tauchen auf oder werden - zusammen mit Referenzen an die vorherigen Fälle - erwähnt, neue schon mal vorbereitet (ich erwarte definitiv in einem der weiteren Bücher die Geschwisterzwilling Madrigal und Madeleine kennenzulernen, d. h. falls weitere Romane in Deutschland herauskommen, was ich mir sehr wünschen würde). Trotzdem lässt sich auch dieser Roman problemlos ohne Vorkenntnisse der bisherigen lesen, was wirklich wichtig ist, wird von Butcher notfalls nochmal kurz erörtert. Wie immer gibt es einen Preis für den Sieg zu zahlen, diesmal ist es jedoch "nur" ein physischer. Das Ende ist doch diesmal deutlich positiver gehalten als die letzten paar Male und macht Hoffnung, dass Harry - trotz all seiner Feinde da draußen - auch mal etwas Sonnenschein vergönnt ist.

Ich persönlich hoffe, dass dies noch nicht das Ende der Harry Dresden-Serie in Deutschland ist. In Amerikia ist gerade (August '09) der 12. Roman erschienen und so wie es aussieht, schreibt Jim Butcher nicht einfach auf Teufel komm' raus, sondern scheint einen konkreten Plan in der Serie zu verfolgen, während er sein Dresden-Universum langsam immer weiter ausbaut. Mit etwas Glück, so hoffe ich, werden wir genauso wie vorher, in ein-zwei Jahren auch wieder neue Abenteuer mit Harry erleben dürfen. Vielleicht kann man ihn ja auch an Freunde weiterempfehlen, die gern Fantasy/Horror lesen oder sogar mal den ein oder anderen Band verschenken?
Ihr Kommentar zu Bluthunger

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.