Erlkönig von Jim Butcher

Buchvorstellungund Rezension

Erlkönig von Jim Butcher

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „Dead Beat“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 571 Seiten.ISBN 3867620970.Übersetzung ins Deutsche von Dominik Heinrici.

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In Kürze:

Es ist drei Tage vor Halloween und damit fast ein Jahr nach den Ereignissen von Bluthunger. Chicagos bedeutendster Magier hat Probleme mit seinem neuen Mitbewohner – seinem vampirischen Halbbruder Thomas. Doch bald bekommt Harry Dresden größere Probleme als den mangelnden Ordnungssinn seines Bruders: Seine alte Feindin, die Vampirin Mavra, verlangt von ihm, ihr Kemmlers Wort zu beschaffen, sonst werde sie seiner Freundin, der Polizistin Karrin Murphy, einen Mord in die Schuhe schieben. Weil Harry nicht weiß, worum es sich dabei handelt, zieht er Bob zu Rate, der ihm weiterhelfen kann. Gleichzeitig versucht er auszuloten, wie viel Schaden Mavra mit einer solchen Anschuldigung anrichten könnte. Derweil tauchen skrupellose Nekromanten in Chicago auf, die auf der Suche nach dem Wort über Leichen gehen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Mit Pauken und Dämonen gegen die dunklen Mächte Chicagos“87

Horror-Rezension von Eva Bergschneider

Mit Unverständnis reagierte die Fangemeinde, als der Knaur Verlag die Veröffentlichung der deutsch übersetzten Harry-Dresden-Romane des amerikanischen Autors Jim Butcher einstellte – mit Freude, als der Verlag Feder & Schwert ankündigte, die „Dresden-Files“ weiter heraus zu bringen. Gut so, denn ohne Harry Dresden wäre die Urban Fantasy einer ihrer schillerndsten Figuren beraubt. Im nun erschienenen siebten Band „Erlkönig“ legt sich der respektlose Zauberer erneut mit übelsten magischen Bösewichtern an.

Totenbeschwörer greifen nach der Weltherrschaft

Ein Jahr nach den Ereignissen in „Bluthunger“ hat sich Harry noch nicht vollständig erholt, seine verbrannte linke Hand ist zwar erhalten, aber unbeweglich. Sein Halbbruder Thomas wohnt nun bei ihm. Mit der für einen Vampir lebensnotwendigen Verführungskunst führt er Harry vor Augen, was in dessen Leben fehlt. Karrin Murphy, Harrys Chefin bei der Polizei und sein uneingestandener Schwarm, vergnügt sich auch noch mit dem Killer Kincaid auf Hawaii. Und nun droht die Vampirin Mavra damit, Murphys Ansehen in den Dreck zu ziehen – oder Schlimmeres. Harrys Gemüt gerät in Aufruhr und so entschließt er sich, auf Mavras Bedingung, die Aushändigung von „Kemmlers Wort“ einzugehen, obwohl nichts Gutes dabei heraus kommen kann:

„Außer dass es mir den Geburtstag gründlich versauen würde, bedeutete das auch, dass früher oder später schwarze Magie ins Spiel kommen würde, und zu dieser Jahreszeit konnte das nur eines bedeuten. Nekromantie.“

Zu diesem Zeitpunkt weiß Harrry allerdings noch nicht, welche mächtigen und bösen Kreaturen ebenfalls die Bibel des „echten Alptraums Kemmler“, wie es sein ambivalent denkender Geistberater Bob ausdrückt, jagen. Und mit welch finsteren Absichten …

Ein liebenswert Wahnsinniger und sein feiger Freund

Was macht diese Serie um den magiebegabten Antihelden Harry Dresden eigentlich aus? Jim Butcher ist nicht der einzige Fantasyautor, der skurrile Figuren erschafft und sie in wahnwitzige Abenteuer gegen böse Kreaturen schickt. Und man könnte meinen, jedes Erfolgskonzept nutzt sich irgendwann einmal ab. Jedoch nicht das der „Dresden Files“. Die „Dresden Files“ haben sich von schrägen, phantastischen Krimis mit dem etwas anderen Columbo zu einem handfesten Horrorspektakel, bei dem die Fetzen und Gliedmaßen nur so fliegen, entwickelt. Und doch stehen nicht diese Effekte, sondern immer noch die Story im Mittelpunkt. Splatter und Action unterstreichen oder verzerren die bizarre Szenerie und sorgen für Überraschungen. Auch Harry Dresden hat sich von dem trotteligen Schnüffler zu einem mächtigen Magier entwickelt. Und dennoch steht er sich oft genug selbst im Weg, haust immer noch in einem erbärmlichen Loch und ist auf die Hilfe vermeintlich nutzloser und nicht immer wohlmeinender Helfer angewiesen.

Im „Erlkönig“ sind es Nekromanten, die Harry Dresden den Tag versauen. Sie lauern ihm ausgerechnet am Forensischen Institut, Arbeitsplatz von Waldo Butters, auf und verrichten ihr gruseliges Werk. Nun ist der wackere Leichenbeschauer und Polka-Fan ein Feigling vor jedem Herrn, und paukt dennoch im wahrsten Sinn des Wortes seinen Magierfreund aus größter Gefahr heraus. Zudem erweisen sich die verführerisch-tückische Dämonin Lasciel und ein Fellmonster auf vier Pfoten als nützliche Kampfgefährten. Doch gegen einen Feind wie den Erlkönig muss Harry noch eine weitere Monstrosität beschwören, die ganze Armeen lebender Toter in die Flucht schlagen kann.

Das ist es, was die Leser der Dresden-Files erwartet und begeistert: immer verrücktere düstere Geschichten, mit neuen oder wiederkehrenden skurrilen Figuren, die exzellent charakterisiert werden und nicht immer nur gut oder böse sind. Spaß machen aber auch immer wieder eingestreute Nebenhandlungen, die verschiedene Geschichten und Bände miteinander verknüpfen. Manchmal hätte man sich ein solches Intermezzo, wie das mit der Sidhe-Königin Mab, sogar intensiver gewünscht. Das Ganze serviert uns Butcher mit schwarzem bis schnodderigem Humor, mit dem der Ich-Erzähler Harry hauptsächlich über sich selbst lacht und den Leser ansteckt. Aber auch mit bedeutungsvollen Gedanken über Tod, Moral , Freundschaft und Verantwortung.

Dieser siebte Band der Dresden-Serie „Erlkönig“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie man das erfolgreiche Konzept einer Urban-Fantasyserie zu bizarrem Horror weiterentwickeln und gleichzeitig an gewohnten Qualitäten festhalten kann. Und so freuen sich viele Fans der „Dresden Files“, dass noch weitere Bände in Deutsch herauskommen werden, der nächste schon im August 2011 mit dem Titel „Schuldig“.

Ihre Meinung zu »Jim Butcher: Erlkönig«

tassieteufel zu »Jim Butcher: Erlkönig«25.02.2015
Während Harry Dresden, der bisher keine Familie hatte nun damit kämpft, mit seinem Bruder Thomas, dem Riesenhund Mouse und seinem Kater in seiner winzigen Kellerwohnung zusammen zu leben und damit all die kleinen Alltagsproblemchen des Familienlebens wie leer gefutterter Kühlschank, unaufgeräumt Wohnung und ungebetene Damenbesuche seines Bruder zu spüren bekommt, braut sich über Chicago etwas ganz besonders böses zusammen. Skrupellose Nekromanten wollen mit Hilfe eines seltenen Buches uralte Geister beschwören und dadurch einen gottähnlichen Status zu erlangen. Doch hinter dem Buch ist auch Vampirin Mavra her, die Harry damit erpreßt, belastende Fotos von Murphy zu veröffentlichen und damit die Karriere der Polizistin zu ruinieren, wenn er ihr das Buch nicht beschafft. Und wie immer bleibt Chicagos einzigem Magier nur wenig Zeit, denn in 3 Tagen ist Halloween, bis dahin müssen die Nekromanten aufgehalten werden.

Fast ein Jahr ist seit den Ereignissen aus „Bluthunger“ vergangen und Chicagos einziger Magier der im Telefonbuch steht, bekommt es wieder einmal mit finsteren Mächten zu tun. Wie man es vom Autor kennt, läßt er seinen Helden durch eine rasante Abfolge wahnwitziger Abenteuer stolpern und muß dabei ordentlich einstecken, bevor er in einem furiosen Showdown zurück schlagen kann. Von Anfang an wird man an die Geschichte gefesselt und hat wie gewohnt keine Ahnung was hinter dem Ganzen steckt, so gibt es eine ganze Reihe von unerwarteten Wendungen, die der Geschichte immer wieder eine neue Richtung geben und den Leser verblüffen. Einige lose Fäden aus den Vorgängergeschichten werden hier weiter geführt, so zeigt sich, dass Vampirin Mavra wie schon vermutet in „Bluthunger“ nicht gänzlich beseitigt werden konnte und auch die Problematik um den Weißen Rat und seinen Kampf gegen die Vampire wird hier fortgeführt.
Eine große Stärke des Autors sind auch seine Figuren, deren Charaktere er bis in die letzte Nebenfigur hin detailliert ausarbeitet. Während sich Harry weiter entwickelt, trifft der Leser neben neuen schrägen Personen und skurrilen magischen Wesen auch einige Charaktere aus früheren Bänden, wobei es bei der Fülle an Figuren manchmal schwer fällt, sich zu erinnern in welchem Band die spezielle Person schon mal vorkam.
Wie gewohnt erzählt Jim Butcher seine Geschichte aus Harrys Sicht flott und mit einer guten Portion an schwarzem Humor, so dass man sich ab und an ein breites Grinsen nicht verkneifen kann.


FaziT: eine rasant-magische Story, die mit reichlich Action und vielen unerwarteten Wendungen aufwartet und Harry Dresdens 7. Fall wieder zu einem unterhaltsamen und spannendem Lesevergnügen macht.
Blackfairy71 zu »Jim Butcher: Erlkönig«07.07.2011
Bei den Toren der Hölle! ;-)
"Erlkönig" war mal wieder ein richtiger Kracher und eines der besten Bücher der gesamten Reihe mit einem atemberaubenden Showdown.

Harry Blackstone Copperfield Dresden ist neben seinen magischen Fähigkeiten außerdem ein sympatischer Typ, der sich manchmal um Kopf und Kragen redet und oft nur ganz knapp davon kommt.

Ich finde die Reihe einfach klasse und bin froh, dass ich sie vor einigen Jahren entdeckt habe.
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