Feenzorn von Jim Butcher

Buchvorstellungund Rezension

Feenzorn von Jim Butcher

Originalausgabe erschienen 2002unter dem Titel „Summer Knight“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 448 Seiten.ISBN 3867621144.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Harry Dresden ist Privatdetektiv – und ein mächtiger Magier, den die Polizei einschaltet, wenn normale Ermittlungen nicht mehr weiterführen. Nach mörderischen Zauberern, Werwölfen und Vampiren muss Harry nun die Intrigen zweier verfeindeter Feenköniginnen aufdecken – und überleben …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der magische Detektiv mit der trotteligen Ausstrahlung“95

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Chicago, Illinois – die neue Heimat und Kriegsschauplatz der Sidhe – und nur ein Mann kann den Konflikt verhindern – Harry Dresden, der erfolglose Magier

Hallo, ich bin Harry Dresden aus Chicago – Magier von Beruf. So zumindest steht´s in den Gelben Seiten. Nicht dass es darauf jetzt noch ankommen würde. Meine Freundin wurde von einem Mitglied des roten Hofes der Vampire infiziert, ich selbst befinde mich auf der Abschussliste sowohl des weißen Rats der Magier wie des roten Hofes.

Seit Monaten habe ich nach einem Mittel geforscht, meine Freundin von dem Vampirkeim zu befreien – vergeblich. Der rote Hof hat die Jagd auf mich freigegeben, und dann hat mich noch eine wahrhaftige Feen-Königin am Wickel. Eigentlich dachte ich, meine Patentante, die Fee, ausmanövriert zu haben, doch dann verkauft diese meine Dienste so mir nichts dir nichts an die Herrscherin des Winterhofs der Sidhe – na danke auch dafür, jetzt ist mein Leben so richtig interessant geworden. Und ich hatte vorher gedacht, ich hätte Probleme. Aber mit einem Job von der Herrin der Unseelie relativiert sich vieles. Jetzt suche ich in ihrem Auftrag nach dem Mörder des Sommerkönigs, darf daneben, um nicht meinen Rang als Magier einzubüßen, auch noch gute Miene zu bösen Spiel machen und um das alles abzurunden, verlangen die Vampire meine Auslieferung, um mich zu foltern. Das langt doch eigentlich fürs erste, oder nicht?

Innovativ, skurril, voller schwarzen Humors – die Kultserie ist wieder da

Jim Butchers Reihe um den magischen Detektiv Harry Dresden gehört zu den gegenwärtig so angesagten Urban-Fantasy-Legenden. Und doch unterscheidet den Zyklus so manches von den anderen entsprechenden Titeln.

Butcher hat seine Handlung und insbesondere seine Personen mit weitaus mehr Tiefe ausgestattet, als das die Verfasser derartiger Serien normalerweise tun. Mit viel Selbstironie und einem bemerkenswert trockenen Sarkasmus, der auch in der tollen Übersetzung von Jürgen Langowski gut rüberkommt, verwöhnt uns der Autor mit skurrilen Figuren, faszinierenden Einfällen und einem Loser als Helden, mit dem man einfach Mitleid haben muss. Dass er es letztlich immer schafft, das Ruder noch herumzureißen, auch wenn der Rezipient auf ein Hollywood-Happy-End meist vergeblich wartet, passt nur zum Plot. Selbiger nimmt der Leser mit auf eine wahre Berg- und Talfahrt voller Einfälle, Andeutungen und Verwicklungen

Zusammen mit unserem magischen Detektiv, dessen ein wenig trottelige Ausstrahlung mich immer an den guten alten Inspektor Columbo erinnert, machen wir uns auf, das, was Henry Dresden als sein Leben bezeichnet – jeder andere würde Katastrophe dazu sagen – zu verfolgen.

Hilflos, dabei aber immer bemüht, torkelt unser Held in den Geheimnissen umher, die ihn umgeben. Dabei ist Henry alles andere als dumm oder unfähig. Ganz im Gegenteil würde ohne seine Anstrengungen der Weltuntergang bevorstehen. Es geht um nichts weniger als den drohenden Krieg zwischen den Feen zu verhindern. Dass Henry dabei einmal mehr zwischen allen Stühlen sitzt, dass er dennoch nie aufgibt, Nehmerqualitäten ohne Beispiel zeigt und am Ende doch mehr wie ein begossener Pudel als wie ein Held dasteht macht die Figur nur um so liebenswürdiger.

Unbegreiflich, dass die Verfilmung in einer TV-Mini-Serie immer noch nicht ihren Weg ins Deutsche Fernsehen gefunden hat. Doch auch Knaur hat in den vergangenen Jahren eine Pause eingelegt, dafür kommen jetzt in kurzem Abstand gleich drei der Dresden-Fälle, die Fans werden des danken. Für alle, die ideenlose, abgedroschene Urban-Fantasy-Reihen satt haben, ist Jim Butchers Zyklus ein Muss.

Ihre Meinung zu »Jim Butcher: Feenzorn«

tassieteufel zu »Jim Butcher: Feenzorn«14.06.2013
Harry Dresden, Magier und Privatermittler ist vom Leben ganz schön gebeutelt. Freundin Susan hat ihn verlassen um ihren neu erweckten Blutdurst nicht an ihm zu stillen und Harry versucht alles, um diesen Fluch wieder von ihr zu nehmen, dabei vernachlässigt er sich selbst und seine Detektei droht, den Bach runter zu gehen. Die Vampire vom Roten Hof sind immer noch hinter ihm her und schicken ihm bei jeder passenden Gelegenheit Killer auf den Hals. Und als wäre das noch nicht genug muß er nun auch noch vor dem Weißen Rat erscheinen, da man ihm vorwirft, den Krieg mit den Vampiren ausgelöst zu haben. Da erscheint endlich mal wieder eine Klientin in seiner Detektei, doch statt eines gut bezahlten Falles wird Harry nun auch noch in die Auseinandersetzungen der beiden Feenhöfe verwickelt. Königin Mab vom Winterhof hat Harry in der Hand und nun soll er für sie den Tod eines alten Mannes aufklären, der von der Polizei als Unfall eingestuft wurde. Eigentlich will Harry den Fall nicht übernehmen, aber der Weiße Rat fordert die Lösung dieses Falls als Prüfung von ihm ein und nun muß Harry all sein Können aufbieten um all die auf ihn einstürzenden Probleme zu lösen.

Der Einstieg in den 4. Fall für den einzigen Magier der im Telefonbuch steht, ist nicht ganz so rasant wie bei den Vorgängern, aber gerade deshalb bekommt man einen guten Einblick in Harrys momentane Verfassung und die ist schlecht! Aber Harrys Selbstreflektionen sind voller trockenem Humor und einer gehörigen Portion Sarkasmus, so dass man hier auch oft mal schmunzeln kann.
Die ganze Story wird von einer Vielzahl von magischen und phantastischen Wesen bevölkert die der Autor sehr plastisch und farbenfroh ausgestattet hat, dabei passen sie aber perfekt in die konstruierte Welt und ergeben ein schlüssiges Gesamtbild. Die Figuren haben viele Facetten und Nuancen und oftmals ist nur schwer zu erkennen, wer Freund und wer Feind ist. Und vor allem Harrys Charakter ist sehr gelungen geschildert. Er kommt immer ein wenig trottelig daher und wirkt wie ein Loser, der von einer brenzligen Situation in die nächste stolpert und dem es meist nur im letzten Moment gelingt, sich vor dem Schlimmsten zu retten. Und weil er ein Gentleman der alten Schule ist, der unmöglich eine Frau in Not im Stich lassen kann, auch wenn er dabei mal wieder an der Nase herumgeführt wird, so halst er sich bei aller Zeitnot noch zusätzliche Probleme auf. Aber gerade weil er so wenig perfekt ist, muß man ihn einfach mögen! Inzwischen hat Harry aber eine Vielzahl von Freunden, die ihm hilfreich zur Seite stehen und auf die er sich verlassen kann und so trifft der Leser alte Bekannte wie Werwolf Billy, Karrin Murphy, die Leiterin der Sondereinheit der Chicagoer Polizei oder den putzigen Pizzasüchtigen Elf Toot-toot wieder.

Wie bei allen Fällen die Harry zu lösen hat, sind auch die Probleme im aktuellen Fall knifflig, verwickelt und für den Leser wie für Harry nur sehr schwer zu durchschauen. Alle Mitspieler haben unterschiedliche Interessen und Motive, die meist auch gar nicht so offensichtlich sind. So erscheint Harrys Patentante Lea diesmal gar nicht so bösartig wie sonst zu sein, Ghule, Oger und div. andere Monster haben nicht die Auftraggeber die man augenscheinlich vermutet und die komplizierten Strukturen des Feenreiches sind auch nicht dazu angetan, dass man als Leser hier klar definieren kann, wer nun die Bösen und die Guten sind. Erst ziemlich zum Schluß rücken alle Puzzelteile an die richtigen Stellen und ergeben ein schlüssiges Gesamtbild. Aber bis es soweit ist, stürzt der Leser in einer wahren Achterbahnfahrt durch eine wendungsreiche Story voll schräger Typen und bizarrer Ereignisse. Ein lockerer, flotter Schreibstil mit einer Vielzahl von witzigen Dialogen rundet das Ganze ab, so dass man hier spannenden und unterhaltsamen Lesegenuß geboten bekommt.
Die Covergestaltung vom Feder & Schwert Verlag ist wieder sehr gelungen und paßt visuell zu der insgesamt sehr ansprechend gestalteten Neuauflage.

FaziT: Harry Dresdens 4. Fall ist ein wahres Feuerwerk an Ideen und Einfällen. Spannend, unterhaltsam und launig geschrieben kann man sich hier bestens unterhalten und sich schon mal auf den nächsten Fall für Harry freuen.
Patzi zu »Jim Butcher: Feenzorn«18.12.2009
Nachdem ich mit Grabesruh nicht so richtig klar gekommen bin und mich mehr oder weniger durch das Buch gequält habe, hat Feenzorn wieder meinen Nerv getroffen.

Das war für mich der gute alte Harry Dresden, der von einer Katastrophe in die nächste schlittert.

Der geniale Wortwitz von Butcher ist wirklich köstlich. Auch die apokalyptische Schlacht der Feen war genial beschrieben und nachvollziehbar.

Ich werde Fan von Jim Butchers skuriellen Magier bleiben.
sue82 zu »Jim Butcher: Feenzorn«11.10.2009
Harry Dresden kämpft auch in diesem Band, mit einer gehörigen Portion Wortwitz, gegen die dunklen Mächte und muss seinen Status als Magier, vor dem weißen Rat, beweisen. Die Story ist packend, spannend und fesselnd. Die Protagonisten glaubwürdig und der schwarze Humor kommt immer an den richtigen Stellen, ohne irgendwie lächerlich zu wirken. Eine leichte, unterhaltsame Lektüre mit der sich der Autor selbst übertroffen hat und die Lust auf die Nachflogebände steigert. Klare Kaufempfehlung meinerseits. 90°
zugroaster zu »Jim Butcher: Feenzorn«20.04.2009
Ich habe "Summer Knight" im Original gelesen und finde der Titel passt besser als die deutsche Variante "Feen Zorn". Ich kann hier eigentlich voll und ganz meinem Vorredner zustimmen, daß das Buch einfach der Hammer ist. Harry Dresden steht mehr denn je zwischen den Fronten (im wahrsten Sinne des Wortes) und muß seinen Kopf, mit Hilfe seiner Freunde, aus der Schlinge ziehen. Auf jeden Fall ein must have für alle Harry Dresden Fans.
Dieter Bünger zu »Jim Butcher: Feenzorn«06.04.2009
Gut zwei Jahre haben wir auf Harry Dresdens Rückkehr (hier in Deutschland) warten müssen, aber es hat sich voll und ganz gelohnt! Ich habe schon die bisherigen Dresden Romane Butchers gemocht, aber diesen empfinde ich als besonders gelungen.

Auch dieser Dresden-Roman folgt dem alten Motto: Und wenn du glaubst es geht nicht mehr... kommt von irgendwo her noch mehr! Getreu diesem Motto überhäuft Butcher seinen irgendwo zwischen Philip Marlowe, Harry Potter und Peter Parker angesiedelten, vom Pech verfolgten Magier-Privatdetektiv mit unzähligen unseligen Aufgaben und Prüfungen, die mal wieder seine körperliche und geistige Gesundheit auf die Probe stellen. Aber Harry wäre nicht Harry, wenn er sich auch nicht hier irgendwie wieder herauswursteln würde.

Zum einen muss er seinen Status unter Beweis stellen, denn nach den Ereignissen im Vorgängerband ist jetzt ein Krieg zwischen dem Rat der Magier und dem Roten Hof der Vampire entbrandt (an dem Harry nunmal nicht ganz unschuldig ist). Die Vampire wollen seinen Kopf, die Magier sind nur allzu sehr bereit ihn auszuliefern. Doch er hat eine letzte Chance: Wenn er als Beweis seines Status als Magier für das Haus des Winters der Winterkönigin herausfindet, wer den Ritter des Hauses des Winters (es handelt sich hierbei um Feen) umgebracht hat, würde die Magier das Niemalsland der Feen betreten dürfen und hätten den Vampiren gegenüber einen Vorteil, d. h. Harry würde verschont werden. Wer glaubt, das wär's schon, der hat noch nie ein Buch von Butcher gelesen. Es wird alles immer noch schlimmer als man denkt. So taucht z. B. eine alte Bekannte bei Harry auf, die als Gesandte des Hauses des Sommers arbeitet, ein Wechselbalg wird vermisst, usw. usf.

Butcher schreibt in seiner gewohnten Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit und integriert auch die typisch gefühlvoll-anrührenden Szenen, die uns seinen Anti-Helden Harry immer wieder als zutiefst menschlichen von Verzweiflung und Frust getriebenen Charakter offenbaren. Es ist im grunde genommen das, was seine Bücher aus der Unmenge von Romanen, die im "paranormal romance" oder "urban fantasy"-Genre angesiedelt sind, herausstechen lassen. Sehr amüsant sind auch die zahlreichen Anspielungen an klassische Romane, Bücher oder vorhergehende Harry Dresden-Geschichten.

Das Augenmerk liegt diesmal (nach den Werwölfen von Band 2 und den Vampiren in Band 3) auf den ziemlich durchtriebenen und häufig undurchsichtigen Sidhe, den Feen des Niemalslands, was in erster Linie bedeutet, dass dieser Roman eher in die Kategorie "Fantasy", denn "Horror" fällt. Ansonsten gilt: Butchers Schreibstil ist so flüssig und so gut wie eh und jeh und man möchte das Buch wirklich in einem Zug durchlesen. Ich persönlich bin schon wieder gespannt wie es in Band 5 "Silberlinge" im Juli weitergehen wird. Von mir aus also an dieser Stelle eine klare Empfehlung!
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