Schuldig von Jim Butcher

Buchvorstellungund Rezension

Schuldig von Jim Butcher

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „Proven Guilty“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 576 Seiten.ISBN 3867621020.Übersetzung ins Deutsche von Dominik Heinrici.

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In Kürze:

Harry Dresden, Chicagos einziger magiebegabter Detektiv, hat die Seiten gewechselt: Nachdem ihn die Wächter des Weißen Rates jahrelang argwöhnisch auf Schritt und Tritt überwacht haben, trägt er nun selbst den typischen grauen Mantel der magischen Polizeitruppe. Bei seinem ersten offiziellen Fall muss er sich Furchtfressern stellen, Kreaturen, die sich von Angst ernähren und ausgerechnet ein Horrorfilmfestival attackieren. Harry stellt fest, dass der Kampf gegen diese Monster nur ein Aufwärmen für komplizierte Ränkespiele zwischen zwei mächtigen verfeindeten Gruppierungen ist – den Magiern des Weißen Rates und dem Roten Hof der Vampire.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Teufel und Engel kämpfen an seiner Seite“85

Horror-Rezension von Eva Bergschneider

„Schuldig“ ist der achte Band der „Harry Dresden“ Serie. Der einzige Magier im Telefonbuch von Chicago tut was er immer tut, er bewahrt die Stadt vor den Mächten des Bösen. Und doch hat sich einiges geändert. Er ist nun einer von denen, die ihm zuvor ans Leder wollten, ein Magierpolizist, ein Wächter des weißen Rats. Doch Harry Dresden bleibt trotzdem ein nonkonformistischer Einzelgänger, der auch zu den zwielichtigen magischen Völkern Kontakte pflegt. Wenn das mal gut geht …

Aus alter Freundschaft

Es sind Momente wie diese, in denen es Dresden bereut, sich den Wächtern angeschlossen zu haben. Ein junger Magier wurde der schwarzen Variante der Kunst überführt. Er wird geköpft. Und Harry weiß, dass er dank seines inneren Dämons nicht so weit davon entfernt ist, vom Bösen überwältigt zu werden. So ergeht an Dresden auch noch der Auftrag, sich um eine neue Welle der schwarzen Magie in Chicago zu kümmern, zeitgleich mit dem Hilferuf der Tochter seines Freundes Michael Carpenter, dem Kreuzritter. Molly fürchtet um ihren Freund Nelson, der eingebuchtet wurde und hinter dem „sie“ her sind. Auf der Toilette eines Hotels, in dem gerade ein Horrorfilmfestival stattfindet, wurde er Zeuge eines mysteriösen und brutalen Angriffs auf den Kinobesitzer Clark Pell. Der potentielle Täter hätte nie ungesehen entkommen können, wird aber nirgendwo entdeckt und so steht der Junkie unter Verdacht. Dresden sieht sich gerade auf der Splattercon!!! um, als die Hauptdarsteller auf dem Zelluloid lebendig werden und anfangen, ihre Fans abzuschlachten. Diese Kreaturen sind Furchtfresser, doch woher kommen sie auf einmal? Einem Ausflug in das Feenreich folgt die Erkenntnis, dass hier etwas Größeres und Mächtigeres am Werk ist, als alles, was der Magier bisher bekämpfen musste.

Viele Grautöne zwischen schwarzer und weißer Magie

Ernstere und tiefere Töne als in „Erlkönig“ schlägt Jim Butcher in „Schuldig“ („Proven Guilty“ amerikanischer Originaltitel) an, der Titel deutet bereits darauf hin. Ernster, weil keine unfreiwillig komischen Figuren mitspielen, wie der Leichenbeschauer Butters, der im siebten Band mit der Polkatrommel Zombies dirigierte. Tiefer, weil hier Harrys Position in der magischen Welt als Wächter des Weißen Rats und die Grautöne in seiner Magierseele zentrale Themen sind. Doch die „Dresden Files“ wären nicht, was sie sind, wenn es nicht auch einmal Grund zum Schmunzeln gäbe. Die schwarzhumorigen Sprüche des moralisch ambivalent denkenden Schädels Bob und viel Situationskomik bleiben glücklicherweise erhalten. Witzig aber auch bezeichnend melancholisch ist z.B. die Szene, in der Harry sich stundenlang auf eine Ritualmagie vorbereitet und im entscheidenden Augenblick das Telefon läutet. Der Magier geht in „Schuldig“ an seine persönlichen Grenzen, muss sehr viel mehr einstecken, als den Totalschaden seines geliebten Käfers.
Sein Freund Michael ist Kreuzritter, ein Diener Gottes und Harrys – oftmals schlechtes – Gewissen. Nicht nur weil der Magier nicht an den einen Gott glaubt, sondern aufgrund des in ihm lebenden gefallenen Engels Lasciel. Hier schleicht sich durch das Auftreten einer religiösen Instanz ein leicht erhobener Zeigefinger ein. Lasciel lässt keinen Trick unversucht, um in Freiheit zu gelangen, versorgt Dresden als Buchhändlerin Sheila in „Erlkönig“ mit Informationen oder beglückt ihn einfach nur mit der Illusion heißen Wassers. Köstlich sarkastisch sind die Dialoge der beiden und doch geht in „Schuldig“ ein wenig der Lässigkeit verloren, die ihr Verhältnis zuvor ausgezeichnet hat.

Trotz der Ausflüge in Dresdens emotionale Welt, gilt es natürlich gegen Horrormonster zu bestehen, einen Schwarzmagier zu enttarnen und Molly aus den Klauen der Feen des Winters zu befreien. An Dramatik, dunklen Geheimnissen und magischer Action fehlt es also nicht. Was aber „Schuldig“ wieder einmal ausmacht, sind die skurrilen Charaktere und ihre Entwicklung. Ob das nun die trickreichen Feen, gierige Vampire oder auch einfache Polizisten sind, Butcher zeichnet Persönlichkeiten, die echt wirken, egal auf wessen Seite sie stehen und welche Fähigkeiten sie haben. Der Autor hat einen komplexen Plot gestrickt, allerdings die Rahmenhandlung eher spärlich darum herum gewoben. Ein Krieg gegen die Vampire des roten Hofs ist ausgebrochen, ein Bündnis mit den Feen gescheitert und eine dunkle Bedrohung zieht auf. Zudem lastet eine neue schwerwiegende Verantwortung auf Harrys Schultern. All das sind solide Grundsteine zu vielen weiteren spannenden Abenteuern. Bisher gibt es 13 „Dresden Files“ und wir freuen uns, das der Verlag Feder und Schwert sie alle dem deutschen Publikum zugänglich macht. Eine Kritik und zugleich Bitte für die folgenden Bände sei an dieser Stelle erlaubt, bitte etwas mehr Sorgfalt beim Lektorat. Viele kleine Fehler fallen unangenehm auf, sowie eine seltsame Wortschöpfung, die auch der Duden nicht kennt: „Knet“ als Kurzform von „Knetmasse“, auch noch „blauen Knet“ anstatt „blaue Knete“ (S. 231 u.232). Wer hat sich das ausgedacht?

Ihre Meinung zu »Jim Butcher: Schuldig«

tassieteufel zu »Jim Butcher: Schuldig«15.06.2015
Der Weiße Rat bekämpft noch immer den Roten Vampirhof und mußte erhebliche Verluste einstecken. Harry Dresden, jahrelang vom Rat mißtrauisch beäugt wegen seiner Vergangenheit ist nun selbst Mitglied und bekommt seinen ersten offiziellen Auftrag. Auf einem Horrorfilmfestival kam es zu seltsamen Vorkommnissen, die nahe legen, dass dort schwarze Magie gewoben wurde. Harry stellt schnell fest, dass es sich um Furchtfresser handelt, die sich von der Angst ihrer Opfer nähren. Doch wer hat sie heraufbeschworen? Zur gleichen Zeit erhält Harry einen Anruf von Molly, der Tochter seines Freundes Michael, die in Schwierigkeiten steckt und das vor ihrer Mutter verheimlichen will.

Im achten Band der Dresden Files ist einiges anders. Harry ist nun Mitglied im Weißen Rat, doch seine Freunde dort kann er an den Fingern abzählen und auch mit den Methoden des Rates kann Harry sich nicht so wirklich anfreunden. Während der Hinrichtung eines jungen Mannes der auf die Abwege der schwarzen Magie gerutscht ist, zeigt sich deutlich, wie anders Harry über die Methoden des Rates denkt. Und auch der in ihm wohnende, gefallene Engel Lasciel nimmt in Harrys Leben immer mehr Raum ein. Auch wenn Harry eigentlich immer nur Gutes tun will, weiß er doch genau, dass es sehr gefährlich ist, sich auf Lasciel einzulassen und hier darf man in den nachfolgenden Bänden gespannt sein, wie sie das entwickelt.
Der Fall um die Furchtfresser ist verzwickt und undurchsichtig und es gelingt dem Autor wieder einmal, den Leser völlig im Unklaren zu lassen, wer hinter diesen schwarzmagischen Attacken steckt. Harry muß alle Register seiner Kunst ziehen und ist wieder einmal auf Hilfe magischer Wesen angewiesen. Doch immer wenn er sich mit den Feen einläßt, wird es kompliziert, da nie so ganz klar ist, welche Ziele sie wirklich verfolgen und so führt auch diesmal Harrys Zusammenarbeit mit den trickreichen Wesen zu weiteren Komplikationen.
Harry und Frauen ist ein Thema für sich, sobald eine in Not ist, kann er gar nicht anders als zu helfen, so auch bei Molly und dabei gerät er in arge Konfrontationen mit deren Mutter Charity, die ihn ohnehin schon nicht besonders leiden kann. Als Harry feststellen muß, dass beide Fälle zusammen hängen, wird es richtig schwierig und auf seinem Feldzug muß Harry wieder mal ordentlich einstecken und er macht sich dabei wieder jede Menge neuer Feinde.
Auch Harrys Gefühlswelt nimmt diesmal mehr Raum ein als in den anderen Büchern und seine Einsamkeit verleiht im langsam etwas tragische Züge, aber diese etwas emotionalen Szenen werden immer durch den etwas schrägen Humor des Autor aufgelockert, wenn er Bob mal wieder freche Sprüche klopfen läßt oder sich Harry wortgewandt Schlagabtäusche mit Lasciel liefert, die immer im unpassendsten Moment auftaucht.
Das Ende ist nur teilweise befriedigend, da vieles offen bleibt, immerhin kann Harry für ein paar persönliche Baustellen eine recht gute Lösung finden, bekommt allerdings noch eine weit größere Verantwortung aufgebürdet, so dass man auch hier gespannt auf die Folgebände sein darf.

FaziT: ein komplexer, wendungsreicher und überraschender Plot sorgt für ein spannendes Lesevergnügen! Wer sich mit Harry und seiner Welt ein wenig auskennt, wird sich freuen, dass die Carpenters mal wieder einen Auftritt haben und auch sonst sind diesmal alle lieb gewonnenen Figuren wie Murphy, Bob, Mouse und Thomas mit dabei.
lord.byron zu »Jim Butcher: Schuldig«09.08.2011
Harry Dresden, Chicagos einziger magiebegabter Detektiv, hat die Seiten gewechselt: Nachdem ihn die Wächter des Weißen Rates jahrelang argwöhnisch auf Schritt und Tritt überwacht haben, trägt er nun selbst den typischen grauen Mantel der magischen Polizeitruppe. Bei seinem ersten offiziellen Fall muss er sich Furchtfressern stellen, Kreaturen, die sich von Angst ernähren und ausgerechnet ein Horrorfilmfestival attackieren. Harry stellt fest, dass der Kampf gegen diese Monster nur ein Aufwärmen für komplizierte Ränkespiele zwischen zwei mächtigen verfeindeten Gruppierungen ist – den Magiern des Weißen Rates und dem Roten Hof der Vampire.
Klappentext

Ich bin platt. Wie schafft es Mr. Butcher, bei jedem Buch noch besser zu werden? Schon beim Vorgänger "Erlkönig" dachte ich, dass die Spitze des Eisbergs jetzt erreicht ist, aber ich wurde überrascht: "Schuldig" ist tatsächlich noch viel beser. Von Anfang bis Ende so spannend, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Der Schreibstil ist so leicht und flüssig zu lesen und der Humor ist großartig. Die Hauptfiguren sind unglaublich sympatisch und der Plot ist sehr komplex. Man möchte am liebsten gleich den nächsten Band zur Hand nehmen. Zum Glück muss man dieses Mal nicht allzu lange warten. "Weiße Nächte" erscheint im November. Mal sehen, ob es noch dicker wird, als sein Vorgänger.
Wer noch nie etwas über Harry Dresden gelesen hat, aber Fantasy mag, sollte das schnellstens nachholen. Jim Butcher ist der Beste. Hoffentlich schreibt er noch ganz viele Bücher über Harry, Mister und Mouse und hoffentlich werden sie auch alle übersetzt.
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