Verrat von Jim Butcher

Buchvorstellungund Rezension

Verrat von Jim Butcher

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Turn Coat“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 640 Seiten.ISBN 3867621101.Übersetzung ins Deutsche von Dominik Heinrici.

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In Kürze:

Wenn es um den Weißen Rat geht, kommen Harry sofort Gedanken wie schwarzes Schaf oder Opferlamm in den Sinn, und niemand schafft es, Dresden mit mehr Geringschätzung zu behandeln als Morgan, ein Wächter-Veteran, der einen Groll gegen jeden hegt, der die Regeln bricht. Doch diesmal steckt Morgan in ernsthaften Schwierigkeiten. Er wird eines kaltblütigen Mordes beschuldigt – eines Verbrechens, für das es nur eine finale Strafe gibt. Nun ist Morgan auf der Flucht und versucht, seinen Namen reinzuwaschen. Hierzu benötigt er einen echten Underdog – jemanden wie Harry, der für ihn den Verräter im Rat ausfindig macht und dabei selbst nicht unter Verdacht gerät. Andernfalls könnte es jemandes Kopf kosten, und dieser Jemand könnte Dresden selbst sein.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gelungenes Werk für Freunde des schwarzhumorigen Privatermittlers.“86

Horror-Rezension von Sanja Döttling

Harry Dresden ermittelt noch immer als schäbiger Privatdetektiv im Chicago. Im elften Teil der langjährig erfolgreichen Urban-Fantasy-Reihe begegnet Harry Dresden einem geradezu übermächtigen Feind. Einem Feind aus den eigenen Reihen des weißen Rates.

Seit dem ersten Band wird Harry von dem loyalen Wächter Morgan auf Schritt und Tritt beobachtet, im Auftrag des übermächtigen Magier-Rats. Auf den ist Harry prinzipiell nicht gut zu sprechen, er hält sich aus der magischen Politik heraus und versucht auch Morgan zu ignorieren, wo es nur geht. Doch jetzt ist es ausgerechnet Morgan, der vom Rat verurteilt werden soll – wegen eines Mordes an einem hohen Ratsmitglied. Darauf steht die Todesstrafe, und der unschuldige Morgan taucht unter – unerwarteterweise bei Harry.
Der mürrische Privatdetektiv mit weichem Herzen gerät schneller und tiefer in die Ermittlungsarbeit, als er blinzeln kann. Schon bald nimmt ein Skinwalker den frei gewordenen Platz an seinen Fersen ein. Der mächtige Gestaltwandler ist ein immer stärker werdender Gegner, der Harry selbst in Zusammenarbeit mit seinen zahlreichen bunt zusammengewürfelten Verbündeten an den Rand seiner Kräfte bringt. Doch es ist nicht nur der Skinwalker, der Magier Dresden auf die Pelle rückt. Währenddessen muss Dresden auch noch den Mordfall aufklären. Und der Mörder befindet sich in eigenen Reihen …

Dresden bleibt sympathisch

In den ersten Teilen war Dresden noch der verrückte Querschläger der Magiergemeinde. Doch jetzt, in Band elf, ist die Persönlichkeit viel ausgereifter. Harry Dresden hat eine umfassende Charakterentwicklung erfahren, wie in einem Computer-Rollenspiel hat Dresden sich Skills und Fähigkeiten angeeignet und wird auch von seinen Mitmagiern inzwischen ernster genommen. Anstatt als Privatschnüffler belächelt zu werden, hat Dresden einen Ruf weg. Aber keine Angst; trotz allem ist Harry Dresden ein etwas verschrobener Typ mich knackig-sarkastischen Sprüchen geblieben. Diese Entwicklung auf der Ebene des Charakters ist allerdings schön zu lesen, weil der Leser so immer wieder neue Seiten an einem altbekannten Protagonisten erkennen kann und sich auch nach elf Bänden nicht langweilt. Außerdem hat Dresden über die letzten Bände immer mehr Verbündete hinzugewonnen, die seine Mannschaft verstärken und den Geschichten stets einen neuen Twist geben. Auf der anderen Seite ist die Entwicklung notwendig, da der Autor seinen Helden mit immer stärkeren Feinden konfrontiert. Das führt zu spektakulären Schlachten, bei denen Harry sogar auf die Rückendeckung der Vampire zurückgreifen muss.

Großes Komplott

Der Fall im Buch Verrat ist kompliziert und erfordert einiges an Ermittlungsarbeit. Doch Jim Butchers jahrelange Schreiberfahrung hilft, den Fall gleichzeitig spannend und übersichtlich zu vermitteln. Dabei sind Dresdens Ermittlungsmethoden noch immer exzentrisch; er vereint Magie und Hirnschmalz zu einer überraschend explosiven Mischung. Das hat er sowohl den Vollzeit-Magiern wie -Privatdetektiven voraus.

Dieser spezielle Fall treibt Dresden allerdings an seine persönlichen Grenzen. Schon zu Beginn muss er empfindliche Verluste einstecken und einen Freund zu Grabe tragen. Das zeigt schon zu Anfang, wie verletzlich Harry ist. Weitere Tiefe gewinnt der Fall durch die Ermittlung in den eigenen Reihen. Obwohl Harry Dresden sich meistens außerhalb des Klüngels des Weißen Rates befindet, ist dieses Mal auch er betroffen. Der Fall dreht auf clevere Weise die Einteilung von Freund und Feind um und garantiert ein spannendes Leseerlebnis.
Einige andere Rezensionen haben auf eine mängelhaltige deutsche Übersetzung hingewiesen. Es befinden sich in Verrat zwar einige Wortfehler – die sind aber kein Grund, die Story nicht zu genießen.

Harry Dresden hat an Charakter viel dazu gewonnen. Er ist noch immer ein verschrobener Privatdetektiv, aber sein Ansehen unter den anderen Magiern ist gewachsen. In „Verrat“ wird ebenfalls viel Gewicht auf seine kunterbunte Helfer-Truppe gelegt, was dem Band eine fast schon familiäre Atmosphäre gibt. Das ist ein guter Ausgleich zu der sehr düsteren Mordermittlung, den schaurigen Kämpfen und den großen Gefahren, denen Dresden begegnet. Insgesamt ein sehr gelungenes Werk für Freunde des sarkastischen, schwarzhumorigen Privatermittlers.

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