In Kürze:
Chicago wird von einer Mordserie in Angst und Schrecken versetzt – alle vier Wochen, wenn der Vollmond fahl am Himmel steht, sterben in den Straßen der Stadt unzählige Menschen. Fallen sie einem Psychopathen zum Opfer? Einer Gang? Oder etwas ganz anderem? Harry Dresden, Privatermittler mit besonderen Fähigkeiten und Polizeiinformant wider Willen, wird schneller, als ihm lieb ist, in diesen dunklen Fall verwickelt. Immer wieder kreuzen dabei Männer und Frauen seinen Weg, die ein Geheimnis haben: Im Schutz der Dunkelheit verwandeln sie sich – und jagen…
Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Privat-Eye und die Wölfe“
Horror-Rezension von Carsten Kuhr
Eigentlich, so hatte Harry Dresden, seines Zeichens Privatdetektiv und Magier aus Chicago gedacht, eigentlich konnte es kaum schlimmer kommen, als bei seinem letzten Auftrag für die Sonderkommission der Polizei. Doch dann geschehen bei Vollmond bestialische Morde. Menschen werden förmlich geschlachtet, das Revier der Sonderkommission selbst angegriffen – und Harry als Mitwisser und Tatverdächtiger festgenommen. Nun, das wäre ja noch zu verkraften, aber dass der lokale Gangsterboss ihn zu kaufen versucht, dass ein Multimilliardär ihn in seinen Dienst nehmen will, eine betörend schöne, nackte Frau ihm nachstellt, und dass er all diese verlockenden Angebote abschlägig bescheiden muss, obwohl er keinen Cent in der Tasche hat, das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus.
Im Vergleich dazu ist die Existenz von Werwölfen, Lykantropen und Loup-garous selbst, die allesamt zur Jagd auf unsern Magier blasen eher ein minderes Ärgernis. Als sich dann auch noch das FBI an der Hetz auf Harry beteiligt, wird es wirklich haarig – im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein eigenwilliger Held und das organisierte Verbrechen mit Verbindungen zu Vampiren und Werwölfen
Jim Butchers Romane um den Magier und Detektive Harry Dresden verwöhnen den Leser mit allen Ingredienzen, die für ein faszinierendes Werk von Nöten sind. Ein eigenwilliger Anti-Held mit magischen Fähigkeiten, der sich als Private-Eye eher mühsam durchs Leben schlägt, das organisierte Verbrechen, das sich wie eine Krake in der Metropole ausgebreitet hat, betörende Frauen im Dunstkreis unseres Helden, die einmal mehr nicht unbedingt dem üblichen Bild entsprechen und finstere Gegner und Geheimnisse, daraus werden sonst Bestseller gemacht. Das liest sich flüssig und sehr vergnüglich, ein Cliffhanger jagt der nächsten, trotzdem reicht es nicht zum Sprung aufs Treppchen der internationalen Bestsellerlisten. Warum? Nun, vielleicht weil Butcher geschickt, aber auch augenzwinkernd mit Versatzstücken gängiger Krimi- und Horrorbücher jongliert, oder weil seine Personen gar zu eckig und kantig sind, eben gerade auf den zweiten Blick nicht dem Erwarteten entsprechen. Dazu befleissigt sich der Autor eines bewusst saloppen Stils, der zwar gut zum Plot passt, so manchen Leser aber zunächst sicherlich abschreckt. Dennoch, oder besser ausgedrückt gerade deswegen bietet das Buch für Anhänger der spannend-phantastischen Literatur vergnügliche Lesestunden ohne allzu grossen Tiefgang, dafür mit um so packenderen Geschehnissen.


