Rotkäppchens Rache von Jim C. Hines

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Red Hood´s Revenge“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 416 Seiten.ISBN 3-404-20005-5.Übersetzung ins Deutsche von Axel Franken.

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In Kürze:

Roudette ist eine Assassine, von allen ehrfürchtig „Die Lady mit der roten Kapuze“genannt. Ihre Mission führt sie ins Land Arathea, wo sie eine Frau töten soll. Die einzige Frau, die je ihre erste Begegnung mit Roudette überlebt hat. Eine Prinzessin, auch bekannt als Dornröschen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Gebrüder Grimm würden ihre Geschichten nicht mehr wiedererkennen“67

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Willkommen, liebe Leser, in der etwas anderen Märchenwelt des Jim C. Hines. Wir alle kennen ja die literarischen Vorlagen, auch wenn zumeist nur die weichgespülte Disney-Version von Aschenputtel, Schneewittchen und Dornröschen. Dass diese jungen Frauen alles andere als wehrlose Prinzessinnen sind, die bis an ihr Lebensende glücklich und zufrieden an der Seite ihrer blaublütigen Galane regieren, wie Sie und die amerikanischen Trickfilmzeichner meinen, ist in den bislang drei Titeln aus Hines´scher Feder nachzulesen.

Schon in den ersten beiden Abenteuern des schlagkräftigen Gespanns bewies unser Trio, dass sie sich ihrer Haut zu erwehren wissen. Als sie dann den Elfen Rumpelstilzchen festnageln und dessen Kindsentführung aufdecken, scheint einmal mehr das Gute zu siegen. Dumm nur, dass der Überführte dann kurz darauf aus sicherem Gewahrsam entführt und von Roudette, uns vielleicht besser bekannt unter dem Namen Rotkäppchen, gemeuchelt wird. Die Täterin hinterlässt eine Nachricht – sofern Schnee nicht zu einem verwunschen Wald kommt, würde die Attentäterin ihre Stiefschwester foltern. Das gute Herz Schnee(wittchen)s und der Schutz von Dornröschen alias Talia sorgen dafür, dass die dort vorbereitete Falle nicht zuschnappt. Allerdings werden unsere drei in die Heimat Talias versetzt. In dem Wüstenland geht nicht nur die wilde Jagd des Nächtens um und regiert Talias Stiefmutter mit eiserner Hand, eine weit größere Gefahr droht der Bevölkerung: eine intrigante Elfin hat sich die Unterjochung jeglichen Lebens auf ihre Fahnen geschrieben.

Verfolgt von Roudette und den Häschern der bösen Königin fliehen unsere Heldinnen, nur um feststellen zu müssen, dass sie bei allen Animositäten und gegenseitiger Abneigung nur gemeinsam dem drohenden Untergang des Wüstenreiches entgegentreten können …

Disney hat ausgesorgt – jetzt kommen die Märchenprinzessinnen der Hines´schen Art

Die Todesengel – so hat der deutsche Verlag die zweite große Serie aus der Feder des sympathischen US-amerikanischen Autors Jim Hines genannt – bietet all das, was die Fans sich von „Drei Engel für Charlie“ in einem Fantasy-Umfeld wünschen könnten: jede Menge packender Kämpfe, viele Geheimnisse und unerwartete Wendungen, Dramatik und Leiden, Freude und Triumph.

Was ein wenig zäh begann, das läuft im dritten Teil der Reihe zu Höchstform auf. Nicht nur der an die Welt aus 1001 Nacht erinnernde Handlungsort mit der majestätischen Wüste, den stolzen Nomaden und den Wüstengeistern, auch das einst verwunschene Schloss und seine Prinzessin bieten jede Menge interessanter Ansatzpunkte.

Auffällig dabei auch, dass nicht etwa die gestaltwandelnde Roudette alias Rotkäppchen als Protagonistin dient, sondern Talia diese Rolle einnimmt und ausfüllt. Geschickt füttert Jines seine Figur mit immer deutlicherem Hintergrund aus, nutzt dabei die bekannte Geschichte von Dornröschen als Aufhänger, die er aber ebenso geschickt wie spannend zu lesen ausgestaltet. Die zu Beginn kurz, im Finale dann deutlicher angesprochene lesbische Neigung Talias, ihr Pflichtbewusstsein und Opferbereitschaft nehmen uns schnell für die Gestalt ein.

Dass immer wieder Längen auffallen, sei angemerkt, stört den Lesefluß aber nur unwesentlich. Was dem Roman zu einem wirklich im Ganzen überzeugenden Titel fehlt, ist, dass es Hines gelingt, auch die Gefühlswelt seiner Charaktere nachvollziehbar zu beschreiben. Bei all der gebotenen Action bleibt doch die Verzweiflung, die Furcht und der Hass, die unsere Damen antreiben, seltsam diffus. Ansonsten ein gelungenes Wüstenabenteuer mit Elfen, Geistern und toughen Frauen.

(Carsten Kuhr, September 2011)

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