Blind von Joe Hill

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Heart-Shaped Box“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 432 Seiten.ISBN 3-453-26546-7.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Der Rockstar Judas Coyne erwirbt über das Internet einen Geist. Was als vermeintlicher Spaß beginnt, wird bald zu einem blutigen Horrortrip auf der Straße des Todes. Mit Joe Hill betritt ein junger Autor die Szene, der – schon jetzt vielfach preisgekrönt – den Vergleich mit den Meistern des Genres nicht zu scheuen braucht.

Rockstar Judas Coyne sammelt makabre Dinge: eine gebrauchte Henkersschlinge, ein Kochbuch für Kannibalen, einen Snuff-Film …Als bei einer Internetauktion der Geist eines kürzlich Verstorbenen angeboten wird, zögert er deshalb nicht lang und klickt auf „Sofort kaufen“. Als Beleg für das Geschäft kommt per Post in einer herzförmigen schwarzen Schachtel der Sonntagsanzug des Toten. Auf grauenhafte Weise erfährt Judas, dass es sich bei der Sache mit dem Geist mitnichten um einen Scherz handelt – er ist echt und sinnt auf Rache! Für Judas Coyne beginnt ein Horrortrip …Mit Joe Hill gewinnt die Horrorliteratur eine vielversprechende neue Stimme. Die Buchrechte an seinem Erstlingsroman „Blind“ wurden auf Anhieb in 20 Länder verkauft; Warner Bros. hat sich bereits die Filmrechte an diesem Thriller des Übernatürlichen gesichert.

Das meint phantastik-couch.de: „Joe Hill bereichert die Horror-Szene“85

Horror-Rezension von Jörg Kijanski

Der 1972 geborene Joe Hill sammelte bislang jede Menge Auszeichnungen für seine Kurzgeschichten, darunter den Bram Stoker Award, British Fantasy Award, World Fantasy Award und andere mehr. Kein Wunder also, dass der Heyne-Verlag seinen Debütroman „;Blind“; (auf Anhieb in 20 Sprachen übersetzt, die Filmrechte liegen bereits bei Warner Bros.) mit den Worten „;Die Zukunft der Horrorliteratur hat einen Namen!“; bewirbt.

Der alternde Rockstar Judas „;Jude“; Coyne spielt schon seit Jahren keine Konzerte mehr, da zwei seiner Bandmitglieder verstorben sind. Dafür hat er umso mehr Zeit für seine Hunde Angus und Bon sowie sich um seine skurrile Privatsammlung kümmern zu können, zu der gerahmte Zeichnungen des Serienmörders John Wayne Gacy ebenso gehören wie ein Snuff-Video. Als ihm sein persönlicher Assistent Danny Wooten eines Tages von einer Internetversteigerung erzählt, in dem der Geist eines kürzlich Verstorbenen angeboten wird, zögert Jude nicht lange und aktiviert den „;Sofort-Kaufen-Button“;. Am nächsten Tag wird der Anzug des Verstorbenen geliefert und Jude muss schnell erkennen, dass der Geist äußerst lebendig ist und offenbar Jude und all seinen Freunden nach dem Leben trachtet. Ein Anruf bei der „;Verkäuferin“; Jessica Price hinterlässt dann auch keine Zweifel nach dem Motiv, denn bei dem Geist handelt es sich um Craddock McDermott, dem Stiefvater von Anna (Jessicas Schwester). Anna hatte als Groupie ein kurzes Verhältnis mit Jude bevor dieser sie nach Hause zurück schickte. Dort schnitt sich Anna die Pulsadern auf und Craddock schwor kurz vor seinem eigenen Tod Rache.

Als Jude in seinem Auto in der Garage sitzt um über die neue Situation nachzudenken, erscheint plötzlich Craddock neben ihm und zwingt ihn den Motor einzuschalten. Nur durch das Gebell der Hunde wird Judes neue Freundin Georgia auf die Situation aufmerksam und kann ihn gerade noch aus dem Auto befreien. Kurz darauf greift Craddock erneut an, doch diesmal beweisen sich Angus und Bon als zähe Gegner oder besser gesagt, deren schwarze Schattenhunde. Jude und Georgia entschließen sich zum Gegenangriff nachdem Craddock es geschafft hat, Danny in den Selbstmord zu treiben. Gemeinsam mit den Hunden machen sie sich auf den Weg zu Jessica. Während Craddock die beiden verfolgt, erfahren diese durch den Gebrauch eines Ouija-Brettes von Anna, dass diese sich keineswegs selber umgebracht hat…

„;Bald können wir ja endlich mal über den ganzen Kram reden. Kann sich nur noch um Tage handeln, so wie ich das sehe. Hab gehört, du bist gerade auf der Straße der Nacht unterwegs. Ich weiß, wo die hinführt. Volles Rohr gegen einen Scheißbaum.“;

Eine ausgeprägte Vorliebe für kurze Sätze

Joe Hill schickt also seinen Protagonisten und dessen Freundin auf die Straße der Nacht, auf der die Toten die Lebenden nach unten ziehen. Schon bald weis der Leser kaum noch, was real ist und was nicht. Zahlreiche Tote nehmen Kontakt mit Jude auf und immer wieder trachtet Craddock durch gezielte Aktionen nach Judes und Georgias Leben. Wie gut, dass es da die Hunde „;im Innern der Hunde“; Angus und Bon gibt, denn solange sie an Judes und Georgias Seite sind kann (fast) nichts passieren. Die Übergänge aus dem Reich der Toten  in das reale Leben sind Autor Hill glänzend gelungen und so bereichert der junge Autor die Horror-Szene mit seinem Debütroman durchaus, wenngleich er eine stark ausgeprägte Vorliebe für äußerst kurze Sätze hat.

Apropos Kürze, hier folgt (ungekürzt) Kapitel 3:

„;Er verstaute die Schachtel ganz hinten in seinem Wandschrank und beschloss, nicht mehr daran zu denken.“;

Der Roman geht von Anfang an hohes Tempo, welches durch 57 Kapitel auf 428 Seiten (davon allein 10 auf den letzten 25 Seiten!) nochmals gesteigert wird. Auch die einzelnen Figuren sind hervorragend gelungen. Judes Gegenspieler Craddock, der als Soldat in Vietnam neben dem Foltern zusätzlich Hypnosetechniken erlernt hat, kommt herrlich diabolisch herüber und Jude selbst ist als alternder, schräger Rockstar ebenfalls glänzend gezeichnet. Seine Vorliebe für Musik, die Namen seiner Hunde belegen es, nimmt im Roman ordentlich Platz ein, ebenso wie die zahlreichen übernatürlichen Phänomene. Es gilt die Vergangenheit (Annas Tod und dessen Ursache) aufzuklären, um deren Geistern zu entkommen. Nach dem Abstecher zu Jessica endet das als Roadmovie konstruierte Schauermärchen mit einem fulminanten Finale im Haus von Judes Vater, der schon seit längerer Zeit bettlägerig auf seinen Tod wartet.

Auf die Verfilmung von „;Blind“; (im Original „;Heart-Shaped Box) darf man gespannt sein, ebenso wie auf weitere Bücher dieses Erfolg versprechenden “;Debütanten";.

Ihre Meinung zu »Joe Hill: Blind«

ame zu »Joe Hill: Blind«28.03.2010
ich habe das buch ganz durch zufall endeckt und dachte es wäre was cooles für meine horrorbuch-sammlung...ich konnte abends gar nicht mehr von dem buch wegkommen, es war einfach zu spannend! ich hoffe hill schreibt noch ein paar solche bücher, die werde ich dann auch ganz sicher lesen...das ende ist jedoch ziemlich unerwartet...
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Leseratte zu »Joe Hill: Blind«06.02.2010
ich finde das Buch "Blind" von Jo Hilll richtig gut, als ich es in der Bücherrei fand, musste ich es einfach Lesen und ich tat es auch mit freude. Ich las öfters bis in die Nacht und wollte es immer weiter und weiter lesen, da ich aber erst 14 Jahre alt war, als ich das Buch las, durfte ich nie die ganze Nacht lese, das Buch ist einfach ein MUSS für jeden, der gerne Horror Bücher oder so liest!!!!
Ich war einfach nur beeindruckt davon.
Kom_Ombo zu »Joe Hill: Blind«27.01.2010
Anfangs hatte ich schon ein klein wenig Angst (muss ich ja zugeben), als ich den ersten Teil des Buches gelesen habe, aber dann legte sich das schnell wieder.

Die Story war ganz okay, aber das Ende war für mich ziemlich verworren und überhaupt nicht nachzuempfinden - und alles ging viel zu schnell, ohne das man wirklich verstanden hat, was da gerade passiert/passiert ist.

Ich dachte wirklich, mich erwartet etwas total gruseliges (auch wenn ich das eigentlich nicht mag - aber trotzdem lese), aber ich habe schon Bücher gelesen, die mich mehr erschreckt haben.
Ralph zu »Joe Hill: Blind«07.10.2009
Ich kam an das Buch durch eine Verkäuferin in dem Buchladen, in den ich immer gehe. Sie meinte, ich müsste es unbedingt lesen, wenn ich wirklich guten Horror und Spannung bis zum Abwinken haben wollte, und so habe ich das Buch gekauft.
Ich muss zugeben, dass ich im ersten Teil ein wenig enttäuscht war. Das Tempo war einfach zu hoch, man kam kaum mehr hinterher bei den ganzen Angriffen von Craddock und ich fand Judes Privatleben die ganze Zeit viel interessanter.
Aber den ersten Teil hat Hill in den beiden anderne Teilen wieder mehr als gut gemacht! Als sie dann unterwegs waren, und sich dir Story langsam erschlossen hat, wurde es zusehends spannender und spannender und die Wahrheit über Anna war schockierend, das muss ich sagen. Besonders gelungen fand ich die Szene im Haus von Jessica Price, wenn das kleine Mädchen Jude einen Finger weg schießt. Wie Jude danach verstört aus dem Haus geht war einfach nur genial geschrieben.
Im großen und ganzen aber muss ich sagen, dass Hills "21st Century Ghosts" (keine Ahnung ob es das auf Deutsch gibt, und wie es da heißt) um einiges besser war. Also wem "Blind" gefallen hat, der sollte sich diese Kurzgeschichtensammlung auf jeden Fall zulegen. Nicht alle Geschichten darin sind Horror, aber alle sind genial gut. Und wenn man sie wieder liest, ist es jedes Mal, als würde man sie das erste Mal lesen!
Trotzdem, "Blind" war gut, und daher gibt es von mir 90°.
Jesssie zu »Joe Hill: Blind«27.08.2009
Gute Idee! ....aber kam mir irgendwie bekannt vor... mmh? Komme aber nicht drauf woher. Egal!

Sympathischer Altrocker versucht den ersteigerten Geist und die Geister der Vergangenheit auf einer irren Odysee (wieder) loszuwerden.

Der Weg zu sich selbst ist steinig und brutal.

Insgesamt schön bedrückend, obwohl mich der Geist nicht ganz überzeugen konnte, nicht gruselig genug. Irgendwann "nervte" mich Craddock nur noch. "Los komm her, hast Du nicht mehr drauf?" kam mir immer wieder in den Sinn ;-) Ich konnte dem Gejagten/Jäger? Judas so richtig nachfühlen, dass er es endlich zuende bringen wollte, egal ob dead or alive und das meine ich positiv.

Auch das Ende hat mich (positiv) überrascht.

Fazit: solide 85° Da steckt aber noch mehr Potential drin! Bitte mehr von diesem intelligenten Horror.
Alexi1000 zu »Joe Hill: Blind«07.07.2009
Als ich die Gebundene Ausgabe in der Hand hatte, wußte ich noch nichts über Joe Hill, bis der Büchereileiter an der Kasse mit einem Grinsen im Gesicht "steckte", daß es sich hierbei um den Sohn von Stephen King handelt (er weiß ja, daß ich seit Jahren eingefleischter Fan bin).

Hätte er mal lieber nicht machen sollen...

Vielleicht hatte ich dadurch zu hohe Erwartungen, oder habe zwischen den Zeilen immer nach Stephen gesucht, jedenfalls war es für mich nicht die Erwartete Zukunft des Horrors...

um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, es bringt schon Spaß dieses Buch zu lesen, aber für mein Empfinden ist bei Joe Hill noch gut Luft nach oben...

seltsamerweise zeigt nach meinem Empfinden die Kurzgeschichtensammlung "Black Box", die ja schon vor dem Debütroman geschrieben wurde, viel mehr von dem Talent/Potential welches in Joe Hill steckt...

Fazit: zu empfehlen, für Leser die mal eine etwas neumodischere Geisterstory suchen, ich vergebe aber "nur" 80°.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Martina zu »Joe Hill: Blind«05.10.2008
Ich finde das Buch echt spannend. Ich habs zwar noch nicht fertig gelesen aber ich kann hier schon ein sgt-Kommentar posten ;D das ist eins der besten Bücher, die ich kenne. Vor diesem hab ich auch noch von Stephen King - Shining gelesen, das am Anfang zwar sehr langatmig war aber bei dem zum Ende sehr viel Spannung eingetreten ist. Blind ist aber echt superklasse ;D ich freu mich schon auf die Verfilmung!
Painmedic zu »Joe Hill: Blind«16.05.2008
Für mich war "Blind" eine herbe Enttäuschung. Möglicherweise hatte ich auch zu grosse Erwartungen in Hill (da Meister King's Sohn). Ich finde die Sprache sowie die Story und deren Protagonisten insgesamt recht platt und unoriginell. Beim Lesen hatte ich nicht selten das Gefühl, die Drehbuchvorlage zu einem B-Movie zu lesen (bitte nicht falsch verstehen; ist einfach meine Meinung). Rasende Spannung, wie ich sie aus der Lektüre von Genre-Autoren kenne, wollte sich bei mir einfach nicht einstellen. Aber eben; Hill ist noch jung und ich bin sicher nicht abgeneigt, weitere Werke von ihm zu lesen.
K.-G.Beck-Ewe zu »Joe Hill: Blind«11.01.2008
Mir hat dieser roman sehr viel Spaß gemacht, weil er deutlich von jemanden geschrieben wurde, der im Bereich Horror/Fantasy von ähnlicher Lektüre beeinflusst wurde wie ich. Man erkennt stilistisch elemente von Dean Koontz, James Herbert, James Patterson etc., wobei diese aber zu einem ganz eigenen Stil verwoben werden und eine Geschichte schaffen, die wirklich zu einigen schlaflosen Stunden führen kann.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Frank zu »Joe Hill: Blind«24.03.2007
Aber Hallo!
Da schreibt sich der Sohn aus dem Schatten des Vaters.
Nachdem Senior in der letzten Zeit nicht viel mehr als Papiermüll produzierte,zeigt ihm Sohnemann mal wo die Glocken hängen."Hill" liefert hier eine von Anfang an gut startende,das Tempo haltende Geisterstory ab.Das ganze wird gewürzt mit ein paar Verweisen Richtung AC/DC,OZZY + Co...also auch für die Hardrockfraktion goutierbar.Sicherlich Mainstreamhorror...-aber auf die erfrischende Art.
85%!
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