Darlah von Johan Harstad

Buchvorstellungund Rezension

Darlah von Johan Harstad

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Darlah - 172 timer på månen“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 416 Seiten.ISBN 3423247770.Übersetzung ins Deutsche von Gabriele Haefs.

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In Kürze:

Tausende Jugendliche aus aller Welt bewerben sich bei der NASA. Beim ersten bemannten Flug zum Mond seit 1976 sollen drei ganz normale Jugendliche die Berufsastronauten begleiten – ein Marketinggag, um Sponsoren anzulocken. Mia aus Norwegen ist eine der Auserwählten. Zusammen mit Midori aus Tokio und Antoine aus Paris fliegt sie zur Mondbasis Darlah 2, nicht ahnend, was sie dort erwartet. Der Einzige auf der Erde, der weiß, dass diese Expedition das Ende von allem sein kann, ist ein ehemaliger Angehöriger der US-Army – ein an Alzheimer erkrankter alter Mann, dem niemand Glauben schenkt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Abstruse Handlung mit versteckten Bezügen zu Klassikern“51

Science-Fiction-Rezension von Klaus Volmer

Für das Jahr 2012 plant die NASA die Rückkehr zum Mond. Um die Finanzierung für nachfolgende Missionen sicherzustellen, sollen öffentlichkeitswirksam drei Teenager in einer weltweiten Lotterie ermittelt und anschließend mit auf den Erdtrabanten genommen werden. Das Ziel ist „Darlah 2“, eine geheime, in der 1970er Jahren erbaute Mondstation.

Ein Jugendroman?

So beginnt der Plot eines ungewöhnlichen Science-Fiction-Romanes, von dem der erwachsene Leser sich zumindest in der ersten Hälfte nicht sicher ist, ob er sich zur Zielgruppe des Autors zählen soll. Die Geschichte an sich wirkt an den Haaren herbeigezogen. Teenager im Weltall? Geheime Stationen auf dem Mond? Gott sei Dank versucht Johan Harstad erst gar nicht, mehr Details dieser doch sehr verwegenen Story an den Leser zu bringen. Statt dessen konzentriert er sich auf die drei Hauptakteure, junge Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen mit sehr unterschiedlichen und doch sehr ähnlichen Problemen, die versuchen, den Übergang vom Kind zum Erwachsenen zu meistern. Gefühlvoll gelingt es ihm, die komplizierte emotionale Lage der drei Heranwachsenden zu beschreiben. Der Leser vergisst in diesem Teil des Romans auf weiter Strecke, dass er eigentlich ein Science-Fiction-Buch in Händen hält.

Doch ein SF-Thriller?

Irgendwann in der Mitte des Buches startet die NASA dann tatsächlich in Richtung Mond und aus dem Jugendroman wird endlich ein SF-Thriller, der auch den erwachsenen Leser anspricht. Jetzt geht es Schlag auf Schlag und mit zunehmendem Tempo wird aus Science-Fiction Mystery und schließlich waschechter Horror. Den erfahreneren Lesern werden dabei gewisse Parallelen zu älteren Klassikern des Genres nicht verborgen bleiben. Der Autor selbst macht auch keinen Hehl daraus, dass er „schamlos“ an den verschiedensten Ecken „geklaut“ hat. Interessierte können an das Ende des Buches blättern, um in den „Unwichtigen Informationen“ zu erfahren, bei wem der Autor sich überall bedient hat. Leider bleiben am Ende aber erheblich mehr Fragen offen als beantwortet werden, so dass die Geschichte insgesamt den Leser eher ratlos zurücklässt.

Fazit

Eine einigermaßen gerechte Bewertung für diesen Roman zu finden, erscheint mir nur schwer möglich. Dieses Buch richtet sich deutlich an die jüngere Generation. Ob es in dieser Gruppe Anklang findet, möchte ich letztendlich nicht beurteilen. Dafür spräche allerdings die ausdrucksstarke Charakterzeichnung, die der Autor seinen Figuren angedeihen lässt. Für den erwachsenen Leser ist die Geschichte des mit dem norwegischen Brage-Literaturpreis ausgezeichneten Romans einfach zu abstrus. „Darlah“ kann als SF-Thriller durch einige dramatische Szenen, am ehesten jedoch durch die vielen, zum Teil versteckten Bezüge zu den Klassikern dieses Genres gefallen.

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