Zeiten ohne Zahl von John Brunner

Buchvorstellung

  • Fantasy
  • Science-Fiction
  • Horror
  • Mystery

Originalausgabe erschienen 1962 unter dem Titel Times without Number, deutsche Ausgabe erstmals 1967 , 234 Seiten. ISBN 3-453-31226-0. Übersetzung ins Deutsche von Biggy Winter.

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In Kürze:

Die spanische Armada hat die englische Flotte geschlagen, Philipp II. hat England in den „Schoß“ der Kirche zurückgeführt und die Insel zu einer unbedeutenden Provinz des spanischen Weltreichs gemacht; Engländer haben nie eine Rolle gespielt bei der Eroberung der Neuen Welt. Man schreibt das 20. Jahrhundert. Die westliche Welt wird von Seiner Allerkatholischsten Majestät Philipp IX., Rey y Imperador, beherrscht; die Hauptstadt von Neu-Kastilien, dem nördlichen Teil des amerikanischen Kontinents, heißt Neu-Madrid.
Ein weiterer Unterschied zu unserer Welt bestimmt diese bizarre Parallelwelt: Man hat die Zeitmaschine erfunden. Die Gesellschaft für Zeitenkunde ist fest in jesuitischer Hand, und mit Argusaugen bewacht man jegliche Aktivität entlang der Zeitlinie unter der Aufsicht des riesigen Indianers Roter Bär.
Da tauchen gestohlene Artefakte aus der Vergangenheit auf, die auf unerlaubte Aktivitäten hindeuten. Die Verantwortlichen sind höchst besorgt, denn das könnte auf eine radikale Veränderung der Gegenwart hinauslaufen. Sind es die Indianer, die sich mittels eines Eingriffs in die Geschichte zugunsten der Engländer vom Joch der Spanier befreien wollen, um ihr Land zurückzugewinnen? Dabei könnten sie freilich vom Regen in die Traufe geraten!

Inhalt:

  • Siegesbeute von gestern
    Spoil of Yesterday
  • Wie es nicht geschrieben ist...
    The Word not Written
  • Da die Zeit erfüllet ward
    The Fullness of Time

Ihre Meinung zu »John Brunner: Zeiten ohne Zahl«

Beverly zu »John Brunner: Zeiten ohne Zahl« 13.03.2012
"Was wäre wenn?"-Szenarien sind problematisch, wenn in ihnen ein entscheidendes Ereignis der Weltgeschichte anders ausgeht und es danach linear weitergeht.
So entnahm ich einer Doku im Fernsehen, dass Spanien nicht TROTZ, sondern WEGEN seiner Eroberungen in Amerika 1700 bankrott war. Unter der Herrschaft der Inquisition erstickte das geistige Leben, innovative Kräfte landeten auf dem Scheiterhaufen, sofern sie nicht das Land verließen und der Zustrom von Gold und Silber aus Amerika führte zu einer Inflation.
Hätte Philipp II. sich, wie in Brunners Roman geschildert, auch noch England einverleibt, wäre der Niedergang Spaniens nicht aufgehalten, sondern noch beschleunigt worden. Frankreich hätte sich vermutlich mit den Schotten verbündet, um die Umklammerung durch Spanien von den Pyränäen und dem Ärmelkanal zu lösen.

Der Ausgang des Konfliktes zwischen Philipp von Spanien und Elisabeth von Englang war entscheidend dafür, ob aus England eine Weltmacht wurde oder nicht. Am Niedergang Spaniens hätte auch ein Sieg Philipps nichts enden können. Die Wurzeln dafür wurden 1492 gelegt, als nach der Vertreibung der letzten Mauren Intoleranz, ja Totalitarismus in Spanien Einzug hielten. Außenpolitisch wurden nach 1492 in Amerka entgegen den Intentionen seines Entdeckers Kolumbus die Weichen auf Ausplünderung und Völkermord gestellt. Damit Spanien noch im 20. Jahrhundert über Amerika herrschen kann, hätte Brunner hier die Weichen anders stellen müssen, als es in der wirklichen Geschichte geschah.

So gesehen ist das Geschichtsszenario IMHO nicht überzeugend, eben weil es nach dem Sieg Philipps über Elisabeth eindimensional weiter geht. Viel interessanter an dem Roman die Möglichkeit, in die Vergangenheit zu reisen und die Geschichte zu ändern. Nun ja, da wollen einige Renegaten dafür sorgen, das Philipp die Schlacht gegen Elisabeth verliert und der Protagonist soll das verhindern. Wie das Eingriffe in die Vergangenheit so an sich haben, geht dabei alles schief und zum Finale wird der Held förmlich aus der Geschichte gespuckt.
seoirse_siuineir zu »John Brunner: Zeiten ohne Zahl« 01.12.2010
Die drei Teile erschienen ursprünglich 1962 in "Science Fiction Adventures" und wurden 1974 für die Buchversion grundlegend überarbeitet. Es handelt sich hier nicht um drei Kurzgeschichten sondern um drei Kapitel eines in sich geschlossenen Romans.
Die Geschichte spielt in einer Parallelwelt, in der im Unterschied zu der unsrigen die spanische Armada 1588 England besiegen konnte. Dadurch konnte England niemals zur dominierenden See- und Kolonialmacht werden, und auch die Industrielle Revolution hat nicht stattgefunden. Spanien beherrscht die gesamte westliche Welt, Amerika ist eine spanische Kolonie. Es gibt in dieser Welt keine Flugzeuge, Automobile oder dergleichen - dafür wurde allerdings die Möglichkeit der Zeitreise in die Vergangenheit entdeckt. Die "Geselschaft für Zeitenkunde" wird vom Jesuitenorden kontrolliert, wie überhaupt der Einfluß der römisch-katholischen Kirche sehr stark ist. In den ersten beiden Kapiteln wird beschrieben, wie der Protogonist, Don Miguel Navarro, unerlaubte Eingriffe in die Zeit gerade noch korrigieren kann. Im dritten Kapitel geht es darum, wie der Lauf der Geschichte - in der Parallelwelt - geändert werden könnte, wenn 1588 nicht Spanien, sondern England gesiegt hätte.

Der Roman ist sehr unterhaltsam. Brunner schildert anschaulich, wie eine Gesellschaft Ende des 20. Jahrhunderts hätte aussehen können, die nicht auf Erfindungen wie Dampfmaschine und dergleichen zurückgreifen konnte. Um bestimmte Lösungsansätze von vornherein auszuschließen, gibt er durchaus "plausible" Erklärungen, warum z.B. eine Reise in die Zukunft nicht möglich ist. Wie im dritten Kapitel versucht wird, ein Ereignis zu beeinflussen, wird man später auf sehr ähnliche Art und Weise in den "Terminator" - Filmen wiederfinden.
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