John Christopher

Christopher Samuel Youd wurde am 12. Februar 1922 in Knowsley bei Liverpool in der englischen Grafschaft Lancashire geboren. Mit der Science Fiction kam er schon früh in Berührung; er schrieb erste Storys und gab ein Fanzine („The Fantast“) heraus. Nach mehrjährigem Kriegsdienst in Gibraltar, Nordafrika und Italien (1941-1946) wurde Youd dank eines Stipendiums der „Rockefeller Foundation“ für literarische Nachwuchstalente ein ´richtiger´ Schriftsteller. Die erste professionelle Veröffentlichung wurde 1949 die Kurzgeschichte „Christmas Tree“. Ebenfalls 1949 erschien, „The Winter Swan“, Youds erster Roman, der nicht der Phantastik zuzurechnen ist.

Da Erfolg und Einkünfte zunächst ausblieben, arbeitete Youd für ein Unternehmen, das mit Industriediamanten handelte, und schrieb abends und an den Wochenenden. In den nächsten Jahren verfasste er unter einer Vielzahl von Pseudonymen (Hilary Ford, William Godfrey, Peter Graaf, Peter Nichols, Anthony Rye, William Vine, Stanley Winchester, Christopher S. Youd) für wenig Geld zahlreiche Krimis, aber auch Liebesromane oder Arztdramen.

1955 kehrte er als John Christopher mit „The Year of the Comet“ zur Science Fiction zurück. Im folgenden Jahr gelang ihm der Durchbruch mit „The Death of Grass (dt. “Das Tal des Lebens„), einer Katastrophen-Geschichte der typisch englischen Art. Christopher hatte ´seine´ Nische gefunden. Er konnte seinen Brotjob aufgeben und ließ in den folgenden Jahren weitere Katastrophen über die Erde hereinbrechen. Diesen folgen Planspiele, in denen Christopher Überlebende auf die Krise reagieren lässt. Seine Prognose fällt meist düster aus; der Mensch streift die Zivilisation ab und kehrt zum Faustrecht des Stärkeren zurück.

Mitte der 1960er Jahre gab Christopher seiner Karriere eine neue Richtung: Er schrieb nun SF gezielt für jugendliche Leser. Gleich sein erster Roman wurde ein Bestseller und Start einer Serie um die “Tripoden„ oder “dreibeinigen Monster„, Außerirdische in stählernen Kampfmaschinen, die sich die Erde untertan gemacht haben und die Menschen in feudalzeitlicher Rückständigkeit halten. Christopher stellt eine junge, rebellische Generation in den Mittelpunkt der spannenden Handlung, die den Kampf gegen den zunächst übermächtig scheinenden Gegner aufnimmt. Mit zwei Trilogien (“The Prince in Waiting„ und “Fireball„) und einigen Einzel-Romanen war Christopher ebenfalls erfolgreich. Vor allem die Serie um die dreibeinigen Monster – die 1984 eine zehnteilige TV-Verfilmung erfuhr – wird seit Jahrzehnten auch in Deutschland immer wieder aufgelegt. Für “Die Wächter„ wurde Christopher 1976 mit einem “Deutschen Jugendliteraturpreis" ausgezeichnet.

In den 1980er Jahren begann Christophers Produktivität nachzulassen. Neue Romane erscheinen nur noch selten, etwa 70 Bücher hat der Autor insgesamt veröffentlicht. John Christopher/Christopher Youd lebt heute in Rye, einem Städtchen in den Sussex Downs. [Michael Drewniok]

mehr über John Christopher:

Phantastisches von John Christopher:

  • (1955) The Year of the Comet / Planet in Peril
  • (1956) Das Tal des Lebens
    The Death of Grass / No Blade of Grass
  • (1958) The Caves of Night
  • (1959) A Scent of White Poppies
  • (1960) The Long Voyage / The White Voyage
  • (1962) The World in Winter / The Long Winter
  • (1964) Cloud on Silver / Sweeney’s Island
  • (1964) Die Unheimlichen
    The Possessors
  • (1965) Insel ohne Meer Rezension
    A Wrinkle in the Skin / The Ragged Edge
  • (1966) The Little People
  • (1968) Pendulum
  • (1969) Die Lotoshöhlen
    The Lotus Caves
  • (1970) Die Wächter
    The Guardians
  • (1973) Dom and Va / In the Beginning
  • (1974) Abenteuer zwischen zwei Welten
    Wild Jack
  • (1977) Leere Welt
    Empty World
  • (1993) A Dusk of Demons
  • (2003) Bad Dream
  • Storysammlung
    • (1954) The Twenty-Second Century
  • Über John Christopher
    • (1989) John Christopher: Master of All Genres (von Phil Stephensen-Payne)

Anmerkung: Diese Bibliografie beschränkt sich das phantastische Werk von John Christopher und spart die von Youd unter weiteren Pseudonymen veröffentlichten Kriminal-, Liebes- oder Historienromane etc. aus.