Zwischen den Sternen von John Scalzi

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Zoe´s Tale“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 550 Seiten.ISBN 3-453-52561-2.Übersetzung ins Deutsche von Bernhard Kempen.

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In Kürze:

In ferner Zukunft wird der interstellare Krieg gegen Alien-Invasionen mit scheinbar bizarren Mitteln geführt: Für die Verteidigung der Kolonien weit draußen im All werden nur alte Menschen rekrutiert. Menschen wie John Perry, der mit 75 noch einmal einen neuen Anfang machen will und bald das wohlgehütete Geheimnis erfährt: Der Krieg der Zukunft wird mit Klonen ausgetragen – und es ist ein Krieg, dem sich niemand entziehen kann, auch nicht Perrys Tochter Zoe …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Eine neue Perspektive“80

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Blind kaufen könnte in diesem besonderen Fall für manchen Scalzi-Fan eine Enttäuschung bedeuten. Denn bei „Zwischen den Sternen“ handelt es sich nicht wirklich um einen Roman mit neuer Handlung. Das Buch erzählt die Ereignisse von „Die letzte Kolonie“, des dritten Bandes der KVU-Reihe, aus der Sicht von Zoë, der Tochter von John und Jane Perry. Wer „Die letzte Kolonie“ kennt und sich nicht schlüssig ist, ob er „Zwischen den Sternen“ kaufen soll, dem sei empfohlen, die letzen (mit „Danksagung“ überschriebenen) Seiten des Buches zu lesen, um die Beweggründe des Autors, dieses Buch zu schreiben, zu verstehen und um einen besseren Einblick zu erhalten, was ihn erwartet.

Zurück in die Steinzeit

Zoë ist die Adoptivtocher der Veteranen John und Jane Perry, ein Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Da ist es nicht leicht, eine Entscheidung zu fällen, die ihr gesamtes zukünftiges Leben verändern wird. Ihre Eltern haben das einmalige Angebot erhalten, die Leitung bei der Kolonisation eines neuen Planeten zu übernehmen. Das heißt, Zoë soll alles, was ihr wichtig ist, zurücklassen, ihre vertraute Heimat Huckleberry mit nahezu sämtlichen Menschen, die sie kennt, hinter sich lassen und ein neues Leben auf dem Planeten Roanoke beginnen, zusammen mit zweitausend weiteren Siedlern aus den verschiedensten Völkern. Die Entscheidung fällt für das Abenteuer und Zoë bricht mit ihren Eltern und ihren beiden Leibwächtern, den Aliens Hickory und Dickory, auf in eine ungewisse Zukunft.

Doch nichts geht so glatt wie erwartet. Probleme bei der Ankunft an der neuen Heimat. Ist man wirklich am geplanten Ziel angekommen? Oder haben die Computersysteme versagt und man ist auf dem falschen Planeten gestrandet? Dann kommt die Anweisung der kolonialen Union, dass zum Schutz vor der Entdeckung durch die Konklave, ein Bündnis von Außerirdischen, sämtlich computergesteuerten Geräte nicht benutzt werden dürfen und der Kontakt zur Heimat eingestellt wird. Dadurch werden die Siedler in die „Steinzeit“ zurückgeworfen …

Diplomatie und Liebe

Die Idee, in einem Buch die Handlung eines bereits vorhandenen aus einer anderen Perspektive zu erzählen, ist nicht neu. Doch es ist zumindest eine große schriftstellerische Herausforderung, will man sich nicht wiederholen und neue Aspekte ins Geschehen einbringen. Dies ist John Scalzi hervorragend gelungen. Zumal er sich in ein jugendliches Mädchen hineinversetzen musste, was er – wie er selber schreibt – niemals gewesen ist.

Eine Story aus der Sicht eines jungen Mädchens darf natürlich nicht übermäßig kriegerisch ausfallen. Zwar lässt sich Zoë notgedrungen auch in Selbstverteidigung ausbilden, doch versucht sie, Probleme auf diplomatische Art und Weise zu lösen, was ihr meist auch sehr gut gelingt. Im Falle des Konflikts mit den Werwölfen klingt das – setzt man bei ihr eine gewisse Unbedarftheit voraus – noch recht glaubhaft, bei den Verhandlungen mit General Gau jedoch zeigt sie jedoch ein diplomatisches Geschick, welches kaum altersentsprechend ist. Nun gut, der Dramaturgie tut es keinen Abbruch.

„Zwischen den Sternen“ ist nicht nur eine Story, die aus Zoës Sicht erzählt wird, nein, es ist wirklich Zoës Geschichte, denn aufgrund ihrer Vergangenheit hat das Mädchen einen gewissen Kultstatus bei den Obin, einem Alien-Volk, der ihr neben lästigen Pflichten auch eine gewisse Macht verleiht. Dass diese Macht jedoch auch zur Last werden kann, ist eine Erkenntnis, die sie ebenso machen muss wie die Tatsache, dass das Liebesleben weitaus komplizierter und schmerzvoller sein kann als es zunächst den Anschein hat. Liebe, Bewusstsein, Intelligenz – Begriffe, die allesamt näher beleuchtet werden und die allesamt Segen oder Fluch sein können.

„Zwischen den Sternen“ ist trotz oder gerade wegen der in meiner Einleitung geschilderten Gegebenheiten ein Roman, der sich prima als Stand-alone lesen lässt und kaum Bezug nimmt auf Geschehnisse der Werke der KVU-Reihe. Es ist ein leicht und locker geschriebenes Buch mit viel Humor, das durchweg gute Unterhaltung bietet und ebenso als Ergänzung zur Serie gelesen werden kann.

Ich bin mit dem Begriff der All-Age-Fantasy, der zur Zeit in aller Munde ist, nicht so recht glücklich und möchte auch in Anlehnung an diesen keine All-Age-SF konstruieren. Zumindest aber ist John Scalzi mit „Zwischen den Sternen“ ein SF-Roman gelungen, der auch jüngere Leser an das doch recht ungeliebte Genre heranführen könnte.

Ihre Meinung zu »John Scalzi: Zwischen den Sternen«

Stephan zu »John Scalzi: Zwischen den Sternen«04.09.2014
Ein absolut lesenswertes Buch. Auch wenn die Story bekannt ist, gelingt es Scalzi durch die Sichtweise von Zoe das Buch zu einem absoluten Page-Turner zu machen. Spannend, witzig, emotional. Ein echter Scalzi also. Für jeden, der die "Old Man's War" Reihe mag ist es absolute Pflichtlektüre. Für jemanden, der "The Last Colony" nicht gelesen hat, mag das Buch evtl. nicht so geeignet sein.

Für mich aber eines der besten SF-Bücher überhaupt!
Khaless zu »John Scalzi: Zwischen den Sternen«05.12.2010
Eine wirklich klasse Umsetzung einer guten Idee. Zwar erzählt uns der Roman keine neue Geschichte, aber die Story von "Die letzte Kolonie" gewinnt dadurch noch an Tiefe. Der schwarze Humor, die emotionalen Augenblicke und das einfallsreiche Unviversum der KU bleiben uns auch in diesem Roman erhalte. Wer die letze Kolonie mochte, wird auch dieses Buch lieben.
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