Carter & Lovecraft - Das Erbe von Jonathan L. Howard

Buchvorstellungund Rezension

Carter & Lovecraft - Das Erbe von Jonathan L. Howard

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Carter & Lovecraft“,deutsche Ausgabe erstmals 2016, 380 Seiten.ISBN 3864258545.Übersetzung ins Deutsche von Andrea Bottlinger.

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In Kürze:

Daniel Carter war früher bei der Mordkommission, aber sein letzter Fall – die Jagd nach einem Serienmörder – ging auf seltsamste Weise schief und verleidete ihm den Beruf. Nun ist er ein Privatdetektiv, der ein ruhiges Leben zu führen versucht. Doch das Verrückte ist noch nicht fertig mit ihm.
Zuerst erbt er einen Buchladen in Providence von jemandem, von dem er noch nie gehört hat, zusammen mit einer mürrischen Buchhändlerin, die keinen neuen Chef will: Emily Lovecraft, die letzte bekannte Nachfahrin von H. P. Lovecraft, den Autor aus Providence, der Geschichten über die Großen Alten und Älteren Götter erzählte – Kreaturen und Wesen, die über den Verstand des Menschen hinausgehen.
Plötzlich beginnen Leute auf unmöglichste Art und Weise zu sterben, und obwohl Carter nichts damit zu tun haben möchte, beginnt er zu vermuten, dass jemand anders eben das will. Während Carter widerwillig zu ermitteln beginnt, entdeckt er, dass H. P. Lovecrafts Geschichten mehr als nur Fiktion waren, und er muss ein weiteres unerwartetes und ungleich unerwünschteres Erbe antreten.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Auf den Spuren Lovecrafts – im wahrsten Sinne des Wortes“89

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Daniel Carter war einer der erfahrensten Cops der New Yorker Mordkommission. Dann ging ein Einsatz schief, so richtig in die Hose. Zwar konnten sein Kollege und er dem Serienkiller auf die Spur kommen, doch bei dem Einsatz wurde der Täter getötet, Carters Kollege steckte sich lächelnd die Waffe in den Mund und drückte ab. Das Warum dieses Selbstmords beschäftigte Carter so sehr, dass er aus dem Polizeidienst ausstieg und seitdem als Privatermittler seinen Lebensunterhalt verdient.

Eines Tages taucht ein Rechtsanwalt bei ihm auf und eröffnet ihm, dass er der Alleinerbe eines seit 7 Jahren verschwundenen Buchhändlers wäre. Das Erbe, die von dessen Nichte betriebene Buchhandlung in Providence. Kaum ist Carter in dem kleinen Kaff angekommen, wird er auch schon in einen mysteriösen Mordfall verwickelt. Ein Professor ertrinkt ins einem auf dem Parkplatz des Campus abgestellten Wagen – der Tathergang ist logisch nicht zu erklären. Kurz darauf platzt im wahrsten Sinne des Wortes ein Supervisor in einem Kasino in Atlanta nachdem er mit einem Spieler, der entgegen aller Wahrscheinlichkeiten die Bank sprengt, aneinandergeraten war.

Die Spur führt Carter und die Antiquarin Lovecraft – ja, die letzte lebende Verwandte des Autors – auf die Spur eines ebenso exzentrischen wie unbeliebten Mathematik-Professors, der das Glück zwingen kann gegen alle Wahrscheinlichkeiten zuzuschlagen.

Als dieser sich aufmacht, die Welt und ihre Grundlagen zu ändern bleibt den beiden so ungleichen Partnern Carter & Lovecraft nichts anders übrig, als den aussichtslos scheinenden Kampf gegen das Glück aufzunehmen …

Überaus gelungene, unterhaltsame Mischung aus Detektiv- und Horrorstory

Was ist dies doch für eine abgedrehte, wunderbar unterhaltsame Hommage an Lovecraft und sein Oeuvre. Howard, der bereits mit seinen Johannes Cabal Romanen auf sich aufmerksam machte, legt ein mitreißendes Buch vor, das mit aberwitzigen Ideen, markanten Figuren und jeder Menge Anspielungen auf Detective, Noir und Horrorplots den Leser bestens unterhält.

Von Andrea Bottlinger vorzüglich ins Deutsche übertragen, wartet ein Buch auf den Leser, das bekannte Motive und Versatzstücke aus dem Unterhaltungsliteratur aufgreift, und daraus etwas Neues, etwas Eigenes formt. In einem bewusst lakonischen Tonfall erzählt der Autor uns dabei eine Geschichte die so abgedreht, unlogisch und verrückt ist, dass sie schon wieder fast stimmen könnte.

Ausgangspunkt ist ein Serienkiller, dem ein Cop auf der Spur ist. Dass dieser an den Ermittlungen und dem Suizid seines Partners fast zerbricht, dass er sein Leben umkrempelt ist noch bestens nachvollziehbar. Dann aber beginnt das Unheimliche. Die Suche nach dem warum und wie bestimmt dann den Plot. Wir lernen Providence kennen, stoßen auf Spuren von HPL und begegnen dem Täter. Doch wie kann man diesem seine Taten nachweisen, wie ihn aufhalten, wo er doch die Realität selbst umgestalten kann?

Neben Carter bekommt die farbige Mulattin Lovecraft eine herausragende Rolle zugewiesen. Immer wieder lässt der Autor hierbei in Nebensätzen pointierte Bemerkungen zu typisch US-Amerikanischen Besonderheiten einfließen – da geht es um die National Rifle Assoziation, um Rassismus, um die Politiker und Rechtsanwälte mit ihrem abgehobenen Machtstreben, um die gravierenden sozialen Unterschiede zwischen Arm und Reich – Howard legt den Finger ins so manche Wunde der gottgefälligen Nation.

Das liest sich nicht nur sehr vergnüglich, spannend und flüssig, das hat auch eine zunächst verborgene zweite Ebene, die den Roman mit einer ungewöhnlichen Tiefe ausstattet. Einzig das Finale wirkt ein wenig überhastet, ohne allerdings den guten Eindruck wirklich stören zu können. So bleibt mir nur, Ihnen bei der Lektüre, die ich wirklich empfehlen kann viel Vergnügen und gute Nerven ob der Gefahren die unsere Protagonisten erwarten zu wünschen.

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