Gesichtslos von Judith Vogt

Buchvorstellungund Rezension

Gesichtslos von Judith Vogt

deutsche Ausgabe erstmals 2013, 320 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

»Gesichtslos« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Manche Leute haben prophetische Träume. Andere halten sich für Hexen in zweiter Generation. Und einige glauben, schlichtweg die Auserwählten alter Götter zu sein. Wenn gesichtslose Männer die Geister wecken, von denen die Mythen der Vorzeit berichten, dann ist es Zeit für Edi, Dora, Gregor und Fiona, auf den Plan zu treten. Doch Fionas Zugang zu ihren rätselhaften Träumen schwindet und das ausgerechnet in einer Zeit, in der Nazi-Werwölfe umgehen, Pest und Tod zu einem einsamen Tanz bitten und Quellgötter in der Sauna in Lebensgefahr geraten. Als Fiona nach dem Sommerfest der Feyen spurlos in Aachen verschwindet, müssen ihre drei Nerdfreunde beweisen, was Freundschaft wert ist …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein schöner zweiter Teil, der Lust auf den Abschluss der Reihe macht.“80

Fantasy-Rezension von Sanja Döttling

Der zweite Band der Trilogie „Die Geister des Landes“ setzt die Reihe um die Sagengestalten der Eifel fort. Wie schon im ersten Teil müssen die vier Jugendlichen Fiona, Dora, Gregor und Edi gegen wild gewordene Sagengestalten bestehen. Doch anders als noch zu Beginn des ersten Bandes wissen sie nun, dass eine Vereinigung gesichtsloser Männer hinter den Attacken steht. Diese Gesellschaft zerrt Sagengestalten aus der Parallelwelt in die Unsrige und Versuchen dann, die auszuschalten. Auch die vier Jugendlichen werden von ihnen aufs Korn genommen und geraten in die Schusslinie. Eine Gruppe Werwolf-Nazis will ihnen an den Kragen. Die Reiter Tod und Pest statten der Eifel ebenfalls einen Besuch ab. Und Frau Wolter, ihre geheimnisvolle Vertraute, ruft bei Fiona mehr und mehr Misstrauen hervor, weil ihre prophetischen Träume von ihr gekappt werden. Allerdings haben sie mit der geretteten Urfrey zumindest einige neue Verbündete in der Sagenwelt bekommen.

Als wären diese übernatürlichen Probleme nicht schon genug, kommt den Jugendlichen mehr und mehr ihr normales Leben in die Quere. Im letzten Band schon ist Fiona mit Gregor zusammen gekommen, doch die Beziehung entwickelt sich nicht so, wie Gregor es gerne möchte. Dora hingegen kämpft mit ihrer Eifersucht. Schule, Familie und andere Kleinigkeiten gehen bei diesem Stress natürlich schnell unter.

Judith C. Vogt erhält sich auch im zweiten Band den lockeren, jugendlichen Umgangston, den schon das erste Band so gut zum Lesen machte. Die Jugendlichen sind glaubhaft, und ihre Dynamik entwickelt sich spürbar weiter. Fiona fühlt sich mehr und mehr von den anderen Drei ausgeschlossen, obwohl sie mit Gregor zusammen ist. Das, und Gregors Eifersuchtsanfälle, machen das Vierergespann angreifbar. Auch die anderen drei neigen mehr und mehr zu gefährlichen Alleingängen. Doch die Charaktere bleiben dabei immer glaubhaft und gewinnen auch im zweiten Band an Tiefe dazu.

Alleingänge sind umso gefährlicher, weil die Handlung im zweiten Band starke Fahrt aufnimmt. Die Bedrohung durch die gesichtslosen Männer, die im ersten Band als die Quelle des Übels identifiziert wurden, wird jetzt mehr und mehr spürbar. Langsam, aber sicher, nähren sich die Jugendlichen dem Kern der Sache, auch wenn die endgültige Lösung wohl noch bis zum dritten Band warten muss.

Schade ist allerdings, dass die Logik der Sagenwelt und ihrer Gestalten nicht nur komplizierter, sondern auch schwerer zu durchschauen wird. Die Gesetze der Fabelwelt entsprechen leider nicht der unseren und sind auch manchmal inkonsistent dargestellt. Da bleibt man doch manchmal ratlos zurück. Dennoch liest sich das Buch sehr rund. Wie auch schon im ersten Band verfügt das Buch über einen Anhang, in dem die vorkommenden Sagenfiguren samt zugehöriger Sage erklärt werden. Das ist nützlich für alle nicht-Eifler und bringt auch ein bisschen Hintergrund in die Geschichte. Wie schon im ersten Band ist die Umsetzung der zahlreichen und vielseitigen Sagengestalten schön und einfühlsam gelungen.

Der zweite Band Gesichtslos setzt die Trilogie um die Eifel-Monster fließend und ohne Bruch fort. Die Charaktere bekommen noch mehr Raum, um sich weiter zu entwickeln und ihre Beziehungen zueinander tiefer auszuloten. Die Handlung selbst nimmt mehr Fahrt auf, je mehr die Jugendlichen dazulernen, wird dabei manchmal aber etwas undurchsichtig. Die Bedrohung wird größer, die näher sie den gesichtslosen Männern kommen. Ein schöner zweiter Teil, der Lust auf den Abschluss der Reihe macht.

Ihre Meinung zu »Judith Vogt: Gesichtslos«

Ihr Kommentar zu Gesichtslos

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.