Der Sporn des Perseus von Julian May

Buchvorstellungund Rezension

Der Sporn des Perseus von Julian May

Originalausgabe erschienen 1998unter dem Titel „Perseus Spur“,deutsche Ausgabe erstmals 2001, 539 Seiten.ISBN 3-404-24294-7.Übersetzung ins Deutsche von Ulf Ritgen.

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In Kürze:

Durch eine Intrige verliert der Polizist Asahel Frost seine Bürgerrechte und fristet seitdem sein Dasein auf einem idyllischen Wasserplaneten. Nur durch Zufall überlebt er einen bizarren Anschlag. Spuren weisen darauf hin, dass die Firma seines Vaters in eine Verschwörung verstrickt ist. Frost muss sich nicht nur durch den Dschungel der Intrigen, sondern auch durch den Dschungel einer fremden Welt im Sporn des Perseus schlagen, um die finsteren Pläne skrupelloser Aliens zu durchkreuzen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Großer Name – Schlechtes Buch“22

Science-Fiction-Rezension von S.B. Tenz

Der Perseus Sporn, ein System mit unzähligen Planeten. Einer davon ist Kedge-Lockaby (K-L), eine wundervolle T-1 Welt, auf der Asakel Frost Zuflucht gefunden hat. Unter falschen Namen hat sich der ehemalige Polizist dort ein neues Leben aufgebaut nachdem man ihm auf Grund einer Intrige seine Bürgerrechte aberkannt hat. Er ist ein Statusloser, ein Ausgestoßener der Gesellschaft. Verantwortlich für sein Schicksal sind die sogenannten 100 Konzerne. Ein Syndikat, das sich aus den mächtigsten Firmen der Erde zusammensetzt.

Diesen 100 Konzernen ist Asakel Frost in seiner Funktion als Polizist zu sehr auf die Füße getreten. Kurzerhand hatte man ihn daraufhin abserviert, zum Statuslosen degradiert und in die Verbannung geschickt. Auf dem Planeten K-L hat Asakel Frost schließlich neue Freunde gefunden und sich seinem Schicksal ergeben. Doch dann wird ein bizarrer Anschlag auf ihn verübt, den er nur durch einen Zufall überlebt.

Er findet Hinweise darauf, dass die Firma seines Vaters in eine unglaubliche Verschwörung verstrickt ist. Kurz darauf wird seine Schwester Eve entführt. Sie war und ist die einzige, die immer an die Unschuld ihres Bruders geglaubt hat. Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich wird Asakel Frost von höchster Stelle aus mit den Ermittlungen betreffend der Entführung seiner Schwester beauftragt.

Eine erste Spur führt ihn und sein Team auf einen entlegenen Planeten im Sporn des Perseus. Dort treffen sie nicht nur auf eine fremde und äußerst gefährliche Welt, sondern auch auf eine Verschwörung unvorstellbaren Ausmaßes.

Alles deutet darauf hin, dass skrupellose Aliens schon lange eine heimtückische Invasion auf die Erde planen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Wurde Perseus nicht verbannt?

Die Idee zur Story ist an sich ganz interessant. Die Umsetzung hingegen bleibt leider (Gähn) öde und langweilig. Übertrieben ausschweifende Dialoge ziehen sich oftmals unendlich dahin und lassen erst gar keine Spannung aufkommen. Der Funke will einfach nicht überspringen. Die Figuren des Romans wirken einfach zu klischeehaft, albern und damit unglaubwürdig.

Die Autorin schreibt als Ich-Erzählerin aus der Perspektive des Asakel Frost. Dabei wirft sie in ihren Dialogen immer wieder mit kumpelhaften und fast machomäßigen Sprüchen um sich, denen bestenfalls noch eine Kampfemanze ein müdes Lächeln abgewinnen kann. Das ganze als neutrale Beobachterin erzählt hätte der Geschichte enorm gut getan. Weshalb Julian May jedoch diese andere Form des Schreibstils gewählt hat, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Ab Seite 400 kommt dann doch tatsächlich so etwas wie Spannung auf, die sich aber sehr schnell wieder in endlosen Dialogen und damit in einem zähen Handlungsablauf verliert. Kurz: Es fehlt einfach an Tempo und Witz und somit an Substanz. Der Leser kämpft und quält sich durch 540 Seiten und wird dafür mit einem kitschigen Ende belohnt. Was bleibt ist eine 08/15 Science Fiction Story, die so richtig eigentlich keine ist. Bestenfalls noch eine mittelmäßige Space Opera. Photonenwaffen, hyperschnelle Raumschiffe, Aliens und fremde Planeten reichen eben nicht alleine aus um sich mit großer Science Fiction auf eine Stufe zu stellen.

Die Autorin mag bemüht gewesen sein ein spannendes Abenteuer zu schaffen, diesen Vorsatz will ich ihr gar nicht absprechen, aber eben bei diesem Vorsatz ist es dann auch geblieben. Immerhin sind die Zusammenhänge und damit der Ablauf der Story logisch. Leider ist das aber zu wenig um den Leser zu fesseln. Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, der sollte statt auf Medikamente lieber auf diesen Roman zurückgreifen. Schon nach wenigen Seiten tritt der gewünschte Effekt ein. Bleibt nur zu hoffen, dass man anschließend von Alpträumen verschont bleibt.

Julian May ist und bleibt eine großartige Fantasy-Autorin, da gibt es keinen Zweifel, Science Fiction jedoch ist ein anderes Genre.

Ihre Meinung zu »Julian May: Der Sporn des Perseus«

Beverly zu »Julian May: Der Sporn des Perseus«22.02.2012
Die Romane

Der Sporn des Perseus
Die Schulter des Orion
und
Die Nebel des Sagittarius

schildern die Abenteuer des Ex-Polizisten Asahel Frost bei seinen Auseinandersetzungen mit den hundert Konzernen, die die Geschicke der Menschheit lenken und den außerirdischen Haluk, die mit den Menschen um die Vorherrschaft in der Galaxis rivalisieren.
Trotz einiger Schwächen las sich der Zyklus zunächst recht gut. Konzerne und Haluk sorgen für Spannung und die Hlaluk haben zwei interessante Besonderheiten:

Sie stammen von einem Planeten mit einer exzentrischen Umlaufbahn, der im Sommer seiner Sonne sehr nahe kommt. Als Anpassung an die große Hitze machen die Haluk jedes Jahr eine Metamorphose zu einer "Sommerform" durch. Als Sommerform können sie zwar große Hitze ertragen, verlieren aber ihre Agilität und einen großen Teil ihrer Intelligenz. Als sie ins All aufbrechen und es mit anderen Spezis - besonders den Menschen - zu tun bekommen, erweist sich ihre alljährliche Metamorphose als schweres Handikap.
Doch die Haluk lassen sich nicht entmutigen und sie entwickeln zu allem Übel eine Vorrichtung, mit der sich Menschen in Haluk verwandeln lassen.

Gleichwertige Gegner der Menschen sollte man meinen. Aber mich hat die Art der Autorin genervt, wie sie die Menschen die Haluk wegen ihrer blauen Haut immerzu als Blaubeerfressen titulieren lässt. Im Großen und Ganzen werden die Haluk aus der Perspektive der Menschen als Bösewichter geschildert, die so gemein sind, sich in ihrem Teil der Milchstraße unerlaubterweise Tausende Planeten unter den Nagel zu reißen. Dass die Menschen sich ebenfalls auf vielen Tausend Planeten breit machen, ist dagegen völlig in Ordnung.
Mit hat das die Lust auf den Schluss verleidet, weshalb ich im "Die Neben des Sagittarius" mittendrin mit dem Lesen aufhörte.
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