Schwertmond von Julian May

Buchvorstellung und Rezension

  • Fantasy
  • Science-Fiction
  • Horror
  • Mystery

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Conqueror\'s Moon, deutsche Ausgabe erstmals 2009 , 512 Seiten. ISBN 3-404-20606-1. Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Auf einer fernen Insel, weit draußen im Nord-Meer, kämpfen vier Königreiche schon seit langer Zeit gegneinander. Die meisten Geheimnisse ranken sich um das Reich Moss – von allen gefürchtet, von Zauberern beherrscht und scheinbar immun gegen die schlimmen Vulkanausbrüche, unter denen die anderne Reiche leiden. Doch Vulkane sind nicht die schlimmste Bedrohng. Prinz Conrig von Cathra und seine Geliebte, die verführerische Prinzessin Ullanoth von Moss schmieden eine heimliche Allianz. Wenn ihr Plan aufgeht, werden alle vier Königreiche bald vereint sein. Unter der eisernen Hand einer übermächtigen Regierung …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Fantasy-Politthriller – John le Carré aufgepasst, hier kommt die Konkurrenz“ 70

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Fernab der blühenden Gestade, mitten im unwirtlichen Nordmeer, liegt die Insel Hoch Blenholm. Seit Jahrzehnten bekriegen sich die vier Königreiche der Insel offen ebenso wie verdeckt, spielen das große Spiel der Intrigen und des Verrats. Eine Hungersnot hat das nördlichste der Königreiche, Moorland, das von Zauberern beherrscht wird, an den Rand des Untergangs gebracht. Eine Chance für Kronprinz Konrig von Kathra, seine Vision von der Einheit der Reiche mit ihm selbst an der Spitze wahr zu machen. Was niemand ahnt, auch Konrig besitzt eine geringe Gabe der Magie – und müsste daher eigentlich von der Thronfolge ausgeschlossen werden. Geheimhaltung lautet also das Gebot der Stunde, bevor sich Konrig gen Norden aufmacht, um mit einem Überfall seinen Traum der Souveränität wahr zu machen.

Dies ist aber nicht nur die Geschichte eines ehrgeizigen Prinzen mit Weitblick, sondern auch die seines wichtigsten Verbündeten. Ein Junge, Enkel eines Sattlers fällt dem Prinzen auf, weil er nicht nur gewieft und fix ist, sondern auch, weil er ein wildes Talent der Magie sein Eigen nennt. Was niemand ahnt, keiner wissen soll, ist, dass Schlich, der bald zum Schildknappen des Prinzen aufsteigt, dessen Spion und Meuchelmörder werden soll. Inmitten eines ehrgeizigen, auf die eigene Machterhaltung pochenden Klerus, Zaubererprinzessinnen, Verrätern und uralten Siegeln der Macht muss sich Deveron, genannt Schlich, nicht nur mit Meuchlern und Verrätern, sondern immer auch wieder mit uralter Magie auseinandersetzen.. .

Die feine Kunst der Diplomatie oder Krieg mit anderen Mitteln

Julian May ist dem Freund phantastischer Literatur insbesondere durch ihre vierbändige Pliozän-Saga (dt. bei Heyne) und ihre Rampart Military-SF-Romane (Batsei-Lübbe) ein Begriff. Mit ihrer Zeitreise-Saga hat sie nicht nur bei Heyne für Furore gesorgt, bevor es still um die Autorin wurde. Erst, als sich Bastei-Lübbe ihrer annahm, rückten ihr Name und ihre Bücher wieder in den Blickpunkt des Interesses. Vorliegend offeriert sie uns den Auftaktband einer Fantasy-Trilogie. Statt einer hochentwickelten Technik also Magie, statt Zeitportale oder Raumkreuzer Segelschiffe.

Dennoch – und das ist zunächst überraschend – unterscheidet sich der Inhalt von Schwertmond nur wenig von ihren anderen Romanen. Sicherlich gibt es allein von der Zeit, in der die Geschichte angesiedelt wurde und dem Ort der Handlung Differenzen, doch das Verbindende ist das, worauf die Autorin ihr eigentliches Augenmerk gerichtet hat – die Menschen, sie bleiben gleich. May erzählt uns von Schicksalen, von Menschen, die hoffen und bangen, die sich freuen und trauern, und das auf eine sehr eigene, fesselnde Art und Weise. Erstaunlicherweise passiert verglichen mit anderen Fantasy-Werken wenig im Buch. Es gibt keine großen Gefechte. Wenn ein Mensch getötet wird, so steht das Motiv und die Auswirkung des Todes viel mehr im Blickpunkt als die Tat selbst.

Und May berichtet uns vom Spiel um die Macht. Die Politik, die mit allen erlaubten und verbotenen Mitteln das eigene Ziel zu erreichen sucht, sei es aus hehren Motiven oder aus schlichtem Ehrgeiz wird in einer Art und Weise portraitiert, die mich ein wenig an die ersten Weitseher-Chroniken um Fitz (dt. Bastei-Lübbe und Heyne) aus der Feder Robin Hobbs erinnerten. Mit viel Gespür für die Motivation ihrer Figuren spinnt sie dabei ein faszinierendes Garn, das den Leser in seinen Bann zieht. Eine Fantasy-Reihe abseits der ausgetretenen Pfade, die in der vorzüglichen Übersetzung von Hubert StraßI den Leser mitfiebern lässt.

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