Verlockend untot von Karen Chance

Buchvorstellungund Rezension

Verlockend untot von Karen Chance

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Hunt the Moon“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 400 Seiten.ISBN 3-492-26851-X.Übersetzung ins Deutsche von Andreas Brandhorst.

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In Kürze:

Cassie Palmer ist zurück! Nun muss sich die Seherin der magischen Gemeinde mit den Problemen herumschlagen, die so ein Job mit sich bringt. Nach einer Zeremonie wird ihre Macht sich nämlich erst vollständig entfalten – doch so weit wollen es ihre Feinde am liebsten gar nicht kommen lassen. Sie versuchen, Cassie vorher zu töten, und gehen dabei nicht gerade zimperlich vor: Ein Dämon bemächtigt sich Cassies Körper, und es erfordert all ihre Tricks und die Kräfte ihrer Freunde, allen voran eines gewissen attraktiven Kriegsmagiers Pritkin, um sie aus den Klauen ihres Peinigers zu befreien. Und wenn möglich, bevor der Dämon sie in ihrer eigenen Badewanne ertränkt.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Hellseherin und die Halbgötter“68

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Hallo, ich heiße Cassie Palmer. Früher, als mein Leben noch nicht die metaphysische Kloschüssel runtergespült wurde, war ich eine kleine, unterbezahlte Angestellte in einem Reisebüro, die für ihren Chef die Anzüge aus der Reinigung holte. Mittlerweile sehne ich mich wirklich nach der Zeit zurück.

Inzwischen bin ich nämlich die Pythia, die Hellseherin der übernatürlichen Welt und mit einem Meistervampir liiert. Ich habe einen Gott getötet. Wenn ich mir die Zehennägel lackiere, schauen mir eine ganze Gruppe Vampirleibwächter zu und trotzdem werde ich angegriffen. Einige Wesen wollen nicht, dass ich meine Krönung zur Pythia erlebe. Da kann ich mich im Luxushotel in Vegas, genau unter dem Hauptquartier des silbernen Kreises verstecken, der Attentäter schafft es scheinbar mühelos alle Schilde zu durchbrechen und meinen Körper zu besetzen. Nur mit Mühe gelingt es mir und meinen Freunden, das Wesen zu vertreiben. Bevor es seinen zweiten Angriff startet, müssen wir herausbekommen, was es überhaupt ist – und die Spur führt natürlich ausgerechnet dahin, wo wir nie, niemals unter keinen Umständen nochmals hingehen sollten – ins Reich der Elfen – dachten wir zumindest zu Beginn. Es kann immer noch schlimmer kommen, kennen sie den Spruch?

Irgend so ein Schlauberger kam auf die Idee, dass der von mir getötete Gott Apollo gleichzeitig Thor gewesen sei, und wir uns auf ein ganz besonders interessantes Ereignis zubewegen würden – Ragnarök klopft an die Tür, und ich will beileibe nicht aufmachen, denn da warten noch zwei andere Götter darauf, dass sie ausgelöscht werden – und die wehren sich schon mal im Vorfeld, und nun raten Sie einmal, wen sie als ihren Gegner ausgespäht haben – richtig, eine unschuldige Blondine …

Action-Kopfkino der explosiven Art

Karen Chances Reihe um die Pythia Cassie Palmer erfreut sich sowohl jenseits des Atlantiks als auch bei uns großer Beliebtheit. Warum das so ist, zeigt vorliegender fünfter Band der Reihe geradezu exemplarisch auf.

Neben der eigenen übernatürlichen Welt mit Hexern, Vampire, Werwölfen und den Wesen aus anderen Dimensionen – i.e. Dämonen und Feen – erwartet den Leser eine Heldin, die einmal mehr mit dem Aschenputtel-Bonus ausgestattet ist. Ihre Eltern wurden früh getötet, sie wuchs als Waise in einem Vampirhaushalt auf, wurde früh ausgenutzt und manipuliert. Nach ihrer Flucht ergreift sie ihr Schicksal, entpuppt sich als mutig und schlagkräftig. Dazu gesellt sich ihre übernatürliche Gabe und das ihr innewohnende Gefühl für das, was recht ist. Sie steht bedingungslos zu ihren Freunden, setzt sich für diese selbstlos ein. Das ist bestes Heldinnenmaterial, in deren Haut man als Leser gerne und mühelos schlüpft.

Daneben wartet der Roman mit einer deutlichen Bettszene auf, konzentriert sich aber sonst auf die rasante Action. Letztere wird in bester Hollywood-Manier beschrieben. Da sieht man förmlich die Special Effects vor sich – farbenprächtige Blitze, krachende Explosionen, eine Verfolgungsjagd in der Londoner U-Bahn quer durch alle Zeiten, fliegende Autos, die von Drachen angegriffen werden – das Herz eines jeden Genrefans schlägt höher; auch, oder vielleicht gerade weil die Logik immer wieder außen vorgelassen wird. Die Charaktere werden, sofern sie dauerhaft im Rampenlicht stehen, immer weiter ausgeleuchtet, die Nebenfiguren bleiben dagegen blass und eindimensional.

Insgesamt ein munterer, actiongeladener Lesespaß, für den man aber die ersten Teile kennen sollte.

(Carsten Kuhr, Februar 2012)

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