Königsmacher von Karen Miller

Buchvorstellungund Rezension

Königsmacher von Karen Miller

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „The Innocent Mage“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 604 Seiten.ISBN 3-7645-3003-0.Übersetzung ins Deutsche von Michaela Link.

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In Kürze:

Asher ist nur der Sohn eines einfachen Fischers. Doch durch Mut und Tatkraft gewinnt er die Freundschaft von Prinz Gar – und gerät unverhofft in ein Netz aus Intrigen am königlichen Hof: Es ist die Bestimmung der Könige von Lur, den magischen Wall gegen die Dämonen aufrechtzuerhalten. Und Prinz Gar, der als Einziger in seiner Familie keine Magie wirken kann, wird den Thron niemals besteigen dürfen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein schwarzer Magier ermordet die gesamte Herrscherfamilie. Bis auf Prinz Gar, den letzten Erben der Königswürde. Und plötzlich muss Asher, der Sohn eines Fischers, sich fragen, was er zu riskieren bereit ist – für die Freundschaft eines Prinzen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Einfache aber effektvolle Fantasy“68

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

Der erste Teil der „Kingmaker, Kingbreaker“ Duologie „The Innocent Mage“ ist der Debütroman der Autorin Karen Miller. Ihre australische Heimat entwickelt sich zu einer Art Fantasy-Hochburg. Sie hat bereits sehr populäre Autoren des Genres wie Trudi Caravan und Sara Douglass, sowie weniger bekannte wie Cecilia Dart Thornton und Ian Irvine hervor gebracht.

Karen Miller ist eine neue Stimme in der Fantasylandschaft des ozeanischen Kontinents und man darf gespannt sein, wie gut sie sich gegen die zahlreiche Konkurrenz behaupten kann.

Lur – das Paradies hinter der Mauer

Das Königreich Lur ist für die Völker Doraner und Olken eine friedvolle Heimat.
Die Doraner sind vor langer Zeit vor einer dunklen Macht nach Lur geflohen, die sie trotz ihrer magischen Fähigkeiten nur mit Hilfe einer hohen Mauer abwehren konnten. Ihre Zauberkräfte halten diesen Schutz aufrecht und geben ihnen die Macht, das Land zu regieren. Den Olken ist dagegen jeder Versuch der Zauberei verboten und wird mit dem Tod bestraft.

Der Königssohn Gar gilt unter den Doranern als Krüppel, da er ohne magisches Talent zur Welt kam. Gar kann niemals das Amt des Wettermachers ausfüllen, der mit Hilfe der Magie das Klima Lurs steuert. So bleibt dem besonnenen Prinzen die Krone vorenthalten und wird stattdessen einmal das Haupt seiner eigensinnigen Schwester zieren.

Asher – vom Fischer zum Politiker

Der junge Asher, siebter Sohn einer Olken Fischerfamilie, will in der Hauptstadt Dorana ein reicher Mann werden. Kaum dort angekommen, bändigt er das durchgegangene Pferd des Prinzen. Asher erhält zur Belohnung zunächst eine Anstellung als Pferdeknecht. Kurz darauf bittet Gar ihn bei seiner Aufgabe als Olken-Administrator zu unterstützen.

Ashers neue Freunde, der Stallmeister Matt und die Buchhändlerin Dathne reden ihm gut zu, den Job anzunehmen. Doch es geht es ihnen weniger um das Glück des Kameraden, sondern darum den Auftrag ihres geheimen magischen Zirkels auszuführen.

Vom Bösen umzingelt

Karen Miller präsentiert uns eine High-Fantasy Geschichte, wie sie kaum klassischer gestaltet sein könnte. Schon der Blick auf die Karte verrät Wesentliches über das Königreich Lur. Im Norden befindet sich der „Schwarze Wald“ und dahinter Barls Mauer, hinter der eine zunächst nicht näher beschriebene böse Macht lauert. Der Süden des Landes ist vom Meer und dem unüberwindbaren Drachenzahn-Riff umgeben. Lur erscheint wie eine bunte Insel inmitten der Düsternis.

Die gesellschaftliche Struktur Lurs ist ein wenig komplexer. Die Doraner eroberten und regieren das Land. Die Ureinwohner Lurs, die Olken, sind ein einfaches Volk und scheinen sich dem Schutz und der Macht der Doraner unterzuordnen. Doch unterschwellig brodelt es. Ein kleiner Orden praktiziert eine stillere Art der Magie und erwartet die Erfüllung einer Prophezeiung:

„In the final Days shall come the Innocent Mage, born to save the world from blood and death.“

Freunde für immer?

Ashers hervorstechenste Charaktereigenschaft ist seine Ehrlichkeit und Offenheit.
Das lässt ihn nicht nur mit den Menschen aus seinem Volk und mit der doranischen Königsfamilie gleichermaßen gut auskommen, es macht ihn auch für den Leser zu einer sympathischen Identifikationsfigur. Mit unbeschwerter Courage begleitet Asher Prinz Gar durch eine Zeit der Veränderungen. Sie ergänzen einander in einer Umgebung, in der sich beide als Außenseiter fühlen. Schließlich wird im Schatten des heranziehenden Unheils Ashers und Gars Freundschaft durch Schicksalsschläge und Intrigen auf eine harte Probe gestellt.

Auch ohne Quest ein Abenteuer

Karen Miller baut schrittweise eine Geschichte über den Untergang des Königreichs Lur auf. Asher und Gar bekommen es mit immer schwerwiegenderen Konflikten und Tragödien zu tun. Nachdem die Autorin den Wandel der Herrschaftsstruktur behutsam aufgebaut hat, wird deren beginnende Zerstörung eher abrupt eingeleitet. Man kann nicht wirklich nachvollziehen, warum es der bösen Macht auf einmal so leicht gemacht wird. Es bleibt zu hoffen, dass der zweite Teil „The Awakened Mage“ eine plausible Erklärung für seinen allzu einfach gewonnenen Einfluss liefert.
Sonst darf man darauf gespannt sein, wie es Asher gelingen wird, sich zum Schicksalsträger und Magier zu entwickeln und welche weiteren Abenteuer er auf diesem Weg zu bewältigen hat.

Karen Miller präsentiert eine nicht sehr komplexe, aber vergnüglich zu lesende Fantasy. Die Erzählung profitiert von den begeisternden Charakteren und einer stimmigen Atmosphäre. Die Freundschaft der Hauptcharaktere kommt trotz Ashers robuster Art und seiner einfachen Slang-Sprache glaubwürdig herüber. Dazu gesellt sich eine spannend aufgebaute, allerdings nicht immer logisch überzeugende Geschichte, die die Autorin in einem flüssigen Stil und einem guten Schuss Humor erzählt. Der erste Teil der „Kingbreaker, Kingmaker“ Saga endet mit einem spektakulärem Cliffhänger, der auf eine dramatische Fortsetzung hoffen lässt.

Ihre Meinung zu »Karen Miller: Königsmacher«

Globi zu »Karen Miller: Königsmacher«15.10.2011
Von dieser Duologie habe ich nur den ersten Teil gelesen. Zwar überzeugt am Anfang Asher mit seiner einfachen, rohen Art und seine Beziehung zum Prinzen, doch das Ende des Buches ist gar Fantasy- Untypisch gestaltet. Es kommt sehr überraschend, macht eine Weiterführung vieler Themen wie der Geschwisterkonflikt auf einen Schlag zunichte und erfüllt Tolkiens Forderung nach einer Eukatastrophe nicht. Daher stimme ich E. Bergschneider vollkommen zu.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Schattenklinge zu »Karen Miller: Königsmacher«28.02.2010
"Königsmacher" besteht aus drei Teilen:

Der erste, die "Einleitung" ist nicht besonders überzeugend geschrieben und man kann das Verhalten von Asher teilweise einfach nicht nachvollziehen...

Der zweite Teil wird in seinem Verlauf immer besser, die Zeitsprünge sind gut gesetzt, wenn auch manchmal schwer zu erkennen.

Der dritte Teil toppt das nochmal und bleibt bis zum Schluss spannend! Man fiebert mit und jetzt erst erkennt man das wahre Potenzial dieser Autorin und dieser Story.
Hätte man das ganze Buch in diesem Niveau geschrieben, wäre es ganz bestimmt genial geworden.

So ist es "lediglich" eine nett zu lesende, unterhaltsame Geschichte mit Luft nach oben!
Nichts was man unbedingt lesen sollte, aber eine Geschichte, die trotzdem Anekennung verdient hat!

Freue mich auf den zweiten Teil, der auch schon in meinem Regal steht.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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