Die Kobolde von Karl Heinz Witzko

Buchvorstellungund Rezension

Die Kobolde von Karl Heinz Witzko

Originalausgabe erschienen 2007, 416 Seiten.ISBN 3-492-70127-2.

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In Kürze:

Der Kobold Brams und seine Gefährten sind im Wechselbalggewerbe tätig. Mit Hilfe ihrer Assistentin Tür, die ihren Namen zu Recht trägt, treten sie in die Menschenwelt und rauben dort Tiere und Großmütter. Diese werden durch bösartige Wechselbälger ersetzt. Doch in letzter Zeit gestalten sich die Missionen gefährlicher – die Tür wird immer unzuverlässiger. Und dann läßt sie die Kobolde beim letzten Raubzug in der Menschenwelt zurück. Ein unvorstellbares Abenteuer beginnt …Action, Humor und wahnwitzige Verwicklungen – endlich der große Roman über das geheimnisvollste, gemeinste und zugleich liebenswerteste Volk der Fantasy.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Einmal Schabernack mit Sahne bitte“70

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Es gibt sehr viel 08-15 Fantasy und es ist immer gut, sich auf die „;Big Five“; zu verlassen: Elfen, Zwerge, Drachen, Orks und Magier ziehen immer. So haben Heyne und Piper clever in einer Fantasy-Reihe jeweils ein fantastisches Völkchen als Titel und Protagonisten erwählt und es läuft wohl gut. Aber jetzt endlich segelt jemand nicht im Kielwasser von Tolkien. Karl-Heinz Witzko, der DSA-Rollenspielern aus Abenteuern und Büchern bereits gut bekannt ist, erwählt die Kobolde als seine Hauptdarsteller für sein neuestes, gleichnamiges Buch und damit Wesen aus unseren Volkssagen und Märchen.

Worum geht es? Eine Bandenquartett Kobolde ist im Auftrag ihres Arbeitsgebers Moin-Moin in unserer Welt unterwegs, um ein Kind gegen einen Wechselbalg auszutauschen. Leider lässt ihre Verbündete, eine sprechende, motzige Tür, die im wahrsten Sinne ihre Verbindung zwischen den Welten ist, sie heimtückisch im Stich. Die armen Kobolde sitzen in der Menschenwelt fest und müssen einen anderen Weg zurück in ihre Koboldstadt finden. Und das ist gar nicht so einfach: Eine Irrfahrt beginnt, in der unsere liebenswerten Wichte von Rittern, Hunden und anderen für sie extrem seltsamen Wesen gejagt werden und erst nach und nach wirklich verstehen, warum alle hinter ihnen her sind.

Unterhaltsam und ungewöhnlich

Schon schon auf der ersten Seite merkt man, das sind keine stolzen Krieger oder finstere Orks oder ernstzunehmende Zauberer. Genauso wenig geht es hier um die Rettung der Welt oder einen Krieg, den nur ein Held (der meist zufällig der Hauptdarsteller des Fantasywerks ist) vereiteln oder gewinnen muss. Wer ein großes Epos voll pathetischer Heldenschwüre oder seitenlange, blutrünstige Kämpfe sucht, in denen edle Recken zu Hunderten fiese Wesen niedermetzeln, der ist hier falsch. Genauso wenig ist das Buch nervenaufreibend gruselig oder nimmt sich selbst allzu ernst. Aber das ist gut so.

„;Die Kobolde“; steht voll und ganz im Zeichen der lustigen, manchmal ein wenig nervigen Plagegeistern, die einander Streiche spielen, Schabernack treiben und chaotische Kobold-Ideen im Kopf haben, während sie versuchen, ihrern Häschern zu entkommen und mit Hilfe von neuen Verbündeten eine neue Tür in ihre Welt zu finden. Ein Schälchen heißgeliebter Milch, das auf sie die Wirkung von starken  Alkohol hat wird genauso thematisiert wie der Umbau von Kerzenleuchtern als Steigeisen.

Kleine Welt, großer Wortwitz

Witzko schreibt voller Witz und krudem Humor und dazu passen seine Hauptakteure wie die berühmte Faust aufs Wichtelauge. Man begibt sich auf die Augenhöhe von Kobold Brams udn Gefährten und darum ist auch die Geschichte selbst ein Flickwerk aus lauter netten kleinen Einfällen und sprachlichen Witz, ohne das die Story selbst einen vom Hocker reißen muss.  Witzko bedient sich zurecht in der mittelalterlichen Märchenwelt, in der die Kobolde herumgeistern. Die weiße Frau treffen sie genauso wie Königinnen, Pagen, einen Fuhrmann und die Waldhexe Holla. Auch das Märchen Rumpelstilzchen sieht man im Zusammenhang mit dem „;Wechselbalggeschäft“; nach dem Lesen ganz anders! Das alles wird mit einem Augenzwinkern erzählt. Die Erlebnisse der Kobolde erinnern schon mal an den Slapstick a la Dick und Doof und die Witze, die Witzko wohl nicht nur seines Namen wegen gern gekonnt einstreut, ziehen von kindlich bis zotig  alle Register. Unbedingt erwähnt werden muss hier der Klabautermann, der ganz Seemann aus Prinzip nur im besten Plattdütsch  plaudert und ein Herzchen aus Gold hat.Freunde von Terry Pratchett werden beim Lesen sicher ihren Spaß haben, auch wenn Wiktzos Humor – glücklicherweise – keine Kopie von Pratchetts ist:  Witzko fährt auch hier nicht im Kielwasser großer Kollegen. Aber auch alle Fantasy-fans, die einmal weitab von den sehr ausgetretenen phantastischen Pfaden einen lustigen kleinen Spaziergang mit ungewöhnlicher Dreikäsehoch-Begleitung machen wollen. So geht das.

Ihre Meinung zu »Karl Heinz Witzko: Die Kobolde«

Scheitz zu »Karl Heinz Witzko: Die Kobolde«24.06.2008
Mein erster Gedanke als ich das Buch durchgelesen hatte war: Was für ein verrückttes Buch! Ich hab wohl bei keinem anderen Buch so oft geschmunzelt oder sogar laut gelacht. Mit unheimlich viel Witz erzählt Witzko die Geschichte der Kobolde, die ich persöhnlich als unheimlich hektisch und ein wenig einfältig empfunden habe, was jetzt aber keinesfalls negativ gemeint ist. Die Kobolde um Brams ziehen mit einer magischen Tür in die Menschenwelt um die dort lebenden Menschenkinder gegen falsche Wechselbälger auszutauschen. Doch bei einem Ausflug lässt die Tür die Kobolde im Stich, die darauf in der Menschenwelt gefangen sind. Und schon beginnt das Chaos. Nicht zu letzt die sarkastischen Kommentare und Wortwitze machen diesen Roman sehr lesenswert.
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