Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé von Katharina Fiona Bode

Buchvorstellungund Rezension

Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé von Katharina Fiona Bode

deutsche Ausgabe erstmals 2016, 260 Seiten.ISBN 3945045045.

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In Kürze:

Das Abenteuer beginnt!
Bismarcks Berlin wie es niemand kennt. Biolonische Erfindungen prägen das Leben. Pickatoren rattern durch die Straßen, deren Bürgersteige partiell von Glasplatten ersetzt wurden, mechanische Krebse setzen über die Spree, und der Ausbau des Klangkugelkommunikators soll das Stadtbild für immer verändern.

Kann es bloßer Zufall sein, der Erasmus Emmerich und seine Qualmfee immer wieder auf die richtige Spur führt? Oder hat das Universum seine Finger im Spiel, wenn eine Mordserie an Trollverbrechern das Kopfsteinpflaster erschüttert?

Die Polizei tappt im Dunkeln, als eine verschleierte Fremde aufkreuzt und für Verwirrung sorgt, während Marie selbst unter Verdacht gerät. Kann Frau Oppenheimers Mäusemantel Licht ins Dunkel bringen oder liegt die Antwort an Bord des U-Boot-Wal Kolosses Wobbly Dick?

Wenn keiner mehr weiß, wohin die Reise führt, ist man in der Welt von Erasmus Emmerich und vielleicht schon unterwegs in die Vergangenheit.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Suche nach dem Mörder der Trolle“78

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Bei Preußens Pickelhaube, da hat sich so ein junges Ding, eine zwar höchst gelehrige und ansehnliche Verfasserin, aber immerhin eine Frau doch tatsächlich an den Schreibtisch gesetzt, das Korsett gelockert und meine Aventuren zu Papier gebracht. Gestatten, Erasmus Emmerich, meines Zeichens höchst geheimer Agent und Erfinder im Auftrag Bismarcks und geschlagen mit der Gesellschaft eine Qualmfee namens Marie, die ich, bei passender Gelegenheit gerne als Rauchmarie anspreche, und so zum Ausstoß einer höchst ungewöhnlicher Menge an Qualm nötige. Zusammen sind wir auf den Prachtstraßen wie den Gassen Berlins unterwegs, verhindert Übles, unterbinden Anschläge und sorgen dafür, dass das Reich sicher bleibt.

Da kann uns kein Troll in französischen Diensten, noch ein Zorngeist, den einer meiner Kommilitonen freigesetzt hat aufhalten, für das Vaterland sind wir immer bereit, bis an unsere Grenzen zu gehen.

Bis wir dann in unserem neuesten Fall ganz persönlich angegriffen werden. Ausgerechnet Marie wird des Mordes an Trollen bezichtigt und, bei Bismarcks Barte, die Beweislage spricht gegen sie. Doch so einfach geben wir nicht auf, auch wenn mich eine verschleierte Dame, die irgendwie in die Verbrechen verwickelt zu sein scheint auch noch so sehr bedrängt. Zusammen mit unserem höchst lebendigem Zinnmann Zinbi und der Katzennärrin Frau Oppenheimer gehen wir den rätselhaften Morden nach …

Bandwurmsätze sind vorliegend nicht schlimm – die reichhaltige Phantasie der Autorin nutzt diese, um den Leser bestens zu unterhalten

Willkommen zu dem Auftakt einer neuen Steam-Punk Edition im Rahmen des Art Skript Phantastik Verlag. Erwarteten den Leser bislang Anthologien des Sub-Genres, so sollen nun auch Originalromane erscheinen. Katharina Fiona Bode hat in den ersten Anthologien bereits zwei Kurzgeschichten um unseren liebenswerten, etwas trotteligen Erfinder und Spürnase Erasmus vorgelegt. Diese wurden, quasi als Appetitanreger dem Buch beigegeben, bevor der Roman uns ins Berlin Bismarcks entführt. Allerdings hat die Stadt mit der historischen Metropole wenig zu tun. Ein merkwürdiges Kugelsystem verbindet die Villen miteinander, rüsseltierähnliche Maschinen säubern die Straßen, der kundige Leser merkt sofort, hoppla, ich befinde mich in einem Steampunk Setting. Dazu gesellen sich Trolle, Geister und andere Merkwürdigkeiten, Morde geschehen die es gilt aufzuklären, Langeweile ist und bleibt ein Fremdwort. Die Autorin schreibt stilistisch ganz eigen. Ich musste mich an ihre Bandwurmsätze, an die treffenden Wortschöpfungen und die Anspielungen erst gewöhnen, dann aber zogen mich diese in ihren Bann. Hier zeigt sich, dass Bode sich sehr genau überlegt hat, was sie wie zu Papier bringt. So manches in den verschachtelten Sätzen wird erst beim zweiten Mal lesen wirklich deutlich, ihre pointierten, treffenden Beobachtungen und Porträts sorgen dafür, dass unser Zwerchfell trainiert wird. Erwähnen darf ich noch die in grüne gehaltenen, wunderbar zum Inhalt passende Coverillustration sowie die Innenillustrationen.

Das Gebotene ist sicherlich nicht Jedermanns Geschmack, bietet dem Interessierten aber phantasievolle Unterhaltung weit Abseits des Gewohnten und verwöhnt mit ganz eigenen Ideen.

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