Die Botschaft des Feuers von Katherine Neville

Buchvorstellungund Rezension

Die Botschaft des Feuers von Katherine Neville

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „The Fire“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 640 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

»Die Botschaft des Feuers« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Die schwarze Dame führt ins Verderben …oder rettet die Welt. Entscheidend ist, wer sie findet.

Es bringt Tod und Verderben, und doch birgt es das Elixier des Lebens: das Montglane-Spiel. Seit mehr als 200 Jahren versuchen Geheimbünde und machthungrige Staatsmänner, die Formel zu finden, die die in alle Welt verstreuten Figuren des geheimnisvollen Schachspiels bergen.

2003: Alexandras Mutter Kat verschwindet spurlos. Auf der Suche nach ihr entdeckt die Tochter das Geheimnis eines uralten Schachspiels: Das Montglane-Spiel birgt geheime Kräfte und Macht, aber auch große Gefahr in sich. Als Alexandra entdeckt, dass die Figur der schwarzen Dame eine ganz besondere Botschaft enthält, muss sie erkennen, dass es sich um ein Spiel um Leben und Tod handelt …

1822: Ali Pascha, der mächtigste Herrscher im Osmanischen Reich, schickt kurz vor seiner Ermordung seine Tochter Haidée auf eine gefahrvolle Mission: Sie muss die schwarze Dame, die mächtigste Figur des Montglane-Spiels, in Sicherheit bringen und sie dem einzigen Mann überbringen, der das Spiel noch retten kann …Zwei Jahrhunderte, ein rätselhaftes Spiel voller Gefahr – das Montglane-Spiel bestimmt das Schicksal seiner Spieler!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Genre-Mix, der in keinem Genre überzeugen kann“30

Mystery-Rezension von Peter Kümmel

20 Jahre nach ihrem ersten großen Erfolg „Das Montglane-Spiel“ lässt die amerikanische Autorin Katherine Neville nun mit „Die Botschaft des Feuers“ eine Fortsetzung folgen.

Alexandra Solarin, genannt Xie, war ein Wunderkind. Schon in jungen Jahren beherrschte sie das Schachspiel und maß sich in Turnieren mit den Besten der Welt. Gefördert wurde sie von ihrem Vater, dem Großmeister Alexander Solarin. Während eines Turniers in Russland im Jahr 1993 geschahen vor dem entscheidenden Spiel gegen den ebenfalls noch jugendlichen Wartan Asow seltsame Dinge, die damit endeten, dass Alexandras Vater ermordet wurde. Dies war gleichzeitig das Ende der Schachkarriere von Alexandra Solarin.

Zehn Jahre später wird Alexandra, die mittlerweile in einem Nobelrestaurant in Washington die Kochkunst erlernt, zur mysterösen Geburtstagsfeier ihrer Mutter nach Colorado eingeladen. Die Gäste treffen nach und nach ein, wer jedoch fehlt, ist das Geburtstagskind. Alles, was Alexandra im Haus ihrer Mutter vorfindet, sind eigenartige Rätsel, die mit einem Schachspiel zu tun haben. Dabei war es doch gerade ihre Mutter, die nach dem Tod des Vaters jegliches Schachspiel in ihrem Haus verboten hatte und nichts mehr mit diesem Spiel zu tun haben wollte. Was diese Einladung ihrer Mutter, zu der sie nie eine nahe Beziehung hatte und die nie ihren Geburtstag feiert, zu bedeuten hatte, ist Alexandra ein Rätsel.

Noch eigenartiger als diese Dinge aber ist die Zusammenstellung der eintreffenden Gäste. Zusammen mit Alexandras Tante Lily erscheint ihr Feind aus Kindertagen Wartan Asow. Auch der Livingston-Clan, insbesondere ihre Tochter Sage ist Alexandra seit Schulzeiten verhasst. Dazu Galen March, der erst vor kurzem die unrentable Nachbarfarm gekauft hat und den keiner kennt. Da ist Alexandra froh, dass sie Unterstützung von ihrer Busenfreundin Nokomis Key hat.

Denn das „Spiel“ hat wieder angefangen und Alexandra weiß nicht, wem sie trauen kann …

Absurde Logik übertrifft Dan Brown

Zwischen verschiedenen Erzählebenen wechselt die Autorin in den Zeiten hin und her. Der Ursprung des geheimnisvollen Schachspiels liegt im 8. Jahrhundert. Eine Parallelhandlung mit historischen Persönlichkeiten führt im Jahr 1922 von Albanien über Italien und Marokko nach Griechenland. Und auch die Geschnisse in der Gegenwart führen unsere Protagonistin bald durch die ganze Welt.

Doch diese ist ebenso wie der Leser schnell überfordert von den Rätseln und Mysterien. Ein jeder scheint den Durchblick zu haben außer unserer Heldin, doch keiner sagt, was Sache ist, sondern redet nur um den heißen Brei herum. Logisch, denn sonst hätte sich das Buch kaum über 600 Seiten ziehen lassen. Die Idee, die Handlung als komplexes Schachspiel darzustellen, in dem die agierenden Personen die Schachfiguren darstellen, ist gut. Doch damit endet auch das Positive, was ich über das Buch sagen kann. Wer welche Figur darstellt und warum, das blieb mir bis zum Schluss verschlossen.

Die Charaktere bleiben stereotyp und flach, die Erzählung der Story wirkt im Versuch, Spannung zu erzeugen, unfreiwillig komisch. Die Kapitel enden oftmals mit Cliffhangern, die auf diese Art und Weise eher Lachanfälle als Spannung erzeugen. Meist taucht zum Kapitelende eine Person auf, mit der man in diesem Moment am wenigsten gerechnet hätte. Wo diese Person gerade herkommt, obwohl sie sich vorher irgendwo anders auf der Welt befunden hat und warum sie gerade zu diesem Zeitpunkt dort auftaucht, das wird in den seltensten Fällen geklärt.

Die Rätsel und die absurde Logik, mit der diese gelöst werden, übertrifft die Fähigkeiten von Dan Browns Protgonisten noch bei weitem. Ein Beispiel gefällig?

„Ich kehrte die Nachricht im Kopf um. Anstelle von DC-LX-VI in römischen Ziffern, was die Zahl 6-6-6 ergab, müsste es dann heißen IV-XL-CD, was die Zahl 4-4-4 bedeutete. Drei Ziffern, so fiel mir auf, die multipliziert 64 ergaben, die Zahl der Spielfelder eines Schachbretts! Das Schachbrett liefert den Schlüssel.“

Na toll. Das überrascht jetzt wirklich, dass ein Schachbrett eine Rolle spielt.

Die Autorin spinnt verschiedene Handlungsstränge, die mit Zufällen und Absurditäten nur so gespickt sind. Leider verpasst sie es aber, diese zum Ende auch alle aufzulösen. Zumindest bleib mir nicht nur das große Ganze, sondern auch viele Einzelheiten bis zum Schluss unverständlich.

Mit „Die Botschaft des Feuers“ hat Katherine Neville einen Roman erschaffen, der ebenso wie „Das Montglane-Spiel“ irgendwo zwischen Mystery, History, Krimi und Thriller angesiedelt ist, doch in keinem dieser Genres zu überzeugen weiß. Nur oberflächlich schafft sie es, Spannung zu erzeugen, doch blickt man ein wenig tiefer ins Geschehen, so fehlt es dem Plot an allen Ecken und Enden an logischen Zusammenhängen und stimmiger Handlung.

Ihre Meinung zu »Katherine Neville: Die Botschaft des Feuers«

I. Bartels zu »Katherine Neville: Die Botschaft des Feuers«12.06.2011
Erstaunlich, was einem Leser in der Bücherwelt immer wieder passieren kann. Daß Fortsetzungen eines Bestsellers nicht zwingend dieselbe Qualität erreichen müssen wie das "Erstlingswerk" eines Autoren ist nicht weiter überraschend.
Daß das Qualitätsgefälle des ersten Romans "Das Montglane-Spiel" verglichen mit der gerade erschienenen Fortsetzung "Die Botschaft des Feuers" von Katherine Neville jedoch so gross ist, verwundert mich nun doch. Nicht nur aus inhaltlicher, sondern auch aus sprachlicher und stilistischer Sicht. Selbst im Hinblick darauf, daß die Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche von unterschiedlichen Übersetzern durchgeführt worden sind, bleiben für mich einige Fragezeichen zurück.
Mir ist es ziemlich egal, welchem Genre ein Buch zugeordnet wird, solange es mich gut unterhält. Und gute Unterhaltung ist selbstverständlich Geschmackssache.
Die Handlung des neuen Romans "Die Botschaft des Feuers" erscheint mir jedoch, obwohl sich die Autorin offensichtlich durchaus Mühe mit einigen Details gegeben hat, seltsam flüchtig und plump. Katherine Neville hat mich mich in ihrem ersten Roman durch viele kleine Pfiffigkeiten überrascht, ebenso war ich beeindruckt von der genauen Zeichnung und Individalität ihrer Protagonisten. Das, was mich am ersten Werk begeistert hat, die Farbigkeit und Sprachgenauigkeit ihrer Helden, suche ich in ihrer Fortsetzung, inbesondere, was die Geschichte der "Jetzt-Zeit" angeht, bedauerlicherweise fast durchgängig vergebens. Ich weiß nicht, wie oft ich die Formulierung der Heldin Alexandra "Ich kochte vor Wut" gelesen habe, aber nach dem dritten Mal wünsche ich mir doch etwas mehr Phantasie bezüglich alternativer Formulierungen. Erstaunlich, dass diese beiden Geschichten der Feder ein und derselben Autorin entsprungen sind. Frau Neville schreibt in Ihrer Schlußanmerkung, daß ihr Herausgeber Mark Tavani sie dazu ermuntert habe, sich nicht auf ihren "alten Geschichten" auszuruhen, sondern daß sie tiefer graben und sich höher hinaufschwingen müsse. Das ist der Autorin meiner Meinung nach leider nicht gelungen.
Ihr Kommentar zu Die Botschaft des Feuers

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.