Verzaubert von einer Lady von Kathryne Kennedy
Buchvorstellung und Rezension
- Fantasy
- Science-Fiction
- Horror
- Mystery
In Kürze:
Sir Terence Blackwell ist wie geblendet, so strahlend schön ist Lady Felicity bei ihrer Zauberprüfung in Buckingham Palace. Doch nicht nur, dass sie kläglich versagt, für alle anderen außer Terence scheint Felicity auch nahezu unsichtbar zu sein. Ist sie gar mit einem Zauber belegt? Berauscht von ihrer Nähe lässt Terence auf dem anschließenden Ball keinen Tanz mit ihr aus. Aber je mehr leidenschaftliche Küsse er ihr stiehlt, desto stärker spürt er auch den Hauch schwarzer Magie, die sie umgibt. Dieselbe Magie, die schon seinen geliebten Bruder tötete. Schwebt etwa auch Felicity in Lebensgefahr?
Das meint Phantastik-Couch.de: „Bezaubernde Fantasy-Lovestory“
Fantasy-Rezension von Amandara M. Schulzke
London 1882. Das Empire wird von Magiern regiert. Rang und Adelstitel jedes einzelnen wird dadurch bestimmt, wie viel Magie er oder sie wirken kann. Felicity, hoch geboren, fällt jedoch bei der Prüfung kläglich durch. Terence, Spion des Kronprinzen und Gestaltwandler, kann keine Magie wirken, aber hinter die Kulissen von Magie schauen. Er sieht, dass die wunderschöne Felicity von allen anderen nicht wahr genommen wird. Er vermutet dahinter das Wirken eines bösen Artefakts, und genau das soll er im Auftrag der Krone finden und unschädlich machen. Auf dem Ball nach der peinlichen Prüfung beschließt Terence, ihr den Hof zu machen, um das verbotene Artefakt zu finden. Und Felicity wundert sich, dass ein so aufregender Mann überhaupt Interesse an ihr bekundet. Obwohl er als Tiermensch gesellschaftlich weit unter ihr steht, öffnet sie sich ihm. Besser einer als keiner. Seit dem tragischen Tod ihrer Eltern lebt sie bei ihrem Onkel, ihrer Tante, die oft leidend ist und ihrem leicht sadistischen Cousin. Als Terence auftaucht, gerät das Familiengefüge subtil in Unordnung. Felicity hat schon seit langem schreckliche Alpträume, kann Terence sie davon befreien? Wird es ihnen gelingen, Felicity aus ihrem Bann zu lösen und dabei auch Terences Leben zu retten?
Hervorragend beschriebene Welt
Dieses gut 300 Seiten starke Büchlein kommt aus der Reihe Historical Special aus dem Cora-Verlag, der sich auf Liebesromane unterschiedlicher Ambiente und Zeiten spezialisiert hat. Oft geht es um Piraten, Barbaren, Römer, ausgestoßene oder verachtete Adlige, dazu immer natürlich die eine Lady, die vor irgendeiner Gefahr gerettet werden muss oder entführt wird. Also klassisch, obwohl natürlich in den letzten zehn Jahren die Qualität dieses Genres auch deutlich gestiegen ist. Doch dieser Roman hebt sich von anderen dieser Art im positiven Sinne ab. Leider findet sich kein biografischer Hinweis zur Autorin, aber Kennedy ist hoch begabt, und wir sollten hoffen, dass sie bald einen richtigen Fantasy-Roman schreibt, dem nicht die inhaltlichen und quantitativen Grenzen der Historical-Reihe gesetzt sind.
Stringent erschafft sie eine wunderbare fantastische Welt, die ein stimmiges System bildet. Ihre Gestalten sind sympathisch, treu, tragisch, naiv, hinterrücks oder böse. Nachvollziehbar verstehen wir die Handlungen und Gedankengänge der spannenden, ausgefallenen Protagonisten. Mit viel Einfühlungsvermögen lernen wir zum Beispiel Katie, Felicitys Zofe, kennen und Bentley, offiziell der Diener von Terence, aber in Wahrheit sein Freund.
Das Buch macht riesigen Spaß, viele ihrer Ideen sind einfach nur amüsant. Wenn zum Beispiel Terence als Löwe über die Dächer des nächtlichen London streift, um seine Liebste vor ihren Alpträumen zu beschützen. Wir finden alles, was eine gute Story ausmacht, Verrat und Intrige, dicke Freundschaft, brodelnden Hass, Eifersucht, starke Schuldgefühle. Und weil es ein Liebesroman ist, natürlich ergreifende Gefühle und romantische, wilde Sexszenen. Zugleich ist das Buch ein Krimi, schließlich muss das Artefakt gefunden werden. Dabei führt uns Kennedy an abenteuerliche und gefährliche Plätze und auf das Land. Eine Überraschung jagt die andere.
Es ist ein Buch für Frauen, das in einem Rutsch durchzulesen ist. Es sei denn, ein Mann möchte heraus finden, wie sich Frauen die Liebe wünschen. An der hervorragend beschriebenen Welt sollten sich manche Autoren, die sich der Fantasy verschrieben haben, eine Scheibe abschneiden.


