Dämonen der Luft und Finsternis von Keith R. A. DeCandido

Buchvorstellung

Dämonen der Luft und Finsternis von Keith R. A. DeCandido

Originalausgabe erschienen 2001unter dem Titel „Demons of Air and Darkness“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 360 Seiten.ISBN 3941248545.Übersetzung ins Deutsche von Christian Humberg.

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In Kürze:

Einst reisten sie mit einem einzelnen Schritt von einer Welt zur nächsten – dank ihrer zahllosen und über die Galaxis verteilten Portale. Sie waren gefürchtet, Monster aus dem All, und man kannte sie als Dämonen aus Luft und Dunkelheit. Doch vor langer Zeit verließen sie ihr Reich. Nun hat jemand den Schlüssel zu ihrer wundersamen Technologie gefunden, und alle Türen stehen wieder weit offen. Auf einem Planeten in der Nähe von Deep Space Nine führen Colonel Kira Nerys, ihre Mannschaft und einige unerwartete Verbündete eine gewagte Rettungsmission durch und versuchen, die Welt vor der Zerstörung durch eine Bedrohung aus dem entfernten Deltaquadranten zu bewahren. Lieutenant Nog und Ensign Thirishar chThane suchen derweil nach einem Weg, die Raumportale ein für alle mal zu schließen. Und Quark gerät in eine gefährliche Lage, die über die Kontrolle dieser Durchgänge entscheiden könnte.

Ihre Meinung zu »Keith R. A. DeCandido: Dämonen der Luft und Finsternis«

Jonas Seibel zu »Keith R. A. DeCandido: Dämonen der Luft und Finsternis«25.03.2015
Dieser Star-Trek Roman ist eine weitere spannende Fortsetzung der Deep-Space-Nine Romanserie.
Dabei dreht sich diesmal alles um plötzlich auftauchende iconianische Portale, die für ziemliches Chaos im Alpha-Quadranten sorgen. Neben den Hilfsmaßnahmen für den Planet Europa Nova, der durch ein Portal von Giftmüll aus dem Delta-Quadranten bedroht wird, muss die DS9-Crew sich auch noch mit dem Orion-Syndikat herumschlagen, was uns eine sehr fesselnde Quark-Ro-Undercoverstory beschert. Außerdem gewinnt die Föderation einen neuen Verbündeten, der einem alten Bekannten sehr ähnelt. Weiter werden die Charaktere, die in den vorigen Bänden bereits eingeführt wurden, weiterentwickelt und die Gesamtzusammenhänge auf sehr detailierte Weise ausgebaut. Schön ist auch die Verbindung zu anderen Star-Trek-Serie beispielsweise durch die Begegnungen mit Iconianern und Hirogen.
Der hintere Teil des Romans unter dem Titel "Horn und Elfenbein" ist ebenfalls gut zu lesen und bietet einen netten Ausflug in die bajoranische Frühgeschichte, den der Leser gemeinsam mit Kira Nerys erleben kann.
Insgesamt wieder einmal ein sehr gelungenes Werk aus der Feder eines ohnehin rennomierten Star-Trek-Autors.
Für alle Liebhaber von DS9 eine sehr gute Wahl!
Kerstin Wiedemann zu »Keith R. A. DeCandido: Dämonen der Luft und Finsternis«09.07.2014
"Gateways" ist eine siebenteilige, serienübergreifende Romanreihe, deren vierter Teil "Dämonen der Luft und Finsternis" bisher als Einziger auf Deutsch erschien. Gleichzeitig stellt dieser Roman auch den vierten Teil der DS9-Relaunch-Serie dar.

Kann sich noch jemand an die TNG-Folge "Die Iconia-Sonden" aus der zweiten Staffel erinnern? Darin stieß die Enterprise-Crew auf die Technologie der Iconianer, die sich mit Hilfe spezieller Portale in Sekundenschnelle an sehr weit entfernte Orte transportieren konnten. Nun öffnen sich überall in der Galaxis solche Portale. Eines von ihnen kommt einem mit Antimateriemüll beladenen Malon-Tanker gerade recht: erstens um das Hirogen-Schiff loswerden, das ihn gerade verfolgte, und zweitens, um seine radioaktive Fracht auf bequeme Weise einfach in diesem Portal zu entsorgen. Die Leidtragenden sind (ehemals südeuropäische?) Kolonisten auf Europa Nova, die durch den tödlichen Abfall bedroht werden. Unter Colonel Kiras Kommando startet eine große Evakuierungsmaßnahme, aber die Zeit drängt. Unterdessen lässt sich Quark auf ein gefährliches Spiel mit dem Orion-Syndikat ein, um mehr über die Iconia-Portale herauszufinden...

"Dämonen der Luft und Finsternis" ist ein flott geschriebener, unterhaltsamer DS9-Roman ohne Längen, der genau nach dem Muster der TV-Serie funktioniert, nämlich mehrere Handlungsfäden voranzutreiben und trotzdem eine in sich geschlossene Geschichte zu erzählen. Genau wie in so vielen Star Trek-Folgen gibt es auch hier eine actionorientierte Haupthandlung und eine humorvollere B-Handlung, in diesem Fall mit Quark und Ro. Wieder einmal versteckt der Autor unzählige Anspielungen mehr oder weniger subtil in dem gesamten Buch, wie es gerade für die neueren ST-Romane so typisch ist. Obwohl ich normalerweise eher Star Trek-Romane mit großen Charakterszenen bevorzuge, sind es ausnahmsweise mal die Actionszenen, die diesen Roman für mich lesenswert machen. Der Höhepunkt ist zweifellos das spannende Duell zwischen dem Jem'Hadar-Krieger Taran'atar (meine absolute Lieblingsfigur der neuen DS9-Romane!) und dem Alpha-Hirogen.
Trotzdem kommen die Charaktere nicht zu kurz. Sie dürfen sich in erster Linie mit Familienbeziehungen herumschlagen: Shar mit seiner Mutter, Vaughn mit seiner Tochter, und Nog grübelt über seinen Vater Rom und dessen rasanten Aufstieg vom einfachen Mitarbeiter in Quarks Bar zum großen Nagus nach.
Am intensivsten geht der Autor auf Kiras Charakter ein, die hier wieder mal eine Menge über sich selbst efahren muss...

...und das ist auch geradewegs die Überleitung zum zweiten Teil des Buches, "Holz und Elfenbein" genannt. Ich will nicht zuviel verraten, nur soviel: Übergangslos findet sich Kira, und damit auch der Leser, in einem völlig andersartigen Szenario wieder, was bei mir für einige Verwirrung sorgte. Es wirkt ungefähr so, als hätte jemand mitten in einem spannenden Film einfach in ein anderes Programm gezappt. Obendrein geht es hier auch noch um ein Thema, dass ich schon zu Serien-Zeiten immer anstrengend (um nicht zu sagen langweilig) fand: Bajoranische Religion! Erstaunlicherweise liest sich diese Episode gar nicht mal so schlecht, nur stellt sie einen wirklich radikalen Wechsel zur eigentlichen Geschichte dar und wirkt wie ein Fremdkörper in diesem Buch.

In meinen bisherigen Rezensionen bin ich nie auf die Cross-Cult-typischen Essays eingegangen, da diese zwar nettes Zusatzmaterial sind, aber letztendlich nicht ausschlaggebend für meine Bewertungen waren. Kaum ist mal kein Essay vorhanden, wie in diesem Fall, vermisse ich es schon. Ich musste nämlich erstmal eine Weile im Internet umherstöbern, um herauszufinden, dass der zweite Teil "Horn und Elfenbein" gar nicht Bestandteil der Originalausgabe "Demons of Air and Darkness", sondern des siebten und letzten Gateway-Romans "What Lay Beyound" ist. Man hat von allen sechs Vorgängerromanen die Enden weggelassen und diese dann zusammen im siebten Band präsentiert! Ich bin jedenfalls ganz froh, dass dies hierzulande nicht genauso gehandhabt wird, aber eine kleine Erklärung seitens des Cross Cult-Verlages hätte schon drin sein können, gerade weil sich der letzte Teil so sehr vom Rest des Romans abhebt.

Fazit: Um ehrlich zu sein, fällt es mir nicht ganz leicht, dieses Buch zu bewerten. Keith R. A. DeCandido ist ein meisterhafter Erzähler, der scheinbar mühelos unzählige Fäden aus diversen Serien aufgreift, eine spannende, unterhaltsame Geschichte präsentiert und auch noch die Charaktere ganz ordentlich hinbekommt. Der Roman ist jedenfalls an keiner Stelle langweilig, und es macht Spaß, ihn zu lesen. Leider merkt man ihm aber an, dass er nun mal zu einer ganzen Serie rund um die Iconia-Portale gehört. Man findet hier keine Erklärung, warum diese Portale überhaupt erschienen (es sei denn, sie ist mir irgendwie entgangen), und statt einer echten Auflösung nur die seltsame Kira-Story am Schluss. Auch die Nebenhandlung um Quarks Aufeinandertreffen mit dem Orion-Syndikat war nicht ganz mein Fall. Darüber hinaus hat der Roman das Pech, mit "Der Abgrund" einen extrem guten Vorgänger zu haben, an dessen Qualität er nicht anknüpfen kann.

Von daher: "Dämonen der Luft und Finsternis" ist ein unterhaltsamer und lesenswerter Roman, bisher jedoch der schwächste Teil der neuen DS9-Reihe. Der Autor kann es definitiv besser!
Hagane-Kotetsu zu »Keith R. A. DeCandido: Dämonen der Luft und Finsternis«11.09.2012
"Dämonen der Luft und Finsternis", das vierte Buch des DS9-Relaunch, ist gleichzeitig Teil der breit angelegten "Gateways"-Reihe. Ähnlich wie im Fall der kleineren "Sektion 31"-Bände handelt es sich um einen relativ lockeren Romanverbund, der unter anderem die TV-Serien TOS, TNG, DS9 und "Voyager" einschließt und dessen Klammer das Leitthema der geheimnisvollen iconianischen Portale ist.

Das Universum rückt näher zusammen: Wo eben noch der Warpantrieb nötig war, um von einem System zum anderen zu gelangen, öffnen sich plötzlich allerorts Portale, die Wurmlöchern gleich Abkürzungen innerhalb der Milchstraße bieten. Die Iconianer, jene in Legenden beschriebenen 'Dämonen der Luft und Finsternis' sind zurück - mit verheerenden Folgen. Frachter, die eben noch im Sol-System herumflogen, finden sich plötzlich im Heimatquadranten des Dominions wieder, unerwartete Besucher ohne passendes Federkleid füllen die Krankenhäuser von Armus IX und der von den Malon bequemerweise in einem der Portale verklappte Antimaterieabfall führt zur Zwangsevakuierung einer Menschenkolonie in unmittelbarer Nähe zu DS9.
Doch das Stationspersonal muss nicht nur mit der Mammutaufgabe der Rettung von über drei Millionen Kolonisten zurechtkommen, sondern auch noch mit den kleinen Alltagsproblemen, die jeder mit sich herumschleppt.

Keith R. A. DeCandido bleibt seinem Stil treu: Wie bereits in „Die Gesetze der Föderation“ oder „Quintessenz“ setzt der Autor auch in diesem Buch auf geballtes Hintergrundwissen. Die zahlreichen Anspielungen (z.B. um das Beamen bei annähernder Lichtgeschwindigkeit in "Das fremde Gedächtnis"), Querverweise (z.B. auf den in „Die Gesetze der Föderation“ angesprochenen Konflikt zwischen Deltanern und Correanern) und Rückblicke (z.B. der ironische Seitenhieb auf Kiras Schwangerschaft) sind so zahlreich wie die Gaststars, zu denen übrigens so erlesene Personen wie Scotty, Garak oder Mackenzie Calhoun zählen.
Einer dieser Stars ist hervorzuheben: Gul Macet. Dieser Cardassianer aus der TNG-Episode „Der Rachefeldzug“ ist vor allem deshalb so erwähnenswert, weil er von niemand geringerem als Marc Alaimo verkörpert wurde. Der Schauspieler, der zuvor bereits mehrere Rollen bei TNG übernommen hatte, wurde in erster Linie durch seine Darstellung Gul Dukats berühmt und deCandido versteht es geschickt, mit diesem Umstand literarischen Schabernack zu treiben. Zudem erklärt er diese augenscheinliche Ähnlichkeit, derer selbst Kira und Nog gewahr werden, durch Vetternschaft und lindert dadurch die Erklärungsnot des offiziellen Kanons.
Aber Referenzen auf Folgen, Bücher oder Schauspieler reichen deCandido nicht aus. Der Autor von Büchern und Comics diverser anderer Reihen ließ es sich nicht nehmen, auch einige kleine Ostereier zu verstecken, die diesen Werken gelten.
So finden Anhänger der Science-Fiction-Serie „Farscape“ , dass Ro auf einem Schiff namens „Zelbinion“ diente, obgleich ich mir sehr wohl denken kann, warum „[...] dessen Namensgebung ihr niemand hatte erklären können.“.

Generell muss man sagen, dass dem Autor ein unterhaltsamer Roman gelungen ist. Natürlich kann nicht jeder der unzähligen Charaktere auf DS9 in so einem Buch ausreichend betrachtet werden und daher ist es nur verständlich, dass sich deCandido die Rosinen herauspickt. Insbesondere Shar, Kira, Taran'atar, Quark und Ro Laren erfahren nähere Ausleuchtung, die mal tiefsinniger (bei den ersten drei Figuren), aber auch mal kurzweiliger (bei den beiden letztgenannten) ausfällt.
Das heißt allerdings noch lange nicht, dass die anderen Charaktere unerwähnt oder gar unbeschäftigt bleiben. So muss sich Vaughn als Krisenmanager beweisen und der Trill Ezri erfährt ernsthafte Persönlichkeitsprobleme, die sich aus der eher unfreiwilligen Vereinigung mit dem Dax-Symbionten ergaben.
Als wäre dies noch nicht genug, holt deCandido auch noch einen weiteren, neuen Charakter mit ins Boot - ein Umstand, der folgenden Autoren vielleicht die Arbeit erschweren könnte, hier jedoch gut ins Konzept passt und der Station eine sexy Note verleiht.

Auch wenn ich mich prinzipiell über eine Verflechtung mit dem Kanon und an möglichst vielen Referenzen erfreue, muss ich zugeben, dass man hier schnell von der Informationsflut ertränkt werden kann. Grund dafür sind die unzähligen Namen, die vielen Spezies oder zahlreichen Orte, die man irgendwann nur noch unreflektiert hinnimmt. Das ist sehr schade, denn so können kleine Anspielungen wie die auf Farscape in der Masse der neuen Eigennamen schnell untergehen.
Trotzdem schafft es dieses Buch auch eindrucksvoll, das Gefühl zu vermitteln, dass man irgendetwas verpasst hat. Grund dafür sind ganz klar die fehlenden anderen Bücher, die zur „Gateway“-Reihe gehören.
Zwar weist der Übersetzer Christian Humberg auf diesen Umstand hin und versichert in einer Fußnote, „Eine Kenntnis der anderen Titel ist für das Verständnis der bei Cross Cult laufenden Buchserien nicht nötig.“ (Seite 316) und erwähnt dort ferner, dass der New-Frontier-Teil dieser Reihe wohl ebenfalls auf deutsch erscheinen wird, doch eine Auflösung der epochenübergreifenden Handlung wird dem Leser dadurch verwehrt. Man fragt sich am Ende des Buches nämlich schon irgendwo, ob die Portale nun für immer bleiben oder warum die Voyager sie nicht einfach nutzt, um nach Hause zurückzukehren.
In dieser Reihe begründet liegt auch der krassen Bruch innerhalb des Werkes, denn eigentlich gibt es gleich zwei Bücher in einem: Teil 1 "Dämonen der Luft und Finsternis" und Teil 2, "Horn und Elfenbein".
Ist das nicht eine Copyright/Lizenz-Verletzung? Wenn am Anfang des Buches steht, dass dieser Roman nur aus dem englischen Original „Gateways – Demons of Air and Darkness“, in Wirklichkeit aber ein weitere Kurzgeschichte aus dem siebten Teil der Gateways-Reihe eingegliedert wurde. Und dieser zweite Teil sehr stark in Qualität und Aussage vom ersten, eher auf Abenteuer fixierten Teil abhebt.
Zentrales Thema hier ist nämlich die bajoranische Religion um die Propheten – ein heikles Thema in meinen Augen.
Dummerweise setzt sich dies plötzlich in Buchform fort. Anstatt den eingeschlagenen Kurs einer kritischen Auseinandersetzung, der mit „Offenbarung“ eingeschlagen wurde, weiterzufahren, knüpft „Horn und Elfenbein“ offen an die Episode „Heilige Visionen“ an und verliert sich in einer schwülstigen Propheten-Vision, ohne diese adäquat in Beziehung zur Problematik des Paria-Status' der Stationskommandantin zu setzen. Da bleibt nur die Hoffnung, dass kommende Romane diese Lücke schließen.
Als Europäer stört mich ferner der Disneypark an Vorurteilen, den der nach seinem Namen selbst italienischstämmige deCandido hier 'Europa Nova' nennt. Neben kitschigen Stereotypen um flirtende Südländer, espressosüchtige Großfamilien oder novoneogotischer Architektur kann man dieses 'Neue Europa' kaum mehr als ein größeres Bauerndorf mit italienischem, oder bestenfalls spanischen Ortsnamen schimpfen. Wenn es dem Autor nur darum gegangen sein sollte, seine Klischees auszuleben, hätte er den Planeten auch Italia Minor oder Mezzogiorno Nova nennen können.
Was mir allerdings noch mehr als political correctness gefehlt hat, war ein abschließender Essay, wie ihn Julian Wangler oft für die verschiedenen bislang erschienenen Werke verfasste. So etwas wäre sicherlich hilfreich gewesen, und selbst Themen gäbe es zur Genüge.
Beispielsweise hätte man etwas über die Andorianer und ihre Populationskrise verfassen können, der Umgang der Malons mit hochgiftigen schwer zu entsorgenden Müll und das mit dem Atommüll von heute in Verbindung bringen können, die Hirogen als Jägerkultur im Vergleich zu der Soldatenkultur der Jem'Hadar stellen, untergegangene Zivilsationen wie Iconianer näher betrachten müssen oder die Geschichte Bajors näher erläutern sollen.
Das Fehlen dieses Schlusspunktes ist betrüblich, denn diese finalen Bemerkungen sind stets etwas, was die Cross-Cult-Bücher von den Heyne-Vorgängern und sogar den amerikanischen Originalen abhob.
Dazu ist das Coverbild sehr schlecht gewählt wurden. Entweder man nimmt das recht gute englische Originaltitelbild oder wählt wenigstens Figuren die im DS9-Universum vorkommen. Ich dachte erst, ich hätte einen Voyager-Roman in Händen, als mich ein Hirogen – interessant spiegelverkehrt vom Voyager-VHS-Cover 4.8 kopiert – und ein malonischer Frachter, der angegriffen wird, anstarrt.

Der einzig wirklich erwähnenswerte Widerspruch ist der Umstand, dass die Orionerin Treir als unabhängige Sklavin des einflussreichen Malic beschrieben wird. Sie ist eine previligierte Hure in einer patriarchalisch organisierten Mafia, der sie Dank Quark und Ro Laren entkommen konnte.
Betrachtet man die Enterprise-Episode „Die Verbindung“, ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild: Die starken Pheromone der Orionerinnen lassen sie zu den eigentlichen Lenkern und Herrschern einer orionischen Gesellschaft werden, in der Männer nur betörte Vollstrecker weiblicher Befehle sind.
Für diesen Widerspruch kann man deCandido allerdings keinen Vorwurf machen, denn sein 2001 in den USA erschienenes Buch konnte unmöglich die Entwicklung der 2004 erstmalig ausgestrahlten Folge vorwegnehmen.
Dafür ließ der Autor jedoch an anderer Stelle Nachlässigkeit walten: Während er den Malon ein eigenes Entfernungsmaß zugesteht, verwenden die Bajoraner der Vorzeit sehr menschliche Kilometer.

In gewohnter Art und Weise hat sich Keith R.A. deCandido wieder einmal der Kanon zunutze gemacht und daraus einen unterhaltsamen und würdigen vierten Band der Deep-Space-Nine-Reihe zusammengeschustert. Doch es fehlt dem Ende die Auflösung jenes Handlungsstranges, der sich mit den Iconia-Portalen beschäftigt und auch die Schlussessays, die die bisherigen Star-Trek-Romane von Cross Cult so besonders gemacht haben, hätten dem Leser das Verständnis erleichtern können. Deswegen gibt es von mir eine Gesamtwertung von 82 Grad!
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