Nacht der Geister von Kelley Armstrong

Buchvorstellungund Rezension

Nacht der Geister von Kelley Armstrong

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „Haunted“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 550 Seiten.ISBN 3-426-50007-8.Übersetzung ins Deutsche von Christine Gaspard.

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In Kürze:

Eigentlich ist es praktisch, bereits tot zu sein, findet Eve Levine, Halbdämonin und dunkle Hexe. Zumal wenn man viele Feinde hat, die einem nach dem Leben trachten …Doch wirklich in Frieden ruht Eve nicht – die ewige Sorge um ihre Tochter, mit der sie als Geist nun nicht mehr sprechen kann, lässt sie nicht los. Da kommt ihr ein Auftrag des Schicksals gerade recht, einer dämonischen Kreatur den Garaus zu machen. Zusammen mit dem attraktiven Hexer Kristof Nast – ihrem Mann fürs Leben nach dem Tode – macht sie sich auf eine Jagd voll gefährlicher Fallstricke. Als Lohn winkt ein geheimnisvolles Medaillon, das es Geistern ermöglichen soll, in die Menschenwelt zurückzukehren …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Kelley Armstrong in Topform“95

Fantasy-Rezension von Katharina Lewald

Eve Levine, Mutter der 15-jährigen Hexe Savannah, ist ein Geist und lebt, nun ja, befindet sich im Jenseits. Während sie ihre Zeit mit ungezählten Versuchen verbringt, ihre Tochter zu kontaktieren (was natürlich „technisch“ nicht einfach und noch dazu verboten ist!), bekommt sie plötzlich einen Auftrag:

Eine Nixe, ein Quasi-Dämon, hat es geschafft, aus ihrer Höllendimension zu entwischen. Da Nixen jedoch das Chaos lieben, sich in lebende, menschliche Wirte einschleichen und potenzielle Mörder durch Ermutigung zu tatsächlichen Tätern machen, ist das ein Problem. Nun soll Eve dieses Problem lösen, die Nixe aufspüren und mit Hilfe des reinblütigen Engels Trsiel (sprich: Tris-ai-el) einfangen. Dabei steht ihr auch der Dämon Kristof Nast zur Seite, ihr – ebenfalls toter – Ex-Freund und Vater ihrer Tochter.

Gleich zu Anfang erfahren sie, dass bereits die letzten beiden „Nixen-Einfang-Missionen“ reichlich schief gelaufen sind …und als die Nixe sich auch noch eine Putzfrau als Wirtin aussucht, die in Töchterchen Savannahs unmittelbarer Umgebung Amok läuft, platzt Eve langsam der Kragen.

Eine kunterbunte Fantasy-Welt, die fasziniert

Wer Fantasy, gepaart mit Spannung, Ironie, Komik und einem Hauch Erotik mag, der ist bei Kelley Armstrong an der richtigen Adresse. Auch etwas Horror ist immer mal wieder eingemischt, wobei die hartgesottenen Horrorfans diesen als eher seicht empfinden dürften.

Eve Levine ist einfach ein herrlicher Charakter, mit all ihrer Selbstironie. Hier eine kurze Kostprobe:

„Im Leben war ich eine der mächtigsten Frauen der paranormalen Welt gewesen, eine Aspicio-Halbdämonin und eine Hexenmeisterin der Schwarzen Künste. Jetzt war ich ein drittklassiger Geist, der nicht mal Kontakt zu seiner eigenen Tochter aufnehmen konnte. Mein Jenseits war wirklich das Letzte.“

Auch das Zusammenspiel mit ihrem Ex-Lover Kristof Nast (ich liebe diesen Namen immer noch!) gestaltet das Lesen kurzweilig: Kristof will Eve zurück und wird auch nicht müde, ihr dies zu sagen und zu zeigen. Eve jedoch sträubt sich hartnäckig – was für witzige, peinliche, erotische und andere Situationen sorgt, die man gern liest. Nur kitschige Situationen kommen, man höre und staune, nicht dabei vor. Nahezu jede paranormale Spezies bekommt bei Kelley Armstrong ihr Fett weg: Die Existenz von Engeln wird zunächst selbst von Eve und Kristof stark bezweifelt. Nymphen sind strohblonde, dämliche Kühe – die jedoch in Männeraugen nur allzu verlockend aussehen:

„Ich drehte mich um und sah ein Mädchen mit einem herzförmigen Gesicht, langem blondem Haar und braunen Rehaugen. Typisch Nymphe. Sie sah aus, als hätte sie eigentlich durch einen Wald laufen sollen, bekleidet mit nichts anderem als ein paar strategisch platzierten Blättern.“

Auch Dämonen, Hexen, Nixen, Werwölfe, Geister, Poltergeister, Nekromanten – alle kommen sie vor in Kelley Armstrongs Universum „Women of the Otherworld.“ Und das ist auch gut so, denn der Mix aus verschiedensten Figuren und Mythen bietet dem Leser in jedem Band, in jeder Story immer Neues, das es zu entdecken gilt.

Auch „Nacht der Geister“, der sechste auf Deutsch erschienene Band der Reihe, kann wieder vollends überzeugen. Ich jedenfalls werde noch lange eine getreue Kelley Armstrong-Leserin bleiben – denn genug habe ich von ihren Geschichten noch lange nicht. Vielleicht traue ich mich sogar mal an die englische Originalversion – dann könnte ich schon jetzt vier weitere Bände genießen.

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