Trinity von Kevin J. Anderson & Doug Beason

Buchvorstellungund Rezension

Trinity von Kevin J. Anderson & Doug Beason

Originalausgabe erschienen 1991unter dem Titel „The Trinity Paradox“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 280 Seiten.ISBN 3941258982.Übersetzung ins Deutsche von Heinz Zwack.

»Trinity« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Als sich die radikale Atomgegnerin Elizabeth Devane nach einem Sabotageversuch in der Wüste von New Mexico fast fünfzig Jahre in der Vergangenheit wiederfindet, sieht sie die Chance gekommen, die Zukunft zu verändern. Wenn es ihr im Jahr 1943 gelingt, am Manhattan-Projekt mitzuwirken und die Entwicklung der Atombombe zu verhindern, werden 1945 Hiroshima und Nagasaki nicht zerstört, 1979 wird es in Harrisburg nicht zu einem schweren Zwischenfall in einem Kernkraftwerk kommen und 1986 nicht zu einem Super-GAU in Tschernobyl. Aber kann man den Lauf der Geschichte ändern? Und was, wenn der Plan nicht so funktioniert wie gedacht und alles anders kommt?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Fukushima, mon amour“80

Science-Fiction-Rezension von Horst Illmer

Ein Roman um die Entwicklung der ersten Atombombe in den Jahren 1943 bis 1945 – das scheint auf den ersten Blick mehr in den Bereich Thriller als in die Science Fiction zu gehören. Aber der Name Kevin J. Anderson steht für exzellente Hard-SF und macht also neugierig. Und richtig: Der Science-Fiction-Leser kommt voll auf seine Kosten!

Die Erzählung beginnt in der Gegenwart des Jahres 1991 (als der Roman im Original niedergeschrieben wurde) mit einer unüberlegten Aktion zweier Atomkraft-Gegner, die in das auch nach fünfzig Jahren weiterhin für Waffentests genutzte Gelände des National Laboratory Los Alamos eindringen und mit grobem Gerät wahllos auf eine Versuchsanordnung einschlagen. Dumm nur, dass die Test-Bombe scharf ist und die üble Behandlung mit einer Explosion beantwortet.

Die Aktivistin Elizabeth Devane überlebt auf wundersame Weise, aber als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich durch eine Zeitreise zurückversetzt ins Jahr 1943. Und sie erkennt ihre Chance, die Entwicklung der Atombombe zur verhindern oder wenigstens zu verzögern – und ergreift sie. Mit ihrem Wissen um die Geschehnisse der nächsten Monate glaubt sie, die Geschichte nach ihren Vorstellungen verändern zu können. Dabei hat bereits ihr Auftauchen zur Abspaltung einer alternativen Zeitlinie geführt …

Geschickt lassen die Autoren ihre Geschichte zwischen den Forschungsstätten in den USA und in Nazi-Deutschland hin und her pendeln. In der durch das Eintreffen Elizabeths entstandenen Alternativwelt gelingt es den Deutschen, kurz vor den Amerikanern eine erste „schmutzige“ Bombe zu entwickeln und damit New York anzugreifen. Erst in dieser Schicksalsstunde bemerkt Elizabeth, welch furchtbare Auswirkungen ihre Sabotageversuche und Propagandaaktionen haben. Während sie umschwenkt und nun versucht, die Oppenheimer-Gruppe zu unterstützen, folgt ein anderer Wissenschaftler der Stimme seines durch sie wachgerüttelten Gewissens …

Die japanische Katastrophe – Reloaded

Die Entdeckungen und Entwicklungen rund um die militärische und zivile Nutzung der Atomenergie beschäftigten von Anfang an nicht nur die damit befassten Wissenschaftler, sondern ebenso die Öffentlichkeit und die Künstler – und hier vor allem die Science-Fiction-Autoren. Nach diversen Höhen und Tiefen schien das Thema inzwischen jedoch zumindest literarisch unergiebig zu werden. Mit „Trinity“, ihrem bereits 1991 geschriebenen, in Deutschland jedoch erst jetzt, im Jahr 1 nach Fukushima veröffentlichtem Roman um die entscheidende Phase bei der Entwicklung der ersten Atombombe, zeigen Anderson und Beason jedoch, dass hier immer noch erhebliche narrative Potenzen verborgen liegen.

Sowohl Kevin J. Anderson wie Doug Beason haben einige Jahre als Atomwissenschaftler in Los Alamos gearbeitet, zudem haben sie umfangreiche Recherchearbeit in Akten und Archiven geleistet, was man dem Roman sehr positiv anmerkt. Hier stimmt von den Personen über die Technik bis zum historischen Hintergrund einfach alles. Und wie sie in den beiden Interviews mit Christian Endres erzählen, die dem Erzähltext folgen, wollten sie nicht nur einen spannenden Alternativwelt-Roman schreiben, sondern durchaus auch kritisch auf die seit damals immer vorhandenen Gefahren durch die Anwendung der Atomtechnik hinweisen – beides ist ihnen gelungen.

(Horst Illmer, Dezember 2012)

Ihre Meinung zu »Kevin J. Anderson & Doug Beason: Trinity«

Ekki zu »Kevin J. Anderson & Doug Beason: Trinity«23.06.2015
Mit ihrem Roman TRINITY entführen die beiden Autoren Kevin J. Anderson und Doug Beason die Leser in eine alternative Welt, die genauso spannend wie schonungslos ehrlich und grausam die Schrecken des zweiten Weltkrieges offenlegt.
Der Roman ist ein fiktives Zeitzeugnis mit Gültigkeit in unserer realen Welt, das man nicht verpassen sollte. Ein Alternativ-Welt-Szenario voller Eindringlichkeit und wichtiger Denkanstöße ohne billige Effekthascherei.
Ihr Kommentar zu Trinity

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.