Resurrection Inc. von Kevin J. Anderson

Buchvorstellungund Rezension

Resurrection Inc. von Kevin J. Anderson

Originalausgabe erschienen 1988unter dem Titel „Resurrection, Inc.“,deutsche Ausgabe erstmals 2015, 400 Seiten.ISBN 3959620020.

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In Kürze:

Die Firma Resurrection Inc. lässt die Toten wiederauferstehen. Ausgestattet mit einem Mikroprozessor im Gehirn, einem synthetischen Herzen und künstlichem Blut, wird aus einer frischen Leiche ein Hausdiener für jedermann. Für den entrichteten Kaufpreis erhält man einen vorprogrammierten Diener, dessen Erinnerungen an sein letztes Dasein völlig erloschen sind. Vermutlich. Doch dann war da noch Danal. Er war das Opfer einer fortwährend wachsenden Organisation geworden, die sich Neosatanisten nennen. Dieser Kult strebt nach einem eigenen Himmel, den er in den Tiefen der Hölle sucht. Danal wird von ihnen ermordet und von der Firma Resurrection Inc. zurückgebracht. Doch er fängt an, sich an sein letztes Leben zu erinnern. Bald weiß er wieder, wer ihn ermordet hat, wer er gewesen ist und welche Pläne Resurrection Inc. noch verfolgt.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Bestechende Ideen, in einer etwas enttäuschenden Ausführung“59

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

„In dieser Welt gibt es nur zwei Sorten Menschen – intelligente Menschen ohne Religion und religiöse Menschen ohne Intelligenz.“

Willkommen in der Zukunft. Nach wie vor ist die Kluft zwischen Arm und Reich riesig, haben diejenigen, die es sich leisten können Card blanche.

Während sich immer mehr Menschen dem Neo-Satanismus zuwenden, beherrschen dienstbare Geister das Leben der Begüterten. Und man muss nicht einmal befürchten, dass diese Diener eines Tages, auch Rache, Geltungssucht oder Habgier über ihre Herren und Meister plaudern könnten – denn die Diener der Zukunft werden aus wiederbelebten Leichen rekrutiert.

Mit einem synthetischen Herz, Kunstblut und einem Prozessor im Gehirn ausgestattet werden sie auf die Bedürfnisse ihrer Besitzer zugeschnitten. Selbstständiges Denken, Eigeninitiative oder auch Kritik sucht man hier vergebens, wer einmal einen solchen Diener hatte, der wird ihn oder sie nie mehr missen möchten.

Danal ist einer von ihnen. Und doch ist er keiner von den hirnlosen maschinenähnlichen Wesen die angeboten werden, denn er ist fehlerhaft. Wie es bei jedem industriellen Fertigung vorkommen kann, gibt es auch hier Fehler und Ausfälle. Danal wurde ermordet und er erinnert sich nicht nur an sein früheres Leben, sondern auch an die Tat und an den Täter . …

Bestechende Ideen, in einer etwas enttäuschenden Ausführung

Wir kennen Kevin J. Anderson von seinen Space Opera Bänden, die sich größten Zuspruchs erfreuen. Dass ausgerechnet ein kleiner Verlag seinen Debutroman auf Deutsch herausbringt hat zunächst verwundert. Zumal sich der Inhalt des 1988 erstveröffentlichten Buches durchaus aktuell liest.

Zu einer Zeit, da kaum Jemand mit dem Begriff Internet etwas anfangen konnte berichtet uns der Autor von einer Gesellschaft, die online ist, mehr noch, die Idee Tote zum künstlichen Leben zu erwecken und als Diener merkantil zu verwerten erscheint bestechend. Dazu gesellt sich das Bild einer Gesellschaft, die ihre Werte verloren hat, die neue Wege und Überzeugungen sucht und sich damit auch neuen Religionen zuwendet.

Das hat schon etwas, liest sich aber insbesondere im ersten Viertel des Buches etwas mühsam. Aus drei verschiedenen Perspektiven lernen wir diese Welt quasi von innen kennen, ohne da schon zu ahnen, wie sich die Splitter später zu einem Bild fügen werden. Das ist mühsam, aber auch interessant, wobei eine Straffung des Plots hier dem Lesefluss gut getan hätte. Auch wäre ein etwas sorgfältigeres Lektorat wünschenswert gewesen – gar zu viele Ungereimtheiten, Sätze, die keinen wirklichen Sinn ergeben und Setzfehler stören leider das Lesevergnügen.

Das grosse Plus mit dem Anderson im Roman punktet sind die vielen durchaus interessanten Ideen, die er hat einfließen lassen. Hier wird der Leser angeregt mit- und nachzudenken, sich selbst Gedanken zu machen, wie man sich positionieren würde, ob man dem Trend verfallen würde und sich einen Diener anschafft oder der neuen Glaubensrichtung verfällt. Dem gegenüber bleiben die Charaktere etwas flach, treten kaum einmal aus der Handlung heraus und stilistisch massieren sich leider die Adjektive.

So bleibt als Fazit, dass das Buch tolle, zeitlose Ideen präsentiert, in der Umsetzung etwas hakt ohne ganz zu enttäuschen.

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