Blutjagd von Kim Harrison

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „Every Which Way But Dead“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 700 Seiten.ISBN 3-453-53279-1.

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In Kürze:

Ihr Name: Rachel Morgan. Ihr Job: Kopfgeldjägerin. Ihre Aufgabe: auf den Straßen von Cincinnati Vampire, Hexen und andere Kreaturen zur Strecke zu bringen. Ihr Problem: Sie selbst hat eine Vergangenheit …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gefühlsirrungen und Gefühlswirrungen einer Kopfgeldjägerin“70

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Rachel Morgans Leben ist nicht eben das, was man gewöhnlich, geordnet oder gesittet nennen würde. Nicht genug damit, dass sie als Runnerin in einer Welt, in der die übernatürlichen Geschöpfe ihr Coming-Out hatten, lebt und auf selbständiger Basis ihre Dienste als Leibwächter und Ermittler anbietet, auch ihr Liebesleben ist gelinde gesagt etwas turbulent. Sie wollen wissen, wer Rachel Morgen eigentlich ist?

Vorhang auf für eine nicht zu groß gewachsene Rothaarige mit Pfeffer im Hintern. Sie lebt zusammen mit ihrer Partnerin und Möchtegernliebhaberin Ivy, einer lebenden Vampirin, und Jenks, einem übervorlauten Pixie, in einer ehemaligen Kirche. Dann gibt es noch den Dämon Algaliarept, kurz Al genannt, dem sie ihre Dienste als Familiaris versprochen hat, den Vampir Kisten, der ihr den Hof macht, Trent, der Elf, der das organisierte Verbrechen in Cincinnatti unter sich hat und den sie schützen soll, sowie David Hue, ein Versicherungsvertreter, der unsere Rachel nur zu gerne als Kollegin und Rudelanführerin – ja, gut mitgedacht und aufgepasst, er ist ein Werwolf – gewinnen würde.

Ausgelassen habe ich bei dieser Aufzählung nun Nick, einen menschlichen Adepten, der weder Anstand noch Mut genug hat, mit Rachel Schluß zu machen, einen zauberkundigen Rockstar, eine Disconacht im Vampirclub und ein schwimmendes Kasino, das in die Luft gesprengt wird. Stellen Sie sich einfach einen weiblichen James Bond 007 vor, der sich mit Elfen, Feen und Vampiren rumschlägt, und sie haben einen ersten Eindruck, was Sie erwartet.

James Bond bei den Elfen

Verrückt? Sie verstehen nur Bahnhof, aber irgendwie hört sich das nicht so an, als ob es langweilig zugehen würde?

Damit haben sie recht. Das ist beste, ironisch überzeichnete Sitcom mit Actionthriller Elementen, ein wenig Sex, viel Drugs and Gewalt und jeder Menge Tempo.

Als immerhin dritter Band der Reihe um die Kopfgeldjägerin Rachel Morgan ins Rennen geschickt, ist die Lektüre der ersten beiden Teile dringend anzuraten. Zu ausufernd wird auf die bisherigen Geschehnisse Bezug genommen, zu sehr baut die Autorin auf bekannte Personen und Erkenntnisse aus den Vorbänden auf.

Dabei ist auffällig, dass in der ersten Hälfte des voluminösen Buches erstaunlich wenig passiert. Harrison berichtet uns in erster Linie über Rachels Gefühlswirrungen und -irrungen.

Hin- und hergerissen zwischen charismatischen Männern, von einer Frau angemacht, von Dämonen verfolgt, dazu noch bedrängt von Gewalt, kann man sich das Gefühlschaos vorstellen, das Rachel umgibt. Dabei lesen sich diese Passagen, gerade auch im Vergleich zu den ersten beiden Romanen, langatmig und handlungsarm. Ich hatte schon Befürchtungen, dass die Autorin jetzt ganz ins Genre des Liebes- und Frauenromans wechselt, sah mich glücklicherweise hier aber getäuscht.

Gerade, als ich anfing, mich zu langweilen, zog das Tempo plötzlich wieder merklich an, ging es zur Sache. Nicht nur was die Action betrifft, sondern auch die emotionale Ausgestaltung des Romans bot plötzlich so nicht erwartete Perspektiven und Entwicklungen. Ohne das gründliche Fundament, das Harrison zu Beginn des Buches gelegt hat aber, würde man den Personen ihre Handlungsweise kaum abnehmen. Erst in der Rückschau wird deutlich, wie sorgfältig die Autorin ihre Gestalten und deren Gefühlsleben konstruiert hat, wie nachvollziehbar und Überzeugend sie gerade diesen Aspekt ausgebaut hat. Dies ging, ich betone dies noch einmal ausdrücklich, zu Lasten der Spannung im ersten Abschnitt des Bandes, doch der fulminante Endspurt zum rasanten Finale entschädigt hier für vieles.

Ihre Meinung zu »Kim Harrison: Blutjagd«

Levke zu »Kim Harrison: Blutjagd«11.02.2009
Leider hatte ich Band 2 noch nicht in den Fingern, aber ich mag den 3. Band sehr. Mich als Frau stört auch die Gefühlspassage nicht besonders, ja ich hätte es ein wenig hölzern und flach gefunden, wenn Rachel nicht auch durch ihr Herz stark beeinflusst worden wäre.
(Meine Persönliche Lieblingsszene in diesem Buch ist dementsprechend auch die Begegnung von Kisten und Rachel, als Ivy nicht da ist...)
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