Konstantin Ziolkowski

Der russische Raketenpionier Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski wurde am 17. September 1857 in Ischewskoje, Oblast Rjasan geboren. Er gilt als „Vater der Weltraumfahrt“.

Er verlor als Kind im Alter von 10 Jahren durch eine Scharlacherkrankung fast vollständig sein Gehör und konnte deshalb nicht mehr zur Schule gehen. So brachte er sich fast sein gesamtes Wissen als Autodidakt bei. Er studierte drei Jahre lang in Moskau Physik, Astronomie, Mechanik und Geometrie und arbeitete anschließend als Gymnasiallehrer.

Ab 1883 beschäftigte er sich mit dem Gedanken des Rückstoßantriebs für Luftfahrzeuge und baute 1897 zu Versuchszwecken in seinem Zimmer den ersten Windkanal in Russland. Durch Manuskripte ist belegt, dass er sich bereits ab 1878 ernsthaft mit dem Problem der bemannten Raumfahrt beschäftigte. 1886 erschien die Studie „Theoria Aerostatika“, der 1892 die Aerostat Metallitscheski (Theorie eines Ganzmetall-Luftschiffes) folgte. Um 1880 entwickelte er theoretisch ein Ganzmetallluftschiff, das 1930 von den Amerikanern als ZMC-2 gebaut wurde und als „Tinship“ (Blechschiff) in die Luftfahrtgeschichte eingehen sollte. Ziolkowski erkannte, dass Feststoffraketen nie den Weltraum erreichen würden. Er konnte wissenschaftlich nachweisen, dass eine Rakete nur mit flüssigem Treibstoff genügend Schub entwickeln würde, um die Anziehungskraft der Erde zu überwinden. Da er mit diesen Ideen seiner Zeit weit voraus war, fand er im damaligen Russland nur wenig Beachtung.

Als 1917 die Große Oktoberrevolution begann, lebte er ganz zurückgezogen. Um das Interesse an der Raumfahrt zu wecken, begann er angeregt durch die Erzählungen von Jules Verne mit dem Schreiben von utopischen Kurzgeschichten und Romanen. Als sein Hauptwerk gilt der zwischen 1896 und 1916 entstandene Roman „Vne Zemli“, der erst 1920 vollständig erschien. Darin beschreibt Ziolkowski Raumschiffreisen unter Verwendung genauer wissenschaftlicher Berechnungen.

Konstantin Ziolkowski starb am 19. September 1935 in Kaluga. Zu seinen Ehren wurden ein Krater auf der erdabgewandten Seite des Mondes sowie der Asteroid (1590) Tsiolkovskaja nach ihm benannt. Sein früheres Wohnhaus in Kaluga dient heute als Museum.

Phantastisches von Konstantin Ziolkowski:

  • Über Konstantin Ziolkowski
    • (1961) Nikola Stilijanov Kalicin: Weltraumflüge von Ziolkowski bis Gagarin
    • (1973) Karl Rezac: Der verrückte Erfinder. Leben des Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski
    • (1979) A. A. Kosmodemjanski: Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski
    • (1987) Peter Stache: Sowjetische Raketen im Dienst von Wissenschaft und Verteidigung
    • (2008) Thomas Bührke: Lift – off. Die Geschichte der Raumfahrt