Flammenzorn von Laura Bickle

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Embers“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 368 Seiten.ISBN 3-404-20651-7.Übersetzung ins Deutsche von Frauke Meier.

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In Kürze:

Anya arbeitet als Ermittlerin für die Feuerwehr von Detroit. Dies allein wäre ziemlich unspektakulär, wenn Anya nicht eine besondere Gabe hätte: Sie ist ein Medium; sie kann Geister aufspüren und zerstören. Diese Fähigkeit setzt sie nachts ein, wenn sie mit einem Team von Geisterjägern paranormalen Phänomenen nachgeht. Eines nachts bei einer Geisteraustreibung, spricht ein Geist von der Ankunft von Sirrush. Und das sind schlechte Neuigkeiten. Denn Sirrush ist der Legende nach der mächtigste Feuerdämon der Welt, der vor Jahrhunderten unter die Erde verbannt wurde und dort schläft. Kurz darauf entflammen in der Stadt mysteriöse Brände, wie Anya sie noch nie gesehen hat: Die Entstehung der Feuer ist physikalisch geradezu unmöglich. Ist Sirrush tatsächlich erwacht?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Feuerwehrfrau und der Dämonenbeschwörer“50

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Feuerwehrleute, gleich ob sie männlichen oder weiblichen Geschlechts sind, erfreuen sich weltweit größten Ansehens. Dies gilt auch für Anya, die als Ermittlerin die Feuerwehr von Detroit bei ihrer schweren Aufgabe unterstützt. Nach absichtlich gelegten Bränden sucht sie Hinweise auf die Täter; Spuren, die später zur Anklage und Verurteilung führen.

Dass sie dabei übernatürliche Hilfe in Anspruch nimmt, ahnt bis auf wenige Vertraute niemand. Anya kann nicht nur Geister sehen und mit ihnen reden, sie hat auch die Gabe, Geister und Dämonen zu verzehren. Außerhalb ihres Berufs nutzt sie diese Gaben im Rahmen einer geheimen Gruppe Dämonenforscher, wenngleich sie dabei immer ein eher schlechtes Gefühl hat.

Seit einiger Zeit macht ein Serientäter ihr Leben interessanter. Bereits vier Gebäude wurden abgefackelt, an den Brandherden fand man jeweils ein altägyptisches Zeichen, das auf Sissrush, den mächtigsten Feuerdämon der Geschichte, hinweist. Will ein Verrückter den seit Äonen im ewigen Schlaf liegenden Dämon beschwören, und wenn ja, was will der Pyromane damit erreichen?

Abwandlung eines mittlerweile gängigen Themas

Der Auftaktband der Geisterjägerin Anya-Abenteuer wandelt das gängige Thema der Polizistin, die mit ihren besonderen, übernatürlichen Gaben ihre Fälle untersucht, den Dämonen auf die Spur kommt und diese letztlich besiegt, ein wenig ab. Statt einer toughen Polizistin präsentiert sie uns eine Feuerwehrfrau, die in ihrer Freizeit uneigennützig den lokalen Dämonenjägern zur Hand geht.

Als Handlungsort hat sie sich Detroit, die Autohochburg der USA, ausgesucht. Und sie präsentiert uns eine Metropole, einen Moloch, dessen große Zeit lang vorbei ist. Verbrechen, Verelendung und die Abwanderung der intelligentere Bewohner prägen die Stadt. Ganze Viertel versinken in Arbeitslosigkeit, die Gewaltbereitschaft nimmt zu.

In dieser die Realität gut widerspiegelnden Umgebung stellt sie uns ihre Heldin vor. Eine junge Frau, die von Ihrer Gabe daran gehindert wird, ein normales Leben zu führen, die mit ihrem Schicksal hadert. So sehr sie ihren Schutzgeist auch liebt, er bringt sie auch immer wieder in Schwierigkeiten, verhindert eifersüchtig zwischenmenschliche Kontakte. So ist sie alleine in ihrem Kampf gegen das Böse.

Als sie dann einen Mann entdeckt, der dieselben Gaben wie sie besitzt, ist sie naturgemäß fasziniert. Zwar verachtete sie den Täter für dessen Taten, will ihn stellen und zur Rechenschaft ziehen, beobachtet aber gleichzeitig interessiert, wie versiert der Unbekannte mit seinen – und ihren – Gaben umzugehen weiß.

Was könnte sie nicht alles von ihm lernen, endlich hätte sie eine verwandte Seele, eine Laterne, wie sie die Gabe des in sich Ziehens von Geistern und Dämonen nennt, gefunden. Dieser innere Konflikt, die Anziehung durch den Bruder im Geiste und die gleichzeitige Abstoßung durch dessen Taten, blitzt immer wieder zwischen den Zeilen auf.

Darüber hinaus beherrscht die Jagd nach dem Täter, das Verhindern dessen Plans das Buch. Das ist temporeich verfasst, bietet einige packende Szenen, lässt aber neben den beiden Hauptfiguren kaum Platz für eine überzeugende Zeichnung der anderen Gestalten.

(Carsten Kuhr, Februar 2012)

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