Tanz der Toten von Laurell K. Hamilton

Buchvorstellungund Rezension

Tanz der Toten von Laurell K. Hamilton

Originalausgabe erschienen 1997unter dem Titel „The Killing Dance“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 550 Seiten.ISBN 3-404-15626-9.Übersetzung ins Deutsche von Angela Koonen.

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In Kürze:

Anita Blake ist daran gewöhnt, die Jägerin zu sein. Doch plötzlich hat sie einen Auftragskiller im Nacken und alle Hände voll damit zu tun, einfach nur zu überleben. Ein Unbekannter hat einen Preis von einer halben Million Dollar auf ihren Kopf ausgesetzt. Innerhalb von 24 Stunden soll sie aus dem Weg geräumt werden. Anita setzt alles daran, herauszufinden, wer ihr nach dem Leben trachtet. Als ob das nicht Ärger genug wäre, muss sich Anita auch noch zwischen zwei Männern entscheiden. Und wenn es sich bei dem einen um einen Vampir und bei dem anderen um einen Werwolf handelt, ist diese Wahl ein Spiel mit dem Feuer.

Das meint phantastik-couch.de: „Die Scharfrichterin wird selber zur Gejagten“80

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Anita Blake, gemeinhin unter der medienträchtigen Bezeichnung »Scharfrichter« bekannt, ist es gewohnt in brenzligen Situationen zu sein. Das Erwecken von Toten, die Bekämpfung von Zombies und das Pfählen von Vampiren beherrscht sie mit links, und auch, dass zwei Monster, der Vampirmeister der Stadt und der Anführer der Werwölfe um ihre Gunst buhlen, bringt sie kaum aus der Ruhe. Dann aber setzt ein Unbekannter ein Preisgeld von einer halben Millionen Doller auf ihren Kopf aus, wenn sie innerhalb von 48 Stunden getötet wird – und das bringt sie dann so richtig ins Schwitzen. Die ersten beiden Anschläge kann sie noch abwehren, dann zieht sie sich in den »Zirkus der Verdammten«, der Heimstatt der Vampire St. Louis´ zurück. Unter dem Schutz der Untoten sollte eigentlich kein Killer Zutritt haben, sollte sie vor Attentaten sicher sein. Dann aber zeigt sich, dass alle Vorsicht nichts nützt, wenn der Killer unter den eigenen Vertrauten lauert …

Vampire ohne Ende – ist nicht alles schon geschrieben?

Kann man dem ausgereizten Vampir-Thema überhaupt noch neue Seiten abgewinnen, so fragte ich mich, als ich das erste Mal die Bekanntschaft von Anita Blake machte? Ist nicht alles, auf die eine oder andere Art schon ge- und beschrieben worden? Sicherlich wurden schon viele, inhaltlich sehr unterschiedliche Werke verfasst, aber die gebotenen Variationen waren meist überschaubar und nur in Nuancen unterschiedlich.

Hamilton berichtet uns über eine Welt, in der die Vampire, aber auch Werwesen und Zombies in das alltägliche Leben – soweit möglich – integriert wurden. Anita Blake ist eine ungewöhnliche Heldin, die ganz in dieser Welt aufgeht. In einem Genre, das durch männliche Hauptpersonen geprägt ist, dringt sie als Angehörige des Spuk-Kommandos der Polizei und als frei schaffender Animator, der Tote als Zombies gegen Bares wiedererweckt in eine sonst von Männern dominierte Sphäre ein. Und sie macht ihre Sache wirklich gut. Voller Drive und Gewalt, mit unterschwellig ständig mitschwingenden sexuellen Anspielungen präsentiert uns die Autorin eine Mischung von Hard-Detective Novel und Vampir-Roman. Ihre Vampire haben ähnlich wie die Wesen aus den Romanen von Anne Rice ihren eigenen Verhaltens-Kodex, sind dunkle Gestalten aus allen gesellschaftlichen Schichten und verhalten sich auch so. Hier gibt es Mitläufer und Sadisten ebenso wie scheinbar edle, höfliche Wesen, die ihren ehrbaren Geschäften nachgehen. In einem Amerika, in dem der oberste Gerichtshof den Untoten die Bürgerrechte zuerkennt hat, leben sie ihr Nichtleben im Rahmen der Gesetze – zumindest nach aussen hin.

Unterschwellig aber ist die Auseinandersetzung zwischen den Lebenden und Toten immer spürbar. Und dies zeigt sich auch im etwas unsteten, ständig auf der Überholspur befindlichen Wesen unserer Protagonistin. Voller Hass und Leidenschaft gibt sich Anita ihrer selbstgewählten Aufgabe hin. Dabei ist es letztlich einerlei, dass die geschilderten Gefahren angesichts der übermächtigen Gegner unserer Scharfrichterin letztlich ein wenig unglaubwürdig wirken. Die rasante Action übertüncht die in den ersten Bänden nicht unbedingt nachvollziehbare Gestaltung der Persönlichkeit Anitas, reisst den Leser förmlich mit sich fort.

Laurell K. Hamilton hat mit ihren Romanen um die Vampirpfählerin Anita Blake denn auch ein ganzes Subgenre geschaffen. In ihrer Nachfolge tummeln sich die Serien um Rachel Morgan, Sookie Stackhouse und Harry Dresden. Jeder der Autoren beschreibt eine Welt, die der unsrigen weitestgehend gleicht, nur dass die übernatürlichen Wesen ihr Coming Out hatten. Die Frage: was wäre, wenn Vampire, Werwesen und Zombies unter uns leben würden, wie die Gesellschaft auf diese neuen, aber machtvollen Minderheiten regieren würde, macht den grossen Reiz der Titel aus. Eines der Dinge, die die Anita Blake-Romane denn auch besonders auszeichnen, ist, dass es der Autorin gelingt, uns ihre phantastische Welt, mit einer Gesellschaft, in der das Übernatürliche Bestandteil der Gesellschaft und des Lebens ist, als glaubwürdige Grundlage zu präsentieren.

Die Queen unter den Autoren der Vampir-Slayer

Uns erschliesst sich eine Welt, in der die Diskriminierung von Gestaltwandlern gesetzlich verboten ist, nichtsdestotrotz aber ebenso alltäglich ist, wie die Verunglimpfung von Vampiren als grundsätzlich Verdächtigte für jedes Verbrechen. Dabei verwöhnt Hamilton mit markanten Charakteren gerade der übernatürlichen Wesen und Beziehungsgeflechten, die mich faszinieren.

Vorliegend widmet sie sich neben jeder Menge Gewalt, Blut und Mysterien erneut dem Zwischenmenschlichen, besser Zwischenvampirischen unserer toughen Heldin. Die morbide Anziehungskraft, die von Jean-Claude ausgeht, die Faszination des Unbekannten, des Rätselhaften gerade auch wegen der damit verbundenen Risiken und des Gefühls, eigentlich etwas Verbotenes zu tun, werden unterschwellig sehr schön herausgearbeitet. Anita ist, das kann man mit Fug und Recht behaupten, ungewöhnlich, ja psychopathisch. Im Verlauf der bisherigen fünf Romane entwickelte Anita sich von einer zwar selbstbewussten, gerade im zwischenmenschlichen Bereich jedoch zutiefst verunsicherten jungen Frau zu einer ohne Reue mordenden Totenbeschwörerin.

Gerade im vorliegenden Roman wird diese Entwicklung nochmals entscheidend vorangetrieben und deutlich gemacht. Auf der einen Seite die toughe Kämpferin, die zwischenzeitlich ohne jegliche Gewissensbisse ihre Gegner ausschaltet, die ihre Menschlichkeit, nicht aber ihr Mitgefühl für Freunde verloren hat, auf der anderen Seite eine Frau hin- und hergerissen zwischen zwei faszinierenden Männern. Jeder reizt sie auf seine Weise. Der Eine eben weil er verletzlich ist, weil er sich weigert, das Tier in sich selbst willkommen zu heissen, ohne Gewissensbisse zu Töten, der seine Moral der zivilisatorischen Werte höher stellt als persönliches Machtstreben. Auf der anderen ein Vampirmeister, der täglich über Leichen geht, der nach dem Motto existiert – nur ein Toter Gegner ist ein guter Feind – und dessen Sichtweise sie immer mehr verinnerlicht. Dieser innere Zwiespalt, die Entwicklung die Anita durchläuft beeinflusst vorliegenden Roman markant.

Während in den ersten Bänden meist eine Detektivhandlung, eine Mission thematisiert wurde, geht es diesmal nur darum am Leben zu bleiben. Daneben aber nehmen Beschreibungen von Gefühlen und Äusserlichkeiten immer breiteren Raum ein. Das erinnert mich ein wenig an die Vampir-Chroniken aus der Feder von Anne Rice. Mit zunehmender Dauer wandte diese ihr Interesse von der reinen Handlung ab und der Beschreibung von Kunstgegenständen und Gefühlen zu. Noch steht bei Hamilton deutlich der durchgängige Spannungsbogen im Zentrum der Aufmerksamkeit, doch was als Actionknaller begann, das nimmt nun doch deutlich romantisch angehauchte Züge an. Zunächst aber präsentiert sich ein abwechslungsreicher, spannender Action- und Entwicklungsroman, die eingeschobenen gefühlvoll beschriebenen Liebes-Szenen bieten Zeit zum Atemschöpfen, und verleihen der Handlung durch die behutsame Schilderung des Liebesspiels eine zusätzliche Würze. Auch für dieses Buch gilt wieder, dass es nichts für Leser mit schwachen Nerven ist. Wenn Stephen King oder Matt Reilly einen »Hannibal Lecter«-Roman verfasst hätten, es könnte kaum blutiger und spannender zugehen. Und damit beweist Hamilton erneut, dass sie – noch – die Queen unter den Autoren der Vampir-Slayer ist.

Ihre Meinung zu »Laurell K. Hamilton: Tanz der Toten«

Marlene zu »Laurell K. Hamilton: Tanz der Toten«17.11.2008
Ich bin ein begeisteter Leser der Anita Blake-Serie und bei jedem Teil denke ich mir, es kann nicht mehr besser werden. Aber immer wieder ist es der Fall. So auch in diesem Band. Ohne viel zu verraten, aber in diesem Teil nimmt Anita's Liebesleben eine entscheidende Wendung.

Ich frage mich immer wieder wie man so gut schreiben kann. Hat ma einmal angefangen kann man nicht mehr aufhören. Diese Buch hat alles was es haben muss!
Xenia zu »Laurell K. Hamilton: Tanz der Toten«28.10.2007
Jaa, so etwas hinreißendes habe ich noch niee gelesen! Es ist eine perfekte mischung aus allem, action, detektiv, horror und liebe...von buch zu buch spitzt sich die situation zwischen dem Trio zu, wobei Jean-Claude schon immer mein favorit gewesen war! Richard kommt zu unschlüssig und zu vernünftig vor. Schade, dass es keinen Jean-Claude in Wirklichkeit gibt^^
Steffi zu »Laurell K. Hamilton: Tanz der Toten«03.05.2007
Ein phantastisches Buch - wie die ganze Anita Blake Reihe. Ich kann nur empfehlen - wartet nicht auf die deutsche Übersetzung. Wer es lesen kann - sollte unbedingt auf Englisch weiter machen. Es lohnt sich sowas von! Also auf gehts...!
Natalie zu »Laurell K. Hamilton: Tanz der Toten«03.04.2007
Das Buch ist wie alle anderen Anita- Black Romane einsame Spitze!!
Der Inhalt fesselt jeden Fan von Vampiren und anderen Horrorgestalten und dieser mitreißende Schreibstil tun sein übriges!!!!
Ich freue mich schon auf das neue Buch!!
Katzenschatten zu »Laurell K. Hamilton: Tanz der Toten«20.02.2007
Das Buch ist wie immer einsame spitze, ich konnte mich von den knapp 500 seiten wie immer nicht los reißen und hatte das Buch nach 2 Tagen, wenn überhaupt verschlungen, jetzt warte ich auf den nächsten teil der im September unter dem Namen blutrote Glut erscheinen soll.

Diese Story ist hinreißend, sollte man am Anfang meinen, das Richard der wirklich einzige für sie ist ändert sich am ende des Buches noch einmal alles.. nicht nur das Antia fürchten muss zu einem Werleoparden zu werden, auch Richard ist gekrängt und zieht sich von unserer schönen Heldin zurück.. ich bin begeistert von diesem Schreibstil, für alle die die ersten teile gelesen haben sollten auf alle weiteren nciht verzichten und auf diesen hier schon gar nicht.

Ich kann nur sagen das diese Bücher da a und o der Vampir szene sind also hinsetzten und abtauchen
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