Shakespeare Undead. Der Untoten Zähmung von Lori Handeland

Buchvorstellungund Rezension

Shakespeare Undead. Der Untoten Zähmung von Lori Handeland

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Shakespeare Undead“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 360 Seiten.ISBN 3802584988.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

London 1616: Eine Flut von Zombies macht die Straßen der Stadt unsicher. Ein Fall für Jägerin Katherine Dymond. In einer lieblosen Ehe gefangen, führt sie ein gefährliches Doppelleben und macht des Nachts Jagd auf Untote. Dabei begegnet ihr der attraktive William Shakespeare, der ebenfalls ein dunkles Geheimnis birgt: Er ist ein Vampir. Gemeinsam versuchen William und Katherine herauszufinden, wer hinter der Zombieflut steckt und entdecken dabei unerwartete Gefühle füreinander.

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Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Zombies bevölkern die dreckigen Straßen Londons im Jahre des Herrn 1616. Nur ein Vampir-Nekromant kann derartig viele Tote wecken und seinen Befehlen folgend agieren lassen.

William Shakespeare, wie sich der uralte Vampir nennt, der dereinst Caesar mit einem Zombieheer versorgte, Cleopatra mit seinen Liebeskünsten beglückte und Gedichte und Sonaten für den Circus verfasste, ist ein solcher Vampir-Nekromant. Doch er steckt nicht hinter dem massenhaften Auftauchen der Gehirn-Gourmets. Wer aber dann und was bezweckt dieser mit der Heimsuchung der Stadt an der Themse?

Vorhang auf für Katherine Dumont, eine junge Dame mit zu kleinen Brüsten, zu dunkler Haut und schwarzen Haaren, die so gar nicht in das Modediktat der Zeit passen will. Ihr Vater, ein reicher Händler, hat sie an einen despotischen Mann wie ein edles Zuchtpferd verschachert, der hofft, dass ihm sein Schwiegervater einen Adelstitel kauft, seine Frau ihm Erben schenkt und die Plantage in den Kolonien Profit abwirft. Doch die so erniedrigte junge Dame hat einen Ausgleich für all den Frust, den das Leben für sie bereit hält. Sie ist ein Chasseur, ein Zombiejäger.

Ist es Schicksal, dass die beiden so Ungleichen einander treffen, sich verlieben, oder hat die Muse des Dichterfürsten da ihre grazile Hand im Spiel?

Gemeinsam begeben sie sich auf die Pirsch nach dem Vampir-Necro, der wirklich hinter der Ausbreitung der Plage steckt, denn es geht um Verrat an Queen Elizabeth – und da hört dann wirklich der Spaß auf …

Munter geschriebener, aber auch oberflächlicher Roman

Zombies all überall. Welches Verlagsprogramm man auch aufschlägt, überall dürfen die unappetitlichen Leichen ihre Spuren hinterlassen, dürfen durch Romane torkeln und sich nach Gee-hirn verzehren.

Lori Handeland geht ihren wohltuend kurzen Roman ein wenig anders als gewohnt an. Zum einen situiert sie ihre Handlung im London des Jahres 1616, dann übernimmt ein gewisser Will Shakespeare auch noch eine Hauptrolle. Geschickt lässt sie Erkenntnisse über das Leben des Dichters und Schauspielers einfließen, präsentiert uns diesen zu Beginn nicht nur als Vampir, sondern auch als einsames Wesen, dessen Muse ihn verlassen hat.
Erst die Begegnung mit der Zombiejägerin reißt diesen aus seiner Schaffenskrise, ja beflügelt ihn, von hormoneller Hochstimmung erfüllt, zu neuen literarischen Ergüssen.

Dass Handeland dabei Geister auftreten lässt, die Will ihre jeweilige Geschichte erzählen, die dieser dann in wohlfeile Verse gießt, ist eine der interessantesten Ideen des Buches. So weiß ein dereinst von Will gemeucheltes Opfer von einer gewissen Julia zu berichten, die in Italien zwei Freunden den Kopf verdreht.

Darüber hinaus zitiert die Autorin immer wieder an passender Stelle aus dem Oeuvre des Meisters, bietet dem Leser aber auch jede Menge packender Kämpfe.

Auch wenn der Roman selbst oberflächlich, die Figuren unscharf und der Handlungsort austauschbar bleiben, liest sich der Plot locker und flüssig, leidlich amüsant und romantisch an einem Stück durch. Sicherlich keine große Literatur und auch nicht Handelands bestes Werk, aber zum Überbrücken einer Bahnfahrt oder zum Entspannen im Urlaub nette Lektüre für nebenbei.

(Carsten Kuhr, Februar 2012)

Ihre Meinung zu »Lori Handeland: Shakespeare Undead. Der Untoten Zähmung«

tassieteufel zu »Lori Handeland: Shakespeare Undead. Der Untoten Zähmung«17.06.2012
London 1616, eine Flut von Zombies geistert durch die Straßen Londons auf der Suche nach Opfern! Die meisten Menschen halten die Zombies für Pestkranke, nur Kathrine Dymond weiß es besser! Von ihrer Amme als Jägerin ausgebildet, durchstreift sie nächtens die Straßen Londons und macht Jagd auf die Untoten. Da begegnet ihr ein Mann der ebenfalls Jagd auf die Zombies macht. Will Shakespeare, seines Zeichens Stückeschreiber am Rose Theater. Doch er birgt ein dunkles Geheimnis, ist er doch ein uralter Nekro-Vampir. Und nur ein solcher ist in der Lage eine so große Zombieflut zu erschaffen.

Wenn man keine allzu große Erwartungshaltung an das Buch hat, kann man hier durchaus ein paar vergnügliche Lesestunden verbringen. Lori Handelands Roman folgt den klassischen Spuren der Romantic-Fantasy und dabei steht die Romanze eindeutig im Vordergrund. Wenn es sich bei der Hauptfigur nicht um William Shakespeare handeln würde und im Klappentext nicht die Jahreszahl 1616 erwähnt würde, könnte der Roman auch zu jeder beliebig andern Zeit spielen. Einen gelungen geschilderten historischen Hintergrund darf man also schon mal nicht erwarten, denn der bleibt recht farblos geschildert und ist austauschbar. Auch die Idee mit dem Zombies erschaffenden Nekrovampir fand ich jetzt nicht sonderlich orginell, da gibt es eindeutig besseres! Die Verschwörung gegen die Königin die dabei letztendlich zu Tage tritt, ist allenfalls Randgeschehen und auch die Figurenzeichnung kann nicht wirklich überzeugen. Die Charaktere bleiben eher blass und konturlos.
Trotz dieser Kritikpunkte ist das Buch flüssig geschrieben und läßt sich flott lesen und hat stellenweise sogar leicht amüsante Züge. Positiv überrascht hat mich allerdings die Liebesgeschichte zwischen Will und Kathrine. Die ist ganz gelungen, folgt den Spuren eines Shakespeareschen Stückes und ist zum Glück frei von schwülstigen und kitschigen Liebes und Sexszenen!
Eingefleischten Shakespeare Fans würden sich hier zwar vermutlich die Zehnägel hochrollen, denn die Autorin geht mit den Werken des Dichters recht freizügig und frivol um. Um Werk und Schaffen des Dichters ranken sich ja immer noch diverse Therorien, die jedoch hier auf witzige Weise von der Autorin aufgegriffen und in ihrem Roman recht locker verwendet wurden. Über jeden Kapitel gibt es ein Zitat aus einem der Stücke des Dichters und auch im Roman selbst wird das ein oder andere Stück mit in das Geschehen hineingewoben. Von dieser Seite her fand ich das Buch ganz unterhaltsam und habe daher einige unterhaltsame Lesestunden verbracht.

FaziT: Anspruchslose, leichte Lektüre für zwischendruch! Wenn man seine Erwartungen nicht zu hoch schraubt bekommt man hier eine nett verpackte Romanze ala Shakespeare, die Werk und Schaffen des Dichters recht freizügig und ungewöhnlich interpretiert. Der historische Hintergrund ist allerdings recht austauschbar und bei den Charakteren hätte ich mir auch mehr Tiefgang gewünscht.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
elbion zu »Lori Handeland: Shakespeare Undead. Der Untoten Zähmung«02.02.2012
"Ich sehe tote Menschen" - nicht nur dieser Satz lässt einen schmunzeln.
Wer war Shakespeare? Diese Frage stellt nicht nur der Film "Anonymus" sondern auch Lori Handeland. Ihre Antwort: ein Vampirpoet. Auch löst sie gleich die Frage nach seiner Inspiration - es sind Geister, die dem Vampir seine Lebensgeschichte erzählen. Dies ist die nennte Nebenhandlung des Buches. Hauptsächlich geht es aber darum, dass Zombies London "überschwemmen" und nur Katherine Dumont, von ihrer verstorbenen Amme als Zombiejägerin, kann diese Invasion stoppen. Dazu benötigt sie natürlich die Hilfe des Vampires Shakespear. Mit Zitaten aus dem Shakespear Fundus geht es nun auf Zombiejagd, wobei sich Jägerin und Vampir natürlich näher kommen. Angelegt ist das Buch so, dass noch weitere Bücher folgen können.
Angenehm zu lesen, jedoch, wie in der Rezension gesagt, weder als Romanic-Fantasy oder einer anderen "Literatur"Gattung.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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