Wächter der Schatten von M. F. W. Curran

Buchvorstellungund Rezension

Wächter der Schatten von M. F. W. Curran

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „The Secret War“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 544 Seiten.ISBN 3-442-46546-X.Übersetzung ins Deutsche von Michael Nagula.

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In Kürze:

Seit tausenden von Jahren tobt auf der Erde ein verborgener Kampf zwischen Engeln und Dämonen, Vampiren und Rittern um die Zukunft der Menschheit. Die beiden Soldaten William Saxon und Kieran Harte ahnen nichts davon, als sie nach den Schrecken der Schlacht von Waterloo auf dem Schlachtfeld eine kleine goldene Pyramide finden. Aber dieses unscheinbare Schmuckstück ist das Gefängnis eines gewalttätigen Dämons. Nur den Priestern des Vatikans kann es gelingen, das Geschöpf der Hölle für immer zu bannen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Überaus gruseliges Mantel- und Degen-Abenteuer“93

Horror-Rezension von Andreas Kurth

Die Schlacht von Waterloo – welch würdige Kulisse für den Beginn eines weit größeren Abenteuers. Während Napoleon bei Belle alliance seine letzten französischen Divisionen verheizt, sind die englischen Offiziere William Saxon und Kieran Harte froh, das Gemetzel überlebt zu haben. Kieran erholt sich in einem belgischen Dorf von seiner Verletzung, wird von einer schönen Witwe aufopfernd gesund gepflegt. William besucht ihn ab und zu, und während eines solchen Besuches werden die beiden Engländer in den ewigen Kampf der Menschheit gegen die Mächte der Dunkelheit involviert – ohne davon etwas zu ahnen. Dabei wird sich ihr gewohntes Leben für immer verändern.

Eine alte Frau hat beim Leichen-Fleddern auf dem Schlachtfeld einen Pyramiden-förmigen Gegenstand gefunden, der eine seltsame Anziehungskraft ausübt. Der gierige Händler, dem sie ihre Fundstücke verkaufen will, tötet sie wegen der kleinen Pyramide – und wird selbst von dem Dämon, der in dem Gegenstand eingeschlossen war, umgebracht. In dem kleinen Dorf bricht das Chaos aus, als der Dämon beginnt, wahllos Menschen zu töten. Unter anderem wird Kierans Geliebte von dem Unterwelt-Wesen umgebracht. Mit Hilfe weiterer Soldaten, von denen etliche bei den Kämpfen sterben, gelingt es Kieran und William, den Wirtskörper des Dämons zu töten, und diesen damit zurück in die Pyramide zu zwingen – ohne dass sie auch nur ahnen, wogegen sie eigentlich gekämpft haben.

Geheimer Orden im Vatikan

Die beiden kehren nach England zurück und nehmen die Pyramide mit. In ihrer Umgebung kommt es zu unerklärlichen Todesfällen, und erst nach langem Schweigen sprechen die beiden Freunde über die Ereignisse der Nacht, in der sie gegen den Dämon kämpften. Sie sind sich einig, dass sie fachkundige Hilfe brauchen und lernen so Engrin Meerwall kennen, der Mitglied eines vatikanischen Geheimordens ist. Er überzeugt die beiden, dass sie mit ihm nach Rom kommen müssen, um dort Hilfe zu bekommen. Engrin erzählt Kieran und William erstmals davon, dass seit tausenden von Jahren auf der Erde ein verborgener Kampf zwischen Engeln und Dämonen, Vampiren und Rittern um die Zukunft der Menschheit stattfindet.

Auf dem Weg nach Italien wird das Schiff von Anhängern der dunklen Seite angegriffen, die den Freunden und Engrin bereits im Britischen Museum in London einen harten Kampf lieferten. Das Gefecht auf See ist einer der actionreichen Höhepunkte des Buches, aber ihr Weg führt William und Kieran nicht nur nach Rom, sondern später ins Piedmont, wo es weitere harte Kämpfe und überraschende Enthüllungen gibt.

Immer neue Mystery-Elemente

M.F.W.Curran hat hier einen überaus rasanten Abenteuerroman vorgelegt, der sich nur schwer in ein Genre einordnen lässt. Der Verlag spricht von Dark Fantasy, man könnte das Ganze er auch als Mischung aus Horror und Mystery charakterisieren. Das überlasse ich lieber den puristischen Experten, für mich ist das Buch ein fantastischer Roman im besten Wortsinne. Curran hat hier feines Erzählkino geschrieben, das mich von der ersten Seite an ungemein gefesselt hat. Schon der Ausgangspunkt ist mit der Schlacht von Waterloo geschickt gewählt. Wo sonst könnte ein Dämon, der sich von Blut nährt, eher wieder zum Leben erweckt werden. Zur Faszination tragen aber auch die beiden unterschiedlichen Charaktere seiner Helden bei. William und Kieran sind wie Brüder aufgewachsen, halten zusammen wie Pech und Schwefel, und sind doch durchaus verschieden – was am Ende des Buches zu überraschenden Konsequenzen für einen von beiden führt.

Am Beginn kommt die Geschichte wie ein gutes altes Mantel- und Degen-Stück daher, aber spätestens als der Dämon auf den Plan tritt, wird es überaus fantastisch. Den besonderen Reiz der Geschichte macht es aus, dass die beiden Helden lange nicht wissen, womit sie es überhaupt zu tun haben. Sie schlagen zwar dem Wirtskörper des Dämons den Kopf ab und zwingen ihn so in sein Gefängnis zurück, aber dieser Sieg ist Zufall, da sie den Charakter und die Herkunft des Unterwelt-Wesens überhaupt nicht kennen. Beim Kampf im Britischen Museum taucht dann plötzlich ein Vampyr auf, und auf dem Schiff im Mittelmeer rettet ein Lichtkrieger – ein so genannter Dar’uka – den guten Jungs den Hals. Diese immer neuen Figuren und Elemente sorgen dafür, dass der Spannungsbogen konstant hoch bleibt, und den wenigen Erholungsphasen für Helden und Leser folgt stets neue Action. Im Grunde ein Buch, das nach einer Verfilmung geradezu schreit. Und das auf jeden Fall Lust auf den zweiten Band macht, der bereits vorliegt.

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