Erweckung von Mara Laue

Buchvorstellungund Rezension

Erweckung von Mara Laue

Originalausgabe erschienen 2011, 234 Seiten.ISBN 3941547445.

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In Kürze:

Bronwyn Kelley hat als Journalistin ein aufregendes Leben, das plötzlich noch ereignisreicher wird. Sie entwickelt magische Kräfte und muss feststellen, dass sie dadurch zur Zielscheibe eines fanatischen Mönchsordens geworden ist. Der geheimnisvolle und attraktive Halbdämon Devlin Blake, der ihre Nähe sucht, könnte ihr Antworten geben, denn auch er verfügt über magische Kräfte. Er bietet Bronwyn an, sie im Gebrauch ihrer Magie zu unterrichten. Keineswegs selbstlos, denn Devlin verfolgt eigene Pläne. Er braucht Bronwyn, um ein magisches Tor zu öffnen, das den Dämonen ungehinderten Zutritt zur Welt der Menschen ermöglicht. Bronwyn muss feststellen, dass es nicht nur vor Devlin kein Entkommen gibt, denn andere Parteien wollen durch ihren Tod verhindern, dass das Tor geöffnet wird. Um zu überleben muss sie sich auf Devlin einlassen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „333 – Dämonenkeilerei“83

Fantasy-Rezension von Almut Oetjen

Vor 33 Jahren wurden zwei Magierzirkeln zur gleichen Zeit zwei Halbdämonen geboren, die sich in der Gegenwart zusammenschließen sollen, um ein Tor zur Welt der Dämonen zu öffnen, damit diese in die Welt der Menschen gelangen können.
Ein Halbdämon ist Devlin Blake, der von seiner dämonischen Mutter Reya großgezogen wurde. Sein weibliches Gegenstück, Bronwyn Kelley wurde nach der Geburt von den Hütern der Waage entführt und wuchs bei Adoptiveltern auf, wo sie vor einem dubiosen Mönchsorden geschützt war. Bis zu ihrem 33. Geburtstag arbeitet Bronwyn als Journalistin und weiß nichts von ihrer dämonischen Seite. Dann erwachen ihre Kräfte, wodurch sie erst einmal irritiert ist und Devlin sie ausfindig machen kann. Devlin will seiner Bestimmung nicht genügen und Bronwyn töten. Als er sie zum ersten Mal sieht, regen sich bei ihm andere Gefühle als Mordlust. Er hilft ihr, ihre Kräfte zu verstehen und sinnvoll einzusetzen. Mächtige Feinde wollen sie beseitigen.

Ab die Post

Im Prolog werden kurz Zeit und Ort genannt, dann wird der Turbolader zugeschaltet. Die Leser werden in die Handlung gezogen und mitgerissen. Beim ersten Lesen droht einem schwindlig zu werden ob der pulsierenden Action, die ein Tempo vorlegt, als ginge es darum, der Fernsehserie „24“ Konkurrenz zu machen. Dem Tempo entsprechend werden natürliche und übernatürliche Figuren eingeführt. Obwohl, eingeführt ist hier nicht der passende Ausdruck. Man möchte ein Schaubild anfertigen, um nicht den Überblick zu verlieren. Am Ende dieser zehnseitigen Parforce-Tour schreibt Mara Laue: „Als sie Stunden später mit ihrem Sohn auf dem Arm die Stätte seiner Geburt verließ, blieb ein Raum voller Leichen zurück.“ Genau. Jack Bauer würde vor Freude jauchzen. Dann gibt es einen Sprung von 33 Jahren in die Gegenwart und den Hinweis auf ein Schlüsselereignis, das in 91 Tagen ansteht.

Vier Fraktionen

Die Py’ashk'hu sind ein Geschlecht von Magiern, deren Oberhaupt Devlin an seinem 33. Geburtstag wird. Bis dahin führte seine Mutter den magischen Zirkel und hat verständliche Probleme mit dem Machtwechsel. Die Ke’tarr'ha sind eine dreitausend Jahre alte Dynastie von Magiern. Bronwyn ist die Letzte in dieser Blutlinie. Die zwei Kinder, die den Py’ashk'hu und den Ke’tarr'ha alle 333 Jahre geboren werden, können durch Vereinigung ihrer besonderen magischen Kräfte zur Wintersonnenwende das Tor zwischen der Sphäre der Menschen und der Dämonen öffnen und die Welt beherrschen.

Die Hüter der Waage sind eine Gruppierung, die magisch Begabte vor dem Zugriff der Mönche schützt und immer eins der beiden besonderen Kinder entführt und versteckt, damit es nicht zur Vereinigung beider kommen kann. Die Mönche vom Orden der Heiligen Flamme Gottes wollen Bronwyn töten. Der Orden wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Seine Magier haben es sich zur Aufgabe gemacht, alle anderen Magier auszulöschen: sie beanspruchen die Magie für sich als von Gott gegeben, während Magier, die nicht Ordensmitglieder sind, ihre Fähigkeiten dem Teufel verdanken sollen.

Konstruktionsmerkmale

„Erweckung“ weist mehrere miteinander verwobene Parallelhandlungen auf. Die vier zentralen Handlungsstränge sind:

  1. Die Vereinigung der beiden Hauptfiguren zur Erfüllung ihrer Bestimmung und die Entwicklung ihrer Beziehung.
  2. Die Jagd auf Bronwyn.
  3. Der Machtkonflikt zwischen Devlin und seiner Mutter.
  4. Devlin trifft eine Vereinbarung mit dem Sukkubus Cayona, die wiederum einen Pakt mit einem Hüter der Waage geschlossen hat.

Mara Laue arbeitet mit zwei wichtigen Dopplungen. Die der beiden Hauptfiguren äußert sich in dem übereinstimmenden magischen Mal, das sie tragen, Bronwyn auf der Brust (rotes Auge), Devlin auf dem Rücken (gelbes Auge), außerdem in den Namen: Bronwyns magischer Name ist Marlanda, Devlins Maru.

Insbesondere fällt natürlich die Verwendung der Ziffer drei auf. Dadurch sind Devlin und Bronwyn auch als zwei Hälften eines Ganzen angelegt. Zwei Kinder alle 333 Jahre bedeuten in der Summe 666, die Zahl des Teufels.

Die zweite Dopplung ist gegeben durch die beiden Fraktionen „Hüter der Waage“ und „Orden der Heiligen Flamme Gottes“. Sie sind angelegt wie zwei konkurrierende Geheimdienste, die Bronwyn jagen, unterschiedliche Methoden anwenden, aber das gleiche Ziel verfolgen.

Dialoge und Handlungen bestimmen die Entwicklung der Geschichte. Auffällig ist, dass Mara Laue auf detaillierte Beschreibungen von Schauplätzen verzichtet. Wir erfahren immer nur soviel, wie für das Verständnis einer Szene wichtig ist. Die Figuren sind ergebnisorientiert und ihr Handeln ist konsequent entlang dieser Logik ausgelegt. Laue hält sich an formulaische Erzählmuster, arbeitet aber innerhalb dieser Beschränkungen kreativ.

Man wähnt sich gelegentlich in einem Hardboiled Noir. Das hartgekochte Moment kommt zum einen durch Action, Sex, Gewalt und Dialoge in die Erzählung, zum anderen durch den taffen Devlin. Das Noir-Element äußert sich insbesondere in der Figur Bronwyns, die in eine Problemlage gerät, die sie weder verursacht noch verdient hat, die sich im Verlauf der Geschichte zudem verschlimmert.

Fazit

Mara Laues Roman „Erweckung“, der erste Band der Trilogie „Dämonenerbe“, ist ein tempo- und szenenreiches Abenteuer. Geschickt entwickelt die Autorin ihre Geschichte, die Dämonenwelt und deren Regeln, sie führt wichtige Handlungselemente einem Abschluss zu und lässt genug Spielraum für sinnvolle Fortsetzungen. Sie hat einige gute Einfälle, erzeugt unerwartete Handlungswendungen und erhält durchgehend das Interesse der Leserinnen und Leser. Ihr Stil ist teilweise lakonisch, teilweise trocken-hart. Laue erzählt schnell und ohne Ausschmückungen, die Grundstimmung ist düster, wenngleich der Text einige komische Szenen und Dialoge enthält. „Erweckung“ ist der viel versprechende Start einer Trilogie.

(Almut Oetjen, Januar 2012)

Ihre Meinung zu »Mara Laue: Erweckung«

PMelittaM zu »Mara Laue: Erweckung«20.03.2012
Zwei Kinder werden in der selben Nacht geboren, ein Junge und ein Mädchen. Beide sind halb Dämon und halb Mensch. Während der Junge, Devlin, bei Dämonen aufwächst und daher von Anfang an seine Herkunft und seine Magie kennt, wächst das Mädchen, Bronwyn, bei Menschen auf. Da es eine Prophezeiung gibt, dass sie zusammen mit Devlin eine große Gefahr für die Menschen darstellt, die, das sie die letzte einer Dämonendynastie ist, nach ihrem Tod nicht mehr erfüllt werden könnte, wird sie von unheimlichen Mönchen gesucht. Durch einen Geheimbund, die Hüter, wurden ihre magischen Fähigkeiten verborgen und sie erfährt nichts über seine Herkunft. Da aber an ihrem 33. Geburtstag ihre Magie wieder erwacht, gerät sie in große Gefahr.

Devlin setzt alles daran, dass sich die Prophezeiung nicht zu erfüllt. Er sucht Bronwyn auf und versucht sie für sich zu gewinnen. Nach und nach erfährt Bronwyn das Geheimnis ihrer Geburt und ihrer Fähigkeiten. Beide fangen ein gefährliches Spiel an, um dem prophezeiten Schicksal zu entgehen und legen sich dabei auch mit den Dämonen an.

Das Buch ist der erste Teil einer geplanten Trilogie und hat mir durchaus gefallen. Die besten Szenen waren allerdings die, in denen die Dämonen, die Hüter und die Mönche eine Rolle spielten, diese waren auch am spannendsten. Ansonsten hatte das Buch die eine oder andere Länge, was auch daran lag, dass der Beziehung zwischen Bron und Devlin zu viel Raum eingeräumt wurde.

Das Cover des Buches ist sehr gelungen, es zeigt einen gut aussehenden Mann mit schwarzen Schwingen, durch die dunkle Gestaltung macht es einen sehr düsteren Eindruck und ist durchaus ein Eyecatcher.

Ich bin sehr gespannt auf die beiden Folgebände und hoffe, dann mehr über die Mythologie der Geschichte zu erfahren und vor allem mehr von den Dämonen zu lesen.
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