Kriegsengel von Margaret Weis & Lizz Weis

Buchvorstellungund Rezension

Kriegsengel von Margaret Weis & Lizz Weis

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Fallen Angel“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 416 Seiten.ISBN 3-442-26595-9.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Natalia Ashley liebt ihren Job als Managerin des gefeierten Rockstars Cain, und als sie den angeblichen Exorzisten Matthew kennenlernt, kommt ihr eine geniale Idee. Sie will ihn in Cains wilde Bühnenshow einbauen. Doch zwei Dinge, von denen sie nichts weiß, erschweren ihren Plan. Cain behauptet nicht nur, er sei besessen, sondern ist tatsächlich ein Sendbote der Hölle. Und Matthew ist ein Engel, ein wahrer Krieger Gottes – allerdings mit überaus menschlichen Gefühlen …

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Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

Rockmusik wurde in ihren frühen Jahren von nicht wenigen als „Teufelswerk“ diffamiert und auch heute rümpfen noch viele Leute die Nase über Texte und Töne der Metall- und Punkrocker. Margaret und Lizz Weis, ein Mutter/Tochter-Autoren-Duo, widmen sich diesem Thema in ihrer zweiten gemeinsamen Romanveröffentlichung „Kriegsengel“ (Originaltitel „Fallen Angel“ – eine Vertauschung der deutschen Titel? Der erste Weis & Weis Roman „Warrior Angel“ wurde in „Dunkler Engel“ umgetauft).

Dämonen kämpfen im Rockermilieu um die Macht

Father Matthew Gallow tingelt mit seiner Partnerin Hannah durch die Vereinigten Staaten und verkauft Exorzismen. Billigend nimmt er dabei in Kauf, dass so mancher puritanisch geprägte Gläubige seinen Bühnenzauber wirklich für eine Teufelsaustreibung hält. Und so kommt er in die Verlegenheit, das er in seiner Show statt des Modells Hannah auf einmal ein junges Mädchen vor sich hat, das laut ihrer Mutter vom Teufel besessen sei. Matthew wird bei dem Showact beinahe verbrannt – von einem echten Dämon. Sterben kann der vermeintliche Father nicht und seine Wunden heilen sofort. Er ist ein Engel, wenn auch einer, der aus dem Himmelreich verbannt wurde. Lange schon versucht Matthew sein wahres Ich mit Burbon zu verdrängen, doch nun holt ihn seine „Bestimmung“ ein.

Diesen unplanmäßig verlaufenden Exorzismus besucht die Managerin des Rockstars Cain, die nach einer besonderen Attraktion für den Auftritt ihres Schützlings sucht. Dem scheint der Ruhm zu Kopf gestiegen zu sein. Cains Konzerte begeistern das Publikum nicht mehr wie früher, mit der Band spricht der Sänger kaum noch. Von Matthews Show ist Natalia sofort begeistert und engagiert ihn. Die Managerin ahnt nicht, dass auf Matthew Herausforderungen zukommen, die nicht in seinem Vertrag stehen.

Belanglos und nur mäßig spannend

Gefallene Engel sind im Moment in der Fantasy-Literatur der letzte Schrei, sie sind Weltenretter und Liebende. „Kriegsengel“ macht da keine Ausnahme. Allerdings siedelt das Autorenpaar Weis den Urban-Fantasy-Roman in einer ungewöhnlichen Umgebung an, dem Musikgeschäft.

Drogen, zertrümmerte Hotelzimmer, Konzerte mit randalierenden Fans sind stereotype Bilder, derer sich die Autorinnen bedienen. Doch weder das Rockstarimage, noch die harte Konkurrenz oder die Musik sorgen hier für Chaos, sondern Dämonen aus der Hölle, die die Weltherrschaft an sich reißen. Klingt abstrus? Ist es auch, was nicht unbedingt etwas Schlechtes für einen Fantasy-Roman bedeuten müsste. Genügend Autoren des Genres haben aus einer abstrusen Ausgangssituation eine stimmige Geschichte gezaubert. Die in „Kriegsengel“ gehört allerdings nicht dazu, denn es bewegt sich wenig über die bereits angesprochenen Klischees hinaus. Das gilt vor allem für die Charaktere.

Matthew Gallow ist als „Antiheld“ konzipiert, als vom ewigen Leben zermürbter Alkoholiker, der schon alles gemacht hat und nun, auch der Moral überdrüssig, als Exorzist naive Gläubige betrügt. Selbstmitleid und Oberflächlichkeit sind die Attribute, die bei Matthew Gallow hervorstechen. Dieses Charakterprofil der Hauptfigur entwickelt sich leider nur wenig weiter. Wie erwartet, verlieben sich Matthew und die Hauptprotagonistin Natalia ineinander. Und, welch Überraschung, er weist sie zunächst zurück, denn die bittere Erfahrung seines Lebens lehrte ihn, das wahre Liebe nur im Schmerz enden kann.

Natalia Ashley, die mit sechzehn Jahren dem Elternhaus entflohene und unter Rock’n Rollern groß gewordene Managerin, stellt den resoluten Konterpart zum selbstmitleidigen Matthew dar, mehr aber auch nicht. Einzig interessant ist ihr Großvater, ein Geist, der seiner Enkelin zur Seite steht. Als Alt-Hippie repräsentiert Woof die ursprünglichen Szene-Klischees, was er mit einem Augenzwinkern tut und was gut in die Geschichte passt. Ein kleiner humorvoller Lichtblick unter vielen einfallslosen Figuren.

Wenig aufregend und ebenfalls vorhersehbar ist auch die eigentliche Handlung. Sie beginnt mit einem Rockstar, der sich vom Vollblutmusiker zur bedröhnten Diva entwickelt hat. Nachdem bereits am Anfang Dämonen aus einer jungen Punkerin gekrochen sind, überrascht es kaum, das diese auch für Cains Verhalten verantwortlich sind. Etwas Aufregung verspürt man, wenn die Dämonen Natalia ans Leder wollen, am Ende setzten ihr Weis und Weis gewaltig zu. Was sich die Autorinnen jedoch als Weltuntergangsszenario ausgedacht haben, ist einfach zu banal, um zu erschüttern und es wird auch nicht packend beschrieben. Statt der dämonischen Taten und ihrer Auswirkungen steht wieder einmal ein charakterloser Typ im Vordergrund, was einfach nur nervt. Ein wenig christliche Glaubenslehre kann den Roman „Kriegsengel“ auch nicht davor retten, unterdurchschnittlich abzuschneiden, was sich auch im sprachlichen Niveau widerspiegelt.

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