Blutportale von Markus Heitz

Buchvorstellungund Rezension

Blutportale von Markus Heitz

Originalausgabe erschienen 2008, 704 Seiten.ISBN 3-426-66339-2.

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In Kürze:

Saskia arbeitet als Köchin, ist eine leidenschaftliche Fechterin und führt ein ganz normales Leben. Das ändert sich, als sie bei einem Turnier gegen den geheimnisvollen Levantin antritt. Mit seinem Degen fügt er ihr einige tiefe Schnitte zu, die sich schon nach kurzer Zeit von selbst schließen. Saskia ahnt nicht, dass ihr Gegner ein Dämon ist, der seit Jahrhunderten nach ihr sucht – denn tief in ihr schlummert eine Gabe, die nun von Levantin geweckt wurde. Er will, dass Saskia für ihn die Blutportale öffnet, durch die er endlich in seine Heimat zurückkehren kann. Doch niemand hat Saskia auf ihr dunkles Talent vorbereitet. Und so stößt sie unbeabsichtigt Türen auf, die nie geöffnet werden sollten …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Knietief im roten Saft“65

Horror-Rezension von Eva Bergschneider

Dem großen Publikum ist Markus Heitz durch sein Epos „Die Zwerge“ bekannt geworden, seitdem ist er aus der deutschen Fantasy-Szene nicht mehr weg zu denken. In seinen letzten Werken beschreitet der Autor neue Wege in Richtung des Mystery- und Horrorgenres, auch sein neu erschienener Roman gehört dazu. Erwartet den Leser in „Blutportale“, was der Titel verheißt?

Ein Portal öffnet sich

Saskia ficht leidenschaftlich gern und gut. Die Union, ein streng anonymer Club, richtet Kämpfe aus, bei dem es nur um die Ehre, der beste Fechter mit einer Stichwaffe zu sein, geht. Endlich tritt Saskia gegen den Anführer des Rankings, den geheimnisvollen Maître, an, mit fünf Treffern kann sie ihn von der Spitze verdrängen. Doch Saskia wird selbst getroffen, ihre Wunden verursachen seltsame Symptome, die sie zum Aufgeben zwingen.

Trotzdem lässt sie sich Wills Party in einer Hamburger Villa nicht entgehen. Der befreundete Blumenhändler fungiert dort als Hausverwalter. Was sich allerdings hinter einer fest verschlossenen, mit Furcht erregenden Fratzen dekorierten Tür verbirgt, weiß der Halbinder nicht. Saskia öffnet das massive Schloss mit einem Handgriff, etwas entweicht und richtet ein unvorstellbares Blutbad an.

Die Befreiung des Schutzgeistes ist der Startschuss für eine Jagd nach Artefakten, mit deren Hilfe ein Dämonfürst in unsere Welt treten kann. Saskia und Will stellen sich dem Kampf um die Rettung der Menschheit. Eine Wolfswandlerin wird zur Verbündeten. Es gilt verschiedenste Diener des Bösen aufzuhalten, die sogar einst die Pest im Venedig des frühen 17. Jahrhunderts verbreitet haben. Während Saskia mysteriöse Kräfte entwickelt, gleitet Will immer häufiger in andere Zeitlinien und in die Körper der dort lebenden Guten und Bösen.

Dämonen kämpfen um die Weltherrschaft

In Heitz Roman „Blutportale“ geht es gleich zur Sache. Ganz am Anfang erwacht eine junge Frau inmitten eines blutigen Massakers:

„Durch den Schlitz flackerte gelbliches Licht und beleuchtete...einen Körper der quer über ihr lag.
'Nein, Nein!' keuchte sie, stemmte ihre Arme über die Last, schob sie mit Mühe von sich und spürte die warme Luft auf ihrer klebrigen, feuchten Haut. Der Körper des Mannes fiel nach links...doch sein abgetrennter Kopf rollte über ihren schlanken Bauch hinweg und landete zwischen ihren Beinen auf dem Boden.“

Und das ist erst der Beginn einer Reise durch zahllose Horrorszenarien, für Spannung und viel Aktion ist also gesorgt. „Blutportale“ beginnt mit zwei verschiedene Handlungssträngen, meist aus der Perspektive der Hauptprotagonisten, manchmal auch aus der ihrer Gegner erzählt. Die Anzahl der Charaktere und Schauplätze erscheint zunächst etwas unübersichtlich, die Handlungen werden aber recht schnell zusammen geführt. Dämonen, ihre Diener und unsere Helden finden sich schließlich in einer klassischen Quest auf der Suche nach fünf dämonischen Gegenständen wieder.

Weniger ist manchmal mehr

Heitz vermeidet eine klischeehafte Gut-Böse Klassifizierung. Hinter dem Treiben der Bösen steckt oft mehr, als man zunächst vermutet. Auch Saskia und Will entwickeln nicht nur außergewöhnliche Fähigkeiten, sondern passen ihre Moralvorstellungen der sinisteren Atmosphäre an. Der Finder-Inder verbleibt nicht lange in der Rolle des friedfertigen Blumenhändlers. Saskias unkontrollierbare Aktionen führen zu unvorhersehbaren Wendungen der Geschehnisse. Teilweise lässt Heitz allerdings eine handlungsinterne Logik vermissen. Je nach dramaturgischer Notwendigkeit verstummen die übernatürlichen Kräfte spontan oder steigern sich ins Unermessliche.

Nicht nur die Hauptakteure überzeugen durch Vielschichtigkeit und Originalität. In „Blutportale“ bekämpfen sich verschiedenste Figuren wie gottgleiche Weltengänger, Menschen, die sich in Bestien verwandeln, blutrünstige Vampire und finstere Dämonen. Die Quest führt an interessante Schauplätze in verschiedenen Zeitepochen. Ihre Charakteristika hat der Autor eindrucksvoll beschrieben und passend in die Handlung integriert. Allerdings wirkt die Geschichte oft mit Spannungseffekten überladen. Viele der Horrorspektakel bringen das Geschehen nicht weiter und erscheinen fehl platziert. Solche Szenen nur um des Gruseleffektes willen, hätte „Blutportale“ wirklich nicht nötig gehabt.

Zum Schluss lässt es Heitz noch einmal richtig krachen und präsentiert ein spektakuläres Finale. Der Teufelskreis schließt sich und lässt dennoch Spielraum für eine Fortsetzung des blutigen Grauens.

Ihre Meinung zu »Markus Heitz: Blutportale«

frigorifica zu »Markus Heitz: Blutportale«27.05.2011
Als Buchrezensent sollte doch Frau Eva Bergschneider die deutsche Sprache ein wenig souveräner beherrschen. Bei dem Satz: "Saskia fechtet leidenschaftlich gern und gut." - habe ich direkt aufgehört zu lesen. Denn im Deutschen "fechtet" niemand, wenn schon dann "ficht" Saskia leidenschaftlich gern und gut.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
winfried zu »Markus Heitz: Blutportale«01.03.2011
Ich hatte vorher Santus und Ritus gelesen die schon fesseln waren aber Blutportale man kann es kaum beschreiben. es wie eine Ich musste mich immer losreisen damit ich aus der Hand legen konnte. Eines der besten Bücher oder sogar das beste was ich letzter Zeit gelesen habe das mir auch von ein paar Arbeitskollegen, die es schon vor mir gelesen hatten, bestätigt wurde.
Super weiter so.
1 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Susannah zu »Markus Heitz: Blutportale«01.07.2010
Deutschland, Gegenwart. Saskia ist keine gewöhnliche junge Frau - sie ist Fechterin. Und nicht irgendwo, sondern in der union des lammes, einer geheimen Organisation. Dort soll sich mit dem Obersten der Rangliste, dem Maître messen. Doch der ist anders als alle anderen Gegner, und nach dem Kampf ist für Saskia nichts mehr wie zuvor. Denn der Maître hat ihr eine Gabe mitgegeben - und unkontrolliert öffnet diese Türe in Welten, an die man besser nicht einmal denken sollte ...

WOW! Blutig, spannungsgelade, actionreich, sexy - nach "Kinder des Judas" wohl bisher mein Lieblingsroman vom geschätzten Mitsaarländer Markus Heitz. Saskia und Will sind sympathische Figuren, die trotzdem ihre Macken haben. Und dass Heitz auch eine alte Bekannte aus vergangenen Büchern auftauchen lässt, macht die Sache noch spannender. Das Thema der Türen in andere Welt ist bekannt, doch der Autor schafft es, mit seiner ihm eigenen Phantasie etwas Neues, Großartiges entstehen zu lassen. Wie immer ein Knaller!
Gernot zu »Markus Heitz: Blutportale«21.05.2010
Ich fasse mich kurz:

Blutportale ist eines der Bücher die mich schon auf der ersten Seite fesselten.

Vor allem wenn man die beiden Bücher Ritus und Sanctum bereits gelesen hat, versteht die Hintergrundgeschichte von Justine um ein vielfaches besser.

Heitz versteht es, seine Werke geschickt miteinander zu verknüpfen.
Morticia zu »Markus Heitz: Blutportale«07.05.2010
Blutprotale ist mein absolutes Lieblingsbuch von Herrn Heitz!
Es hat alles was ein guter Horror Fantasy Roman braucht:
Er ist schön blutrünstig und nichts für schwache Nerven, ist aber auch geheimnisvoll, eine Spur von Humor.
Man trifft andere Wesen wieder aus seinen Werwolfromanen, wo es aber nicht schlimm ist, wenn man diese nicht kennt.
Die Geschichte ist richtig gut erzählt und ich kann mir eine Fortsetzung gut vorstellen.
Also hoffe ich mal dass Herr Heitz das irgendwann tun wird!
Frank zu »Markus Heitz: Blutportale«29.01.2010
Kompliziert gestaltet sich der Plot nicht.
Mal wieder steht die Welt vor dem Abgrund. Finstere Dämonenjünger wollen ihrem "Gott" den Zugang zu der irdischen Dimension ermöglichen, so dass er dann dort eine Herrschaft des Schreckens errichten kann. Hierfür sind diverse magische Artefakte nötig, die über die ganze Welt verstreut verborgen gehalten werden. Dass da nun einige nicht mit einverstanden sind, versteht sich von selbst. So auch die tapferen drei Hauptprotagonisten - bestehend aus einem Blumenhändler mit indischen Wurzeln, einer Köchin und Fechterin der Spitzenklasse, sowie einer ihrer Verwandlungskräfte beraubten Werwölfin. Wobei die beiden "Menschen" plötzlich aufgrund widriger Umstände mit erstaunlichen Fähugkeiten ausgestattet sind.
Also entbrennt ein Wettlauf, der einmal rund um den Erdball führt. Und das in einer Geschwindigkeitt, dass man kaum einmal Zeit zum Luftholen bekommt.
Action wird hier groß geschrieben - andauernd werden Menschen oder Dämonen aufgeschlitzt, enthauptet, gehäutet oder geköpft. Es wird gekämpft, gemordet und (selten) gerettet. Nach circa 500+ gemeuchelten habe ich dann langsam den Überblick über die Schar der Opfer verloren. Die Story hat einen Bodycount in einer wahrhaft beachtlichen Höhe aufzuweisen.
Das ganze ist äusserst unterhaltsam geschrieben,treibt den Leser von Kapitel zu Kapitel und weiß trotz mangelnder Tiefe zu gefallen.
Und am Ende hat man dann das Gefühl, dass der Gute Herr Heitz die Pläne für Teil 2 schon irgendwo in seiner Schreibtischschublade liegen hat. Dann wäre es allerdings schön, wenn er sich mehr auf die Charaktere und weniger auf seitenweise Gemetzel konzentrieren würde.
Solide 80%.
Iris53 zu »Markus Heitz: Blutportale«22.12.2009
Hammer!! Ein Haammmmerbuch. Ich weiss ja, dass die Geschmäcker verschieden sind, aber dafür nur eine 65 zu vergeben, okay, jedem das Seine. Ich fand Blutportale enorm. Spannung und Action von der ersten bis zur letzten Seite. Heitz hat es sehr gut verstanden, die Grenzen zwischen gut und böse zu verwischen und damit klar gemacht, das es nicht nur schwarz und weiss, sondern viele Grauzonen dazwischen gibt. Auch die Protagonisten müssen böse Sachen machen um das Gute zu erreichen. Ich fand auch das Erscheinen bisher fremder Personen nicht irritierend. Schließlich ist es reine Phantasie und da können ohne weiteres Mitspieler auftauchen, die für die Handlung relevant sind. Da aber, wie ich erst später feststellte, einige dieser Personen bereits in anderen Büchern eine Rolle spielten, werde ich mir auch die Vorgänger von Blutportale kaufen. Und natürlich auch den oder die Nachfolger.
Leos zu »Markus Heitz: Blutportale«11.10.2009
Bei Blutportale kam es mir so vor als ob der Autor viel zu viel Handlung in viel zu wenig Raum zwängen wollte. Die Szenen sind zwar stimmungsvoll und gruselig dargestell t, dennoch dürfte sich ab der Mitte des Buches beim Leser immer mehr Verwirrung einstellen, vorallen wenn man die Charaktere aus Kinder des Judas und Ritus/Sanctum nicht kennt. Zudem fand ich das Ende unbefriedigend.
Alles in Allem handelt es sich dennoch um ein gutes und spannendes Buch für Markus Heitz Fans, vorallem die Idee mit den wirren Zeitreisen find ich sehr spannend, obwohl man da mehr hätte rausholen können.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Jesssie zu »Markus Heitz: Blutportale«03.08.2009
Dieses Buch war mein erster Heitz....

Der Anfang hat mich direkt mit Blut und Grusel gepackt. Eigentlich hätte alles so schön sein können, wenn es nur dann nicht so beschaulich weitergegangen wäre. Ich finde irgendwie kein anderes Wort um meinen Eindruck von dieser Abenteuerreise zu beschreiben. Zu wenig Blut und zu wenig Portale für meinen Geschmack und entgegen des Titels. Trotzdem war die Handlung spannend und abwechslungsreich und die Sprache bildlich, direkt und schnörkellos, sonst hätte ich es nicht zuende gelesen.

Leider bleibt Heitz in der Beschreibung der Hauptprotagonisten zu oberflächlich und man erfährt wenig über Herkunft und Privates. Er zeichnet die Charaktere eher durch ihre Handlungen. So konnte ich mich nicht wirklich mit irgendeiner Figur identifizieren. Weiterhin hat mich gestört, dass einige Handlungsstränge mit weiteren Charakteren eröffnet, aber nicht wieder geschlossen wurden.

Am besten gefallen hat mir noch die Französin Justine mit ihrer harten Schale und dem weichen Kern. Sie steht Saskia und Will bei der Suche nach den Artefakten nicht ganz uneigennützig bei. Die Böse, die nicht wirklich böse ist, aber wirklich tough! Davon hätte ich gerne mehr gehabt , Da hätte man mehr draus machen können!

Fazit: Flüssig zu lesendes Hollywood-Kino, trotz über 600 Seiten. Mehr aber auch nicht. Hat mich nicht vom Hocker gehauen.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
LaFayNuit zu »Markus Heitz: Blutportale«30.05.2009
Ich wurde von Anfang an sofort hineingezogen. niemals zuvor habe ich einen roman gelesen, der so explosionsartig begann. mehr und mehr fand ich großen gefallen an der geschichte und den charakteren, die markus heitz besonders mit der "höllischen" französin super gelungen ist. das klischee mit der ewigen zigarette im mundwinkel und ihrer lässigen bis bissigen art, hat mich ihren akzent hören lassen. die kampfszenen waren so gut beschrieben, dass ich das gefühl hatte in einem kino zu sitzen. der wechsel zwischen, ja fast atemlos machender spannung (manchmal konnte ich gar nicht so schnell lesen, wie ich wissen wollte wie es weitergeht), und dem verharren und überlegen, hat ich das buch verschlingen lassen. ich war richtig traurig, als die letzte seite gelesen war. doch sollte es bald einen zweiten teil geben, wird die wiedersehensfreude um so größer sein...und wer weiß, vielleicht hat laventin noch ein ass im ärmel und ist nicht dort, wo wir leser ihn bislang vermutet habe...

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