Judastöchter von Markus Heitz

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010, 704 Seiten.ISBN 3-426-65230-7.

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In Kürze:

„Ich habe versagt. Aber das wird mir nie wieder passieren!“ Ihr unsterbliches Leben hat die Vampirin Sia einem einzigen Zweck gewidmet: ihre letzten beiden Nachfahren zu beschützen. Sie kann trotzdem nicht verhindern, dass Emma und die junge Elena entführt werden. Es dauert nicht lange, und die Entführer schicken Sia einen Boten: Will sie Emma und Elena lebend wieder sehen, muss sie eine Gruppe von Gestaltwandlern töten. Sia geht zum Schein auf den Deal ein, während sie tatsächlich Jagd auf die Erpresser macht. Doch auch von den Gestaltwandlern geht eine tödliche Gefahr aus

Das meint Phantastik-Couch.de: „Blutrünstig und voller Action“96

Fantasy-Rezension von Andreas Kurth

Theresia Sarkowitz – kurz Sia genannt – ist eine mehrere hundert Jahre alte Vampirin und ihres Wissens das letzte der so genannten Judaskinder. Sia wacht aufmerksam über ihre Nachkommen – und ist zu allem bereit, um zu verhindern, dass der Fluch der Judaskinder an Emma und Elena weitergegeben wird. Während Emma Karkow nach einem heftigen Angriff im Schlusskapitel des Vorgängerbandes „Judassohn“ im Koma liegt, muss sich Sia besonders intensiv um die kleine Elena kümmern. Als das Mädchen in Leipzig beim Eislaufen ist, tauchen verschiedene dunkle Gestalten auf, und nach einem Kampf zwischen ihnen wird die Kleine von einem Engländer entführt.

Für Sia beginnt ein mörderischer Wettlauf mit der Zeit, denn sollte sie Mutter und Kind nicht retten, könnten sie nach ihrem Tod zu Töchtern des Judas werden, und Sia wäre gezwungen, die beiden zu töten. Bei ihrer Suche trifft sie auf Eric von Kastell, der sich nach anfänglichem Misstrauen als wertvoller Verbündeter herausstellt. Während Elena in der Obhut des Butlers von Harm Byrne ist, der ein Feind von Sia war und von ihr getötet wurde, wird Emma von irischen Vampiren auf die grüne Insel entführt. Sie wollen Sia zwingen, in den Machtkampf zwischen Wandelwesen und Vampiren zu ihren Gunsten einzugreifen. In einem U-Boot gelangt die Judastochter nach Irland, wo es zu heftigen und brutalen Kämpfen kommt.

Heitz zieht alle Register seiner Erzählkunst

Markus Heitz fackelt im Finale seiner Trilogie zu den Kindern des Judas nicht lange. Von Beginn an geht es gewohnt blutrünstig und actionreich zur Sache – eingefleischte Fans der Urban-Fantasy kommen hier voll auf ihre Kosten. Dem Autor gelingt es dabei allerdings immer wieder, die Schilderung des heftigsten Gemetzels nicht allzu unappetitlich zu gestalten. Heitz ist ein hervorragender Geschichtenerzähler – und man spürt bei der Lektüre förmlich seine Lust am Schreiben und Fabulieren.

Anders als in „Kinder des Judas“ und „Judassöhne“ verzichtet der Autor im Schlussband der Trilogie auf historische Ausschweifungen, und lässt die Handlung ausschließlich in der Gegenwart spielen. Das trägt enorm zur Übersichtlichkeit bei und sorgt für einen durchgängigen Spannungsbogen. Der Finalband hebt sich in dieser Hinsicht positiv von den Vorgängern ab. Es gibt – wie von Heitz schon bestens bekannt – immer wieder Anspielungen auf frühere Romane, auch aus anderen Reihen. Der Autor bekennt in seinem Nachwort, dass er es einfach nicht lassen kann – und wer Markus Heitz persönlich kennt, sieht förmlich sein Augenzwinkern. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Buch nur zu verstehen ist, wenn man die Vorgänger-Bände gelesen hat. Gleichwohl wäre eine kleine Zusammenfassung der zwei anderen Bücher der Reihe für Neueinsteiger hilfreich gewesen. Den Lesegenuss dürfte das allerdings nicht schmälern.

Neben Theresia Sarkowitz wird mit Eric von Kastell eine zweite starke Figur präsentiert, den Lesern von „Ritus“ und „Sanctum“ bereits gut bekannt. Aber auch wer ihn noch nicht kennt, stellt schnell fest, dass Sia hier ein ebenbürtiger Verbündeter an die Seite gestellt wurde. Intellektuell und von seinen besonderen Fähigkeiten her ist Eric ein Partner auf Augenhöhe. Die Judastochter wird angesichts der Bedrohung ihrer Nachkommen zur rasenden Furie – und Eric unterstützt sie bei ihrem Rachefeldzug. Der enger werdenden Beziehung steht ein Hindernis im Weg, aber mehr zu diesem interessanten Nebenaspekt der Geschichte darf hier nicht verraten werden.

Der politische Machtkampf zwischen irischen Vampiren und den in Clans organisierten Wandlern ist hoch spannend – und das mörderische Duo aus Deutschland mitten drin. Heitz zieht hier alle Register seiner Erzählkunst. Es gibt Wandler verschiedener Rassen, mächtige Vampire und Dämonendiener sowie wechselnde Allianzen, und es wird mit Silbergeschossen geballert und mit goldenen Tortenlöffeln getötet – zuweilen etwas schräg und leicht übertrieben wirkend, aber es passt prima in das Gesamtkonzept. Ständig tauchen neue Probleme auf, die Spannung lässt nicht nach, sondern wird vom Autor gekonnt immer weiter angeheizt. „Judastöchter“ ist ein mehr als würdiger Abschluss dieses Themen-Zyklus, der nicht erst mit den „Kindern des Judas“ begann, sondern bis auf „Ritus“ zurückgeht. Wer beim Abschlussband einsteigt, wird vermutlich Lust auf die älteren Bücher des Zyklus bekommen – und dann den vollen Genuss erleben. Aber auch einzeln gelesen dürfte „Judastöchter“ nicht nur den eingefleischten Fans von Markus Heitz viel Freude bereiten – das Buch ist ein „Pageturner“ im besten Sinne des Wortes. Die gelungene Mischung aus Fantasy und Horror bereichert die phantastische Literatur, ob „Urban Fantasy“ der passende Begriff dafür ist, mögen Literaturtheoretiker beurteilen. Ich kann das Buch einfach nur uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen.

Ihre Meinung zu »Markus Heitz: Judastöchter«

Stella zu »Markus Heitz: Judastöchter«20.09.2011
Fantasie ist ein ganz neues Gebiet für mich und ich muss sagen die Bücher von Markus Heitz sind genial. Habe alle 3 Bänder gelesen und ich kann nur sagen lest alle 3 es ist Suuuper von Anfang bis Ende die Bücher so wegzulesen. Und ich hoffe sehr das noch ein viertes Buch erscheint wobei vielleicht auf Elena eingegangen wird ...
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cookie1511 zu »Markus Heitz: Judastöchter«15.01.2011
Meine Meinung:

Nachdem der Vorgängerroman ein offenes Ende hatte, war ich schon gespannt, wie es in diesem dritten Teil weitergeht.
Das Cover ist ähnlich wie die anderen beiden Bücher aus der Reihe gehalten: Auf einem schwarzem Hintergrund ist eine rote Monsterfratze abgebildet.

Nach einem heftigen Gefecht mit einem Widersacher liegt Sias Nachfahrin Emma auf der Intensivstation im Koma. Kurz darauf wird sie aus dem Krankenhaus entführt, und auch ihre Tochter Elena wird gekidnappt. Nun beginnt für Sia eine Jagd auf die Entführer. Dabei muss sie erst mal einen Durchblick bekommen, wer überhaupt dahinter steckt, und welchen Nutzen diese Leute von ihren Geiseln haben. Ihr zur Seite steht der charmante, aber auch geheimnisvolle Eric von Kastell.

Der Einstieg fiel mir nicht schwer, da es noch nicht lange her war, dass ich den vorherigen Band gelesen habe. Nachdem ich mich ein wenig in die Story eingefunden hatte, wurde es auch schon wieder schwierig: Eine Gruppierung nach der anderen wurde erwähnt, so dass ich das ganze Buch über meine Mühe hatte, alle Figuren richtig zuzuordnen und die Zusammenhänge zu erkennen. Dazu kommen auch in diesem Roman immer wieder Verstrickungen mit anderen Werken des Autors vor, was zwar ganz interessant, aber auch verwirrend, ist.
Sia ist mittlerweile sehr menschlich geworden, zumindest, was ihre Gefühlswelt betrifft. Wie eine Löwin kämpft sie, um das Leben ihrer „Kinder“ zu retten. Und als sie auf den geheimnisvollen Eric trifft, bahnen sich auch noch andere Gefühle bei ihr an.

Wären die Handlungen stellenweise nicht so verwirrend, wäre das Buch sehr flüssig zu lesen. Mit den Kapiteln wechseln sich auch die Figuren ab, aus deren Sicht geschrieben wird.
Die Protagonisten Sia, Eric und einige andere sind gut dargestellt. Die kleine Elena war geistig schon sehr weit für ihre acht Jahre, schon ein wenig zu weit für meinen Geschmack. Daneben gab es noch einige Charaktere, bei denen sich erst am Ende herausstellte, auf welcher Seite sie standen.
Wer schon andere Bücher des Autors gelesen hat, kann auch einige alte Bekannte wiedertreffen.

Das Ende hat mir ganz gut gefallen. Ich war nur ein wenig enttäuscht, dass dies der letzte Teil der Reihe gewesen sein soll. Denn so einige Entwicklungen hätte ich noch gerne weiter verfolgt und auch gerne gewusst, wie es mit manchen Figuren weitergeht.
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cocoa zu »Markus Heitz: Judastöchter«22.12.2010
Ja herrlich herrlich, habe doch tatsächlich das Erscheinen dieses Buches verpennt. Als ich dann zufällig im Buchhandel darüber stieß: "aah stimmt ja", und ohne lange zu fackeln landete es in meiner Tasche.

Herr Kurth hat alles in Allem sehr schön rezessiert.

LESEN, mehr muss man nicht sagen!

Fiel Spasss dabei.
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