Kinder des Judas von Markus Heitz

Buchvorstellung und Rezension

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  • Science-Fiction
  • Horror
  • Mystery

Originalausgabe erschienen 2007 , 704 Seiten. ISBN 3-426-66277-9.

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In Kürze:

Leipzig im Jahr 2006. Sie ist die gute Seele des Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollen. Jeder, der die junge Frau am Bett eines Sterbenden wachen sieht, wird sie für einen Engel halten. Denn niemand weiß, wer sie wirklich ist …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der außergewöhnliche Vampir-Bestseller“ 95

Horror-Rezension von Amandara M. Schulzke

Ein kleines Mädchen stirbt 2007 an Krebs. Sia hat es davor mit Scylla-Geschichten im Krankenhaus getröstet, ohne ihm die Wahrheit über Scylla zu eröffnen. Sia trauert um viele Tode und macht sich daran, ihre Lebensgeschichte in einsamen Nächten zu Papier zu bringen. Ihre alten Freunde sind alle tot, doch sie darf nicht sterben. Warum nicht, lässt uns Heitz auf 700 Seiten gefühlvoll miterleben. Jitka verliert 1670 ihre Mutter, umgebracht von den Osmanen im besetzten Serbien. Da erscheinen geheimnisvolle Fremde. Einer, Karol, gibt sich als ihr Vater zu erkennen und nimmt sie mit in seine abgelegene Mühle, die zu allem anderen da ist, nur nicht zum Korn mahlen. Er bildet sie zur Wissenschaftlerin aus, doch was sie wirklich erforschen, bleibt lange im Dunklen. Und während wir Jitka, Scylla, Sia ins 17. Jahrhundert gefolgt sind, drängt sich ein alter Bekannter ins 3. Jahrtausend und ihr jetziges untotes Leben.. Er stellt Sia vor ihr größtes Problem, das sie schon lange gelöst zu haben glaubte.

Rausch des Lesens

Heitz wird als mehrmaliger Gewinner des deutschen Phantastik-Preises auch mit „Kinder des Judas“ seinem guten Ruf gerecht. Wer „Ulldart“, die „Zwerge“, seine Werwolfromane mochte, wird sich von Scyllas Lebensgeschichte überhaupt nicht mehr los reißen können. Sie ist genial! Erstmalig erzählt er aus der Sicht einer Frau, die anfangs nichts anderes ist als ein kleines trauriges, aber zugleich wahnsinnig neugieriges, fleißiges und lernfreudiges Mädchen. Naturgemäß findet sie die erste Liebe und gerät ihrer anderen Natur gemäß in die Zwänge und Regeln der auserwählten Gemeinschaft. Heitz jagt den Leser von einem Ereignis zum anderen und schafft es dabei, kurzweilig Räume und Charaktere zu beschreiben. Nur Vorsicht, wer keinen kleinen Einbruch in der Spannung riskieren möchte, sollte „VAMPIRE! VAMPIRE! Alles über Blutsauger“ sein Sachbuch über die Geschichte der unheimlichen Geschöpfe erst nach „Kinder des Judas“ lesen.

Größe, Macht und Leidenschaft

Einige sehr blutige und gewaltsame Szenen warten auf den Leser, doch empathisch aus der Sicht Scyllas erzählt, wirken sie weniger brutal, sondern bringen uns eher dazu, Mitgefühl für die Vampirin oder einige Opfer der Gräueltaten zu entwickeln. Ist es poltisch-psychologische Absicht? Kleinkindliche Verhaltensweisen wie „Wenn du nicht mit mir spielst, mache ich dein Spielzeug kaputt!“ eskalieren gnadenlos, wenn Erwachsene und gar Vampire immer noch so handeln. Massaker im Buch erinnern an Blutbäder, die heutzutage immer wieder die Welt erschüttern wie im Frühjahr 2009 im Südosten der Türkei mit 44 Toten einer feiernden Hochzeitsgesellschaft, nur weil die Braut einen anderen heiratete. Danach kommt der Katzenjammer. Wir „Menschen“ haben es immer noch nicht gelernt. Nicht nur Soldaten werden mit Waffen ausgerüstet, die sie moralisch nie beherrschen lernten.

Gleiches gilt für das Aussteigen aus einer geschlossenen fanatischen Sekte, niemand hat Scylla gefragt, ob sie überhaupt dabei sein will. Scylla kämpft gegen ihre Sucht des Tötens. Sie hat Entscheidungen zu treffen. Heitz lässt sie mit sich selbst hadern: „Mir ist nicht einmal bewusst, wer der Böse und der Gute im Kampf von Wissen und Gewissen ist.“
Denn auch ihre Mit- und Gegenspieler haben durchaus nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln.

Noch kurz, warum „Kinder des Judas“ nur 95 Grad in der Wertung bekommen hat. Es gibt ein Gespräch, in dem Heitz auf knapp drei Seiten ihre Geschichte von 1732 bis 2007 erzählt. Schade, aus dem Buch hätten auch 1000 Seiten werden können oder zwei Bücher. Das Zwischenspiel fehlte, es scheint, als hätte er schnell fertig werden müssen oder der Verlag hätte ihm nicht mehr Seiten erlaubt. Doch wir dürfen auf eine Fortsetzung hoffen. Zur Buchlesung auf der Role Play Convention in Köln im März 2009 kündigte Heitz einen Nachfolger an.

Ihre Meinung zu »Markus Heitz: Kinder des Judas«

Sonny zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 13.02.2010
Ein Deutscher Autor (mit denen hab ich es nicht so), der noch dazu von den gängigen Vampirgeschichten abweicht? Kann das was für mich werden? Ja, es kann.
Das Buch erzählt eine dichte Story, die zwar selten rasant ist, aber auch nie Längen aufweist. Die handelnden Personen sind gut ausgearbeitet und bekommen hier ein Gesicht. Letztlich hat der Autor einen angenehmen Stil, der einen von Seite zu Seite treibt.
Was mich anfangs ein wenig irritiert hat, ist der Klappentext. Nur ein schwindend geringer Teil des Buches spielt tatsächlich im modernen Leipzig. Meist befindet man sich um 1700 auf dem Balkan. Der Autor hat dies gut genutzt um nicht nur Blutorgien zu beschreiben (aber wenn er es macht, hält er mit Details nicht hinterm Berg), sondern er beschreibt auch gut, wie die Unwissenheit und der Aberglaube der Menschen in der Zeit zu falschen Urteilen führten und wie Andere dies wiederum ausnutzen. Dieser und viele weitere Aspekte der Geschichte lassen sich sicherlich auch in die Gegenwart übertragen, aber das würde dem Buch viel an Atmosphäre nehmen.
95°
Iris53 zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 08.02.2010
Wenn ich großzügig bin, hat mich das Buch erst ab der Mitte gefesselt. Richtig los ging es erst im letzten Drittel. Da bekam es den Touch von \"Blutportale\", das mir aus dieser Reihe immer noch am besten gefallen hat.
Was mir in Kinder des Judas weniger zusagte, waren die in der Ich-Form erzählten Kapitel der Protagonistin. Selbst die Kämpfe, die sie ja zu Hauf bestreiten mußte, kamen mir flach vor. Der Sinn einer Ich-Erzähling besteht ja wohl darin, dass sich der Leser in die Person hinein versetzen soll. Das ist aber immer nur so gut, wie es der Autor auch selbst kann. Und das ist M.Heitz nicht gut gelungen. Aber in dem Moment, wo er von Scylla als Erzähler berichtet, wird es richtig gut. Das Buch ist lesenswert, hätte aber noch besser sein können.
Leos zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 11.10.2009
Kinder des Judas ist neben der Darren Shan- Reihe einer meiner Lieblingsvampirromane. Grund: Sie halten sich fern vom mainstream-Untoten-Romanzen-Mist aller Twilight.
Zur Geschichte:
Die Geschichte Scyllas ist bewegend und fesselnd erzählt. Die Aufteilung der Geschehnisse in Vergangenheit und Gegenwart und die fließenden Übergänge sind ihm im Gegensatz zu Ritus ebenfalls gut gelungen.
Absolut lesenswert!
Galina zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 28.09.2009
Ich habe schon viele Vampirromane gelesen, aber "Kinder des Judas" ist immernoch einer meiner Favoriten. Ich war sofort hingerissen von der Geschichte.Hätte es am liebsten nochmal gelesen. Die zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind. So versteht man warum sie macht was sie macht. Markus Heitz ist einer der Besten in seinem Fach.
Frank zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 03.09.2009
Markus Heitz ist sicherlich einer der bekanntesten deutschen Fantasyautoren. Nachdem er sich mit "Ritus" und "Sanctus" bereits der Werfolfthematik widmete, dreht es sich im vorliegenden Buch um Vampire.
Story:
In einem Leipziger Krankenhaus arbeitet Theresia Sarkowitz, die die Fähigkeit besitzt, den Todeszeitpunkt schwerkranker Patienten zu kennen und diese dann in ihren letzten Stunden begleitet.
Diese Gabe empfindet sie selbst allerdings als Fluch, ist sie doch schon Jahrhunderte alt und sehnt für sich selbst längst den Tode herbei.
Doch es wartet noch eine Aufgabe auf sie, von der nicht weniger als das Schicksal der Menschheit abhängt.
Der Autor erzählt seine Geschichte auf zwei Zeitebenen, -zum einen die Gegenwart - zum anderen die Geschichte der Vergangenheit Theresias, die im Jahre 1670 geboren wurde. Da werden Wissenschaft, Mystik, Alchemie und eben Vampire zu einem spannend geschriebenen Mix zusammen gebracht.
Gute, solide Unterhaltung die es auch schafft, den Vampiren einige neue Aspekte zu verleihen.
Und dass der Autor auch nicht mit einigen blutigen Details spart, sollte in Zeiten der unseligen Vampir-Romance Schinken nicht unerwähnt bleiben.
80%
MrBlax zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 24.08.2009
Dieses Buch vermittelt dem Leser eine andere Auffassung von Vampieren als die wir aus den Geschichten von Van Helsing und Dracular gewohnt sind es beschreibt eine Art Vampier wie ich sie mir selbst nie hätte vorstellen können. Dieses Buch ist für alle Jungen und Mädchen ab 14 Jahr geeignet wobei ich die Eltern unbedingt darauf warnen muss das ihr Kind Albträume bekommen kann! Ich habe bei diesem Buch so einiges erlebt was ich nur unter gute Erfahrungen buchen kann. Darunter auch Albträume und Angst von der Dunkelheit! Nein mal im Ernst dieses Buch ist einfach eine neue Auffassung einer Rasse und Kultur die bis jetzt eher in den dunkelsten und staubigsten Ecken der Fantasy rumgegammelt hatt , im warsten Sinne des Wortes!
Ich kann allen Grussel Liebhabern dieses Buch nur ans Herz legen es ist einfach ..... Großartig

Mit Freundlichen Grüßen

Euer Mr Blax
Marcus zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 03.07.2009
Dies ist eine Vampirgeschichte, die mir richtig zusagte! Es hat weitgehend alles gepasst und es war sehr spannend!
Besonders interessant waren die Parallelen zur "realen" Vergangenheit, welche über bestimmte Personen (z.B. dem Medicus) erzählten.
Seit dem Buch interessiere ich mich intensiv für Vampire, da es einfach spitzenklasse dargestellt wurde!

Habe dieses literarische Meisterwerk vielen Freunden empfohlen und jeder derer, die ich auch gelesen hatten, fanden die Geschichte sehr gut!
Frekin zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 08.05.2009
Nachdem ich mich nun durch die Kommentare über das Buch gewälzt habe, muss ich sagen, dass ich es lesen würde, genau weil es nicht das normale Vampirklichee behandelt, sondern mal die berühmten Blutsauger anders darstellt. Ich bitte euch, wer will heute noch ein Buch lesen, in welchem ein junges Mädchen sich im ach-so-dunklen Wald verirrt, zum Schloss kommt&am Ende gebissen wird? Wohl die Wenigsten ;)

Wer andere Werke von Heitz gelesen hat, der wird wissen, dass er mehr Wert auf eine in sich geschlossene Welt legt, als auf besonders blutige oder bahnbrechende Momente. Ich z.B. habe Heitz durch sein Werk "Die Zwerge" kennen gelernt&war alle vier Bände hindurch über begeistert. Man konnte sich in das Buch hineinversetzen, was für mich zeigt, wer wirklich ein Buch schreiben kann&wer nicht!!

Wer nur Vampire in ihrer altbekannten Form sehen will: Kabel1 soll zuweilen die alten Draculafilme zeigen. Die sind dann am besten geeignet, um seinen Durst auf Vampirgeschichten zu tilgen, obwohl man im Grunde nur ein bisschen Trara sehen will.

Meiner Meinung nach bietet "Kinder des Judas" eine gelungene Darstellung von Vampiren in all ihren Facetten dar und zeigt dem Leser auch, dass Vampire nicht immer nur die herzlosen Halsbeißer sind, wie sie sonst immer vorgestellt werden.
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SordisPretiosa zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 06.02.2009
Als Vampirbuch gefiel mir "Kinder des Judas" eigentlich recht gut. Ich bin sonst eher kein Liebhaber der Blutsauger, aber diese Darstellung hat mir durchaus zugesagt, gerade weil sie in einigen Details doch von den gänigen Klischees abweicht.

Mir erschienen weder die ersten 100 Seiten zu langwierig, noch die Darstellungen in irgendeiner Weise zu brutal, wie es einige Vorredner empfanden.

Alles in allem betritt Heitz aber auch kein absolutes, vollkommen innovatives Neuland, sondenr behält viele Elemente der klassischen Vampirgeschichten. Trotzdem gehört diese Buch für mich definitiv zu den "besseren" Vampirmythologien.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kali zu »Markus Heitz: Kinder des Judas« 15.01.2009
"Kinder des Judas" war ebenfalls das erste Buch, welches ich von Markus Heitz gelesen habe.
Als Fantasy-Liebhaber, auch was Filme angeht, war ich seither, was Bücher betrifft, eingefleischter Wolfgang Hohlbein Fan. Seine "Chronik der Unsterblichen" verschlinge ich auch heute noch.
Nie hätte ich mir vorstellen können, dass mich der Stil eines anderen Autors, was Vampirromane angeht, genauso fesseln könnte, wie der von W. Hohlbein.
Markus Heinz hat es jedoch geschafft. Ich las das Buch von der ersten bis zur letzten Seite mit Begeisterung und fand die ersten 100 - 200 Seiten überhaupt nicht zäh. Ganz im Gegenteil! Die langweiligsten Bücher sind jene, bei denen man von Beginn an weiß, worum es geht und wie wer mit wem und warum etwas mit etwas anderem zusammenhängt.
Die Verknüpfung dieser Geschichte mit der seines neusten Romans "Blutportale", in dem die "Vampirgattung" der Judaskinder wieder eine Rolle spielen, hat mir sehr gut gefallen.

Hoffentlich erscheinen noch viele weiter Romane dieser Richtung von Markus Heitz.

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